THOR – Æsam

Re: THOR – Æsam

Beitragvon BlackPriestess » 14. Jul 2011, 18:52

*g* Das glaube ich dir aufs Wort XD Sif allerdings hat Thor vorgeschickt, zumindest in den alten Geschichten, nicht in dieser hier. Kennst du dich ein wenig mit nordischer Mythologie aus? Wenn nicht, erzähle ich das mal eben kurz total wortgetreu *g*. Weil, die habe ich zusätzlich zum Film schon sehr stark hier in dieses Kapitel eingebracht.
Sif ist in den Mythen nämlich Thors Frau (und ist blond *hust*) und Loki (der Odins Kumpel und nicht dessen Sohn ist), schert der Guten tatsächlich das Haar ab. Weil er mal so gaarrrr nicht eifersüchtig auf sie ist *flöt*. Thor geht voll in OMFGBITCH-Modus, droht Loki deswegen alle Knochen brechen, weil Loki auch noch voll das glücklich!Trollface dazu macht und da Loki seine Knochen heile mag, geht er hin und besorgt Sif tatsächlich neue Haare aus Gold, allerdings kann er es nicht lassen, die Zwerge, die das hergestellt haben noch ein wenig gegeneinander aufzuspielen und dubiose Wetten einzugehen. Dabei springen zwar auch Geschenke für Thor und Odin raus, Loki jedoch bekommt ein ziemliches Problem, weil er zwar die Gegenstände gewinnt, die Wette jedoch verliert, was ein wenig doof ist, wenn man seinen Kopf verwettet hat. Aber da er Loki ist, sagt er, dass nur sein Kopf und nicht sein Leben Gegenstand der Wette war, als die Zwerge ihm den abschlagen wollen *g*. Die begnügen sich dann damit, ihn anders zu bestrafen und wie, kann man gleich lesen XD
Btw, das achtbeinige Problem ist Sleipnir, Lokis Sohn (und als Loki sich zwecks einer ausgiebigen Intrige in eine Stute verwandelt hat, hat er sich wohl nicht gedacht, direkt besprungen zu werden *g*). Wie gesagt, ganz schön Mpreg-lastig, die nordische Mythologie. Und Crossdressing-lastig: Thor wird nämlich einmal ins Kleid gesteckt - doch wirklich. Da werde ich im nächsten Kapitel wohl auch nicht widerstehen können ^.~ Tsss und da wollte ich mich nur an den Film halten...


Jup, nur ein ganz klein wenig unbeherrscht, der gute Mann, allerdings ist Thor oft auch nicht besser, bis schon ein kurzer Aufenthalt auf unserer schönen Welt ihn nicht in demütig!Modus versetzt XD. Und Loki, erst Sifs Haare, dann Jotunheim...

*g* Charaktere wurden doch schon vorgestellt, bzw... *kopfkratz* sie entwickeln sich weiter und da muss man die irgendwie neu vorstellen. Oh Mist, die sind so gut wie unsterblich, ich werd ja nie damit fertig XD

Ja, Loki biegt es zwar irgendwie gerade, kriegt aber gleich selbst ein Problem. Danke Süße fürs kommentieren und viel Spaß beim Lesen, hier kommt schon mal Teil 4-2 ^^
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THOR – Æsam Teil 4-2

Beitragvon BlackPriestess » 14. Jul 2011, 18:57

A/N: Hier gibt's also wieder ein wenig alternative Mythologie und, beinahe vergessen, folgende Kinks:
- Erniedrigung
- Blut

Somit hat sich diese Story bisher 11 meiner (vielen beantragten) Kinks einverleibt ^^ Viel Spaß beim Weiterlesen!


Thor - Æsam

Neues Haar aus Gold

Teil 4-2






Drei Tage sind vergangen, von Loki fehlt jede Spur und Thor ist ein Wrack.

Des Tages blafft er jeden an, der sich ihm zu nähern wagt (nicht einmal seine Freunde und vor allem nicht Sif sind von seinen Ausbrüchen gefeit), fegt goldene Teller, gefüllt mit den erlesensten Speisen und Kristallbecher voll süßem Met vom Tisch, weil ihm nichts mehr schmecken will. Loki hätte eine elegante Augenbraue in seine Richtung gehoben und etwas von der Frustrationsgrenze eines Vierjährigen gemurmelt (bei den Urgöttern, wie Thor ihn vermisst).

Des Nachts wälzt er sich in seinem Loki-losen Bett hin und her und hat mehr als genug Zeit, nachzudenken.

Und zu bereuen.

Nach dem Fortschicken seines kleinen Bruders hat Thor es ganze zwei Stunden ausgehalten, bevor er doch losgezogen ist, nach ihm zu sehen. Überzeugt, seinen kleinen Bruder über dampfenden Tränken und aufgeschlagenen Büchern vorzufinden – und selbst direkt rausgeworfen zu werden, weil er stört. Doch Loki ist weder in seinen Gemächern, noch in der Bibliothek, noch in „ihrer“ Besenkammer (wo er sich sonst noch immer verkriecht, wenn es ihm richtig schlecht geht), noch sonst irgendwo im Palast zu finden.

Also hat Thor einfach gehofft, dass Loki irgendwo in den Wäldern ist, um nach Pflanzen zu suchen und dies zur Gelegenheit genommen hat, sich zu verstecken, um erst einmal gründlich zu schmollen (zumindest sind seine Freunde dieser Überzeugung). Und nicht einfach wütend ausgerissen ist, weil Thor ihn vertrieben hat.

In der nächsten Nacht hat Thor die Theorie für immer wahrscheinlicher gehalten, dass sein kleiner Bruder ernsthaft böse auf ihn ist.

In der zweiten Nacht hat Thor bereits innig bereut, nicht der Bruder gewesen zu sein, den Loki braucht, dem Loki vertraut, ihm nicht zur Seite gestanden und ihn einfach allein gelassen zu haben.

In der dritten Nacht ist Thor der vollkommenen Verzweiflung nahe. Er hat die ganze Stadt und ihre Umgebung nach Loki durchkämmt, mit Hilfe seiner nicht gerade elanbeflügelten Freunde, die meinen, Loki schmolle immer noch und werde schon noch auftauchen, früher oder später, wobei man später bevorzuge. Und nun liegt er wieder einmal wach, hat verflucht viel Zeit, sich seinen Bruder immer und immer wieder vor Augen zu rufen.

Wie Loki sich an ihm festkrallt, wenn sie sich küssen. Wie verletzlich der schmale Körper unter Thors Zunge zittert. Wie schlanke Finger Thors Schenkel spreizen, sich dazwischen stehlen, wo sie eine sehr empfindliche Stelle drücken und reiben (und doch nicht eindringen), bis Thors Wangen ganz heiß sind vor Scham. Und wie Loki währenddessen zu ihm aufsieht, so unschuldig, als könne er kein Wässerchen trüben.

Wie Thor jede Hinterlist, jeden Schalk aus grünen Augen vertreiben kann, wenn er Loki liebkost, ihm ins Ohr flüstert, dass sie für immer verbunden sind, dass er ihn immer beschützen wird… dann wird Lokis Blick offen und verwundbar.

Sie stellt mich immer bloß… vor dir…

Und dann! Wie sie dich ansieht!


Thor setzt sich jäh im Bett auf.

Loki ist eifersüchtig gewesen. Auf Sif. Nicht wegen Sif…

Thor sieht wieder vertraute grüne Augen, scharf und berechnend… ganz sanft, wenn sie Thor anblicken. Und nur dann.

Loki geht mit liebevollen Blicken, mit Umarmungen, mit Berührungen nicht verschwenderisch um, so wie Thor, der sie an Freunde mehr als großzügig verteilt. Von Thor kann jeder ein Lächeln bekommen, von Loki nicht.

Dies alles ist nur für Thor reserviert…

Nicht, weil Loki bloß der schutzbedürftige, abhängige kleine Bruder ist, Thors Schatten, seit sie kleine Kinder gewesen sind. Sondern weil Loki ihn zurückliebt. Auch wenn er es nicht sagt, so wie Thor selbst. Auch wenn er Angst hat, sich ihm ganz auszuliefern. Thor vergräbt stöhnend das Gesicht in den Händen. Fragt sich, ob er die ganze Zeit über blind (oder schlicht ein Idiot) gewesen ist, während sein Herz vor Sehnsucht rast und vor Sorge schmerzt.

Obwohl er weiß, dass Heimdall Odin alarmieren würde, wäre Loki tatsächlich in Gefahr. Schließlich sieht der Wächter des Bifröst alles. Alles, was ist, gewesen ist und sein wird.

Thor ist heilfroh, noch nichts von Heimdall gehört zu haben.

Er ist auch heilfroh, dass Odin von der ganzen Geschichte nichts weiß.

Thor kann es nicht mehr ertragen, gibt seine erfolglosen Schlafversuche endgültig auf. Er schluckt seinen Stolz hinunter, kriecht müde unter den Fellen hervor und macht sich auf den Weg. Er muss es einfach wissen.

„… was soll das heißen, er ist im Palast?“, würgt Thor heraus.

Thor kann auf recht wenige Momente seines Lebens zurückblicken, in denen er vor Panik kaum noch geradeaus denken oder sich aufrecht hat halten können. Loki hat eine Möglichkeit gefunden, Heimdall auszutricksen, Heimdall einen Loki sehen zu lassen, der im Palast umherwandelt, isst, schläft, studiert, Thor küsst. Wer weiß, wie lange schon. Doch das ist unwichtig. Wichtig ist, dass Loki sich jetzt vielleicht in ernsthafter Gefahr befindet, ohne, dass jemand es erfahren kann. Wer weiß, wie lange schon!

Die Wachen springen Thor aus dem Weg, als er keuchend durch die Hallen prescht. Ihm graut davor, es Odin zu beichten, ihn um Hilfe anzuflehen, doch Strafe, sogar Lokis Bestrafung, ist für ihn das kleinere Übel, vergleichen mit…

Thor will es nicht einmal zu Ende denken.

Er will nur seinen Bruder.

Seinen Bruder, der doch nicht vom Angesicht der Welt gefallen ist, sondern…

„Loki…?“, haucht Thor.

… wieder da ist. Tatsächlich da und kein Wunschbild ist. Der durch den nächsten Torbogen unsicher auf ihn zu humpelt, die Lippen mit seltsamen, dunklen Runen bemalt, die grünen Augen schmerzerfüllt, einen kleinen Ebenholzkasten an die Brust gepresst wie den kostbarsten Schatz.

Thor steht da, wie zur Salzsäule erstarrt.

Loki bringt offensichtlich nicht mehr die Kraft auf, die Entfernung stehend zu überbrücken, sondern kriecht die letzten Schritte auf Thor zu, legt ihm den Ebenholzkasten zu Füßen wie eine Kriegstrophäe.

Und reißt Thors Herz zu vielen, winzigkleinen Fetzen, indem er sich tiefer beugt, Thors Knöchel umklammert und das Gesicht erschöpft an dessen Stiefel schmiegt. Loki sucht demütigst Vergebung und Schutz, lautlos weinend und zerrt Thor endlich aus dessen Betäubung.

Thor blinzelt Tränen fort, als er abrupt auf die Knie fällt, seinen unkontrolliert zitternden Bruder an sich und Küsse auf weiches, schwarzes Haar drückt.

„Loki… wo bist du gewesen… was ist mit dir passiert…?“

Loki schnieft erbärmlich, presst sein Gesicht nur noch mehr in Thors Umhang. Thor wiegt ihn hin und her, streichelt tröstend über einen schmalen Rücken und zuckt zusammen, gleichzeitig mit Loki.

Seine Hand ist rot, als er sie langsam zurückzieht.

„Bruder…“, wispert Thor bestürzt, als er seine blutglänzenden Finger in dem schwachen Licht der Fackeln betrachtet. „Wer hat dir das angetan?“

Thor umfasst Lokis Kinn, zwingt ihn, seinem Blick zu begegnen; in Lokis weitaufgerissenen Augen spiegelt sich sein eigenes Entsetzen wider. Thor spürt jene Betäubung wieder Besitz von ihm ergreifen.

Nur kurz, bevor der Zorn sie wie dunkle, erstickende Wellen zerschlägt.

Loki wird ihm keineswegs sagen können, wer ihm das angetan hat, denn man hat ihm den Mund zugenäht.



Thor blinzelt Tränen stur zurück, als sie den Weg zu Lokis Gemächern stolpernd zurücklegen. Was nervenzerreißend lange dauert, weil Loki zu schwach ist, sich schwer auf Thor stützt und kaum laufen kann, aber Thor will ihm wenigstens den letzten Rest seiner Würde lassen, also trägt er ihn nicht wie eine hilflose Jungfer in Nöten.

Sif torkelt ihnen auf halbem Wege entgegen, verschlafen, gähnend und in lange (für ihre Verhältnisse ungewohnt frauliche) Seidenschlafgewänder gehüllt. Mit einer Hand tastet sie abwesend-frustriert nach ihrem stoppeligen Haar, mit der anderen balanciert sie einen großen Metkrug.

Thor betrachtet sie für einen winzigen Augenblick und wünscht sich, alles wäre in bester Ordnung, so wie früher. Dann wäre er Sif nicht hier draußen begegnet, sondern in seinen Gemächern, wo sie den Met zusammen ausgetrunken, zusammen geredet, gelacht und gescherzt, bevor sie sich mit einer knochenbrechenden Umarmung verabschiedet hätten. Dann würde Sif zurück in ihr Bett gehen, wahrscheinlich von einem der hübschen Diener (manchmal auch Dienerinnen) gewärmt und Thor würde zu seinem Bruder unter die Felle krabbeln, der schief lächelnd auf ihn wartet und den Sif gar nicht bemerkt hat, weil Loki mit diesen Beachte-Mich-Nicht-Zaubern inzwischen richtig gut ist.

Doch es ist nichts so wie früher, denn Sif sieht auf, bleibt jäh stehen und der Krug entgleitet ihren Händen, richtet eine richtige Sauerei auf dem glänzenden Marmor an.

Es ist nichts so wie früher, denn Thor ist ungerecht und kein guter Freund, zieht einen halb ohnmächtigen Loki (und diesen verdammten Kasten, an dem Loki so viel zu liegen scheint) enger an sich und zischt hasserfüllt:

„Das ist deine Schuld! Sieh ihn dir nur an – ich hoffe, du bist jetzt glücklich!“

Sif sieht nicht allzu glücklich aus, als sie sich beide Hände auf den Mund presst, die Augen verdächtig glänzend und davon stürmt. Thor knurrt etwas Unschmeichelhaftes und drückt Lokis Tür mit der Schulter auf.

Immerhin kann er sich darauf verlassen, dass Sif nicht das typische Weibsbild ist, nicht in ihre Gemächer stürzen wird, um sich die Augen aus dem Kopf zu heulen, weil Thor sie gekränkt hat. Vielmehr ist sie jetzt unterwegs zu den Heilern, also kann Thor wenigstens in Ruhe seinem zitternden Bruder aufs Bett und aus den schweren Roben und Stiefeln helfen.

Und ebenfalls in aller Ruhe endlich die ganzen angestauten Tränen vergießen, während Loki sich an ihn klammert, als ginge es um sein Leben. Vielleicht tut es das sogar.

Thor bringt es nicht einmal fertig, sich zu schämen, weil nicht Sif, sondern noch immer er heult, als er die geschwollenen Lippen hinter den glänzendschwarzen Metallnähten küsst – und Loki es nicht erwidern kann. Er streicht mit einem zitternden Daumen über verkrustetes Blut, über die festgezurrte Schnur, in feinsäuberlichem, engem Kreuzstich, den er zuvor für aufgemalte Runen gehalten hat. Denn er ist so präzise ausgeführt, als ob Lokis Peiniger sich richtig Zeit genommen hätte und mit großer Hingabe bei der Sache gewesen wäre.

Vor jähem Hass geschüttelt, zieht Thor sein Messer, doch Lokis eiskalte Finger, die sein Handgelenk umfassen und der verzweifelte Blick seines Bruders halten ihn von dem Versuch ab, die Schnur zu durchschneiden.

„Bruder, bitte lass mich dir helfen, ich…“

Loki schüttelt nur noch hektischer den Kopf.

Thor atmet zittrig ein und lässt zu, dass Lokis Arme sich erneut zu einem richtigen Todesgriff um seinen Nacken schlingen.

„Schön. Warten wir auf die Heiler.“

Sif ist schnell, die Heiler ebenfalls und bald sind Lokis Gemächer von viel zu vielen Leuten bevölkert, die Thor langsam aber sicher von Lokis Bett fortdrängen. Lokis Finger lockern ihren Griff und entgleiten ihm, von den Dämpfen schlaff gemacht, die sie seinem Bruder unter die Nase halten.

Unruhig schleicht Thor umher und versucht immer wieder, einen Blick auf Loki zu erhaschen, bis eine der Frauen sich zu ihm umdreht und ihn anfaucht, mit der ganzen Höflichkeit, die einem Königssohn zusteht anfaucht. Thor hebt erzwungen friedfertig die Hände, sieht ein, dass er die Heiler in Ruhe arbeiten lassen muss. Er verzieht sich unglücklich zu Lokis Bücherregal, wo er mit unsicheren Fingern über die vielen Buchrücken streicht, uralte Bücher über arkane Magie, Alchemie, Astronomie, deren Inhalt er nie verstehen würde. Lässt sich von seinen Freunden ermutigend auf die Schultern klopfen und fühlt sich gar nicht ermutigt. Sif hat sich in einem der Lehnsessel zusammengerollt und sieht ihn immer wieder heimlich an, als ob sie auf seine Vergebung hofft, für eine Schuld, die sie gar nicht versteht.

Thor ist aber leider noch immer kein guter, gerechter Freund, also sieht er fort und lehnt die Stirn an das kühle Fenster.

Bis eine Heilerin endlich Erbarmen mit ihm hat.

„Thor, Eure Anwesenheit ist erwünscht“, sagt sie leise und obwohl sie sich vor ihm verbeugt, ist es ein deutlicher Befehl.

Den Thor sofort befolgt, ganz schwach auf den Beinen.

Loki fiebert, liegt viel zu still auf den weichen Fellen, auf der Seite, die Knie eng angezogen.

Sein Mund ist noch immer zugenäht.

Doch die erboste Frage, warum dem so ist, bleibt Thor buchstäblich in der Kehle stecken, als er Lokis Rücken und die inzwischen gründlich gereinigten Wunden betrachtet.

Oder vielmehr die Botschaft, die in weiße Haut eingeritzt wurde.

Thors Mund klappt schlaff auf.

Das sind tatsächlich Runen. Große Runen, ebenso perfekt und sorgfältig ausgeführt wie das Zunähen süßer, weicher Lippen. Viel zu exakt, um von einem Messer hineingeschnitten worden zu sein, von Menschenhand geführt… vielmehr von einer kalten, seelenlosen Maschine.

Loki Lügenschmied Odinson wird nie wieder lügen.

„Bei Bor, Loki… wo bist du nur wieder hineingeraten?“

„Offenbar in Geschäfte mit den Schwarzalben – die wiederum offenbar keine guten Verlierer sind.“

Thor gräbt seine Nägel tief in die Handballen, als der Drang übermächtig wird, die Heilerin zu schlagen, die über die Qualen seines Bruders wie über das Wetter spricht. Die Frau ist von seinem mörderischen Ausdruck nicht beeindruckt, schiebt ihn resolut zur Seite und schmiert noch mehr Salben auf Lokis Wunden – und auf dessen Lippen. Unter ihren Fingern flammt die Heilmagie grellweiß auf.

„Seht, Thor“, sagt sie und streicht vorsichtig über die schwarze Naht. „Diese Legierung verwenden nur Zwerge, kein anderer als ein hervorragender Schmied kann sie herstellen.“

„Aber… sein Mund, das kann so doch nicht –“

„Ich bedauere, aber das muss so bleiben, bevor wir eine andere Lösung finden. Dunkle Magie ist mit diesem Metall verwoben, die sich eng mit Lokis Nervensystem und somit auch seinem Magischen Kern verbunden hat. Wenn wir es durchschneiden… Ihr könnt euch sicher vorstellen, was mit Eurem Bruder dann geschieht.“

Die Heilerin nickt Thor zu, der unter eisigem Schock dasteht, und drängt sich geschäftig an ihm vorbei, als Loki jämmerlich in seinem trankinduzierten Schlaf wimmert.

„Er ist komplett dehydriert!“, ruft sie dann und eine jüngere Heilerin eilt mit einer seltsamen Apparatur herbei und schiebt einen durchsichtigen, hauchdünnen Schlauch behutsam zwischen dunkle Schnüre und geschwollene Lippen, hebt Lokis Kopf leicht an und streicht ihm über die Kehle.

„… Schluckreflex noch vorhanden… Betäubung… überdosiert…“

„… Wunddesinfektion… nicht wirksam…“

„… viel Blut verloren… Schnitte…“

„… balsamgetränkte Bandagen… Vernarbung noch verhindern…“

Bevor Thor sich versieht, ist er wieder bloß hilfloser Zuschauer, als sie alle an seinem ebenso hilflosen Bruder herummanövrieren. Er steht noch immer da, Fäuste geballt, Zähne zusammengebissen; es ist für ihn kaum zu ertragen, jedoch ist sein eigener Zorn alles andere als hilflos, von Hass in seiner reinsten Form gespeist, der wie eine Sonne in seiner Brust lodert.

Und von Selbsthass, weil er seinen Bruder nicht beschützt, so wie er es ihm immer versprochen hat.

Er durchquert den Raum mit wenigen langen Schritten, seine Finger den in Leder gewickelten Stiel seines alten Übungshammers umklammernd. Noch nie hat er Blut vergossen, aber in dieser Nacht wird er genüsslich nicht gerade wenige Schädel dieser widerwärtigen, bösartigen, gnomenhaften Kreaturen zertrümmern, die das Tageslicht scheuen.

Und wenn Loki erwacht, wird er die noch warm dampfenden Köpfe seiner Peiniger, auf einer hübschen, großen silbernen Platte aufgetürmt, zu seinen Füßen vorfinden.

„… nicht allein, Thor!“

„Thor, warte!“

Thor knurrt tief in der Kehle, mehr wie ein rasendes Tier, denn ein menschliches Wesen und wischt Sifs Hand von seinem Arm. Sie lässt sich allerdings nicht abschütteln.

„Wir kommen mit, Thor. Ob du willst oder nicht.“

Thor mustert sie kurz. Sie steht da, noch immer im Schlafgewand – in dessen Falten sie auf mysteriöser Weise ihr Schwert verborgen gehalten hat und schafft es auf noch mysteriösere Weise, streng auf ihn herabzublicken, obwohl er sie weit überragt.

Hinter ihr drücken sich die Drei Krieger im Hintergrund herum, ihre Haltung ebenso stur.

Thor erlaubt sich keine Rührung, weil er so treue Freunde hat, wendet sich nur wortlos ab, sein Umhang hinter ihm her wirbelnd, als er davon stapft. Sie folgen ihm natürlich trotzdem.

Allerdings kommen sie nicht allzu weit.

„Wohin des Weges, Sohn?“

TBC
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon Ria » 15. Jul 2011, 19:09

Nein, ich kann mit nordischer Mythologie nicht dienen. Ein bisschen mit Ägyptischer sind eher drin xD

Aber interessante Geschichte mit den goldenen Haaren. Und interssante Wendung, dass die Zwerge Loki den Mund zugenäht haben. Auch die Stimmung gefällt mir. Erst Thors Verzweiflung, dann siene Angst und jetzt zum Ende hin die Wut und den Hass. Schön eingefangen. :herz:

War allerdings klar, dass Odin ihn abfängt *g* Vermutlich hat der Wächter gepetzt :lol2: Bin gespannt, ob Thor seine Rache noch bekommt ;) Dass Loki von den Nähten befreit wird, gibt der "Canon" ja schon her. Ich bin aber auf das Wie gespannt ^^
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon BlackPriestess » 15. Jul 2011, 20:06

Dann können wir uns gegenseitig ein wenig was beibringen xD

Hm, das weiß ich auch nicht so genau... ich habe die Rache betreffend doch tatsächlich zwei Versionen oO

Also das mit dem Mund zunähen ist tatsächlich Mythologie!Canon. Wie er die Nähte loswird... nun, darüber habe ich nichts gefunden also gehe ich davon aus, dass es ganz normale Schnur war oO Ich dachte, ich gestalte das mal ein wenig anders *g*.

Jaja, der gute Heimdall mochte das sicher mal so gar nicht, dass Loki ihn übertrumpfen konnte XP

Btw, ich schätze, morgen Abend ist 4-3 (zugleich der letzte Teil des Kapitels) fertig.

Danke :herz:
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Re: THOR – Æsam, Teil 4-3

Beitragvon BlackPriestess » 16. Jul 2011, 20:14

A/N: Errr... wird mal wieder mehr als gedacht *hust*. Viel Spaß beim Lesen. Und virtuelle Kekse für jeden, der hier irgendwo Aliens entdeckt. Roswell-Aliens, genaugenommen xD Ich kann echt ganz schön vielen Dingen nicht widerstehen, erst das ganze Mythologiezeugs, dann auch noch *das*. Viel Spaß jedenfalls beim Lesen ^^

Thor - Æsam

Neues Haar aus Gold

Teil 4-3




Nachdem Odin vier sehr mürrische Freunde ins Bett geschickt hat wie kleine Kinder, lernt Thor mehr über Diplomatie, als er jemals lernen wollte.

Denn während Thor seinem Vater „zerschmettern“, „vernichten“ und „sühnen“ entgegenschleudert, bringt Odin es tatsächlich fertig, mit „Frieden erhalten“, „Alliierte“ und „älteste Handelspartner“ zu argumentieren.

Handelspartner! Thor kann es nicht fassen.

Er tigert im Thronsaal auf und ab, während Odin sich müde auf den Stufen niedergelassen hat. Müde, weil er, während Thor vor Sorge des hoffnungslosen Zustandes seines Bruders wegen verrückt geworden ist, nichts Besseres zu tun gehabt hat, als Albenheim und speziell dessen Anführer Iwaldi einen freundlichen, vor schmieriger Politik nur so triefenden Besuch abzustatten, um die Wogen ein wenig zu glätten.

Der Thronsaal wird von Blitzen erhellt, ein gewaltiger Donnerschlag lässt die wenigen Wachen zusammenfahren und die goldenen Mauern noch sekundenlang vibrieren. Thors Lächeln ist bitter, als er sich vorstellt, wie Loki ihn auslachen würde, weil er seine wilde Magie in seinem Alter noch immer nicht so kontrollieren kann, wie er will. Wenn Loki denn nur hier wäre…

„Sie haben Loki gefoltert! Ihn genüsslich verstümmelt, seine Magie gebunden und ihn dann freigelassen, damit er sich mit letzter Kraft, halb verhungert und verdurstet nach Hause zurückschleppen kann!“

„Loki hat gelogen und betrogen, so wie er es in letzter Zeit immer öfter tut. So schmerzlich das sein mag, es zuzugeben – er hat die Bestrafung verdient.“

„Was…? V-verdient?“, wispert Thor und spürt fast schon solches Entsetzen seine Wirbelsäule hinaufkriechen, wie zuvor, als sein Bruder ihm halbtot in die Arme gefallen ist. „Wie KANNST du nur?!“, brüllt Thor dann vollkommen außer sich. „Wie kannst du nur so etwas sagen? Er ist dein Sohn!“

Odin erwidert daraufhin nichts, streicht sich nur erschöpft über die zerfurchte Stirn.

„Wenn dir das aber nichts bedeutet, vielleicht dann die Tatsache, dass sie uns alle dadurch gedemütigt haben, nicht nur Loki! Sie haben ganz Asgard vorgeführt und du lässt es zu!“

Thor keucht, als er sich in Rage redet. Er bemerkt erst, dass sein Vater nun direkt vor ihm steht erst, als der ihm eine schwere Hand auf die Schulter legt. Thor muss sich überwinden, sie nicht respektlos abzuschütteln.

„Begleite mich, Sohn.“



Tief unten in den Palastverliesen hat sich Thors Zorn noch immer nicht abgekühlt.

„Das weiß ich doch alles, Vater!“

Er betrachtet den gewaltigen Zerstörer, der still und dunkel auf seinem steinernen Podest steht, der nur einen kleinen Befehl braucht, um Feuer zu spucken, heißer als tausend Sterne.

Er betrachtet lavaspeiende Katapulte, die Armee von Androiden, unbewegliche, nahtlose Leiber aus flüssigem und doch festem Metall, die ebenfalls nur einen Befehl benötigen, um fremde Identitäten anzunehmen und den Feind zu infiltrieren.

Er betrachtet diese ganzen Kriegsmaschinen Asgards, weiß aus dem früheren Unterricht noch immer (und Odin lässt es sich natürlich nicht nehmen, dies alles zu wiederholen), dass sie von den Schwarzalben stammen, die sie gegen Magie, Kunst und Wissenschaft tauschen, wovon Asgard mehr als genug zu bieten hat. Dass die Schwarzalben oft Pläne der Wissenschaftler oder Architekten von Asgard einholen und sie dann umsetzen. Oder wer Odins Thron gebaut, wer die seltenen Legierungen für die Konstruktion des Palastes geliefert hat.

„Ich würde lieber in Höhlen leben und auf aus Stein gehauenen Tischen essen“, sagt Thor kalt. „Und dafür Albenheim dem Erdboden gleichmachen – für meinen Bruder.“

„Und das, Sohn, ist genau der Grund, warum ich noch immer auf diesem Thron sitzen muss, obwohl ich so müde bin. Solange du Heißsporn deine persönlichen Gefühle über den Frieden stellst, kann man dir nicht die Leben Abertausender in die Hände legen.“

Thors Mund klappt vor Unglauben auf; Odin zieht Loki ja nicht einmal in Betracht für den Thron. Und das, obwohl sein Vater immer betont hat, dass sie für ihn absolut gleichgestellt sind. Thor erinnert sich an den kleinlichen Wettbewerb von früher, als sie noch Kinder waren. Er weiß auch noch, dass er seinen Bruder für einen Mordskonkurrenten gehalten hat. Was er nicht gewusst hat ist allerdings, dass Odin sie zwar als gleich bezeichnet, Thor jedoch gleicher als Loki ist.

Was seine Wut nicht gerade mildert.

„Dann wäre es vielleicht angebracht“, sagt Thor steif, „dass du dich auf einen weiteren, sehr langen Aufenthalt auf diesem Thron einrichtest.“

Er reckt das Kinn und wartet auf die Auswirkung seiner Provokation und seines Ungehorsams. Odin ist aber weiterhin entnervend ruhig. Thor köchelt vor sich hin; er würde gern nur ein einziges Mal richtigen Zorn in Odins einzigem Auge sehen, das ihn bloß wissend betrachtet.

„Das sind die ersten weisen Worte, die ich in dieser Nacht von dir gehört habe, Thor.“

Thor ballt die Fäuste.

„Ich wünsche mich zurückzuziehen, Vater“, bringt er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und verneigt sich gerade noch so tief, wie es die Etikette verlangt.

„Erlaubnis nicht gewährt.“

Thors mühsam aufrechterhaltene Fassade bröckelt augenblicklich.

„Warum? Warum, Vater? Warum lässt du mich nicht das tun, was richtig ist?“

„Weil das, was du für richtig hältst, einen Krieg auslösen würde.“

Und schon sind sie wieder beim Thema Zerschmettern, was Thor sehr ausführlich beschreibt, der sich zudem noch darin ergeht, dass sein Vater einmal ein großer Krieger gewesen und wo das bloß hin ist, bis Odin eine Hand hebt, um ihn aufzuhalten, alt und müde aussieht. Thor ist aber schon zu sehr in Fahrt geraten:

„… könnten sie problemlos besiegen, wenn unsere Streitkräfte –“

„Ja, das könnten wir in der Tat.“

Nun, das verschließt Thor, der gewaltige Gegenargumente erwartet hat, sehr wirkungsvoll den Mund. Er starrt Odin bloß aus großen Augen an.

„Wir sind mächtiger als sie. Aber sie sind nicht machtlos. Dort, wo unsere Kriegsmaschinen herkommen, gibt es noch mehr. Sie sind sogar dazu übergegangen, ihre viel zu schwachen Körper in Maschinen zu verbergen. Sie sind zwar besiegbar, jedoch ernst zu nehmen und als Alliierte besser zu kontrollieren, als sie es als unterworfene Sklaven wären.“

Thor stellt sich kleine, dünne, blasse Leiber mit viel zu großen Köpfen und riesigen, ausdruckslosen, insektenhaften schwarzen Augen vor, die gewaltigen Androiden innewohnen und erschaudert angewidert.

„Aber wir könnten dennoch… nur meine Freunde und ich, wir würden nur diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die Loki das angetan haben –“

„Ihr könntet, ja. Du könntest dort einfallen, mit deinen Freunden, die kein Iota klüger sind als du, dir aber überallhin folgen würden und für Loki Vergeltung üben. Und dann würden die Zwerge Asgard angreifen. Wir würden höchstwahrscheinlich sogar siegen. Unser Königreich würde vermutlich nicht einmal allzu große Verluste verzeichnen. Was ist dir deine Rache wert? Tausend unserer Leben? Hundert?“

Thor schluckt hart, Segel jäh sehr windlos und schüttelt den Kopf, Blick gesenkt. Bei Bor, wie er es hasst, wenn sein Vater ihm so deutlich aufzeigt, dass er wirklich gar nichts weiß.

Loki wäre tatsächlich der bessere König.

„… dann vielleicht ein Leben, Thor? Es wäre doch nur ein Leben? Ein einziges, bedeutungsloses Leben, nicht wahr?“

Thor beißt sich auf die Lippen.

„Nein“, flüstert er und ist wieder der kleine Junge, der gescholten wird, weil er nicht im Unterricht aufpasst.

Thor ist dankbar, weil Odin nicht weiter austeilt und als sein Vater ihm diesmal die Hand auf die Schulter legt, nimmt Thor das Friedensangebot nur zu bereitwillig an, sinkt schwer gegen ihn, lässt sich halten, den Rücken tröstend tätscheln und ist immer noch der kleine Junge von damals.

„Iwaldi denkt genauso wie du“, sagt Odin und Thor schnaubt, weil sein Vater es auch noch so darstellt, als sei er von ganz allein auf diese Erkenntnisse gekommen. „Ich war sofort bei ihm, nachdem Heimdall mir berichtet hat, wie Loki, der angeblich die ganze Zeit hier war, plötzlich aus dem Nirgendwo im Palast aufgetaucht ist – schwer verletzt und mit einem Kleinod der Zwerge bei sich. Habe Rechenschaft von Iwaldi verlangt und der wiederum von seinen Söhnen. Er hat sie verbannt, Thor. Alle drei in eines ihrer Schiffe gesetzt, die nicht nur Gewässer, sondern auch den Raum überqueren können und vor meinen Augen verbannt. Auf die unwirtlichste Welt des Universums.“

„Midgard…“, wispert Thor.

“Du hast also doch ein wenig im Unterricht aufgepasst… und Iwaldi hat es gnadenlos ausgeführt, obwohl seine Söhne nichts weiter getan haben, als eine dumme Wette einzulösen, die Loki selbst vorgeschlagen hat und deren Einzelheiten ich dir erspare. Die Loki mit Lug und Betrug teils gewonnen, teils verloren hat, als er die drei gegeneinander ausgespielt hat. Du musst wissen, der Konkurrenzsinn der Schwarzalben wird nur von deren Gerechtigkeitssinn übertroffen.“

Odin ist nun derjenige, sich auf Thor zu stützen, der ihm behutsam hilft, sich auf der steinernen Treppe niederzulassen, die zum Herz der Tausend Winter führt, bläulich in der Düsternis glühend. Es ist seltsam, seinen starken Vater so zu sehen. So… alt.

„Da Loki nichts bieten konnte, was sie nicht schon hatten, hat er sich einen Spaß daraus gemacht, seinen Kopf zu verwetten, da er sicher war zu gewinnen. Die drei Söhne Iwaldis sind ebenso jung und dumm und haben diesen Schabernack mit einem ernsthaften Handschlag besiegelt. Loki hat sich herausgeredet, so wie er es immer tut – worüber ich ausnahmsweise unendlich froh bin. Doch als er darauf bestanden hat, dass zwar sein Kopf, jedoch nicht sein Leben Gegenstand der Wette war, waren sie erzürnt, haben ihn bestraft und in Schande nach Hause geschickt.“

Thor presst die Lippen zusammen und bringt alles an spärlicher Selbstbeherrschung auf, um sich besagte Bestrafung nicht erneut vor Augen zu führen. Denn dann könnte der vorige „Unterricht“ seines Vaters doch vergebens gewesen sein.

„Worüber ich ebenfalls froh bin, auch, wenn dich das sicher erneut wütend machen wird. Denn so bin ich nicht verpflichtet, Loki selbst zu bestrafen.“

Thor öffnet den Mund, schließt ihn wieder und schweigt, ausnahmsweise. Odin reibt sein verbliebenes Auge und seufzt schwer.

„Dieser dumme, dumme Junge…“

Thor reißt die Augen auf; wenn jemand auf ganz Asgard gänzlich das Gegenteil von dumm ist, dann Loki.

„… hat diesen ganzen Unsinn angestellt, um nicht nur Goldhaar für Sif, sondern auch noch unbezahlbare Geschenke herauszuschlagen. Unbezahlbar und das Risiko doch nicht wert. Für mich… und für dich. Iwaldi hat sie mir überreicht, weil sie rechtmäßig uns gehören…“

Odins zitternde, gichtige Finger zeigen auf eine in Dunkelheit getauchte Stelle des gewaltigen Verlieses.

Thors Kehle ist plötzlich trocken, er schluckt seine Rührung hinunter, weil sein Bruder nicht eine Sekunde lang an sich, sondern nur an Vater und ihn gedacht hat und er weiß mit Sicherheit, dass nichts, das er dort vorfinden wird, es wert sein könnte.

Lokis Qualen wert sein könnte…

Fackeln flammen auf und der Speer ist etwas, wofür Sif mit Sicherheit ihre Prinzipien und sogar Hogun vergessen würde, dass „jeder Krieger, der was auf sich hält, mit dem Streitkolben kämpft“.

Thor lässt seine Finger über perfekt glattes Gold gleiten, über die aggressive Spitze, die Flammen nachempfunden ist, genießt für einen Moment, wie die Waffe in seiner Hand liegt, wie für ihn gemacht.

„Das ist Gungnir“, sagt Odin leise hinter ihm. „Er bündelt Magie – und er kommt immer wieder zu seinem Besitzer zurück, gleichgültig, wo ihn man hinwirft. Und das ist Mjöllnir.“

Thor blinzelt, aus seiner Faszination gerissen und…

Wenn er gerade noch überzeugt gewesen ist, es gäbe keine vollkommenere Waffe, hat er sich eindeutig geirrt.

„… er hat die gleichen Eigenschaften wie Gungnir, jedoch…“

Thor hört kaum zu, streckt eine zitternde Hand aus.

„… deine Magie zu bündeln… jedoch nur von demjenigen zu heben, der seiner würdig ist…“

Seine Fingerspitzen berühren Kühle und Makellosigkeit und er spürt es, spürt die Elektrizität der Blitze, die sich unter seiner Hand ansammelt, unnachgiebiges Metall plötzlich so durchscheinend wie Glas sein lässt, in dem seine Macht pulsiert.

Thor hat seinen alten Hammer für einen Gefährten gehalten. Nun hält er sich selbst für einen Narr, greift gierig nach seinem neuen Spielzeug – und schämt sich, weil er weiß, wer es ihm beschafft hat und wie.

Mjöllnir lässt sich keinen Fingerbreit rühren.

„Hast du mir überhaupt zugehört, Sohn? Wie ich schon sagte, die Schwarzalben haben einen bizarren Sinn für Humor.“

Thor knurrt und zerrt erfolglos an dem Stiel. Er knurrt noch lauter, als sein Vater nach dem Hammer greift und ihn mühelos hebt.

„Allerdings sagen sie immer die Wahrheit. Ich denke, du bist aus deiner alten Waffe noch nicht ganz… herausgewachsen.“

Odin lässt den Hammer wieder in das Gravitationsfeld gleiten, das ihn bis dahin gehalten hat.

„Geh zu Loki, Sohn. Geh zu deinem Bruder und steh ihm bei. Er braucht das, er braucht dich viel mehr, als eine hübsche silberne Platte, auf der die noch immer dampfenden Köpfe seiner Peiniger aufgetürmt sind.“

Thor zuckt ertappt zusammen, wirft Mjöllnir noch einen sehnsüchtigen Blick zu, bevor er sich tief verbeugt und Odin in den kalten, tiefen Verliesen, zwischen den vielen im Krieg gewonnenen Kleinoden allein zurücklässt.

TBC
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon Ria » 18. Jul 2011, 20:20

So. Füße in der Wanne, Glas Rotwein in der Hand und Story lesen. Das nenn ich gelungene Abendplanung xD

Obwohl ich ja auf ein bisschen Porn gehofft hatte *g* Aber das macht gar nichts, ich nehm auch den rasenden Roland Thor, der so gerne Rache verüben möchte.

Verständlich, schließlich haben die Zwerge Loki übel mitgespielt. Und auch, wenn ich Odins Gelassenheit und seinen kühlen Kopf bewundere, muss ich sagen, dass ich Thor verstehe, der seinen Vater am liebsten an die Gurgel will.

Die Aufklärung, nachedem er dann zur Ruhe gekommen ist und eingesehen hat, dass der Krieg ein zu hoher Preis wäre, war sehr geschickt eingebracht. Ich schätze, vorher hätte Thor eh nicht zugehört - oder zuhören wollen.

Sehr interessant auch, wie du die Zwerge eingebracht und mit Roswell verbunden hast ;) Ich selbst stell mir Zwerge allerdings immer ganz klischeehaft mit Bart und Streitaxt vor xDDD

Was mir auch gefallen hat war die Art, wie du Thors "erste Begegnung" mit dem Hammer beschrieben hast. Das las sich wirklich wie Liebe auf den ersten Blick und wenn ich nicht wüsste, dass da von einer Waffe die Rede ist, hätte ich gedacht, er verknallt sich grad in einen Menschen xD

Unfd jetzt bin ich wirklich sehr gespannt, wie sie Lokis Mund wieder öffnen. Dagegen sind diese Haare ja echt Nebensache ^^
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon BlackPriestess » 19. Jul 2011, 18:47

Thehe ^^ ich freue mich, zum Wellnessabend ein wenig beigetragen zu haben ^.~

Was Odin betrifft - ich fand den Guten schon im Film nicht sehr konsequent. Sohnemann wächst mit Geschichten über Odins Heldentaten auf, aber wenn er selbst in dessen Fußstapfen treten will heißt es, neinnein, du darfst nicht <_< Der erwartet von Thor tatsächlich, dass er so weise ist wie er selbst mit seiner langen Erfahrung und wo er es mal gar nicht ist, verbannt er ihn direkt.

Ich hatte überlegt, genüsslich eine blutige Racheszene zu schreiben, allerdings wäre die Story dann nicht mehr Canon - Odin hätte Thor dann schon zu dem Zeitpunkt verbannt, wenn er einen Krieg ausgelöst hätte. (Und der Loki, der jetzt zum Zeitpunkt dieser Story existiert, hätte Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, ihn zurückzuholen XD)

*g* Das mit den Zwergen ist einfach so eine Sache, die sein musste ^.~ Ich stelle mir Zwerge auch eher so vor wie du - normalerweise. Allerdings ist das irgendwie die Grimm'sche Variante, glaube ich. In der Mythologie heißen sie Schwarzalben (schwarz, weil unter der Erde hausend), sind aber wie in den Märchen Schmiede und sehr gierig auf Edelmetalle und -steine. Und irgendwie blitzten bei dem Gedanken an solche Wesen direkt blasse, verkümmerte, insektenäugige Roswellaliens auf oO

Jup. Thor hat seinen Hammer sehr lieb *nick nick* XDDDDD

Also, Lokis Mund wird schneller wieder Gift speien können, als es allen in seiner Umgebung lieb sein könnte *g*. Und was den Porn betrifft... der wird im nächsten Kapitel, das recht bald fertig sein wird, ebenfalls geliefert.

Allerdings wird das absolut schockierender Porn sein. Ich dachte, ich warne schon mal vor. Ich meine... ich habe wirklich schon viel, viel Schweinskram geschrieben. Aber das? Ich erschrecke mich schon selbst. Ich meine... Consensual!Sex oO Freiwilliger, liebervoller, zärtlicher Sex in einer etabilierten Beziehung. Dafür! Komm ich in die Hölle! T_T
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Re: THOR – Æsam, Teil 4.4

Beitragvon BlackPriestess » 24. Jul 2011, 08:50

A/N: So und weiter geht's. Ich kann es selbst nicht fassen, wie produktiv ich bin und wie mühelos es auf einmal fließt XD Hach ist das schön, sich nicht zum Schreiben zwingen zu müssen...
Das ist jedenfalls wieder einmal lang und ein wenig Pr0n gibt es jetzt auch. Apropos: Dieses Kapitel beinhaltet folgende Kinks:

- Flügel (wohl nicht so wie erwartet, thihihi)
- Bandagen
- Öl

Somit hat die Story bislang 14 von den insgesamt 24 meiner bestellten Kinks verschluckt ^^ Viel Spaß beim Lesen.


Thor - Æsam

Neues Haar aus Gold

Teil 4.4/5




Thor mag zwar groß und laut sein, dennoch ist ihm Loki, der sich äußerst diskret sowohl aus diversen Räumen, als auch aus unangenehmen Situationen schleichen kann, ein guter Lehrer gewesen.

Nicht, dass Thor sonst großen Wert darauf oder sonst etwas zu lernen legt, das nichts mit in Topform sein oder neuartige Waffen erkunden gemein hat (oder leckere Tiere jagen, ausweiden, braten und essen). In diesem Fall ist der Wunsch, seinen verwundeten kleinen Bruder nicht zu stören, trotzdem Motivation genug.

Thor betritt Lokis Gemächer lautlos wie ein Schatten, lugt um eine der goldenen Säulen herum.

Und blinzelt jenes Bild an, das sich ihm bietet.

Es ist ja nicht so, als ob er seine Mutter nicht hier erwartet hätte. Frigga ist vor dem Bett in sich zusammengesunken, ihr honigblondes Haar ist nicht, wie sonst, kunstvoll gelockt und hochgesteckt, sondern fällt ihr wirr über den schmalen Rücken, verdeckt jene Hälfte ihres schönen Gesichtes, das nicht in einem der Kissen vergraben ist. Auf der anderen Seite Lokis ist die Älteste Heilerin auf einem der Lehnstühle eingenickt und ihre Position sieht mindestens so unbequem wie Friggas aus, während sie selbst nicht mehr resolut und stark, sondern zerbrechlich wirkt, in ihren purpurroten Roben versunken. Ihre Fingerspitzen ruhen noch immer auf Lokis Rücken und glühen schwach violett.

Loki selbst scheint allerdings hellwach. Thors Reaktion wäre sonst gewesen, vor Freude darüber auf ihn zuzustürzen, ihn in seine Arme zu reißen, sich erst dann zu erinnern, dass sein Bruder verletzt ist und sich dann zu entschuldigen, weil er ihm in seiner Gedankenlosigkeit wehgetan hat. Wenn Loki nur nicht gerade…

Thor blinzelt erneut. Er hat gar nicht bemerkt, seinen Helm zurückgelassen zu haben.

… mit Thors Helm schmusen würde.

Es gibt einfach keine andere Umschreibung dafür.

Thor starrt mit aufgeklapptem Mund und ist überzeugt, seinen Helm nie wieder mit denselben Augen betrachten zu können, weil grausam zusammengenähte Lippen kühles Metall berühren, schmale Finger goldene Rundungen erkunden, die Fingerkuppen anbetend über die filigranen Flügel gleiten.

Immer vor und zurück, ganz behutsam und zärtlich, wie eine stumme Liebeserklärung und irgendein wildes Biest schlägt stählerne Klauen in Thors Herz und reißt es genüsslich in Stücke.

Er ist sicher, dass es Loki nicht ganz recht wäre, wenn er ihn dabei erwischt – was „dabei“ auch immer sein mag – doch als er sich bemerkbar machen will, ist es bereits zu spät. Lokis Augen weiten sich und er zieht das Laken rasch über den verräterischen Gegenstand.

Das Laken wölbt sich noch verräterischer und Loki pflanzt auch noch ein großes Kissen darauf, bevor er sich an seinem Unschuldslächeln versucht, das er immer aufsetzt, wenn er etwas angestellt hat.

Das Lächeln ist jetzt aber eine schmerzerfüllte Grimasse. Loki gibt sofort auf und wendet den Blick ab.

Die Fetzen, die von Thors Herzen übrig sind, werden zu noch kleineren Fetzen verarbeitet – er kann es regelrecht spüren. Und während er es sonst nicht besonders mag, seinen Bruder zu beschämen (im Gegensatz zu gewissen anderen Leuten) und auch jetzt so getan hätte, als hätte er von der für Loki sicher peinlichen Anbetung des Helmes nichts bemerkt, kann er in diesem Moment einfach nicht anders, als sich von dem Schmerz ablenken zu wollen.

„Das“, er nickt zu dem Kissen und schenkt Loki ein unverschämtes Lächeln, „wird nicht mehr nötig sein. Jetzt darfst du das Original haben.“

Thor ist hingerissen, wie viel sein Bruder mit einem einzigen Blick zu sagen vermag. Lokis grüne Augen sind schon immer sehr ausdrucksvoll gewesen, ganz hell vor Glück, umwölkt und dunkel, wenn er vor sich hin brütet, wie sanfter Nebel, wenn er Thor zärtlich ansieht, gleißend vor Zorn oder Lust – da kann er sein Gesicht noch so neutral halten.

Nun stellt Thor fest, dass Loki offenbar imstande ist, nicht nur Gefühle, nicht nur Worte, ja nicht einmal nur Sätze, sondern ganze Absätze in einem Blick unterzubringen.

Und jetzt ist es ein extrem langer, giftsprühender Absatz, eindeutig ohne Punkt und Komma, mit der Kernaussage, dass Thor ein Idiot ist.

Thor strahlt; Loki ist eindeutig auf dem Weg der Besserung.

„Ja, ich habe dich auch vermisst, Bruder“, flüstert er.

Vergib mir, vergib mir, vergib mir…

Loki setzt sich mühsam im Bett auf, streckt die Arme nach ihm aus wie ein kleines Kind, das vor den Monstern unter dem Bett beschützt werden will und von Thors Herz ist nach diesem ganzen Zerfetzen eindeutig nur noch Staub übrig. Er kniet zitternd am Fußende des Bettes – und muss sich bloß damit begnügen, die Finger mit Lokis zu verschränken; die Heilerin rührt sich auf dem Weg zum Wachsein, weil ihre Hand von Lokis Rücken geglitten ist.

Thor sieht sich genötigt, seinen ganzen, nicht gerade geringfügigen Charme einzusetzen (aber da er auch sonst nach dem Prinzip klotzen, statt kleckern lebt, geht das schon in Ordnung), um den Drachen loszuwerden. Denn ja, er kann sich um Loki kümmern und natürlich wird er ihm seine Tränke zu den genau vorgegebenen Zeiten verabreichen und selbstverständlich wird er die Heiler alarmieren, sollte Loki erneut fiebern und gewiss wird er darauf achten, dass Loki viel Flüssigkeit zu sich nimmt, am besten nahrhafte Flüssigkeit und wird immer frische Säfte und Fleischbrühe kommen lassen.

Was er nicht laut ausspricht ist, dass er viel mehr als nur das tun würde, um es wieder gutzumachen. Dass er keine Sekunde lang die Augen schließen wird, bis sein kleiner Bruder wieder gesund ist.

Und dass er Loki festhalten und küssen will, bis sein Bruder ihm wieder glaubt, dass er ihn liebt.

Die Heilerin wirft ihm einen absolut humorlosen und geradezu beleidigend skeptischen Blick zu, als würde sie Thor nicht einmal zutrauen, sich um einen Eimer mit toten Fischen zu kümmern.

„Wüsste ich es nicht besser, könnte ich fast meinen, dass Ihr Euch meiner entledigen wollt.“

Von Loki ist ein leises Glucksen zu hören und Frigga, inzwischen ebenfalls (fast) wach lächelt der Frau zu, als sie sich verneigt und endlich die Tür von außen zumacht.

Frigga küsst Lokis Stirn zum Abschied; Thor kann deutlich erkennen, dass Loki sie ungern gehen lässt, als sie Thor mit sich und aus Lokis Hörweite zieht.

„Warst du bei deinem Vater?“, fragt sie dann leise und das Lächeln ist längst fort.

„Ja.“ Thor schluckt und weiß, dass er nichts hinzufügen muss, dass Frigga in seinem Gesicht lesen kann wie in einem offenen Buch.

„Ich vermute, dir hat er ebenso wenig erlaubt wie mir…“ Frigga ballt die kleinen Fäuste und setzt wieder an. „Die Angelegenheit spontan zu regeln. Er war gar nicht froh, mich in Rüstung und bewaffnet vorzufinden oder meine Frage zu hören, wann wir aufbrechen.“

Thor starrt seine Mutter nur an. Frigga, Göttin des Lebens. Die zwar die übliche Kampfausbildung genossen hat, Waffen jedoch ansieht, als würden sie ansteckende Krankheiten verbreiten und mehr Kriege verhindert hat, als Odin noch nachzählen kann.

„Er mir vorgeworfen, mit zweierlei Maß zu messen, dass ich anders reagieren würde, wäre nicht Loki betroffen und dass er die Zeiten vermisst, zu denen ich ihn noch zur Vernunft bringen musste und nicht umgekehrt. Nun, die vermisse ich ebenfalls.“

Thor blinzelt, davon überzeugt, dass Lokis seltsame Theorien, Paralleluniversen betreffend, doch stimmen müssen. Frigga strafft die Schultern und klatscht in die Hände, aufgesetzt munter.

„Ich lasse euch etwas zu Essen kommen und…“ Sie stockt und ihr Lächeln ist dieses Mal echt, als sie Thor betrachtet, der weniger als einen Wimpernschlag benötigt hat, um wieder an Lokis Seite zu sitzen, Lokis Finger in seinen. „Und euch beide allein. Hattet ihr vor, eurer Mutter auch noch irgendwann mitzuteilen, dass sie siamesische Zwillinge zur Welt gebracht hat?“

„Äh…“ Thor sieht seinen Bruder von der Seite an und dass sie Frigga belügen, beschämt ihn. Selbst, wenn er sie nicht direkt anlügt, sondern ihr bloß etwas Essentielles verschweigt.

Während Frigga verwundert aussieht; wahrscheinlich hat sie nicht vergessen, dass man Thor früher erst mit sanfter Gewalt überreden musste, auf seinen Bruder aufzupassen.

Was sich in den letzten Jahren gewaltig geändert hat (auch, wenn Loki noch immer auf seine Freunde eifersüchtig ist).

„Überbring auch Vater die freudige Nachricht“, entgegnet Thor und grinst möglichst dreist.

Loki drückt seine Finger und auch wenn er nicht sichtbar lächeln kann – Thor weiß, dass er es gerade tut. Wie immer stolz, wenn Thor auch nur ansatzweise Sarkasmus zeigt.

Frigga lächelt kopfschüttelnd, als sie die Tür hinter sich schließt. Thor ist froh, dass ihre Augen nicht mehr ganz so überschattet sind.

Und sogar noch froher, als köstliche Düfte die Ankunft der Diener – und ihres Essens – begleiten. Brühe und Strohhalm für Loki, aber für Thor, dem das Wasser im Munde zusammenläuft, gibt es knusprige, herrlich fette, gewaltige Bratenberge, die in noch mehr Fett schwimmen. Dazu werden auch frische Salate gereicht, aber wen interessiert schon Salat.

Thors Magen knurrt begeistert.

Lokis Magen knurrt bekümmert.

„Das Fleisch ist zu fettig“, schnappt Thor. „Nehmt das alles wieder fort.“

Die zwei Männer flüchten unter verwirrten Blicken und tiefen Verbeugungen. Und nehmen die göttlichen Düfte mit sich.

Loki hat die Hand zum Protest erhoben und lässt sie kraftlos wieder sinken. Der anbetende Blick, den Thor dann bekommt, ist ihm den Hunger wert.

„Was denn?“ Thor lächelt. „Ich esse wirklich zuviel, wenigstens nachts sollte ich es wohl lassen. Teilst du deine Brühe mit mir?“

Loki teilt nur zu gern, bevor er näher an Thor heranrutscht. Er beugt sich vor und betet die Stirn auf Thors Händen. Hitze steigt in Thors Wangen; die Geste ist wieder einmal viel mehr, als es die Etikette und der Respekt dem älteren Bruder gegenüber verlangen. Er seufzt lautlos, durchpflügt mit den Fingern tiefschwarzes Haar, bis Lokis Atem tief und regelmäßig fließt.



Thor ist dem Versprechen sich selbst gegenüber treu geblieben. Er wacht bereits seit zwei Tagen an Lokis Bettseite und hat sich keinen Augenblick Schlaf gegönnt, während Loki mehr schläft, als er wach ist, die Eintönigkeit nur von den regelmäßigen Besuchen der Heiler unterbrochen, die zumindest anfangs milde überrascht gewesen sind, dass Loki Thors Pflege überlebt hat („Ihr habt Lokis Bandagen allein gewechselt? Bei den Urgöttern, die sind sogar richtig angelegt…“). Oder Friggas („Nein, Mutter, ich habe wirklich keinen Hunger. Doch, Mutter, ich trinke wirklich gern Brühe. Und Fruchtsäfte. Ja, vor allem Fruchtsäfte.“). Wenn sie fort sind, nimmt Thor seinen eingestammten Platz wieder ein, wäscht weiße Haut sanft mit weichen Lappen, in duftendes Wasser getaucht oder ist ebenso zufrieden damit wie Loki, nur eng aneinandergeschmiegt dazuliegen.

Bis die Gedanken wieder darum zu kreisen beginnen, dass Thor nur ein wenig von Lokis Pein lindern, ihm aber nicht richtig helfen kann. Und zu seiner Verzweiflung können die Heiler es auch nicht.

Thors Ungeduld wächst und das nicht nur wegen der ganzen Brühe. Er liest so viel, wie in den ganzen letzten Jahren zusammen nicht, wenn er nicht gerade Lokis Finger hält, oder angespannt wie eine Bogensehne durch dessen Räume wandert.

Sein Bruder ist ein lebender, atmender Gegensatz: Er sät Chaos und lebt Ordnung. Seine Bücher sind besser sortiert als in der Altehrwürdigen Bibliothek. Seine Pergamentrollen liegen genau parallel zur Tischkante. Und würde Loki sich nicht gerade in fiebrigen Träumen unter zerwühlten Laken winden, wäre auch dessen Bett perfekt gemacht.

Dies ist der Grund, warum er seinen Bruder hierher gebracht hat – damit die eigene, pedantische Ordnung einen beruhigenden Einfluss auf Loki nimmt.

Und vielleicht auch, damit Loki ihm glaubt, dass er bei ihm sein will. Dass Loki nicht erst nach ihm suchen muss – so wie früher, als Thor sich nicht hat eingestehen wollen, was er empfindet, oder dass er seinen Bruder braucht wie die Luft zum Atmen. Feige darauf gewartet hat, dass Loki die Initiative ergreift.

Thor weiß, dass die Älteste Heilerin ihn auf die Welt geholt hat, deswegen zertrümmert er nicht das ganze Labor in den Heilkammern (und lässt auch niemanden enthaupten), weil er schon das dritte Mal hier ist. Ohne, dass er mit einer freudigen Nachricht für Loki zurückkehren kann. Oder zumindest mit einem kleinen Hoffnungsschimmer.

Oder wenigstens mit der Aussicht auf ein wenig Spaß („Nein, Sohn, du darfst noch immer niemandem den Schädel einschlagen. Nein, Sohn, selbst wenn die Schwarzalben deinen Bruder mit einem unumkehrbaren Fluch belegt haben und nein, Sohn, du darfst nicht nach Midgard reisen.“).

Draußen donnert es ohrenbetäubend und außerdem regnet es in Strömen, als Thor erneut Lokis Gemächer betritt, Verwünschungen vor sich murmelnd, Elektrizität in den Fingerspitzen knisternd und Haar auf Sturm gestellt.

Er bleibt jedoch wie angewurzelt stehen.

Loki liegt nicht mehr zitternd unter den Laken, in seinem unruhigen Schlaf wimmernd, sondern hat sich mit gekreuzten Beinen auf dem bequemen Lehnstuhl niedergelassen, nichts am Leib tragend außer einer leichten Hose und der engen Bandage um seinen Oberkörper (die Thor gewiss nicht an die anregende Korsage einer Maid erinnern sollte – und Lokis schmale Taille macht es nicht besser). Aufgeschlagene Bücher sind um ihn herum verstreut. So viele davon, als wolle er die ganzen verpassten Tage in Stunden nachholen.

Thor schluckt um den schmerzhaften Klumpen in seinem Hals herum, weil sein Bruder nur einen kühlen Blick und ein reserviertes Nicken für ihn übrig hat, bevor er sich erneut seinem großen, ledergebundenen Buch widmet. Er ist wieder einmal nicht der Bruder, den Loki verdient, denn er begreift erst jetzt, wie glücklich er mit einem hilflosen, anschmiegsamen und stumm um Zuneigung bettelnden Loki gewesen ist.

Doch jetzt macht die ablehnende Fassade seines Bruders überdeutlich klar, dass er nicht mehr erwünscht ist.

Die Fassade…

Thor schüttelt den Kopf über die eigene Dummheit; nach so langer Zeit sollte er Loki doch besser kennen. Loki schämt sich ob seiner Schwäche, schämt sich, Thor so verzweifelt gebraucht zu haben. So unterwürfig gewesen zu sein…

Wenn Lokis Problem dessen Würde ist… nun, Thor ist nur zu gern bereit, die wiederherzustellen. Auch wenn das einen unerträglich hochnäsiger Loki bedeutet – hinterher. Auf jeden Fall die bessere Wahl, als jetzt einfach fortgeschickt zu werden.

„Ich sehe, du bist beschäftigt, Bruder.“

Loki rollt die Augen gen Himmel, lässt Thor ein paar wohlgewählte Worte – auch wenn die stumm sind – über dessen Talent zukommen, das Offensichtliche festzustellen und vergräbt die Nase noch tiefer in dem verdammten Buch.

„Macht nichts“, sagt Thor schulterzuckend. „Ich kann ja warten.“

Er entledigt sich schon einmal seiner Rüstung und Waffen.

Loki wirft ihm einen irritierten Blick zu, liest dann aber weiter.

Als Thors Kleidung folgt, als unordentlicher Haufen auf dem Boden landet – alles davon – liest Loki nicht mehr. Thor unterdrückt resolut sein Lächeln, wirft sich auf Lokis Bett und streckt genüsslich die Glieder.

„… und ich kann mich selbst beschäftigen, bis du wieder Zeit für mich haben solltest.“

Thor lässt die Fingerspitzen um seine Brustwarzen kreisen, bis sie ganz hart und empfindlich sind, betrachtet seinen Bruder unter herabgesenkten Wimpern, um sicher zu gehen, dass er auch dessen ganze Aufmerksamkeit hat.

Und zieht dann die Knie an die Brust.

Das Buch fällt zu Boden.

„Was hast du, Bruder? Lies weiter, ich sagte doch, ich kann mich selbst beschäftigen… sehr, sehr ausführlich beschäftigen…“

Thor spreizt die Beine noch mehr und dann sich selbst mit beiden Händen, damit ja gar nichts mehr bloß Lokis Phantasie überlassen werden muss (er hat nie behauptet, ein raffinierter Verführer zu sein – oder einer, der es schafft, dabei nicht zu erröten). Und berührt sich dort, wo es sonst nur Loki tut, massiert zuckendes Fleisch träge mit dem Daumen.

Doch im Gegensatz zu Loki dringt er dann auch mit einer Fingerspitze ein, feucht von seiner eigenen Spucke.

Thor erlaubt sich nicht, die Augen zu schließen oder ob des seltsamen, fast schon unangenehmen Gefühls wie ein Weichling zu jammern.

Während Loki vom Lehnstuhl gleitet, auf Knien näher an das Bett herankriecht, die Augen lodernd wie grünes Feuer.

„Buch doch nicht interessant genug?“, spottet Thor und traut sich endlich, seinen Mittelfinger tiefer hineinzuschieben, Zähne zusammengebissen.

Sein Bruder ist aber offenbar darüber hinaus, sich noch mit verächtlichen Blicken revanchieren zu können. Und ein ganz klein wenig drückt es schon auf Thors Gewissen, dass er nun versucht, Loki mit den eigenen Waffen zu schlagen.

Ihn manipuliert.

Ob es auch zählt, wenn man das zu keinem bösen Zweck einsetzt?

Als Loki auf das Bett krabbelt, Thor noch immer so ansieht wie seinen Lieblingsnachtisch und erstickt stöhnt, ist es für Thor keine hübsche kleine Darbietung mehr, sondern echte Lust, die ihn härter und schneller stoßen lässt.

„Ah… ahh… AH! Das tut so gut… oh… bin ich etwa zu laut? Ich hoffe… ah! Ich habe dich nicht in deiner Konzentration gestört…“

Loki sieht ihn entnervt-gierig-bittend an und Thor kapituliert sofort, gibt das kleine Spiel auf, streckt die gerade nicht beschäftigte Hand nach seinem Bruder aus. Der keine Extraeinladung mehr braucht, um sich an Thors Brust zu werfen.

Thor küsst zusammengenähte Lippen und wie immer, wenn er das tut, unterdrückt er den Impuls, einfach loszuheulen. Wie gut, dass Loki es nicht bemerkt, weil seine Augen hingebungsvoll geschlossen sind, als er sich gezwungenermaßen unbeteiligt küssen lässt.

Die grünen Augen öffnen sich jedoch vor Überraschung, als Thor nach einer schmalen Hand greift und sie in unmissverständlicher Aufforderung zwischen seine Beine führt.

Er ist schon beschämend hart gewesen, weil Loki ihn nur angesehen hat, voller Wärme und Verlangen. Jetzt allerdings krallen sich seine Hände in die Laken, um nicht einfach zu kommen, weil Loki es diesmal endlich wagt, ihn zu durchdringen…

„AHH! Loki…!“

… und dünne, geschickte Finger mit erschreckender Präzision etwas in Thor finden, das süße, zähe Lust in seinen Unterleib fließen und ihn selbst beschämend spitze, kurze Schreie ausstoßen lässt.

„Bitte… mehr davon… mach Liebe mit mir, Bruder…“

Loki hebt jäh den Blick, Augen groß und glasig und ängstlich, zwei grellrote Flecken auf den Wangen.

Thor lächelt bloß benebelt und spreizt einladend die Beine. Das heißt, noch weiter als zuvor.

Lokis ersticktes Schluchzen, als er das Gesicht an Thors peinvoll harte Erektion schmiegt, krampft Thors Brust zusammen. Fast so sehr wie der kleine, unglückliche Laut, den Loki dann von sich gibt, als er noch weiter nach unten rutscht – und sich offenbar erinnert, dass er es jetzt nicht mehr kann. Thors Körper anbeten, ihn so lange küssen und lecken, dort, wo es ganz heiß ist und zuckt, bis Thor nur noch abgehackt keuchen und Loki anflehen kann, ihm die süße, kleine Zunge ganz tief hineinzustecken.

Was auch so ziemlich das Einzige ist, das Loki jemals in ihn gesteckt hat.

Aber das wird sich nun ändern, beschließt Thor, als er Loki erneut auf sich, zwischen seine Schenkel zieht und eine fiebrige Stirn küsst. Er hat lange genug gewartet, hat inständig bereut, seinen Bruder damals abgewiesen zu haben, der nach Thors Liebe so sehr gegiert, dass er sich ihm sogar angeboten hat. Was Thor ebenfalls abgelehnt hat, weil er seinen Bruder kennt. Seinen kleinen Bruder, der es einfach braucht, bestätigt zu werden. Die Kontrolle zu haben… Und Thor, der längst keine Bestätigung mehr braucht (erst recht nicht, was seine mühelose Maskulinität betrifft), hätte Loki schon längst schenken sollen, was er sich von ihm wünscht. Loki hat es seitdem nicht einmal mehr versucht, sich damit begnügt, Thors Körper mit Lippen und Händen anzubeten.

„Du musst nicht…“, bringt Thor heraus und lächelt absichernd, weil Loki ihn herzzerreißend verwirrt betrachtet. „Balsam…“

Thor tastet nach dem kleinen Tongefäß, die er neben Lokis Tränke und frische Bandagen auf das Ebenholztischchen neben dem Bett gelegt hat.

Es ist nicht da.

Thor runzelt die Stirn. Er hätte schwören können…

„Auch gut.“ Er grinst, als er an Loki hinabrutscht, bis sein Bruder rittlings auf seiner Brust sitzt und kümmert sich nicht um die wortlosen Proteste. Sondern küsst den feuchten Fleck auf der Leinenhose, dort, wo eine geschwollene Eichel sich durch den Stoff drückt, ohne die Augen von Lokis zu nehmen.

Er bekommt einen wortlosen, verblüfften Schrei als Belohung und einen noch lauteren, als er anfängt, an der Spitze zu saugen, blind über glatte Bandagen streicht, bis er die harte Kontur einer Brustwarze ertastet, die er sanft zwischen die Finger nimmt. Loki zischt und windet sich hilflos.

Ermutigt befreit Thor warme, samtige Haut von viel zu viel Stoff, nimmt die gerötete Härte tief in den Mund.

Er ist nicht ganz sicher, ob er den salzigen Geschmack mag, der seine Kehle benetzt. Er ist sich auch nicht sicher, was Loki immer daran findet, wenn er sich vor ihm auf die Knie wirft und ihn so gierig leer saugt, als wäre Thors Samen dessen Lebenselixier. Doch sein Bruder, der sich dunkel stöhnend über ihm zusammenkrümmt, lässt ihn noch eifriger lutschen und ermutigend nach schmalen Hüften greifen, weil Loki es nicht wagt, auch nur einen Fingerbreit tiefer zuzustoßen.

Und sich ihm dann auch noch entzieht, scharf durch die Nase atmend, die Stirn an das Kopfende des Bettes gepresst.

„Was hast du, Bruder?“, flüstert Thor rau.

Lokis Augen scheinen in der Düsternis des Raumes zu glühen, als er sie öffnet und Thor keucht auf unter der so selten offenen Emotion, die sich in den grünen Iriden widerspiegelt. Liebend und bittend. Und schmerzerfüllt, als Lokis sich selbst erbarmungslos quetscht.

Thor lockert behutsam Lokis Griff, leckt sich die Lippen und öffnet sie dann, anbietend, gleitet mit der Zungenspitze über die weit aus der Vorhaut ragende Eichel, drückt sie in den kleinen Schlitz.

Und schluckt gehorsam den bitteren Samen – Unmengen davon – den Loki ihm schon im nächsten Augenblick schenkt, über ihm zitternd und wimmernd, lässt die besitzergreifende Geste nur zu fügsam zu.

Thor öffnet die Arme ganz weit, als Loki kraftlos zusammensinkt und ignoriert die eigene Pein – oder die Gewissheit, dass irgendeine Vene gleich platzen wird.

Ebenso wie die Pein in seiner Schulter, weil das ein wirklich unbequemes Kissen ist und warum in Muspelheims Namen liegt da ein Steinbrocken in Lokis Bett? Thor greift unter bestickte Seide und blinzelt die gesuchte Tondose an.

Loki hebt alarmiert den Blick, als Thors Finger ihr beruhigendes Streicheln einstellen, erfasst sehr schnell die Situation und Thor muss sich rasch auf die Lippen beißen, um angesichts des unschuldig-schuldigen Ausdrucks nicht zu lachen.

„Muss irgendwie runtergefallen sein“, sagt Thor hilfsbereit, seufzt lautlos unter dem anbetend-dankbaren Blick und verzichtet darauf, seinem kleinen Bruder eins auf den Hinterkopf zu geben.

Weil Loki gefälligst sagen soll, was er sich von ihm wünscht (Thor weiß, dass sein Bruder es auch wortlos ganz gut kann) anstatt zu versuchen, es durch Tricks zu bekommen. Was Thor niemals herausgefunden hätte – wäre Lokis Magie nicht versiegelt, hätte er den Gegenstand wohl einfach verschwinden lassen.

„… aber da es zum Glück wieder da ist…“ Thor drückt ihn in Lokis Hände und lächelt nervös, nicht ganz überzeugt, auch gut genug angefeuchtet zu haben.

Lokis Finger sind noch sanfter als sonst. Thor verzichtet abermals darauf, seinem kleinen Bruder eins auf dem Hinterkopf zu geben, weil er ihn so behandelt, als bestünde er aus Glas.

Was Loki oft tut, direkt bevor er Thors Hirn zu Mus verarbeitet.

Thor zischt und wirft den Kopf zurück, als weiche Fingerkuppen, glitschig mit der öligen Substanz aus dem Tongefäß, über seine Brustwarzen streichen wie ein Versprechen. Dann werden sie jäh gnadenlos gedrückt.

„Bruder… bitte… bitte…!“

Loki hat die Behutsamkeit scheinbar vergessen, gräbt die Nägel in die empfindlichen Spitzen, streichelt sie, kneift sie hart, bis sie zwischen seinen öligen Fingern herausschlüpfen, und wieder, und wieder, bis Thor nur noch mit wortlosen Schreien betteln kann. Sich unter schlanken Fingern windet, die sich zwischen seine Beine stehlen, ihn massieren, mehr von dem warmen Balsam verteilen, neckend in ihn eindringen.

Neckend und irgendwie demütigend und doch lässt Thor seinen Bruder mit ihm machen, was er nur will, nach einem Blick in verschleierte grüne Augen.

Die ihm jetzt zur Abwechslung nur sehr wenig zu sagen haben.

Ich liebe dich.

Und als Loki endlich den Mut aufbringt, ihm das auch zeigen zu wollen, ist Thor schon so willig, dass er kaum Schmerz empfindet. Loki dringt mühelos in ihn ein und Thor lässt ihn tief zustoßen, unterwirft sich ganz seinem jüngeren Bruder, einem Körper, der viel schwächer als sein eigener ist. Hält sich mit beiden Händen offen für Loki, der sich auf dem Bett aufstützt und ihn hart und bestimmend reitet.

Thor ist nur noch imstande, leise zu schniefen, zusammenhanglose Anfeuerungen zu stammeln – und kraftlos zu lächeln, weil Loki an seinem Durchhaltevermögen noch arbeiten sollte. Er lauscht dem süßen Stöhnen, sieht hingerissen zu, wie hübsche, zarte Gesichtszüge sich in Ekstase verziehen, spürt, wie warme Feuchtigkeit sich in ihm ergießt.

Loki lässt Thor keine andere Wahl, als ihm einfach zu folgen, zähen Samen zu verspritzen, als er seine Hüften kreisen lässt, seine erschlaffende Erektion diese Stelle drückt, die Thor ganz weich und willenlos macht in den Armen seines Bruders.

„Aah! AH! Loki… ich will dich… ich brauche dich… “

Loki weint bloß lautlos und schlingt die Arme um ihn. Schutzsuchend, wie damals, als sie noch Kinder waren, obwohl sie sich jetzt nackt und verschwitzt umarmen, nachdem sie sich so heftig geliebt haben.

„Ich brauche dich so sehr… ich liebe dich… vergib mir…“

… dass ich dich nicht beschützt, dich alleingelassen habe…“

Loki krallt sich noch mehr an ihm fest und Thor gibt sich redliche Mühe, die Tränen nicht fallen zu lassen und versagt. Er küsst den süßen Mund anbetend, den er vielleicht nie wieder richtig spüren wird.

Und kann nur noch dümmlich starren…

… nein, das kann nicht sein…

… als schwarzglänzendes Metall schwach aufleuchtet.

Thor blinzelt und wähnt sich einer Sinnestäuschung erlegen. Lacht bitter über sich selbst, weil er für einen winzigen, lächerlichen Moment geglaubt hat, seine Küsse könnten Lokis Magie wieder entfesseln.

Fiebrig glänzende Augen blinzen ihn fragend an, aber Thor schüttelt den Kopf, begnügt sich damit, eine bequemere Position für sie beide zu finden – in der nicht einmal die dünnste Schwertklinge noch zwischen ihnen Platz finden würde.

„Schlaf, Bruder… schlaf, mein Geliebter.“



TBC
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon Ria » 29. Jul 2011, 21:33

Porn! :midi27: XD

Ok, ok, liebevoller, einvernehmlicher Sex - aber trotzdem Porn ;)

Stimmt aber, die Flügel hätte ich wirklich so nicht erwartet ;) Kommt da noch mehr? Ich fand die Szene sexy und ein wenig schade, dass du das mehr oder minder nur am Rand erwähnt hast.

Dafür waren die Bandagen schön ausführlich eingebaut *höhö*

Wirklich süß, wie Thor sich kümmert und aufpasst. Und auf den Braten verzichtet. Das ist wahre Liebe, ich sags dir. Ich wüsste nicht, ob ich so ein Opfer bringen könnte. xD

Aber es ist irgendwie süß, wie schüchtern die beiden immer noch sind, irgendwie. Ich mein, da kennen sie sich so gut und wissen manchmal immer noch nicht, wie sie miteinander umgehen sollen. Aber sie lernen es ja. Beide. Auch wenn ich denke, dass Loki der Komplizierter ist. Thor ist da ja relativ gradlinig.

Immerhin, zum Ende finden sie ja doch wieder so zusammen, wie sie zusammen finden sollen ;)

Auch interessant, dass Sex/Liebe die Naht zum Leuchten bringt. Sex soll ja eh gesund sein, von daher gar nicht so abwegig, dass Loki dadurch geheilt wird ^^ Bin gespannt ;)
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon BlackPriestess » 30. Jul 2011, 10:32

Ich bin froh, dass der liebevolle, einvernehmliche Sex nicht der totale Squick war ^.~ Ich hatte echt Zweifel, ob ich so etwas gar Schockierendes hochladen sollte... oO

Nun ja, wenn ich hier nicht noch seltsamere Veränderungen Lokis einbringen wollte, als im Mythologie!Canon eh schon, mussten halt Thors Helmflügel dran glauben ^^. Uiii, convenient!Helmflügel XDD Ich weiß gar nicht, was ich ohne die angefangen hätte. Und du hast recht, war wohl zu kurz. Ich müsste mal schauen, was man noch damit anfangen kann.

*gg* Ich habe schon geahnt, dass dir die Bandagen gefallen könnten, ich hatte mich schon drauf gefreut, wo ich den Kink bekommen habe ^.~

Ja, sie kennen sich so gut, aber eben als Brüder und Vertraute. Diese Ebene ist nochmal eine andere und da stellen sie sich so ungeschickt an wie andere Verliebte auch XD Und Loki hat es mit Thor tatsächlich einfacher als andersrum. Loki lügt ja auch ganz gern und Thor kann ihn nicht immer durchschauen. Jetzt kann er es, aber Loki ist auch gerade ziemlich geschwächt und die raffinierte Trickserei klappt da nicht so gut XD

Mmmh, Sex ist nicht unbedingt der Schlüssel bei der Sache ^^

So, ich lese gerade drüber, finde natürlich zig Wortwiederholungen und verschluckte Verben und gaaahhh. Dürfte aber trotzdem gleich on sein, mit den Restfehlern, die ich übersehen habe XD
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