Eine Saison mit den Wiltshire Whinchats - für abranka

Eine Saison mit den Wiltshire Whinchats - für abranka

Beitragvon Ellie » 24. Dez 2011, 14:59

Liebe Abranka,
ich hoffe, dir gefällt, was ich geschrieben hab. Ich hab schon länger kein Harry Potter mehr geschrieben und Quidditch ist noch länger her. ^^;
Dir und deinen Lieben frohe Weihnachten!

-------------------

“Du willst WAS?”
Draco Malfoy konnte es sich nicht verkneifen, mit den Augen zu rollen. “Du hast mich schon verstanden, Wood. Oder hast du einen Klatscher zu viel an den Kopf bekommen?” Er hatte immer gedacht, dass der ehemalige Kapitän der Gryffindor-Mannschaft ganz gut darin gewesen wäre, den lästigen Biestern auszuweichen.
“Aber … aber warum ausgerechnet ich, Malfoy?”
Dieses Mal konnte er es sich nicht verkneifen und rollte mit den Augen und holte tief Luft. “Also wirklich, Wood. Ich bin ein Malfoy. Und Malfoys wollen nur das Beste. Und immerhin hat Gryffindor in fünf der sechs Jahre, die ich in Hogwarts war, fünf von fünf Spielen gegen Slytherin gewonnen.”
Wood runzelte kurz die Stirn. “Ach, stimmt, im vierten Jahr gab es kein Quidditch.”
“Oh, wunderbar, Wood. Du kannst ja doch noch denken!”
Oliver sah Draco leicht entnervt an, aber das bin war Draco gewöhnt. So schaute seine Frau ihn seit fast vier Jahren an.
“Aber, warum nicht Harry?”
Ja, genau, warum eigentlich nicht Potter? Diese Frage hatte er sich auch gestellt, also hatte er dem Potter'schen Haushalt einen Besuch abgestattet.

“Hallo?” Er hasste es, wenn er in fremden Haushalten nicht sofort empfangen wurde. Als er hinter sich schlurfende Schritte hörte, drehte er sich um.
“Master Malfoy, Kreacher ist überrascht, Master hier zu sehen!”
Draco war auch überrascht. Er hatte zwar gehört, dass Harry das alte Black-Anwesen geerbt hatte, aber dass dazu auch der Hauself gehörte, war ihm neu. Aber er war ein Malfoy, das hieß, er ließ es sich nicht merken.
“Ich … möchte gerne mit Harry sprechen. Ist er da?”
Kreacher nickte. “Kreacher holt Master Harry sofort.” Der Hauself schlurfte wieder davon.
Draco schritt vor dem Kamin auf und ab, während er auf Harry wartete. Er ging zum Fenster, das neben dem Kamin war und sah hinaus. Vor ihm lag ganz London. Er konnte nicht hundertprozentig sagen, wo genau er sich in London befand, aber allein die Tatsache, dass die Potters so eine Aussicht hatten, hieß, dass sie nicht gerade arm waren.
Mist. Das hieß, sein Plan konnte schief gehen. Wenn er Potter nur mehr bot als er als Auror machte, würde er kaum nein sagen können. Er hatte schon zwei Kinder, das dritte war unterwegs, da konnte er doch jeden Knut zusätzlich gebrauchen.
"Malfoy."
Draco brauchte seine ganze Selbstbeherrschung um nicht zusammen zu zucken. Warum hatte er Potter nicht kommen hören? Er drehte sich langsam um. "Potter."
"Womit habe ich diesen Besuch verdient?"
Kein "Wie geht’s?", kein "Setz dich doch." Nein, dafür waren sie immer noch zu sehr verfeindet. Oder zumindest etwas in der Richtung.
"Nun, du bist der Beste."
Harry wartete ab und Draco hasste es. Er kam sich vor, als würde er am Ende dieses Besuchs praktisch auf seinen Knien vor Harry sein, um ihn dazu zu bekommen das zu machen, was er, Draco Malfoy, wollte.
"Ich bin gerade dabei, eine Quidditch-Mannschaft zu gründen und du bist nun einmal der beste Sucher."
Harry blieb immer noch still, zog aber eine Augenbraue hoch.
Draco seufzte innerlich. "Ich will dich für mein Team, Potter."
"Vergiss es, Malfoy. Du kannst mir nichts bieten, was ich haben wollen würde."
"Ich biete dir mehr Geld, als du im Ministerium verdienst."
Harry lachte hart auf. "Denkst du wirklich, dass ich den Job des Geldes wegen mache? Denkst du, ich habe es nötig des Geldes wegen zu arbeiten? Gut, mag sein, dass ich nicht so reich bin, wie du. Aber ich habe genügend Geld, ich brauche dich nicht, ich brauche dein Team nicht." Er drehte sich um und ging zur Tür. Kurz bevor er den Raum verließ, blieb er stehen. "Abgesehen davon, Malfoy, ich liebe meinen Job. Es bereitet mir eine unheimliche Freude, die alten Freunde", dieses Wort spuckte er fast schon aus, "deines Vaters hinter Gitter zu bringen, sie betteln zu sehen und ihre Schwüre zu hören, dass sie das so nie gewollt hätten." Harry verließ den Raum ohne ein weiteres Wort.
Als Draco eine Prise Flohpuder nahm, dachte er, dass dieser Besuch definitiv nicht so gelaufen war, wie er es sich gehofft hatte. Nächstes Mal musste er definitiv besser recherchieren.

"Harry … ist mit seinem Job beim Ministerium zufriedener. Und ich weiß, dass du ein gutes Auge für Talente hast, Oliver." Es war das erste Mal, seit Draco Wood sein Angebot unterbreitet hatte, dass er seinen Vornamen benutzte. "Stell dir das mal vor. Du wärst Kapitän der Wiltshire Whinchats, du könntest dir das Team deiner Träume zusammenstellen, ich würde dir das Geld dazu geben." Er sah, wie Oliver in seinem Sitz hin und her rutschte und wusste, dass er ihn hatte.
"Ich … Ich muss drüber nachdenken, Malfoy."
"Oliver, bitte, nenn mich Draco."
"Okay … Draco."
"Und natürlich kannst du drüber nachdenken. Nur nicht zu lang. Denkst du, du könntest mir am Wochenende Bescheid sagen?" Es war Dienstag. Draco hatte nicht so lange als Todesser überlebt, ohne zu wissen, wie man Menschen manipulierte. Seine Eltern, seine Mutter und in gewissem Maße sogar seine Tante waren darin Meister gewesen. Und irgendetwas musste er ja von ihnen geerbt haben.
Wood nickte. "Ich würde es nur erst gerne mit meinem Freund besprechen."
Freund. Das würde interessant werden, dachte Draco, als er den neuen Kapitän seiner neuen Quidditch-Mannschaft zur Tür brachte. Auch, wenn Oliver es noch nicht wusste, aber er würde zusagen.

Einen Monat später stand Draco zum ersten Mal vor seiner Quidditch-Mannschaft. Und er fühlte sich gut. Fast so gut wie an dem Tag, als er Astoria geheiratet hatte. Aber nur fast.
Astoria, das war auch so ein Thema. Sie hatte sich zu ihrer Hochzeit von Draco nur zwei Dinge gewünscht. Eins davon war, dass Draco kein professioneller Quidditch-Spieler wurde. Als er ihr dann von seinem Plan erzählt hatte, eine eigene Mannschaft zu gründen, seine Mannschaft, ihre Mannschaft, hatte sie zugestimmt. Es sei etwas anderes, als selber zu spielen, hatte sie gesagt und ihn voll unterstützt. Das war einer der Momente gewesen, in denen er aus seiner eigenen Frau nicht schlau geworden war.
Er sah am Tisch entlang. Wood saß ihm gegenüber, am anderen Tischende. Links von ihm saß Lizzie Perkins, die neue Sucherin, neben ihr saßen die Zwillinge Tom und Brian Andrews, die Treiber waren. Rechts von Wood saßen die drei Jäger Anne Johnson, Misha Smythe und Philipp Corner. Er hatte noch genau Woods Worte im Ohr: "Perkins ist zwar kein Potter, ich meine, wer hat schon das Talent von Potter, aber sie ist definitiv so gut wie Ginny Wea- ähm, Potter. Zwar nicht die Beste, aber definitiv die Beste, die wir bekommen können! Und die Andrews-Zwillinge sind wie die Weasley-Zwillinge. Wahrscheinlich schon auf Besen geboren worden. Johnson ist eine Cousine von Angelina und die anderen beiden... Wow! Die sind schon fast eine Familie. Würde mich nicht wundern, wenn die drei irgendeine verrückte gedankliche Verbindung untereinander haben, so wie die sich auf dem Feld bewegen."
Nun, er hatte weder Potter noch Potter, aber wenn Wood sagte, dass es das beste Team war, dass sie bekommen konnten, dann glaubte er ihm.

Das harte Training hatte sich bezahlt gemacht. Die vielen Abende, die er mit Wood bei einer Flasche Butterbier – er liebte das Zeug immer noch –, bei einem Glas Met oder einem Glas Feuerwhiskey verbracht hatte, um die Teamtaktiken zu besprechen, hatten sich bezahlt gemacht. Genau so wie die Nachmittage, die er Zabini zu den öffentlichen Trainings der anderen Teams geschickt hatte, um etwas über deren Taktiken heraus zu finden.
Das Team war fantastisch vorbereitet, sie spielten, als würden sie sich seit Ewigkeiten kennen und zum ersten Mal verstand Draco, was Granger vor all den Jahren damit gemeint hatte, als sie gesagt hatte, dass es beim Quidditch nicht auf Muskeln ankam, sondern auf Talent. Oder zumindest hatte sie etwas gesagt, was im Endeffekt darauf hinauslief.
Sie waren in der Umkleide vor ihrem ersten Spiel. Und die Wimbourn Wasps würden keine große Herausforderung werden. Ihre guten Tage waren vorüber, erst Recht seit ihr inoffizielles Maskottchen Ludo Bagman immer tiefer in den Sumpf eines Spielsüchtigen abgerutscht war. Ihre wirklich harten Gegner waren die Chudley Cannons, wer hätte das gedacht, und die Holyhead Harpies, die selbst ohne Ginny Potter eine wahnsinnig starke Mannschaft waren. Aber beide Spiele standen erst am Ende der Saison an.
Draco lehnte an der Wand und sah Wood bei seiner Rede zu, blendete aber aus, was er genau sagte. Oliver sah gut aus in der dunkelgrün-silbern-weißen Quidditch-Uniform und es erinnerte Draco daran, wie er ihn das erste Mal auf einem Besen gesehen hatte. Er fand damals schon, dass Wood verdammt gut aussah, aber er war ein Malfoy und Malfoys mussten für einen Erben sorgen. Nun, Astoria hatte einen Sohn, die Tochter würde in zwei Jahren folgen – das war das andere Versprechen, das er ihr hatte geben müssen – aber das hieß nicht, dass er keinen Spaß haben konnte. Und er wusste, dass Wood einen Freund hatte. Oder gehabt hatte. Das häufige Training hatte ihre Beziehung zerstört und für eine Woche oder zwei nach der Trennung war Oliver durch den Wind gewesen. Aber er hatte sich zusammengerissen. Als Draco ihn darauf angesprochen hatte, war er ein wenig geschockt von Olivers Worten, aber er würde es natürlich niemals zugeben. "Weißt du, Draco, man hat Beziehungen, Affären, Dates und vielleicht auch einen Freund mit dem man seinen Spaß hat. Aber Quidditch ist und bleibt Quidditch." Das war der erste Augenblick in dem er sich fragte, ob er Wood überhaupt für sich gewinnen konnte.
Als er später in der Besitzerloge saß und das Spiel eher halbherzig verfolgte – er konzentrierte sich auf Wood, der vor den Torringen auf und ab flog – fragte er sich, ob der Kapitän überhaupt dazu bereit war, sich auf eine Affäre einzulassen. Aber das war etwas, was er herausfinden musste. Und selbst wenn nicht, sie konnten immer noch Freunde bleiben. Dieser Gedankenzug machte ihm deutlich, dass er Wood in seinem Leben haben wollte, egal ob als Freund, Liebhaber oder als Kapitän seines Quidditch-Teams.
"Bei den Göttern, bei Merlin und Morgana!" Draco stürmte in die Umkleidekabine, wo das Team gerade in einem Kreis stand und jubelte. "Das war fantastisch!" Er ging auf sie zu und wurde in ihren Kreis aufgenommen. "Glückwunsch zum Sieg, Leute! Ich hab zwar damit gerechnet, dass ihr sie besiegt, aber gleich dreihundert zu zwanzig?" Er lachte, als Anne ihn umarmte.
"Okay, Leute, morgen fällt das Training aus, als Belohnung. Aber feiert nicht zu viel, übermorgen geht es normal weiter", brüllte Wood über den Tumult und die anderen Teammitglieder schnappten sich ihre Handtücher und verschwanden in Richtung Duschen.
"Glückwunsch, Oliver", Draco hielt ihm eine Hand hin.
"Danke." Wood strahlte und ergriff Dracos Hand. "Aber ohne dich, hätte ich dieses Team nie zusammenstellen können."
"Ja, aber ohne dich hätten sie nie so weit kommen können."
Wood winkte ab. "Ach, so weit sind wir noch gar nicht."
Draco sah zwischen sich und Oliver, wo sie immer noch ihre Hände hielten. Wood folgte seinem Blick und lies plötzlich Dracos Hand los, als hätte er sich verbrannt.
"Ähm, ich sollte..." Er deutete mit dem Daumen auf die Duschen, die hinter ihm lagen.
"Ja, wahrscheinlich..." Draco sah Oliver nach, als er mit seinem Handtuch zu den Duschen ging.

Die nächsten Spiele gewannen sie auch und der Tagesprophet und Quidditch Weekly sowie sämtliche andere Sport- und Quidditch-Zeitungen und -Zeitschriften berichteten über sie und lobten sie in den höchsten Tönen.
Draco und Oliver verbrachten viel Zeit miteinander. Vor allem auf Pressekonferenzen, aber auch bei Trainingsbesprechungen und wenn sie wieder einmal Bewerbungen von Zauberern und Hexen bekommen hatten, die eine Position im Team bekommen wollten.
Nachdem sie ihr sechstes Spiel in Folge gewonnen hatten, gegen die Montrose Magpies, fand Draco sich wieder Wood gegenüber. Wieder alleine in der Umkleide. Wieder waren die anderen Teammitglieder unter der Dusche.
"Ich muss sagen, Oliver", sagte Draco als er ihnen erneut Champagner einschenkte, "du hast ein Auge dafür, die richtigen Leute auszusuchen."
"Danke, Draco." Wood nahm das Glas entgegen, das Draco ihm hinhielt. Sie stießen an. "Auf das Team."
"Auf das Team." Draco sah Oliver an, als sie tranken. Und irgendetwas sagte ihm, dass er heute vielleicht Glück haben könnte. Oliver stellte das Glas ab und Draco ging auf ihn zu. Entgegen seiner Erwartung, wich Wood allerdings nicht zurück und ehe Draco sich versah, standen sie sich gegenüber, keine Handbreit Platz zwischen ihnen. "Und auf dich, den besten Kapitän, den die Britische Quidditch-Liga seit langem gesehen hat." Und bevor ihn der Mut verließ, küsste Draco Oliver. Direkt auf den Mund. Was ihn aber am meisten überraschte war, dass Oliver den Kuss erwiderte.
"Hast du das Gesicht gesehen, als ich Macnolly den Schnatz direkt vor der Nase weggeschnappt habe?" Das Team kam aus der Dusche zurück und Draco schreckte zurück. Als er Oliver ansah, wusste er, dass es der richtige Augenblick gewesen war. Er lächelte Wood an. "Wirklich, der beste Kapitän der Liga." Er gab ihm noch einen kleinen Kuss auf den Mund und verschwand dann wieder.

Als Draco zuhause im Bett lag, Astoria schlief tief und fest neben ihm, konnte er nicht anders, als nachdenken.
Er war ein Malfoy und Malfoys nahmen sich, was sie wollten. Punkt. Aus. Ende. Außerdem hatte er seine Pflicht erfüllt und für einen Erben gesorgt. Und wenn Astoria in zwei Jahren noch eine Tochter bekam, war auch das abgehakt. Außerdem wusste sie, auf was sie sich einließ, als sie heirateten. Er hatte ihr von Anfang an gesagt, dass sie ausgesorgt hatte, er sie immer mit Respekt behandeln würde und sie so lieben würde, wie es ihm möglich war – allerdings vorausgesetzt, dass sie ihm seinen Freiraum ließ. Das hieß auch Affären und Liebhaber. Keine Liebhaberinnen, nein, dafür hatte er Astoria und sie reichte ihm vollkommen. Aber er würde nie genug von Männern bekommen.
Falsch, murmelte sein Unterbewusstsein, als er sich auf die Seite drehte und die Bettdecke ein wenig höher zog. Nicht genug von Männern, mein Lieber. Du kriegst nicht genug von Wood.

Es war das letzte Spiel der Saison, gegen die Chudley Cannons. Sie hatten bisher jedes Spiel gewonnen, sogar gegen die Holyhead Harpies, auch wenn das ein knapper Sieg gewesen war. Allerdings hatte dieser Sieg auch dazu geführt, dass sie zweite in der Tabelle waren, direkt nach den Chudley Cannons. Draco schnaubte in Gedanken. Vor kurzem hatte er herausgefunden, dass die Cannons sowohl von Weasleys Zauberhafte Zauberscherze als auch von Potter persönlich unterstützt wurden -. was ihren Zuwachs an fähigen Spielern und ihre plötzliche Führungsposition in der Tabelle erklären würde.
Aber selbst, wenn sie das Spiel heute verlieren würden, war es nicht schlimm. Es blieb nächstes Jahr, und für eine erste Saison war ein zweiter Tabellenplatz wirklich nicht übel. Nun, das war zumindest das, was Wood ihm immer wieder sagte. Draco wollte diese Saison gewinnen. Malfoys geben sich nicht mit dem Zweitbesten zufrieden.
Astoria und er verfolgten das Spiel wieder einmal von der Besitzerloge aus und er war überrascht, wie sehr seine Frau mitfieberte. Aber immerhin war es auch irgendwie ihr Team.
Das Spiel lief schon seit drei Stunden und sie lagen zweihundert Punkte zurück.
"Holmes schnappt sich den Quaffel, saust auf das gegnerische Tor zu und – oh das war ein Klatscher von Andrews. Aber Holmes konnte noch rechtzeitig an Faulkner abgeben, die jetzt ihrerseits auf die Torringe zufliegt – TOR FÜR DIE CANNONS! Damit steht es dreihundertsechzig zu einhundertfünfzig für die Chudley Cannons!"
Draco stöhnte. Dieses Spiel war eine Katastrophe.
"Oh mein Gott, Draco!" Astorias Stimme war hoch und ein wenig panisch. Draco blickte auf und sah gerade noch rechtzeitig, wie Lizzie in einen Sturzflug ging und während sie rechtzeitig die Kurve bekam und parallel zum Boden weiterflog, krachte der Sucher der Cannons mit einem übelkeiterregenden Geräusch auf den Boden.
"Autsch", entfuhr es Draco und er meinte es. Er wusste, wie sehr so ein Aufprall schmerzen konnte.
"Perkins fängt den Schnatz für die Whinchats!" Die Stimme des Kommentators hallte durch das Stadion. "Wer hätte das gedacht. Perkins fängt den Schnatz, aber die Cannons gewinnen mit zehn Punkten Vorsprung!"
Draco stöhnte und rieb sich die Schläfen. Hätte Perkins nicht noch warten können, bis sie zwei weitere Tore gemacht hatten?
"Du weißt genau, dass die Cannons besser waren, als ihr, Draco." Astorias Stimme war leise und zärtlich. Sie legte ihre Hand auf seine Schulter. "Ihr habt nächstes Jahr eine neue Chance." Draco nickte. Seine Frau hatte Recht, auch, wenn er es nicht hören und noch weniger wahrhaben wollte.
"Ich gehe dann schon mal nach Hause. Du triffst dich noch mit dem Team und kannst dann ja nach Hause kommen."
Draco nickte erneut, blieb aber noch sitzen, nachdem seine Frau gegangen war. Wie konnte er seinem Team jetzt unter die Augen treten?
Aber er musste, er wollte Wood sehen. Es hatte keinen Sinn, Trübsal zu blasen, wenn sein Team das wahrscheinlich schon für ihn machte. Er musste sie aufbauen, auch wenn ihm eigentlich nach anderen Dingen zumute war. Aber seine Frau hatte Recht, Wood hatte Recht. Es war ihre erste Saison. Dafür waren sie nicht schlecht, wirklich gar nicht schlecht. Und nächstes Jahr hatten sie noch eine Möglichkeit, den Chudley Cannons zu zeigen, wer die bessere Mannschaft war. Er raffte sich auf und ging zu den Umkleiden.
"… super!", hörte Draco, als er die Tür öffnete. Eindeutig Woods Stimme. "Aber wir können das besser. Und das werden wir denen nächstes Jahr zeigen. Aber für heute, erst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt das geschafft, was uns keiner zugetraut hat." Draco lehnte sich an die Wand neben der Tür und sah seinem Team zu. "Unsere erste Saison, und wir sind auf dem zweiten Tabellenplatz!" Das Team jubelte. "Später wird gefeiert, aber jetzt erst mal, ab unter die Dusche mit euch." Als sich die restlichen Teammitglieder schon auf den Weg machten, schien Oliver noch etwas einzufallen. "Die nächste Woche gibt es frei. Genießt sie, danach geht das Training weiter!"
Draco wartete, bis sie in den Duschen verschwunden waren und ging dann auf Oliver zu. "Glückwunsch, Kapitän. Du hast eine tolle Mannschaft."
Oliver drehte sich um und sein Gesicht hellte sich auf. "Danke. Aber das wäre ohne dich niemals möglich gewesen."
Draco lächelte. "Aber auch nicht ohne dich."
Und plötzlich küsste Oliver ihn und er wusste, dass es die richtige, die perfekte Entscheidung gewesen war, Oliver als Kapitän mit ins Boot zu holen. Und er hoffte und betete zu den Göttern, zu Merlin und Morgana und zu allem, was ihm sonst noch einfiel, dass dieser Kuss nie, nie aufhören möge.
Benutzeravatar
Ellie
Zweifingertipper
Zweifingertipper
Beiträge: 20
Registriert: 10.2010
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Eine Saison mit den Wiltshire Whinchats - für abranka

Beitragvon abranka » 26. Dez 2011, 17:33

Vielen Dank! Das ist eine wunderbare Wichtelgeschichte, Ellie. ^.^ Voller Quidditch und fluffig, ohne dass mir die Charas OOC vorkamen. Kurzum: Mir hat das Lesen viel Freude bereitet. =^-^=
Der Name für den Verein ist so treffend, dass ich grad extra noch mal nachgeguckt hab, ob es den gibt oder du ihn dir ausgedacht hast. *g*
Benutzeravatar
abranka
Büchereitaschenträger
Büchereitaschenträger||
Beiträge: 561
Registriert: 09.2010
Wohnort: Ruhrpott
Geschlecht: weiblich

Re: Eine Saison mit den Wiltshire Whinchats - für abranka

Beitragvon Ellie » 27. Dez 2011, 21:45

Freut mich, dass es dir gefallen hat :D
Benutzeravatar
Ellie
Zweifingertipper
Zweifingertipper
Beiträge: 20
Registriert: 10.2010
Geschlecht: nicht angegeben


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron