Nachtisch als Hauptgang (P-18)

Nachtisch als Hauptgang (P-18)

Beitragvon Sammy-chan » 29. Aug 2010, 02:05

Titel: Nachtisch als Hauptgang
Pairing: Neville/Blaise
Raiting. P-18-slash
Disclaimer: Gehört alles nicht mir und krieg auch kein Geld dafür, tja, irgendwas ist doch immer.
Warnings: Slash, Shonen-Ai, Boys Love, Lemon, Lime, vielleicht auch ein bissel fluff und Missbrauch von Lebensmitteln XD
Anmerkung: Sidekick zu „Am Tag des roten Schmetterlings“, besser ist es schon, es gelesen zu haben.
Verspätetes Geburtstagsgeschenk für Ria. ^.^




‚Scheiße!’ dachte er, ‚Scheiße, scheiße, scheiße!’
Er dachte es nur und sagte es nicht, damit war es in Ordnung, seine Großmutter konnte seine Gedanken nicht überwachen und ihm möglicherweise einen Heuler schicken… oder konnte sie doch? Sie hatte ihm nie erzählt, ob sie Legilimentik beherrschte. Neville strich das Wort ‚Scheiße’ aus seinem Wortschatz und ersetzte es durch das Wort „Verdammt“.

‚Verdammt!’ dachte er, ‚Verdammt, verdammt, verdammt!’ Das Schicksal schien ihn einfach nicht zu mögen, so einfach war das. Aber man hätte darauf kommen können, er tanzte gerne! Welcher Junge in seinem Alter tanzte schon gerne?
Eben! Nur einer der schwul war und exakt das schien auch auf ihn zuzutreffen. Und wenn seine Großmutter das herausfand, dann konnte er über einen Heuler noch froh sein, also konnte er das Wort „Scheiße“ auch wieder getrost in seinen gedanklichen Wortschatz zurückeditieren. Also: ‚Scheiße!’

Wie er es gemerkt hatte?
Er war plötzlich gerne zum Zaubertrankunterrricht gegangen. Er! Neville Longbottom! Ging gerne zu Zaubertränke und das lag sicherlich nicht daran, dass Snape ihn plötzlich wie einen Menschen behandelte. Nein, vor Snapes Hasstiraden hatte er immer noch unendlich Schiss, ebenso vor den Schikanen der Slytherins, aber da war etwas, dass all das in den Schatten stellte.

Neville hatte nicht mal seinen Namen gewusst.
Snape hatte ihm einen seiner Monologe gehalten, weil sein Kessel übergekocht war – mal wieder – und Neville hatte im Boden versinken oder sich wahlweise in das nächste Mauseloch verkriechen wollen, dabei war er sich sicher gewesen nichts falsch gemacht zu haben.

Nicht das dies schon Qualen genug gewesen wären, hatte er seinen Blick neben Snape auf die gackernden Reihen der Slytherins schweifen lassen. Aber sein Blick war bei ihm hängen geblieben.
Er hatte nicht feixend gegeiert, wie der Rest der Schlangen, er hatte gelächelt, nicht amüsiert, zumindest nicht nur, sondern aufmunternd und alles andere war plötzlich nebensächlich und gar nicht mehr so schlimm gewesen.

Neville hatte sich Snape entgegengestellt und gesagt, dass er nichts falsch gemacht hatte beim Trank, was ihm zwei zusätzliche Strafstunden mit Kesselschrubben eingebracht hatte, wegen ‚dreister Lügen’… aber zumindest hatte es sich gut angefühlt, nicht das Kesselschrubben, sondern, dass er sich gewehrt hatte… und das Lächeln, das hatte sich auch gut angefühlt.

Er hatte schwarze halblange Haare und leicht schräg gestellte Augen, die noch viel hübscher waren, wenn er lächelte und er hieß Blaise Zabini, das hatte Neville herausgefunden, nachdem er Hermione danach gefragt hatte.

Während des Zaubertrankunterrichts hatten sich die kleinen Momente gehäuft, ein Blickkontakt, ein angedeutetes Lächeln und Neville machte noch mehr Fehler, weil seine Hände unter Beobachtung anfingen zu zittern und er fühlte sich beobachtet, aber es war kein schlechtes Gefühl. Und sein Blick suchte automatisch die Reihen der Slytherins ab, immer auf der Suche nach den dunkelblauen Augen. Und Snape machte ihm keine Angst mehr, wenn er sie gefunden hatte.
So nahm er die Strafarbeiten in Kauf und dachte dabei an Blaise. Er benahm sich wie ein verliebtes Mädchen, aber da er schwul war, durfte er es wohl auch, denn nichts anderes konnte es bedeuten, dass er gerne zum Zaubertrankunterricht ging, war ein eindeutiges Zeichen.
Er war verliebt, in einen Slytherin, zugegebenermaßen in einen verdammt gutaussehenden Slytherin und darin lag das weitere Problem, jemand wie er würde sich wohl kaum für jemanden wie ihn interessieren und Neville war sich sicher, dass er sich die Augenblicke im Zaubertrankunterricht nur einbildete oder es war ein Scherz, bis zu diesem Zeitpunkt wohl noch ein angenehmer Scherz.
Denn genau in solch einem Zaubertrank-Augenblick hatte er sich gerade befunden.
Der Unterricht war größtenteils an ihm vorbeigegangen, Malfoy hatte sich aus undefinierbaren Gründen die Haare pink gefärbt und zusätzlich flatterten ein paar Schmetterlinge um eben diese nun pinke Haarpracht herum.

Snape hatte alle Hände voll zu tun die gesammelte Gryffindormannschaft zu verknacken, die es wagte sich über die neue Frisur seines Lieblings lustig zu machen und damit wenig Zeit sich mit Nevilles giftgelben Trank, der nun eigentlich eine dunkelviolette Farbe haben sollte, auseinanderzusetzen.

Bestens gelaunt begab sich Neville nach dem Unterricht auf den Weg zur großen Halle.
Es gab Kartoffelbrei zum Mittagessen, der Tag wurde immer besser, er liebte Kartoffelbrei! Wenn es jetzt noch Torte zum Nachtisch gab, dann war der Tag zum Mittag schon mehr als perfekt.

Er sah zum Tisch der Slytherins, wo helle Aufregung herrschte, wahrscheinlich wegen Malfoys pinken Haaren, der Junge hatte wirklich einen übertriebenen Hang sich in den Mittelpunkt zu spielen. Blaise dagegen war ganz anders, der hielt sich in den Hintergrund und hatte diese schönen Augen, die genau zu diesem Zeitpunkt auf den Gryffindortisch gerichtet waren, sah er ihn an?
Neville seufzte, wahrscheinlich nicht, aber er durfte ja wohl noch Träume haben? Schließlich war er ein verliebter, schwuler Teenager.

Wie sollte er das seiner Großmutter jemals schonend beibringen?
Keine Urenkel für sie, aber es war nicht zu ändern, Neville hatte sich verliebt und obwohl seine Liebe immer einseitig bleiben würde, hatte er nicht das Gefühl jemals jemand anderes lieben zu können.

Er schaufelte sich einige Löffel Kartoffelbrei auf den Teller, Blaise schien Kartoffelbrei auch zu mögen, wenigstens eine Gemeinsamkeit, aber ob die gemeinsame Vorliebe für Kartoffelbrei für eine dauerhafte Beziehung ausreichen würde? Vielleicht wenn Blaise auch Torte so sehr liebte, wie er selbst?
Aber wenn er ehrlich war, sah Blaise nicht so aus, als würde er häufig Torte essen.

„Plotsch!“

Sein Glückstag war wohl gerade beendet worden, denn er musste eine Karaffe mit Kürbissaft umgestoßen haben. Der ganze Inhalt hatte sich über seinen Kartoffelbreiberg ergossen. Ob Kartoffelbrei mit Kürbissaft wohl schmeckte? Wahrscheinlich nicht.

„Sorry, Neville!“ George.
Und erst jetzt bemerkte Neville überrascht, dass nicht er die Karaffe umgestoßen hatte, sondern Angelina, die sich aus ihm unbekannten Gründen entschlossen hatte auf Georges Schoß platz zu nehmen und Dinge mit seinem Gesicht tat, die er lieber nicht denken sollte, solange er nicht wusste, ob seine Großmutter nun doch Legelimentik beherrschte, sonst würde sie ihn noch von der Schule nehmen und dann könnte er Blaise nicht mehr jeden Tag sehen.

„Kein Problem!“ nuschelte er Richtung George, doch der hörte es wahrscheinlich nicht mehr, der war bereits wieder anderweitig beschäftigt.
Alles in allem musste er sagen, dass gerade alle ziemlich beschäftigt waren und das in recht seltsamen Aktionen und Kombinationen.
Er musste sich langsam berichtigen, dies war kein glücklicher Tag sondern mehr und mehr ein seltsamer Tag. Vielleicht hatte jemand etwas in den Kartoffelbrei getan?

Er beäugte sein Kartoffelbrei-Kürbissaft-Gemisch und entschloss, dass es so oder so nicht gesund sein konnte das zu essen.
Keine Urenkel für seine Großmutter und kein Kartoffelbrei heute für ihn, manchmal war das Leben halt ungerecht.

Der Irrsinn in der großen Halle nahm weiter zu und Neville entschloss sich, dass eine Diät ihm nicht Schaden würde.
Ein Blick zum Slytherintisch verriet ihm, dass Blaise bereits fort war.
Blöd! So banal es klang, es gehörte zu einem seiner kleinen Rituale, dass er jeden Mittag wartete bis Blaise die große Halle verließ. Er sah es einfach gerne, wenn Blaise ging, er hatte dabei immer etwas Katzenartiges an sich und so rein gar nichts von einer Schlange.
Warum war Blaise in Slytherin?
Der Hut hatte sich sicher getäuscht, genauso wie bei ihm, eine Katze hatte viel eher etwas in Gryffindor zu suchen, als in Slytherin.
Vielleicht hatte der Hut sich von den blauen Augen täuschen lassen? Die waren sicherlich ungewöhnlich für eine Katze, aber er hatte auch noch nie eine Schlange mit blauen Augen gesehen.

Neville trat vor die Tür der Halle, während Dumbledore ihn etwas zur Seite stieß und an ihm vorbei durch den Eingangsbereich des Schlosses rannte. Was wohl so wichtig war? Hoffentlich keine schlechte Nachricht von Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-durfte.

„Glaube ich kaum.“

Die Stimme würde er unter tausenden wieder erkennen, obwohl man sie viel zu selten hörte, wie er fand. Neville drehte sich um. „Was?“

„Ich glaube nicht, dass es was Wichtiges war, er hat nur was Falsches gegessen.“

Da war er mit seinen schwarzen Haaren, seinem Lächeln und seinen dunkelblauen Augen. ‚Ich liebe Dich!’ Das fühlte Neville in diesem Moment und hoffte, dass es aber besser nicht seinen Mund erreichte.
Stattdessen kam ein „Ieeks…!“ heraus. Auch nicht besser. Auf diese Weise wirkte er wahrscheinlich genauso Intelligent, wie er war.

„…Ich hab gerade keine Zeit!“ Na, das war zumindest ein vollständiger Satz, wenngleich er auch weder mit der Wahrheit noch seiner momentanen Gesinnung konform ging.

Blaise legte den Kopf etwas schräg und wieder erinnerten seine Bewegungen an denen einer Katze. Neville wartete nicht bis er antwortete, er drehte sich um und flüchtete, bemüht dabei eben nicht so zu wirken wie ein Flüchtender.

„Jetzt wart doch mal!“

Aber Neville dachte nicht daran, er stolperte die nächste Treppe herunter und fühlte mehr als das er hörte, dass Blaise ihn verfolgte. ‚Verfolgte’ war gut, der Slytherin war sowieso schneller und holte ihn innerhalb von Sekunden ein, während Neville bemüht war schneller zu gehen, aber irgendwie machten seine Beine da nicht mit.

„Wirklich nicht!“

„Was denn so Wichtiges?“

Die nächste Treppe. Neville konnte aus den Augenwinkeln sehen, wie Blaise ein Lachen unterdrückte. Toll! Er machte sich, wie immer, zum Deppen, er wusste gar nicht, wie es anders ging. Er antwortete nicht, warum auch?

„Jetzt wart halt mal!“ Blaise hatte sein Handgelenk gefasst und im ersten Moment wollte Neville seinen Arm reflexartig wegziehen, aber stattdessen blieb er wirklich stehen…und genoss die Berührung. Blaise’ Griff war zwar bestimmt, aber dennoch angenehm sacht. Neville stütze sich an der Wand ab, um locker zu wirken, was nun so gar nicht der Realität entsprach.

„Und? Was gibt’s jetzt… hier in den Kerkern?“

Neville sah sich um, super! War er also direkt in feindliches Gebiet gerannt, er sah ein gewinnendes Lächeln auf Blaise Gesicht erscheinen.

„Strafarbeit bei Snape?“

Eine bessere Ausrede gab es wohl kaum, ihm wäre es wahrscheinlich nicht in den nächsten 30 Jahren eingefallen, zumindest nicht in dem Zustand, in dem er sich gerade befand, denn Blaise war einen Schritt näher getreten und tat irgendetwas, was sich verdächtig nach riechen anfühlte… an seinem Hals…oder…so…, Neville fühlte seinen Atem und spürte den folgenden Schauer unter seine Haut krabbeln.

„J-ja, genau…Strafarbeit…“ Seine Stimme hatte eine Tonlage bestimmt zwei Oktaven höher als normal angenommen und passte auf diese Weise hervorragend zu seiner neu entdeckten sexuellen Gesinnung.

„Dummer Gryffindor, ich bin in deinem Kurs, das hätte ich doch mitbekommen - aber wenn du so scharf auf eine Strafarbeit bist…“

Neville fühlte das folgende Lächeln an seiner Haut und war kurz davor durchzudrehen, wollte er ihn quälen oder was?
Demnach, was er gerade gesagt hatte, war die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering und Nevilles Hände tasteten an der Wand in seinem Rücken nach Halt.

„Ich wollte schon immer…“ Und dann lagen die Lippen von Blaise auf seinen. Und Neville schmeckte... und spürte. Irgendwo fiel eine Tür zu und Rufe waren zu hören und sein Körper wurde gegen die kalte Wand gepresst und er legte eine Hand in Blaise Nacken, um ihn näher zu ziehen, mehr zu schmecken, Blaise zu schmecken.

Er wusste nicht, wie lange ihr Kuss andauerte, es war zu lang, denn sein Atem wurde knapp und doch zu kurz, denn sein Körper wollte mehr, wollte ihn, mit seinen blauen Augen, die auf ihn gerichtet waren.
Nevilles Herz schlug und sie keuchten leise. Blaise lächelte.

„Wusste ich es doch! Komm!“
Er nahm Neville bei der Hand, seine Knie waren weich und er ließ sich mitziehen.

„Du hast nichts zu Mittag gegessen.“

„Es gab Kartoffelbrei“

„Ich weiß…“

„Ich liebe Kartoffelbrei.“ Na, das sagte doch mal etwas aus, ‚Kartoffelbrei’ war nun gedanklich durch ‚dich’ zu ersetzen.

„Ich weiß!“ Blaise lachte. „Du hättest ihn diesmal wirklich probieren sollen, dann hätte ich es einfacher.“

„Hä?“ Wen sollte er noch gleich probieren? Blaise?

„Schon gut. Ich hab ne Überraschung für dich.“

„Hä?“ Seine Antworten wurden auch immer intelligenter.

„Wir sind da.“ Blaise öffnete eine Tür hinter der sich zu seiner Überraschung eine Art Wohnzimmer befand: Ein Kamin, ein Sofa plus Sessel, ein Tisch und darauf…eine Torte.

„Schwarzwälder Kirsch…“

„Perfektes Timing!“

„Ich liebe Torte…“

„Ich weiß!“

Blaise Lächeln wurde noch breiter, er zog Neville zum Sofa und schubste ihn darauf. Und so langsam fragte Neville sich, was sie hier überhaupt wollten. Er hatte da so eine Ahnung und die bestand nicht nur aus einem Kaffeekränzchen.
Aber wenn er Recht damit hatte, was Blaise hier wollte, da fragte er sich, was Blaise ausgerechnet mit ihm hier wollte.

Neville heftete seinen Blick auf den Tisch und die darauf befindliche Torte, bloß nicht in Richtung Blaise, nicht die blauen Augen oder die geschmeidigen Bewegungen.

„Hast du Hunger?“

Blaise kniete sich neben den Tisch und damit vor Neville und stütze sich auf dessen Knien ab, Neville schluckte. Was war eigentlich in ihn gefahren war, dass er erst mitten irgendwo im Gang herumknutschte und sich dann einfach abschleppen ließ.
Naja, die Antwort kniete wahrscheinlich gerade direkt vor ihm.

„Wir haben kein Besteck.“ Stellte er nun erstmal fest.

„Wir brauchen keins.“ Blaise lächelte mit seinen blauen Augen, nahm Nevilles rechte Hand und schob zwei seiner Finger in die Schoko-Sahne der Torte. Die Torte war kalt, aber das nahm Neville nur am Rande wahr, denn Blaise Finger waren warm und sie hielten noch immer sein Handgelenk, strichen sacht darüber und Blaise Zunge war heiß als sie das erste mal über Nevilles Finger fuhr.

Neville starrte auf Blaise hinunter, der die Augen schloss, mittlerweile seine Finger in den Mund genommen hatte und leicht daran sog, während seine Zunge zwischen Zeige- und Mittelfinger glitt, um dort die letzten Reste der süßen Sahne entfernte.

Der Gryffindor fühlte, wie sein Blut in sein Gesicht schoss und ein etwas erschrockenes Keuchen seinen Lippen entfloh. Niemals in seinem Leben hatte er etwas Schöneres gesehen, er durfte nicht darüber nachdenken, dass es wirklich seine Finger waren, die gerade in Blaise Mund verschwanden und dort gekonnt bearbeitet wurden.

Fast schon verzweifelt versuchte er die Gedanken zu vermeiden, an welchen Körperstellen Blaise eben diese Fähigkeiten noch einsetzten konnte. Und wie immer, wenn man versuchte eben nicht an etwas Bestimmtes zu denken, dann drängte es sich erst recht in sein Bewusstsein und Nevilles Blut verlagerte sich noch in ganz andere Regionen.

„Lecker!“

Blaise öffnete die Augen einen Spalt, die jetzt ein tiefes dunkelblau zeigten und leckte sich über die Lippen.
Neville revidierte seine Meinung, dies war sicherlich das Schönste, was er in seinem Leben bisher gesehen hatte.

„Du magst Torte?“

„Ja“, sagte Blaise und tunkte nun seine eigenen Finger in das Sahnegebäck. „Und in dieser Form ganz besonders gern.“
Er stützte sich auf Nevilles Bein ab und beugte sich nach vorne. „Probier mal!“

Neville zögerte, trotz allem war seine Vorsicht noch aktiv, Blaise konnte das alles nicht ernst meinen, er konnte einfach nicht.

Neville wurde sich des immer stärkeren Druckes auf seinen Oberschenkeln bewusst, als Blaise sich hochzog und auf seinen Schoß kletterte. Genau dies war wohl dann der Moment, an dem er alle Zweifel über Bord warf.
Selbst wenn es eine seltsame Art von Scherz war, so machte sie ohne Zweifel Spaß und er konnte genießen solange er konnte.

Er umfasste Blaise Hand und begann seinerseits an den Fingern zu lecken, wenngleich diese sehr viel länger, schlanker und schöner als seine eigenen waren.
Er liebte Torte und er liebte Blaise und beides auf seiner Zunge zu schmecken kam einer süßen Explosion sehr nahe. Seine Hand wanderte automatisch zu Blaise Hüfte, zog ihn näher zu sich heran, während seine Finger begannen sich einen Weg durch die grün-silbern gehaltene Schuluniform zu bahnen.

Blaise lachte, als er ihn berührte.
„Beurteile ein Buch niemals nach seinem Einband, was?“

„Mmmh?“ machte Neville, denn seine Zunge war anderweitig beschäftigt. Blaise Lippen strichen seine Halsbeuge entlang und hinterließen kleine, lebendige Punkte.

„Ich hätte nicht gedacht, dass du so offensiv sein würdest.“

Und zu Nevilles Unmut nahm er ihm seine rechte Hand weg. Zwar hatte sich schon längst keine Sahne mehr daran befunden, aber Neville hatte sowieso beschlossen, dass Blaise pur immer noch am besten schmeckte.
Blaise Hand entwand sich komplett seinem Griff und wanderte tiefer, begann dort sein Hemd auf zuknöpfen und die Haut darunter zu streifen.

Neville entschloss, dass es an der Zeit war sich ebenfalls Blaise Kleidern zu widmen, oder besser gesagt, dass was sich darunter befand. Seine Bewegungen waren weniger geschickt, doch dafür überraschenderweise umso effektiver. Und irgendwie hatte er es geschafft Blaise Oberkörper in derselben Zeit freizulegen, wie der den seinigen.

In Blaise Blick blitzte es auf und dann plünderte er die Torte, er nahm eine Hand voll und strich das Gemisch von Sahne, Teigstücken und Kirschen auf Nevilles Oberkörper, bevor er sich die Reste grob von den Fingern leckte und sich herunterbeugte um Neville zu küssen. Es schmeckte nach Kirsch und nach Blaise.

Neville konnte Hitze durch seinen Körper fließen fühlen, wie ein Lavastrom, der sich seine Bahn unter seiner Haut entlanggrub. Ihre Oberkörper berührten sich und verteilten die Torte zwischen ihnen, erhitzten die glitschige Masse und ließen sie in kurzer Zeit flüssiger werden. Heiße Lava innen, flüssige Sahne außen.

Blaise küsste sich sein Kinn entlang, ließ seine Zunge über seinen Hals gleiten bis er seinen Oberkörper erreichte und bahnte sich eine Schneise durch die Creme, hinterließ einen verschlungenen Pfad Nevilles Oberkörper entlang.

Neville legte den Kopf in den Nacken, er keuchte als Blaise seine rechte Brustwarze erreichte und sie komplett befreite, um letztendlich noch immer hungrig hineinzubeißen.

‚Scheiße!’, dachte er. Das, was hier passierte war unglaublich!

Blaise sah mehr denn je wie eine Katze aus, Neville sah aus halbgeöffneten auf ihn hinab, auf seine geschmeidigen Bewegungen, sein Lächeln, seine schwarz-blauen Augen, selbst wenn er gewollt hätte, er hätte den Blick nicht abwenden können.

„Blaise…“ Seine eigene Stimme klang heiser und während Angesprochener jetzt seine linke Brustwarze säuberte begann er Nevilles Hose zu öffnen, hinterließ dabei weiße Sahneflecke auf dem Stoff, der ihn schon jetzt mehr als beengte.

„Werden wir jetzt Sex haben?“

Blaise beantwortete seine Frage nicht sofort, ließ seine Hand in Nevilles Hose gleiten und streichelte über die Ausbuchtung unter seiner Boxershorts.

„Willst du, dass wir Sex haben?“

Neville wusste überhaupt nicht, wie er diese Frage einschätzen sollte, war es eine Fangfrage?
Aber wenn er ehrlich war, hatte er in dieser Situation gerade nicht die Fähigkeit sich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren als dieses atemberaubende Gefühl, was Blaise mit seinen Berührungen erzeugte und schon gar nicht auf den Sinn einer wahrscheinlich sowieso rethorischen Frage, denn Blaise schien ziemlich genau zu wissen, was er dort tat.
Neville stöhnte auf, als er den Druck seiner Hand erhöhte und jeder noch vorhandene Gedanke löste sich augenblicklich in einen prickelnden Strudel auf.

„Ja“, presste er irgendwo zwischen seiner Atmung hervor und Blaise nahm seine Hand aus der Hose. Neville öffnete die bis dahin geschlossenen Augen, sah Blaise direkt an, der sich vorgebeugt hatte, dessen Gesicht nun ganz nahe an seinem war.

„Du bist mutig“, flüsterte er, „du weißt, dass es weh tun kann.“

Neville überbrückte die kurze Distanz zwischen ihnen, verwickelte Blaise in einen Kuss, er konnte es immer noch nicht glauben, was hier passierte, dass er wirklich schmeckte, was er schmeckte, wirklich sah, was er sah und wirklich fühlte, was er fühlte.
Er ließ eine Hand über Blaise Rücken fahren, die geschmeidige Haut, die feinen Muskeln darunter, die man bei jeder Bewegung, die der Slytherin machte, arbeiten fühlen konnte, bis hinunter zum Bund seiner Hose, die immer noch viel zu viel seines Körpers bedeckte.

Er hatte das Gefühl, dass er nichts anderes mehr zum Leben brauchen würde, als Blaise, seine Augen, sein Lächeln, seine geschmeidigen Bewegungen, seine Berührungen, sein Geschmack. Er löste den Kuss schwer atmend.

„Ich weiß, aber ich will es tun, mit dir...“

Blaise löste sich von ihm, entzog seinen Körper Nevilles Händen und stand auf. Er begann sich die Hose zu öffnen.

Vielleicht hätte Neville Angst haben müssen, er hatte ja sonst immer Angst, und er stand kurz vor seinem ersten mal, dazu noch mit einem Jungen und einem Slytherin, aber er hatte keine Angst, er spürte nur ein furchtbar aufgeregtes Kribbeln in seinem Bauch und er fühlte den Wunsch, Blaise so schnell wie möglich wieder zu spüren, obwohl es schon nicht schlecht war ihn nur zu sehen. Denn dieser schälte sich mittlerweile aus den letzten Resten seiner Kleidung, die verflüssigte Sahne, die sich noch auf seinem Oberkörper befunden hatte floss seinen Bauch hinab, überbrückte die kleine Vertiefung um den Bauchnabel und verschwand letztendlich in den schwarzen Haaren.
Nevilles Blick folgte automatisch ihren Weg, während Blaise sich vorbeugte und Nevilles Hose mitsamt Boxershorts auszog.

Wieder bediente er sich der Torte, verteilte sie zunächst zwischen seinen Händen, er sah Neville an, lächelte dabei.
„Also?“ fragte er „bereit?“

Neville nickte stumm, Blaise setzte sich auf seinen Schoß, endlich konnte er wieder seine Hände über diesen Körper gleiten lassen, ihre Glieder berührten sich und Neville wollte mehr, er wusste nicht, wie lange er diese Situation noch aushalten könnte.

Blaise begann mit der einen Hand langsam, fast quälend die schon warme Sahne auf Nevilles Erektion zu verteilen, das war der Schubser, den Neville gebraucht hatte, um den letzten Rest seines Verstandes auszuschalten. Sein Blick fest auf Blaise gerichtet, gab er sich dem berauschenden Gefühlen hin, die die Auf- und Abbewegungen von Blaise’ Hand verursachten.

Dann lehnte sich dieser sich zurück, führte die andere Hand hinter sich.

Etwas verwirrt fuhr Neville mit seiner Hand den Arm seines Geliebten hinab, seine Finger tasteten über die Rundung seines Pos und seine Gedanken brauchten einen Moment um das gefühlte zu verstehen.

„Was..?“

„Du wolltest doch Sex mit mir, oder?“

Neville war zu überrumpelt, um eine wirkliche Antwort zu geben, allein die Vorstellung, was Blaise Absicht war, ließ ihn beinahe kommen. Er vergrub seine Finger in das Fleisch unter ihnen und versuchte Blaise näher heranzuziehen.

„Blaise… Bitte!“

„Okay…“

Blaise verlagerte sein Gewicht auf seine Knie, die rechts und links neben Nevilles Oberschenkel lagen, beugte sich vor, stützte sich hinter Neville an der Lehne des Sofas ab. Er schob sich vor, Neville konnte die Erektion an seinen Bauch stoßen fühlen und führte eine Hand zwischen ihrer beider Körper, um sie umfassen und der Länge nach daran hochfahren zu können.
Blaise stöhnte direkt neben seinem Ohr und jagte damit einen Schauer über Nevilles Rücken. Von diesem Geräusch wollte er mehr hören.

Blaise senkte seinen Körper wieder herab, viel zu langsam. Neville konnte die Anspannung der Muskeln unter seinen Fingern fühlen, die über Blaise’ Hüfte strichen.

Neville konnte spüren, wie sein Glied an die Rundungen des Hinterns stupste, Blaise nahm eine Hand zu Hilfe, um ihn zu dirigieren. Kurz darauf fühlte er den Widerstand der kleinen Öffnung, Blaise erhöhte den Druck und einen Moment lang dachte Neville, dass es nicht ging, das es nicht passte und dann versank sich seine Spitze in die heiße Enge.
Er stöhnte auf und ohne, dass er es hätte kontrollieren können, stieß er zu und tiefer in Blaise Körper hinein. Ein abgehackter, keuchender Laut traf auf sein Gehör und er versuchte seinen Körper zu kontrollieren, der mehr wollte, der komplett von der Hitze aufgenommen werden wollte, die Enge spüren wollte.

„Scheiße!“ sagte er, küsste Blaise Hals „das wollte ich nicht!“

„Ist okay.“ Sagte Blaise.

Dennoch erhöhte Neville den Druck an seiner Erektion, er konnte den heißen Hauch von Blaise’ keuchendem Atem über seine Haut streichen fühlen, der seine Stirn auf Nevilles Schulter gelegt hatte. Er spürte, wie Blaise Muskeln sich wieder entspannten, weicher wurden, während er selbst seinen Körper zwingen musste ruhig zu bleiben. Blaise ließ sich langsam tiefer sinken ließ, bis er komplett auf Nevilles Schoß saß.

Er hob den Kopf, sah Neville an und lächelte. „Gut, nicht wahr?“ fragte er leise und küsste ihn.

Neville fing seine Lippen mit seinen ein. „Wahnsinn!“ nuschelte er gegen sie und hatte nicht das Gefühl überhaupt ansatzweise den Empfindungen, die in ihm tobten, gerecht zu werden.

Blaise hob seinen Körper an und ließ ihn langsamer wieder sinken. Wenn er so weiter machen würde, dann könnte Neville für nichts mehr garantieren, denn es fiel ihm zunehmends schwerer sich unter Kontrolle zu halten.

Blaise Bewegungen wurden schneller und Neville sah ihn an, die Haare, die mittlerweile nassgeschwitzt waren, die halbgeschlossenen Augenlieder, die leicht flatterten, noch immer kam es einer Traumillusion gleich, was er sah.

Neville legte seine Arme um Blaise Taille, zog ihn näher und stoppte ihn dabei in seinem Rhythmus. Blaise’ Augen schlugen auf, ein leicht fragender Ausdruck in ihnen.

Neville presste ihn noch näher an sich und rollte sie rum, so, dass Blaise nun unter ihm lag.

„Geht ja nicht, dass der Slytherin die ganze Arbeit macht!“ sagte er und scheiterte wahrscheinlich daran mit den Augen zu zwinkern, aber das war ihm gerade egal.

„Mein erster Sex mit einem Gryffindor, Überraschungen vorprogrammiert, was?“ Blaise schlang seine Arme um Nevilles Hals.

„Du führst also Häuser-Strichliste? Find ich aber nicht gut!“

„Und ich finde, es wird definitiv zuviel geredet…“ sagte er, küsste ihn und bewegte seine Hüfte gegen die von Neville.

Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Neville versuchte vorsichtig zu sein, was ihm wohl kläglich misslang, denn er konnte sich kaum zurückhalten und mit jedem Stoß steigerte er sein Tempo.
Blaise wand sich unter ihm.
Die Geräusche, die über seine Lippen kamen, umgaben Neville wie ein Vorhang, ließen ihn nichts anderes mehr hören, nichts anderes mehr hören wollen, nichts anderes mehr sehen, nichts anderes mehr spüren.

Und je höher sein Tempo war, desto mehr wurden die Laute, desto entrückter wurde Blaise Ausdruck und desto höher wurde sein Tempo. Neville heftete seine Augen fest auf das Gesicht des Slytherin, ein Bild, was er für immer in seinem Inneren gefangen halten würde, egal, was später passierte.

Er fühlte es in seinem Inneren und er sah es an Blaise Ausdruck und er spürte es um sich, es war als hätte sich alles mit jeder Bewegung, die er in Blaise machte aufgeladen. Alles stand unter Hochspannung, sein Körper drohte zu zerbersten.
Und es brauchte nur einen Funken, dass es sich entlud. Er spürte, wie Blaise Oberkörper sich ihm entgegenbog, wie sich seine Finger in seine Haare krallten, wie sich warme Flüssigkeit zwischen ihnen verteilte und wie es sich um ihn herum verengte und all das war mehr als ein Funke.

Alle Spannung ballte sich in seinem Unterleib, bevor sie sich ihren Weg brach und er hörte sich selbst laut aufstöhnen und presste sich an Blaise, während er sich in ihm entlud.

Eine Zeit lang lagen sie einfach aufeinander. Neville spürte, wie sich Blaise Oberkörper schnell hob und senkte. Mit der Zeit beruhigte sich der Atem, wie auch sein eigener zur Ruhe kam.
Er legte sich neben den Slytherin, in diesem Moment war er einfach nur glücklich, darüber, was passiert war, darüber, dass Blaise neben ihm lag und er ignorierte die kleine immer noch zweifelnde Stimme, die irgendwo tief unter dem Emotionsstrom begraben war.

~~~

Er konnte sich nicht daran erinnern, eingeschlafen zu sein, aber da er nun aufwachte, war diese Tatsache wohl nicht von der Hand zu weisen.

Wer wusste, wie lange er schon träumte?

Aber bevor dieser Gedanke wirklich greifbar werden konnte, spürte er den warmen Körper neben seinem: Blaise. Er wusste es ohne die Augen aufzuschlagen, zur Sicherheit tat er es trotzdem und behielt Recht.

Scheinbar hatte der Slytherin sie zugedeckt, wo auch immer er die Decke hergehabt hatte. Und noch immer kam er dessen, was Neville sich unter Perfektion vorstellte, verdammt nahe.

Blöderweise war Nevilles Arm eingeschlafen, natürlich, und ausgerechnet auf dem ruhte Blaise’ Kopf und natürlich würde er wieder alles kaputt machen. Dennoch versuchte er den Arm wegzuziehen, ohne Blaise zu wecken. Es misslang. Blaise grummelte erst und dann hielt er sich den Kopf.

„Was auch immer sie da in den Kartoffelbrei getan haben, sie sollten einen Anti-Kater-Trank dazugeben.“

Neville sah ihn einen Augenblick an, bevor er verstand.

„Es war etwas im Kartoffelbrei?“

Blaise lachte, er schien oft zu lachen, Neville mochte das, aber jetzt verunsicherte es ihn.

„Jaaa, die sind nicht umsonst gestern alle übereinander hergefallen.“

Neville schluckte, so langsam fügte sich das ganze Bild hier zusammen. Er hatte gewusst, dass er sich etwas vorgemacht hatte, aber es tat trotzdem weh, als die Erkenntnis langsam durchsickerte.

Er rappelte sich hoch, entwirrte seine Glieder, die irgendwie mit denen von Blaise verknotet waren und wollte aufstehen, stattdessen fiel er vom Sofa. Sehr elegant heute wieder, aber es war ihm gerade egal.

Aus den Augenwinkeln sah er wie Blaise ihn etwas überrascht ansah, aber er versuchte die blauen Augen zu ignorieren und suchte sich seine Boxershorts, die irgendwo noch in seiner Hose steckte.
„Was wird denn das, wenn es fertig is?“

Neville verhedderte sich gerade in seinem Hemd. „Ich kann ja jetzt gehen, oder? Du hast deine Droge ja nun auskuriert.“

„Achso!“ sagte Blaise „Ja, genau, ich hab mir schnell den Looser von Gryffindor ausgesucht, damit ich endlich das Haus der Mutigen abhaken kann, wo ich gerade schon so… drauf war.“

Er hätte es wenigstens abstreiten können, so aus Nettigkeit oder so, aber er hatte es ja letztendlich mit einem Slytherin zu tun, wahrscheinlich war der nur nett, wenn er was wollte, so wie gestern.

Neville kämpfte mit seiner Hose und versuchte finster zu gucken, aber beides gleichzeitig schien zuviel zu sein, er stolperte und hielt sich gerade noch am Tisch mit dem jämmerlichen Rest Torte darauf fest. Irgendwie klebte es aber auch überall am Körper, wer sollte sich da schon vernünftig anziehen können?

Blaise lachte.

„Ach Scheiße! Ja lach halt!“ Neville schmiss die Hose weg, ließ sich auf den Sessel fallen und schmollte.

„Das mit dem dramatischen Abgang sollten wir definitiv noch mal üben oder was meinst du?“ Blaise stand auf und Neville war froh, dass er sich die Decke um die Hüften schlang, denn er sah ja so schon einfach verboten aus.

„Ehrlich mal, wenn ich ne schnelle Nummer hätte haben wollen, dann hätte ich mir nicht die Mühe gemacht dich wochenlang anzuflirten.“
Blaise setzte sich auf die Armlehne des Sessels.

„Du hast was?“

„Also jetzt willst du aber nicht gerade meine Fähigkeiten in Frage stellen, oder?“

„Ähm…?!“

Blaise beugte sich herab.
„Sie sollten an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten, Mister Longbottom, ich für meinen Teil finde es sehr ansprechend, wenn sie etwas Willensstärke an den Tag legen.“

Neville spürte, dass er sofort rot wurde, als er an die letzte Nacht dachte. Blöder Slytherin! Musste der so was sagen?

„Du hattest übrigens Recht damals.“

„Wann?“ Spätestens jetzt hatte Neville den Faden verloren, hatte Blaise nicht gerade noch von letzter Nacht gesprochen? Selbst für ihn sollte das nicht in so weiter Ferne liegen, dass er es ‚damals’ nannte, auch wenn die Bedeutung für ihn weniger groß war, als für Neville.

„Als du Snape sagtest, du hättest den Trank richtig gebraut, du hast alles richtig gemacht, Goyle hat etwas hineingeworfen.“
Neville starrte ihn einen Moment an „Er war richtig? Warum…?“ Er brach ab, natürlich hatte Blaise nichts gesagt, er wäre auch schön blöd, wenn er zu Neville gehalten hätte, schließlich zog man dann automatisch Snapes Wut auf sich.

„Warum ich nichts gesagt habe? Es hätte weder mir noch dir weitergeholfen, deine Strafe wäre höchstens noch höher ausgefallen.“

„Und tun sie das öfter?“

Blaise zuckte mit den Schultern. „Manchmal, aber meistens kriegst du das auch sehr gut allein hin.“

Neville sank im Sessel zurück, er war und blieb einfach eine Niete.

„Hey, nicht verzweifeln, so schlimm ist es gar nicht.“ Blaise grinste, „Ich hab nen Vorschlag, wir schwänzen den Vormittagsunterricht, also zumindest den, den wir noch nicht geschwänzt haben, gehen duschen, bestechen die Elfen uns verspätetes Frühstück zu geben und heut Nachmittag brauen wir den Trank im Unterricht zusammen.“

„Wirklich?“ Neville konnte gar nicht so recht glauben, was Blaise da sagte. Zusammen den Trank brauen hieß in aller Öffentlichkeit und vor den Augen der anderen, einschließlich Snape. Und es hieß auch, dass das, was auch immer dies hier war, weiter gehen würde.

„Jaa, ich denke eine Dusche ist wirklich nötig, ich hab Tortenreste an Stellen, wo sie definitiv nichts zu suchen haben. Aber ich erwarte eine Gegenleistung, von mir kriegst du nichts umsonst.“

Neville zog Blaise zu sich hinunter. „Ach? Ich finde sie haben sich dort sehr gut gemacht, also die Tortenreste und die Gegenleistung kannst du gleich beim duschen schon im voraus bekommen.“ Und dann küsste er Blaise, bevor der noch auf die Idee kam sich anders zu entschließen.

‚Scheiße!’ dachte Neville, Schwulsein war so ziemlich das Beste, was ihm hätte passieren können und er würde nie wieder eine Schwarzwälderkirsch-Torte essen können, ohne daran zu denken, wie sie sich auf Blaise’ Haut machte.

Und falls seine Großmutter tatsächlich Legilimentik beherrschte, so hatte sie ihn wahrscheinlich spätestens letzte Nacht enterbt, sie mochte es nämlich gar nicht, wenn man mit dem Essen spielte.


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