See you on the other side - Geburtstagsstory für Ria (P-16)

See you on the other side - Geburtstagsstory für Ria (P-16)

Beitragvon BlackPriestess » 4. Okt 2012, 18:53

A/N: Hey, Süße ^^ Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag --<--<@

Ich hoffe, dein kleines (wirklich kleines XD) Geschenk gefällt dir. Handelt wohl von einem Thema, mit dem wir beide uns sehr häufig auseinander gesetzt haben, schätze ich. Ich hatte die Idee, in recht vager Form, schon ewig. Und einmal darfst du raten, wann ich sie endlich zu Ende geschrieben habe. Jup, heute, nachdem ich wieder zuhause war. Aufschieberitis much? Ich doch nicht.

Alles Gute und möge alles in Erfüllung gehen, was du dir nur wünschst! :herz: :blümchen: :herz:




See you on the other side




Der jähe Blitz durchzuckt den Himmel und für diesen kleinen Moment scheint die hell erleuchtete Regenwand eingefroren, undurchdringlich. Nur um im nächsten noch gnadenloser auf Harrys Rücken herabzuprasseln.

Harry gestattet sich nicht einmal ein Zittern, oder ein Zähneklappern unter dem Quidditchumhang, der nass und kalt an ihm klebt.

So langsam solltest du den Impervius mal beherrschen, Harry!

Wozu denn, wenn du eh immer da bist?


Er hätte sich vielleicht auch nicht gestatten sollen, Hermine anzulächeln, die vor seinem inneren Auge gewohnt herrisch und deren Frisur explodiert ist. Sie lacht kopfschüttelnd über ihn und schon prallt ein sehr realer, harter Körper gegen seine Seite.

„Verdammt, bist du bescheuert, Malfoy?“

„Was stehst du mir auch im Weg herum, Potter?“

Harry findet mühsam seine Balance wieder, kann die Ungerechtigkeit kaum fassen, will ihm hinterherschreien, dass das Quidditchfeld sicher groß genug für sie beide sein sollte, sofern auch beide wissen, wie man fliegt, doch heraus kommt bloß ein nicht sehr schlagfertiges:

„Frettchen!“

„Narbengesicht!“

Harry verdreht die Augen hinter seiner (natürlich auch nicht wasserabweisend gezauberten) Brille, als er dem gackernden Gelächter lauscht, fragt sich, ob sie wieder elf sind. Er zumindest kommt sich so vor, furchtbar verloren in Merlin weiß wie vielen Fuß Höhe, klein und frierend im Dunkeln und fest entschlossen, zu gewinnen.

Nun, daraus wird nichts.

Der nächste Blitz fängt ein Bild ein, das Harry eigentlich in dieser Form nicht sehen wollte… und ihm doch regelrecht den Atem raubt: Sein Gegner, seitwärts auf seinem Besen sitzend, Beine elegant übereinandergeschlagen. Regungslos in der Luft bis auf das im geisterhaften Licht flatternde Haar, das übliche, hochmütige Grinsen im Gesicht.

Und der Schnatz, zwischen langen, dünnen Fingern golden aufblitzend.

Harry flucht noch immer herzhaft, als er im Matsch landet. Und umfasst dieses verdammte knochige Handgelenk, als ihm der Schnatz auch noch unter die Nase gehalten wird. Und gewedelt.

„Du Pisser hast geschummelt.“

Wieder dieses Grinsen, das Harry am liebsten aus dem spitzen Gesicht schlagen würde.

„Schlechter Verlierer, Potty? Hmm?“

Seine geballte Faust landet doch nur neben einem kleinen Ohr im allgegenwärtigen Matsch, anstatt diese verfluchte (zarte, hübsche) Nase zu zertrümmern.

Immerhin sieht dieser kleine Mistkerl angemessen erschrocken aus.

Harry ist wieder elf, aber diesmal hält er Dracos Hand, als sie durch den Verbotenen Wald schleichen, Fang hinterher. Draco klammert sich wimmernd an ihm fest. Harry kommt sich vor wie ein Held.

Dracos Augen sind sehr groß, als sie zu ihm aufschauen, wie giftiges Quecksilber aufleuchten, weil die verdammten Blitze nicht aufhören.

„Du willst mir doch nicht wehtun, Potter?“

Der unerwartet bittende, unterwürfige Ton lässt Harry aufstöhnen, als er vollgesogenen Lederschutz von langen Beinen streift.

Er fickt Draco schnell und hart, hämmert ihn regelrecht in den weichen Boden.

„S… Salazar… Potter… oh ja, das ist es… genau so…“

Er weiß, wie es Draco gefällt und fügt sich, gibt ihm, was er braucht. Demütigt ihn mit seinen unerbittlichen Stößen, oder indem er ihn hinterher zwingt, den Mund brav zu öffnen, alles zu schlucken, was er ihm gibt.

Draco schluchzt. Fort ist der eingebildete Slytherin, den Harry hasst, ersetzt von einem einsamen, ängstlichen kleinen Jungen, der Harrys Beschützerinstinkte Amok laufen lässt.

„Ich liebe dich… liebe dich…“, flüstert er, als er seinen (verblüffenderweise, wieder) steinharten Schwanz erneut in Draco schiebt.

Es fühlt sich heiß und eng und samtig an. Das wird sich niemals ändern, ganz gleichgültig, wie oft er sich seinen Geliebten zu eigen machen wird.

Es wird sich auch niemals ändern, dass Draco sich an ihm festklammern wird, mit Armen und Beinen und seine heißblütigen Liebesbeteuerungen doch nicht erwidern wird. Nicht mit Worten.

Danach liegen sie nebeneinander, Finger miteinander verschränkt, starren in die dunklen Wolken.

„Wir holen uns hier noch den Tod“, sagt Draco. „Lass uns in den Raum der Wünsche gehen.“

„Mmh.“ Harry hat es nicht eilig, fortzukommen.

Eigentlich mag er es, erkältet zu sein. Draco wird dann ganz kirre, serviert ihm immer selbstgemachte Suppe, schickt die (beleidigten) Hauselfen fort.

„Oder ins Vertrauenschülerbad. Wenn wir uns beeilen, können wir noch vor Granger und Weasley dort hinein kommen. Und hübsch absperren. Und heiß baden…“ Draco seufzt wohlig. „Wäre das nicht absolut fantastisch, Geliebter?“

Harrys Ruhe, dieses herrliche Nicht-Denken ist plötzlich dahin. Er ist froh um den Regen, der seine Tränen fortspült.

„Ja, das wäre toll“, würgt er hervor.

„Ich helfe dir danach mit deinem Zaubertränke-Aufsatz, ja?“ Draco schmiegt sich an ihn, küsst seine Nase, seine Lippen.

Harry heult hemmungslos.

„Hey, Potty. Komm schon. So schlimm ist Snape ja auch nicht, dass du gleich weinen musst.“ Draco zwinkert.

Harry lächelt durch seine erbärmlichen Tränen. Er hat doch stark für Draco sein wollen, oder? Er kommt sich schon viel weniger vor, wie ein Held.

Hermine hämmert gegen die Tür des Vertrauensschülerbads, hört sich hysterisch an und Harry kriegt ein echtes Lachen zustande, als er Draco aufhilft und sie durch den ganzen schmatzenden Matsch davon stolpern, zu dem ihr privates Quidditchfeld geworden ist.

Das Haus ist hell erleuchtet und so herrlich warm. Harry küsst jeden Zoll weißer Haut, schält den dünnen, zerbrechlichen Leib aus feuchtem Stoff. Hilft seinem Geliebten, sich auf dem flauschigen Teppich vor dem Kamin hinzulegen.

Draco sieht zu ihm auf, als ob er sein Anker zu dieser Welt wäre. Harry weigert sich, schon wieder zu weinen. Er liebt seinen anschmiegsamen Draco, doch der macht ihn so schrecklich sentimental.

Ein fieser, boshafter, eingebildeter Draco, der ihm Rivale sein will, anstatt Freund und Geliebter, ist Harry manchmal lieber. Und deswegen spielt er überhaupt noch Quidditch mit ihm – trotz seiner Angst, weil Draco sich verletzen, ihn allein lassen könnte.

Wenn Draco sein Feind ist, kann Harry regelrecht spüren, wie lebendig sein Geliebter wird, wie stark.

Das Quidditch-induzierte Adrenalin reicht aus, dass sie sich in ihrem Bett noch einmal lieben. Wenn auch zur Abwechslung einmal sanft und behutsam. Wie schnell sein Schwanz steht, wenn Draco ihn auch nur ansieht, versetzt Harry noch immer in Ehrfurcht.

Überhaupt versetzt ihn alles an Draco in Ehrfurcht.

Wie die zwei beschämt-roten Flecken Dracos Wangen zum Leuchten bringen.

Wie schön sein weiches Haar ist, ausgebreitet auf dem Kissen. Welcher Schwachkopf hat eigentlich mal gesagt, dass Draco irgendwann eine Glatze bekommen wird? Ach ja, Ron. Der ist doch bloß neidisch gewesen und hat hinterher eh so ausgesehen wie sein Vater.

Wie zerbrechlich sein blasser Leib. Harry könnte ihn nehmen, immer und immer wieder, ihn bösartig fest stoßen, das Flehen nach mehr in sich aufsaugen, das die gewohnte Überheblichkeit fortspült.

Draco ist wunderschön. Und Harrys Anbetung kann nicht einmal das ganz und gar unromantisch auf dem Nachttisch abgelegte Gebiss irgendeinen Abbruch tun.

Er lächelt, als Dracos Augenlider immer schwerer werden und lange weiße Wimpern schließlich auf eingefallenen Wangen liegen; sein Geliebter ist sonst so ordentlich, regelrecht pedantisch. Doch nachdem gründlich geliebt, ist er doch zu faul, ins Badezimmer zu schlurfen und seine Zähne ins Glas zu legen.

Wenn Harry nicht schon ewig unsterblich verliebt in Draco wäre – dieses kleine Detail hätte ihn dazu gebracht.

Draco tut so, als ob er das nicht täte, aber er liebt ihn zurück.

Manchmal wünscht sich Harry, Draco könnte sich daran erinnern, wie lange er das bereits tut.

Er wünscht sich, Draco könnte auf ihr langes, gemeinsames Leben zurückblicken. Auf die Kinder, die ihre Frauen ihnen geschenkt hatten. Auf ihre Enkel, Urenkel. Er wünschte, Draco würde sich weiterhin über die Schande schwarz ärgern, dass Scorpius in Gryffindor gelandet ist.

Dass Draco sich erinnern würde, wie er geweint hatte („Gefällt dir das, Potter? Hmm? Wie ich hier wie ein Mädchen heule, wie ich zugebe, dass du recht hattest? Dass Gutsein gut ist? Hm? Wie ich ein Idiot war, weil ich über deine Gutherzigkeit gelacht habe, die mir jetzt zugute kommt? Wie ich mich freue, weil du mir meinen verfickten Zauberstab zurückbringst? Obwohl ich das nicht verdiene? Hmm? Narbengesicht?“).

Dass Draco versuchen würde, unbewegt zu bleiben und doch versteckt weinen würde, weil sie Hermine zu Grabe getragen haben („Dieses verfluchte kleine Schlammblut! Was wagt sie sich, einfach so zu krepieren!“).

Dass Draco um ihre nie erloschene Leidenschaft wüsste, die sie schließlich doch noch zusammengebracht hat – sie hat vergessen lassen, dass sie vierzig gewesen sind, in der schönsten Midlife-Crisis und dabei, graue Schläfen zu bekommen, weil die Schwänze gestanden haben wie bei Fünfzehnjährigen, wenn sie übereinander hergefallen sind.

Andererseits wünscht er sich nichts mehr als diesen, seinen, Draco, der fünfzehn ist, trotz Falten, die das einst makellose Gesicht zieren. Trotz des schneeweißen Haares.

Es fällt doch gar nicht auf. Draco ist schon immer so unwahrscheinlich blond gewesen.

Harry lässt seinen Geliebten schlafen. Harry ist wieder alt, als er sich ächzend aus ihrem großen, weichen Bett quält, sein Rücken bringt ihn um; ihr gewohntes Quidditchspiel hat ihn vergessen lassen, wie alt er eigentlich ist.

Sie werden sich wiedersehen, das weiß Harry. Dort, auf der anderen Seite, wo sie wieder jung und schön sein werden. Wo Draco sich erinnern wird.

Er lächelt, als er nach den Zähnen seines Geliebten greift, um sie ins Badezimmer zu tragen.

~The End~
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Re: See you on the other side - Geburtstagsstory für Ria (P-16)

Beitragvon Ria » 5. Okt 2012, 23:07

Awww Süße, lass dich dafür drücken! :knuff: Ich hab dir ja schon gesagt, wie toll ich die Story finde, aber ein richtiges Rev versuche ich jetzt auch noch zu schreiben. Auch wenn das vermutlich wieder total wirr wird xD

Ich liebe diese ganze Szenerie, in die du die Vergangenheit verpackst und nur mit Stichworten und kleinen Erinnerungen die wunderschöne Geschichte der beiden erzählst. Am Anfang denkt man natürlich, dass sie beide noch 15 sind und erst zum Ende hin wird klar, dass beide alt und Draco dement und in seiner Kindheit gefangen ist.

Der ganze Grundton ist so... schniff! Traurig, melancholisch, hoffnungsvoll und voller Liebe. Vor allem das letzte Drittel hat mich echt fertig gemacht. Auf die gute Weise! ;) Und ich liebe es, dass Draco nicht sagt, dass er Harry liebt, sondern nur zeigt/Harry es weiß ^^ Und die Zähne auf dem Nachtschrank sind so ein schön menschliches Detail! :herz: Vor allem, dass Harry sie dann ins Bad bringt, dass er Draco deswegen nur noch mehr liebt, ach ja, das ist schön. Und nicht einmal die Vorstellung, dass die beiden alten Männer da wilden Sex haben, hat gestört, sondern wunderbar ins Bild gepasst.

Wirklich vielen Dank für diese Story, ich hab sie inzwischen bestimmt schon drei Mal gelesen und immer wieder ein neues Detail gefunden, das mich fasziniert hat. :knuff:
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Re: See you on the other side - Geburtstagsstory für Ria (P-16)

Beitragvon BlackPriestess » 6. Okt 2012, 19:19

Was bin ich heilfroh, dass dir das gefällt - ich hatte echt Angst, dass es zu verworren ist. Oder dass ich dir deine Arbeit zu offensichtlich nach Hause hinterhertragen würde XDDD
Ich schätze mal, so ein wenig Eigentherapie für meine Altersphobie war ebenfalls dabei (die schon ein wenig unpraktisch ist, wenn man selbst die 17 schon seit geraumer Zeit überschritten hat *g*). Aber nen richtigen full-blown Lemon anstatt Lime zu schreiben, konnte ich dann doch nicht; alte Säcke bleiben alte Säcke, auch wenn sie Harry und Draco sind. Irks, alte Säcke oO;;;; Konnte ich dem Leser doch nicht antun, falls er meine äh, Reserviertheit teilt ^^
Seufz, ja, genau bei diesen Gedankengängen, wie vergänglich alles ist, werde ich auch immer recht melancholisch. Ich hoffe, es war nicht so schlimm, dass ich den Jungs diese... Märchenmaske heruntergerissen habe. Sie sind Buchfiguren, sie sollten immer jung und hübsch bleiben... eigentlich ^^
:bussi:
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Re: See you on the other side - Geburtstagsstory für Ria (P-16)

Beitragvon Ria » 6. Okt 2012, 22:18

*lach* Nein, das mit der Arbeit ist ok, ich fands jetzt gar nicht zu nahe dran, aber ich bin da auch relativ schmerzfrei, muss ich zugeben.
Ich hätte auch richtigen Lemon zwischen zwei alten Säcken mit alten Säcken gelesen, vor allem, wenn er von dir kommt ;) Wäre bestimmt auch ganz interessant. Vielleicht schreib ich mal einen *g*

Diese Melancholie, wie vergänglich alles doch ist und wie schnell es vorbei sein kann, hab ich momentan ganz oft (liegt bestimmt am Wetter *g*) aber das macht nichts, ich mag es, wenn die Märchen real werden und die Figuren erwachsen sind und voller Schmerz.
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