Das Gold am Ende des Regenbogens (KnB, Spoilerwarnung)

Das Gold am Ende des Regenbogens (KnB, Spoilerwarnung)

Beitragvon Glorfindel » 3. Jan 2015, 18:10

Insgeheim nennt Nijimura sie seinen persönlichen Regenbogen.

Das hier wird also mein Beitrag zur Challenge. :) Bevor wir anfangen, ein paar Dinge vorweg:
Wie im Titel bereits erwähnt habe ich Kuroko no Basuke als Fandom gewählt, vorsichtshalber mit Spoilerwarnung für den Teikō-Arc. Diese Story spielt im ersten Mittelschuljahr der Wunderkinder (Januar bis März), und dann logischerweise von April bis Dezember in ihrem zweiten Schuljahr. Ansonsten viel Headcanon und wenig Canon und die Kapitel können und werden wohl in ihrer Länge variieren, je nach dem, wie viel ich zu erzählen habe.
Alternativ findet ihr die Story auch auf FanFiktion.de und irgendwann demnächst auch auf Animexx.

Für die, die im Fandom sind: Puremine is the best Aomine. :herz: :D

Ich werde nicht jeden Monat so früh dann sein wie diesen. Viel Spaß!




1. Blau

Insgeheim nennt Nijimura sie seinen persönlichen Regenbogen. Der Grund dafür ist eigentlich leicht zu erkennen, wenn man sie nur ansieht: Sie strahlen blau, grün, rot und violett und manchmal sieht Nijimura in ihnen wirklich nur ihre Farben.
Nun gut, um ehrlich zu sein fehlt ihm für einen Regenbogen noch das Gelb. Und Kuroko, der blass und beinahe farblos ist, passt nicht wirklich in die Reihe, ebenso wenig wie Haizaki. Aber Nijimura ist gewillt, ein Auge zu zudrücken, denn wie viele Menschen auf der Welt können wohl von sich behaupten, einen Regenbogen zu besitzen?
Vermutlich ist er der einzige.
„Es ist kalt“, stellt Murasakibara überflüssigerweise fest.
Wenn alle Regenbögen so sind wie seiner, würde es ihn kaum wundern, wirklich der einzige zu sein.
„Na so eine Überraschung“, stichelt Haizaki. „Wer hätte das geahnt?“
„Auch wenn es nicht überraschend ist, ist es dennoch eine Tatsache, Haizaki-kun“, sagt Kuroko und vor seinem inneren Auge sieht Nijimura alles eskalieren. Haizaki holt schon wieder Luft und macht den Mund auf, um noch mehr zu provozieren.
„Es ist gut“, grollt Nijimura und knetet seine eiskalten Finger. Täuscht er sich, oder fangen sie an, vor Kälte blau zu werden? Er bereut, dass er keine Handschuhe dabei hat. „Was für einen Eindruck wollt ihr hinterlassen? Du ganz besonders.“ Sein Blick bohrt sich in Haizakis, der fast trotzig zurückstarrt, aber immerhin bleibt er still. Nijimura atmet erleichtert aus und kleine Atemwölkchen bilden sich vor seinem Gesicht.
Verdammter Winter. Murasakibara hat recht: es ist kalt. Für Januar kommt es ihm fast zu kalt vor, aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass der Winter bisher sehr mild war. Nur im Januar sind die Temperaturen rapide gesunken, weit unter null Grad - es hat sogar ein bisschen geschneit - und Nijimura ist sich deshalb ziemlich sicher, dass seine Finger wirklich vor Kälte blau anlaufen und er sich das nicht nur einbildet.
Wenn diese Bahn endlich käme, wäre alles nur halb so wild.
„Es ist kalt“, sagt Murasakibara erneut. „Kuro-chin.“
„Du hättest dir Handschuhe anziehen sollen, Murasakibara-kun“, antwortet Kuroko. „So bist du selbst schuld.“
Murasakibara jammert noch ein bisschen, aber er jammert nuschelnd in seinen Schal und Nijimura, der die Gruppe aus dem Augenwinkel heraus beobachtet und dabei seine Finger knetet, versteht kein Wort. Vielleicht ist es besser so.
Keiner von ihnen sieht aus, als wäre er besonders glücklich über dieses Wetter. Akashi und Midorima verziehen gar keine Miene, um ehrlich zu sein, aber Nijimura erkennt ihre Stimmung trotzdem. Haizaki sieht aus, als wäre er bereit, die Welt kurz und klein zu schlagen, Murasakibara jammert und Kuroko, wenngleich sein Gesicht ziemlich ausdruckslos wirkt, hat sich so tief in seiner Jacke und seinem Schal vergraben, dass er fast verschwindet.
Der einzige, der aussieht, als wäre das Leben ein einziges, großes Geschenk, ist Aomine, dem die Kälte anscheinend absolut nichts anhaben kann. Beneidenswert. Wirklich beneidenswert. Vermutlich sieht er so glücklich aus, weil er stolz auf die Leistung ist, die er im heutigen Trainingsspiel erbracht hat.
Nijimura kann ihm das kaum verübeln; wenn Teikōs erste Mannschaft sein persönlicher Regenbogen ist, dann strahlt Aomines kräftiges Blau im Moment heller als die anderen. Er halt als erster gelernt, sein Talent zu nutzen, und jetzt darf es ihm nur nicht zu Kopf steigen. Aber dafür ist Nijimura hier: als Captain wird er schon dafür sorgen, dass die Firstyears ihre Köpfe nicht zu hoch in die Wolken stecken.
Bei manchen von ihnen hat er allerdings ein bisschen Sorge, ob seine Taten Erfolg haben werden. Haizaki stichelt schon wieder.
„Hör auf“, nuschelt Murasakibara in seinen Schal, und dann: „Ich werde dich zerquetschen.“ Eine Phrase, die Nijimura in letzter Zeit öfter von ihm hört. Er macht sich aber kaum Gedanken darüber, denn Murasakibara ist merkwürdig, selbst verglichen mit den anderen Firstyears.
„Mach doch“, erwidert Haizaki.
Wenn er eine Farbe wäre, dann wäre er grau, hatte Nijimura irgendwann im Verlauf des Jahres über ihn gedacht. Ein unruhiges Grau, nicht schön, aber auffällig und aufdringlich.
Und er stichelt weiter.
„Suchst du Streit?“, mischt Aomine sich irgendwann ein. „Kannst du haben!“
„Was willst du machen, one-on-one gegen mich spielen?”
Nijimura räuspert sich vernehmlich, aber grade, als er sie zurechtweisen will, wird ihre Bahn angekündigt. Er belässt es bei einem strafenden Blick und tatsächlich kehrt Ruhe in die Gruppe ein.
Über eine einfahrende Bahn war er trotzdem noch nie so glücklich wie in diesem Moment, und als er in den überheizten Waggon steigt, wirft er einen Blick auf seine Finger - ja, inzwischen sind sie definitiv blau vor Kälte. Es ist ein kaltes, schmerzhaftes, sehr ekliges Blau, nicht so kraftvoll wie das, in dem Aomine strahlt, und nicht zum ersten mal wird ihm bewusst, dass er den Winter eigentlich hasst.
Lass dich von mir nicht stören. Ich häng hier nur so rum und töte 'n paar Balrogs.

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Re: Das Gold am Ende des Regenbogens (KnB, Spoilerwarnung)

Beitragvon Glorfindel » 27. Feb 2015, 10:38

Herzlichen Willkommen zum zweiten Kapitel! Die Farbe kennt ihr wohl alle, und welche Prompts ich gewählt habe, werdet ihr auch herausfinden. :) Viel Spaß!

PS: Mein Headcanon, dass Nijimura keine Handschuhe mag, ist übrigens ein hartnäckiger Bastard. |D

PPS: Das dumme an Challenges mit Zeitbegrenzung ist, dass du irgendwann keine Zeit mehr hast, um das Kapitel so zu schreiben, dass es die gefällt. Deshalb gibt's heute mal keine handlung, viel Spaß. xD




2. Blaugrün

Nijimura nennt sie seinen persönlichen Regenbogen, weil sie eigentlich noch sehr viel mehr sind, als nur ihre außergewöhnlichen Haarfarben. Auch ihre Persönlichkeiten schimmern bunt und in allen Facetten und dabei sind sie so gleich und doch so verschieden, dass er manchmal nicht sicher ist, wie er ihnen allen gerecht werden soll.
Kann er wahrscheinlich gar nicht - aber darüber ist er sich auch nicht sicher.
Manchmal ist Nijimura sich nicht mal sicher, ob er sie überhaupt mag - aber doch, eigentlich tut er das schon. Sie sind in Ordnung, oder zumindest könnten sie schlimmer sein; auch wenn, Gott bewahre, er mit diesen Worten kein Unglück beschwören will.
Warum er darüber nachdenkt, während er morgens in der U-Bahn steht und zur Schule fährt, weiß er selbst nicht. Um sich abzulenken, belauscht er die Mädchen, die neben ihm stehen und offensichtlich auch auf die Teikō gehen. Sie scrollen auf ihren Smartphones und quietschen immer wieder den Namen irgendeines Typen, der anscheinend auch auf die Teikō geht. Das ist nicht wirklich viel besser und deshalb hört er recht schnell wieder weg.
Aber zwischen den Gedanken an seinen Regenbogen und dem Quietschen der Mädchen, die grade Statusnachrichten dieses Typen auf Twitter kontrollieren, kommt ihm die Fahrt zur Schulen sehr viel länger vor als sonst.
Als er die überfüllte U-Bahn endlich verlassen kann, schlägt ihm eiskalter Wind entgegen und damit ist es draußen kaum angenehmer als drinnen. Dabei ist das Wetter eigentlich schön, die Sonne scheint und nach einem Blick in den Himmel schmerzen seine Augen, so strahlend blau ist es dort oben - aber es ist auch so kalt, dass es selbst tagsüber friert und missmutig stopft er die Hände in seine Jackentaschen.
Er mag den Winter wirklich nicht. Immer noch nicht.
Vielleicht sollte er sich angewöhnen, Handschuhe zu tragen. Aber um ehrlich zu sein mag er auch die nicht und deshalb ist er froh, als er das beheizte Schulgebäude betritt und die Türen hinter ihm zufallen. Die kalte Luft bleibt draußen, aber in der Wärme prickelt und beißt die Kälte auf seinen Wangen und das ist auch nicht besser. Nicht wirklich, zumindest.
Aber es wird besser und als er seinen Klassenraum betritt, nimmt er seinen Schal ab und fühlt sich nicht mehr ganz so eklig wie draußen in der Winterkälte. Als der Unterricht beginnt, fühlt er sich schon fast wieder aufgewärmt, und bis zum Mittagessen ist der Tag eigentlich ganz in Ordnung - fast gut, könnte man sagen.
Zum Mittagessen trifft er dann allerdings zum ersten Mal den Regenbogen - inklusive Haizaki und Kuroko. Sie sitzen an einem Tisch und essen, beziehungsweise sollten essen: stattdessen haben sie sich mal wieder in den Haaren. Haizaki provoziert, Midorima kritisiert ihn, Murasakibara jammert und isst anscheinend nicht richtig, denn Midorima kritisiert ihn ebenfalls und der Rest der Gruppe springt irgendwie auf die Mischung daraus an.
Nijimura schwankt zwischen zwei Extremen: entweder, er geht zu ihnen und stampft sie in den Boden, oder er dreht sich um und tut so, als würden sie nicht existieren. Er kann sich für nichts von beidem so wirklich entscheiden - aber dann denkt er, dass es wahrscheinlich besser ist, wenn er sie ignoriert. Zumindest für seinen Gemütszustand.
Solange ihr Verhalten kein schlechtes Licht auf den Basketballclub wirft, kann es ihm auch eigentlich egal sein, was sie in ihrer Freizeit tun - oder eben in ihrer Mittagspause. Und wenn doch irgendwann der Tag kommen sollte, an dem ihr Verhalten auf ihn zurückfällt… Nun, dann wird er ihnen eine Lektion erteilen, die sie so schnell nicht mehr vergessen werden.
Heute dreht er ihnen jedoch einfach den Rücken zu – aber als er mit seinem Mittagessen zu seinen Klassenkameraden an einen Tisch möchte, muss er an ihnen vorbei. Sofort kehrt Ruhe ein und sie grüßen sogar höflich, aber Nijimura hat für sie trotzdem nur einen genervten Blick übrig,
Eigentlich, denkt er trotzdem in diesem Moment, sind sie wirklich ganz okay – es könnte zumindest schlimmer sein, aber das ändert auch nichts daran, dass sie viel zu nervenaufreibend sind, um sie jeden Tag ertragen zu müssen.
Lass dich von mir nicht stören. Ich häng hier nur so rum und töte 'n paar Balrogs.

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Re: Das Gold am Ende des Regenbogens (KnB, Spoilerwarnung)

Beitragvon Glorfindel » 31. Mär 2015, 23:34

Ich habe einen Prompt ein bisschen großzügiger ausgelegt... Zählt das? xD
ICH BIN NOCH PÜNKTLICH! Btw. :D




3. Grün

Sie sind wie ein Regenbogen, weil Nijimura sich manchmal fühlt wie sieben Tage Regenwetter, wenn er Zeit mit ihnen verbringen muss. Und das liegt nicht nur daran, dass sie nicht immer wirklich gut miteinander auskommen - damit kann Nijimura leben, denn niemand von ihnen ist in der ersten Mannschaft, um Freunde zu finden. Sie sind hier, weil sie gut sind.
Dass sie gut sind, macht sie zu Rivalen.
Dass sie Rivalen sind bedeutet, dass sie nicht nur den Rest des Teams immer wieder übertrumpfen, sondern auch sich gegenseitig.
Sie sind Monster.
Von Aomine hat Nijimura das schon länger gewusst, denn Aomines Blau strahlt seit Wochen und Monaten heller als die Farben der anderen - aber inzwischen ziehen sie wieder mit ihm gleich und für Nijimura, Captain und Senpai, bedeutet das, dass sie anfangen, ihn hinter sich zu lassen.
Es ist kein akutes Problem. Er weiß, dass er gut spielt, er kann mit ihnen mithalten - noch. Aber wie lange noch?
Er beobachtet ihr Wachstum mit Argwohn, denn wenn es so weiter geht, bedeutet das, dass er selbst irgendwann auf der Strecke bleibt - und es überrascht ihn selbst, wie gelassen er dem entgegen sieht. Es stört ihn nicht einmal.
Denn er betrachtet sie als ihr Captain, und als solcher ist es in seinem Sinne, wenn ihre Leistungen sich verbessern. Solange sie gewinnen, wird er sich nicht beklagen. Solange sie gewinnen, darf er das wahrscheinlich auch gar nicht.
Und sie gewinnen immer.
Es ist Midorima, der im Moment besonders auffällt. Seine Farbe ist grün, kräftig wie das Blätterdach des Waldes. Er zieht mit Aomine gleich. Wenn er in einem offiziellen Spiel seine Würfe im Korb versenkt, ist das Stadion mucksmäuschenstill, als wären sie alle sprachlos.
Manchmal ist Nijimura auch sprachlos und wie er damit umgehen soll, weiß er nicht. Denn realistisch betrachtet wird er nicht mit ihnen mithalten können; oder zumindest nicht mehr lange. Der Tag wird kommen. Er verbessert sich auch, durchaus, das weiß er, aber sie verbessern sich rasant. Ihre Fortschritte sind sichtbar. Jeden Tag.
Und auch, wenn Nijimura es einerseits als positiv ansieht, weil er als Captain stolz auf sein Team sein kann, hat die Medaille doch noch eine Kehrseite. Eine, die einen bitteren Nachgeschmack in seinem Mund hinterlässt, wenn er darüber nachdenkt, was dieses Wachstum für ihn und für den Rest des Teams bedeutet. Denn die Monster werden das Maß aller Dinge auf der Teikō werden und jeder wird an ihnen gemessen werden. Im Sport ist das nur natürlich. Er weiß das. Und irgendwie ist es dann doch ein bisschen leichter zu ertragen.
Es sind Gedanken, die man nicht haben sollte, wenn man auf dem Rückweg von der Schule ist. Nijimura möchte eigentlich nur nach Hause und die Monster hinter sich lassen, zumindest gedanklich. Zumindest bis zum nächsten Tag.
Er starrt finster auf die rote Ampel, bis aus ihr eine grüne Ampel wird und dann eilt er über die Straße, die Hände in den Jackentaschen, untergehend in einem Meer aus Menschen, weil er nicht dazu bestimmt ist, strahlend zu sein. Er hat keine Farbe - er wüsste zumindest nicht, welches es sein sollte. Normalerweise stört ihn das nicht, weil er eigentlich weit über solchen Dingen stehen kann, aber heute ist einer dieser Tage, an dem sich dieser Gedanke einfach nur beschissen anfühlt.
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