Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Beitragvon Alice » 4. Jan 2015, 02:15

Das Fandom das ich mir ausgesucht habe ist Transformers (Prime) ^.^ xD
Ich weiß im Grunde nicht was ich hier großartig sagen oder vorwarnen soll, weil ich mich hier zum ersten Mal in diesem Forum bewege :D Man möge mir also verzeihen :D

Inhaltsbeschreibung:
Jeden Monat eine Farbe & ein Thema, wenn man so will. Mein Beitrag zur Rainbow-Challenge. Transformers Prime-Universe. Weil mir die Vorstellung gefällt, dass ein gewisser Con jetzt auf der "richtigen Seite" steht, wird es sich auch meistens um ihn drehen ;D Enthällt in diesem Sinne Spoiler zu «Predacon Rising».

Kapitel + Vorwort:
Happyness is hard to recall. Its just a glow.
Frank McCourt






Er hat noch nie Schnee gesehen. Das heißt, er hat Schnee noch nie fallen sehen. Natürlich ist auch er bereits dazu genötigt worden, sich bei Eiseskälte solange den eigenen Hintern abzufrieren, bis sein sonst so glänzendes Äußeres Risse bekommen hat aber er hat Schnee definitiv noch nicht zu Boden rieseln sehen. Wie denn auch? Die meiste Zeit hat er in Jasper, Nevada verbracht, wenn er auch nur einen Fuß aus der Nemesis ins Freie gesetzt hatte. Für gewöhnlich schneit es in diesem elenden Ödland nicht.
Knock Out legt den Helm in den Nacken und blinzelt reflexartig, als eine der weißen Flocken direkt in seinem Gesicht landet.
„Du hast noch nie Schnee fallen sehen, oder?“ Smokescreens enthusiastische Stimme dringt zu ihm hindurch.
Achja. Ihn hat Knock Out zeitweise vergessen. Auch wenn das tatsächlich kaum möglich ist. Smokescreen ist ungefähr so zurückhaltend und ruhig wie ein tollwütiger Chihuahua. Vielleicht ein bisschen weniger aggressiv und lächerlich. Natürlich ist diese Sichtweise übertrieben, aber man merkt, dass der Jüngere bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch der neue Rekrut gewesen ist.
Mal abgesehen davon, dass Knock Out keinen Grund erkennen kann, weshalb ausgerechnet Smokescreen und er selbst in das schneeweiße Nichts beordert worden sind, ist alles gut. Der Aston Martin ist nicht schüchtern – nein, wirklich nicht – aber mit Ratchet auf der Erde, ist Knock Out eigentlich davon ausgegangen, für immer die Krankenstation zu hüten. Dass ihm dies auch eigentlich lieber gewesen wäre, daran will der rote Ex-Con lieber nicht denken. Selbst wenn er die Seiten gewechselt hat, würde er immer noch die Variante vorziehen, bei der er seinen eigenen Lack nicht riskieren muss. Egal wie viel Frieden ohne jegliche Decepticons herrscht.
Knock Out hat den kleinen Verdacht, dass man ihn möglicherweise absichtlich hierher vertrieben hat. Ob es nun aus Mitleid geschehen ist, oder aus der Tatsache heraus, dass man ihm noch immer nicht komplett traut, obwohl langsam aber sicher alles anfängt einen geregelten Gang zu gehen, er ist nicht freiwillig hier. Und er ist sich nicht mal sicher, ob er es gut oder schlecht finden soll.
Smokescreen ist eine angenehmere Gesellschaft als beispielsweise Ratchet. Das hat Knock Out bemerkt, direkt nachdem er seine insgeheimen Eifersüchteleien gegen den Jüngeren großzügig aus dem Weg geräumt hat. Trotzdem heißt das nicht, dass sie direkt beste Freunde sind... Oder dass Knock Out in dieser Eislandschaft sein will...
„Natürlich habe ich schon Schnee gesehen!“, schnappt Knock Out in gewohnter Manier und stampft weiter durch das kalte Weiß, das langsam damit beginnt, sich an seinen Füßen festzusetzen.
...Nur nicht in der Form, fügt er in Gedanken hinzu.
Smokescreen zuckt in einer Geste die etwas zu menschlich wirkt die Schultern und überholt Knock Out. „Hm, ich hab noch nie wirklich Schnee gesehen“, gibt er unbekümmert zu, so als würde er kein Wässerchen trüben können.
Gerade fragt Knock Out sich, warum sie nicht direkt gefahren sind, als sein Begleiter den Anschein macht gezielt auf etwas zuzustapfen. Es handelt sich um eine Fläche auf dem Boden, die von verschneiten, blätterlosen, dürren Bäumen umringt ist. Der Schnee liegt außen herum, als hätte man ihn angehäuft und vereinzelte Fußspuren befinden sich darin. Die Fläche selber ist üppig und eierförmig. Sie schimmert zart hellblau in einem winterlichen Glanz. Ein gefrorener Teich.
Smokescreens Optiken nehmen einen neugierigen Glanz an, als er unmerklich beschleunigt und erinnern Knock Out an einen kleinen Sparkling. Einen kleinen Sparkling mit Kanonen und ausgerüstet mit dem Phase Shifter...
Unter normalen Umständen hätte Knock Out es ihm gegönnt diesen Fehler zu begehen, aber da die Möglichkeit besteht, dass der Jüngere in das eiskalte Wasser einbricht... Will er mal nicht so sein.
„Smokescreen...-“
Eigentlich hat er ihn warnen wollen, er sei zu schwer für das Eis. Doch der Neuankömmling der Autobots hat bereits das gefrorene Nass betreten. Zu Knock Outs Überraschung gibt es noch nicht einmal ein kleines Knacken von sich.
Der glänzende Aston Martin stellt sich an den sicheren, schneebedeckten Rand des festgefrorenen Teiches und verschränkt die Arme.
Ein Grinsen ziert Smokescreens metallene Gesichtszüge. „Was wolltest du sagen?“, noch ehe sein Gegenüber zum Sprechen ansetzen kann, unterbricht er ihn erneut: „Was stehst du da so herum, K.O.? Angst deinen Lack zu zerkratzen?“
Bei dem Klang des unfreiwilligen Spitznamens – den Smokescreen ständig bevorzugt, statt seinen richtigen Namen zu nennen – brummt Knock Outs Motor verärgert auf. „Was machst du da überhaupt?“, beschwert er sich und beobachtet den Jüngeren, der inzwischen angefangen hat, ein wenig zu unkontrolliert für seinen Geschmack, mit den Sohlen auf dem glatten Untergrund herum zu rutschen...
„Ich erkunde neue Umstände! Wahh!“
Smokescreen schreit leise auf und rudert mit den Armen, allerdings kann ihn das nicht davor bewahren, eine Bauchlandung zu vollführen. Das befriedigende Rums, das Smokescreens schwerer Körper bei der Landung verursacht ist Balsam für Knock Outs Audio-Rezeptoren...
Erst blinzelt Smokescreen ein wenig peinlich berührt, dann versucht er aufzustehen. Er rutscht erneut und landet auf seinem Hinterteil.
Hilfesuchende, strahlend blaue Optiken treffen auf Knock Outs rote, die ein belustigtes Grinsen in sich bergen. Tatsächlich ist der Aston Martin kurz davor, den jüngeren auszulachen. Aber ein wenig Selbstbeherrschung und Stolz hat er noch.
„Hey, lachst du mich aus?! Hilf mir lieber!“ Smokescreen schmollt wortwörtlich. Er tut etwas, von dem Knock Out nicht einmal gewusst hat, dass Cybertronier dazu in der Lage sind.
Der Ex-Decepticon macht eine abfällige Geste in Richtung des gefrorenen aber trotzdem malerisch glänzenden Wassers. „Das kannst du vergessen. Da stell ich mich nicht drauf. Hilf dir selbst, Smokey.“
„Du Diva!“, stichelt Smokescreen, wobei das Unschuldige in seinem Gesicht abnimmt und einem provokanten Ausdruck Platz macht.
„Ich bin ja wohl eine Schönheit! Da darf ich eine Diva sein. Und das Eis wird uns unmöglich beide aushalten“, verteidigt Knock Out sich, überheblich.
„Jetzt komm schon, willst du da festfrieren? Oder willst du dass ich und mein Hinterteil hier festfrieren? Sei nicht so kalt... Du frierst dir schon keinen ab!“ Ein breites Grinsen taucht nun auf dem Gesicht des Jüngeren auf.
„Das waren die schlechtesten Wortwitze, die ich je gehört habe.“
Patsch. Eine Weile lang verdeckt strahlendes, undurchdringliches Weiß Knock Outs Sicht, bis er das Material wegwischt und feststellt, dass es feuchter Schnee ist... Woher hat Smokescreen den hergeholt?! „Jetzt hilf mir!“ Wenn dieser Satz nicht so sehr nach Verzweiflung geklungen hätte, würde Knock Out es beinahe für einen Befehl halten.
So verzieht er aber nur das Gesicht widerwillig und setzt sich in Bewegung, bevor der kindische Idiot ein weiteres Mal ausholen kann.
Smokescreen sitzt ziemlich weit in der Mitte fest und Knock Out hat eigentlich vorgehabt, ihn so schnell wie möglich zu erreichen, damit er das hier schnell hinter sich bringen kann. Allerdings schafft er es nur zwei Schritt weit, bevor er mit einem Aufschrei selbst auf dem „Hosenboden“ landet... „Smokescreen!“ Glücklicherweise fangen die Reifen, die seinen Rücken zieren den Aufprall ab und stellen dazu noch ein gutes Polster da. Trotzdem liegt Knock Out für ein paar Sekunden unbeweglich da und checkt in Gedanken, ob er sich irgendwelche Kratzer eingefangen haben könnte...
Ein Kichern etwas weiter links von ihm zieht seine Aufmerksamkeit auf sich.
„Was gibt es da zu lachen?“, knurrt Knock Out verärgert und versucht Smokescreen mit seinem bloßen Blick zu erdolchen. Tatsächlich haben es noch nicht viele gewagt, sich über sein phänomenales Aussehen lustig zu machen... Knock Out hat sich geschworen dafür zu sorgen, dass es auch so bleiben würde.
Smokescreen prustet. „Du siehst aus, wie eine Schildkröte die auf dem Rücken liegt.“
Augenblicklich nimmt er einen gelangweilten Gesichtsausdruck an, beinahe enttäuscht. „Warum soll mich das Aussehen eines dämlichen Erden-Tieres interessieren?“
„Na hoffentlich kommst du wieder auf die Beine!“, erwidert Smokescreen, nach wie vor leicht kichernd.
Knock Out wendet den Blick ab und überlegt eine Weile, bevor sich ein schadenfrohes Grinsen auf seinem Gesicht breit macht. Er streckt einen Arm in Smokescreens Richtung. „Nein. Ich komm nicht mehr hoch.“
„Hä?“, gibt dieser verwirrt zurück.
Knock Out dreht den Kopf in Smokescreens Richtung und lässt es sich nicht nehmen, den Bot lasziv anzugrinsen. „Ich komme nicht hoch, ohne mir selbst Kratzer zu verpassen. Und das werde ich ganz sicher nicht. Hilf mir.“
„Ist das dein Ernst?“ Der Jüngere lässt erschöpft den Kopf sinken.
Dann sieht es so aus, als wäre der Elan zurückgekehrt und er kämpft sich auf die Knie. „Gut... aber nur damit das klar ist: Wenn ich es schaffe, uns beide hier herunter zu rollen, hab ich was gut bei dir!“
Knock Out findet, dass das Kind in Smokescreen gerade eben wieder an das Tageslicht gekrochen ist. „Also schön. Du darfst mich auch weiterhin K.O. nennen, wenn es sein muss“, erlaubt er großzügig.
Smokescreen stöhnt genervt auf, verbannt diese Großspurigkeit aber lieber wieder, solange er sich darauf konzentrieren muss, nicht erneut hinzufallen. Schließlich schlittert er mehr in Knock Outs Richtung, als dass er geht. Für einige Sekunden glaubt er, es tatsächlich unbeschadet zu schaffen und sein Spark hüpft stolz vor sich hin.
Knock Out kann aus dem Augenwinkel sehen, wie der Jüngere in seine Richtung rutscht.
Dann passiert es. Smokescreen verliert das Gleichgewicht. Knarz! Das allein, ist schon ein beunruhigendes Geräusch. Platsch...
„WAAAAAAHHHH!“
Nun ja... Schlacke.
Knock Out schafft es den Spark-Infarkt zu verdrängen, der ihn gerade befallen hat und springt auf. Die Anspannung macht es ihm leichter als gedacht, nicht auch auf das Eis aufzuschlagen.
Smokescreen ist soeben im Eis eingebrochen, und das bedeutete er und seine Schaltkreise könnten sich in der Kälte den Tod holen. Und das bedeutete, dass Bumblebee ihn umbringen würde. Und Arcee. Und Bulkhead. Und Ratchet. Zweimal. Dann würden sie seinen Lack zerkratzen, nur um ihn dann wieder umzubringen!
Er weiß nicht genau wie er es tatsächlich geschafft hat so nah an des Loch zu kommen aber er greift ohne zu überlegen hinein. Der erleichternde Gedanke, dass Smokescreen wenigstens nicht untergehen kann, weil er viel zu groß für einen menschlichen See ist, erfasst Knock Out, als er in Sekundenschnelle etwas metallenes unter seinen Klauen spürt, dass er mit einem kräftigen Ruck zurück an die Oberfläche befördert.
Mit einem nassen, schweren Geräusch landet Smokescreen wenig später im Schnee, am Rand des Teiches, Baches, Sees, oder um was auch immer es sich verflucht noch mal handelt.
Als Smokescreen die Optiken öffnet, fühlt es sich in seinem Prozessor so an, als hätte irgendwas ihm einen kurzen Schlag verpasst... Das Erste, dass er wahrnimmt ist etwas glänzend Rotes, das beinahe schon blendet...
„Smokescreen!“, schreit das glänzend rote Ding ihn an.
„Anwesend?!“
Knock Out gönnt sich den Moment der Erleichterung. Er wird nicht drei Mal getötet werden, und sein Lack wird auch nicht leiden müssen.
„K.O.?“
„Wer sonst?!“, fährt Besagter den jüngeren Mech an.
„Hast du mich rausgezogen?“
„Nein, das hier ist ein Traum. Du liegst noch auf dem Grund des Sees.“ Die Stimme des Ex-Cons trieft vor Sarkasmus.
„ECHT?“, ruft Smokescreen tatsächlich beunruhigt aus.
„NEIN, DU... ach vergiss es.“ Knock Out fühlt sich ausgelaugt und erschöpft. Als er mal näher darüber nachdenkt, fällt ihm auf, dass er dieses Gefühl noch nicht kennt.
„Ich dachte du wolltest deinen Lack beschützen?“, kommt es nach einer Weile von Smokescreen.
Sofort weiten sich die glühend roten Optiken entsetzt. „PRIMUS! Sieh dir diesen Kratzer an! Ich hasse dich! Ich hätte mich für mein Äußeres entscheiden sollen!“
Smokescreen hat sich zwar auf eine ähnliche Reaktion gefasst gemacht, immerhin kennt Knock Out in Bezug auf sein Äußeres kein Halten, dennoch klingt der Aston Martin, als prange eine wahre Tragödie auf dem sonst so glänzend polierten Rot. Smokescreen stützt sich widerwillig auf seine Ellenbogen und inspiziert den Riss, der sich über Knock Outs Seite zieht.
„Man, ist das Teil groß...“ Die Worte sind über seine Lippen gekommen, bevor ihm klar wird, dass er die Stimmung des narzisstischen Ex-Cons womöglich gerade zusätzlich verschlechtert hat.
Knock Out schickt ihm einen giftigen Blick.
Der Aston Martin lässt seinen Blick frustriert schweifen. Der See und die Bäume sind das Einzige, das sich weit und breit in Sichtweite befindet. Er legt den Helm schief. Wenn man das Loch, dass nun im Eis klafft ignoriert, sieht es noch so malerisch aus, wie zuvor. Das gefrorene Wasser glänzt im Licht der Nachmittagssonne.
„Hey...“
„Was?“, gibt Knock Out noch etwas gereizt zurück.
„Du fängst ja schon beinahe an, wie ein Autobot zu denken.“ Der freudige, aber auch stichelnde Unterton in Smokescreens Stimme ist nicht zu überhören.
Knock Out fährt herum. „Sag so etwas nie wieder! Und wenn du es sagen musst, gib mir so sanft wie möglich die Kugel. So dass ich selbst im Ableben noch gut aussehe, klar?“
Knock Out weiß selbst nicht genau, warum er sich so vehement dagegen wehrt, nachdem er groß getönt hat, dass er Teil des „Gewinnerteams“ sein will und wird. Vielleicht gerade deshalb. Knock Out ist als Decepticon erschaffen worden und hat den Großteil seines Lebens auch so verbracht. Und vermutlich ist er es noch irgendwo, im Grunde seines Sparks. Trotzdem kann er sich nicht daran erinnern, jemals seine Ruhe gehabt zu haben. Jemals irgendwo gesessen zu haben, ohne aufmerksam darauf achten zu müssen, nicht von Kopf bis Fuß verkratzt zu werden.
Er ist bei Weitem kein Engel aber er kann auch nicht leugnen, dass er nun einmal dabei ist, sich anzupassen... Herzensgut wird er nie sein. Trotzdem...
„K.O.?“
„Was?“
„Mir ist echt kalt...“
Die Erinnerung an das gerade eben Geschehene kehrt wieder in seinen Prozessor zurück und Knock Out wendet sich wieder zu Smokescreen. Er unterdrückt das kopflose „Achja...“ und mustert den Bot, der im Schnee liegt und dem gerade womöglich sämtliche Schaltkreise zufrieren. „Wir sollten dich möglicherweise zurück ins Warme bringen. Du weißt schon. Bevor du festfrierst“, erklärt Knock Out in gewohnter Manier.
Noch ein letztes Mal blickt er zurück. Jetzt geht ihm ein Licht auf. Er hat sich noch nie derart... erleichtert gefühlt. Glücklich? Vielleicht. Nein, definitiv. Er hat einen sehr lange andauernden Krieg überlebt. Auch wenn ihm die meisten anderen Mechs mit genügend Misstrauen entgegen treten, sie haben wenigstens nicht versucht ihn hinzurichten.
Ja, es ist definitiv Glück. Auch wenn das warme Gefühl, dass innerhalb seines Sparks zu existieren scheint momentan nur leicht zu bemerken ist.
„K.O...“
„Jaja!“, gibt er zurück, um zu symbolisieren, dass er sich nun sattgesehen hat.
Smokescreen verzieht das Gesicht. Dieser Tonfall kommt ihm unangenehm bekannt vor. Irgendwie scheint dies so eine Medic-Sache zu sein. „Werd niemals so griesgrämig wie Ratchet, ja?“
Knock Out erzeugt einen abfälligen Laut. „Ja, ganz sicher.“


04. 01. 2015



Sooooo das war mein Januar-Kapitel ^w^ Ich hoffe es trifft auf Interessenten oder zumindest Kenner von dem Fandom :P
Bis Ferbuar
LG Alice :lol2:
Alice

Re: Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Beitragvon Aliced » 4. Feb 2015, 22:04

Hey-Yo und willkommen zurück im Februar :D
Diesmal habe ich es geschafft alle Prompts mit hineinzunehmen, aber wie man dem Titel entnehmen kann, habe ich mich so gut es eben geht auf eines spezialisiert
Viel Spaß und ich hoffe natürlich, dass wir uns im März wiederlesen :)








Excuse me while I kiss the sky.
- Jimi Hendrix





Blauer Planet. Knock Out lässt einen Laut entweichen, der sehr an ein Schnauben erinnert. Die Luft entfleucht stoßartig aber eher an einer anderen Stelle. Blauer Planet. So nennen die Menschen ihre Erde, für die sie sich, seiner Meinung nach nun wirklich einen besseren Namen hätten einfallen lassen können. Warum nicht gleich Planet Dreck? Oder Planet Staub. Planet Staub würde sehr gut zutreffen, zumindest wenn er daran denkt, was er größtenteils von diesem Ödland gesehen hat...

Cybertron ist vom Weltall aus gesehen grau gehalten, mit leuchten blauen Schlieren und Zacken, die sich von dem Grau abheben. Trotzdem ist noch keiner von ihnen auf die dämliche Idee gekommen, Cybertron deshalb den Spitznamen „Grau-Blauer Planet“ zu geben.

Wenn der Aston Martin sich gerade nicht in seiner Automobil-Form befinden würde, hätte er das Gesicht verzogen. So eine komische Idee ist eben typisch Mensch. Sie finden heraus, dass ihr Planet in seinen eigenen Flüssigkeiten vor Jahrtausenden bereits abgesoffen wäre, gäbe es die Schwerkraft nicht. Und dies ist dann auch noch einen Namen wert, der sogar noch recht feierlich klingt. Knock Out will lieber gar nicht erst wissen, was genau diese Menschen anstellen würden, würden sie herausfinden, dass der Erdkern nicht aus glühend heißer Lava, sondern einem Ur-Decepticon besteht.

Er fährt ein kleines Stück, rollt aber eher, als dass er fährt. Spürt die Straße, die quälend langsam unter seinen Reifen knirscht. Das war einfach bei Weitem nicht seine Mindestgeschwindigkeit. Eher das komplette Gegenteil.

Vermutlich würden sie das vermeintliche Ausmaß des ganzen Chaos auf Twitter und Facebook posten, bevor sie überhaupt dazu bereit wären, vor der Gefahr zu flüchten. Und dann würden sie sich wahrscheinlich in irgendeine stickige, alte U-Bahn-Linie quetschen und hoffen, schnell von A nach B zu kommen. In dieselbe U-Bahn, die bereits beim alltäglichen Berufsverkehr, zusammen mit Bus und Straßenbahn, aus allen Nähten platzt.

Knock Out hat noch nie verstanden, was – zumindest für die Bewohner dieser Wüsteneinöde Jasper, Nevada – so schwer daran ist, sich ein schnelles Auto – oder zumindest ein optisch ansprechendes – zu finanzieren, um damit zur Arbeit zu fahren. Es ist ja fast so, als würden sie es sich alle absichtlich kompliziert machen.

Ach... Da gibt es noch etwas, das der Sportwagen weniger ausstehen kann, als Herumzugurken oder langsame Fortbewegung: Warten.

Wie lange, soll er seine Zeit hier noch verschwenden?

Er beginnt sich ernsthaft zu fragen, ob er an der Erde überhaupt etwas positives finden könnte und warum er überhaupt eingewilligt hat, sich schon wieder hier zu langweilen, wo er doch die genau gleiche Zeit in Cybertron auf der örtlichen Krankenstation totschlagen könnte.

Nun, die Horrorfilme sind ganz nett – aber nichts, dass Knock Out schmerzlich vermissen würde, sollte er sie nie wieder sehen können. Außerdem befinden sich natürlich immer Menschen in den Haupt- und Nebenrollen. Menschen, die absolut keinen Sinn für Schönheit zu haben scheinen, wenn es nach ihm geht.

Er merkt selbst, wie er beginnt, langsame Ringe zu fahren und es ärgert ihn im selben Moment.

Wenn er sich jetzt beeilt und gründlich über die ganze Sache nachdenkt, findet er vielleicht einen Grund, die Schuld jemand Anderem zuzuschieben. Zwar wird es die Zeit nicht schneller verstreichen lassen aber dies hatte ihm schon immer geholfen, sich zumindest ein bisschen besser zu fühlen.

In erster Linie, ist es ohnehin Arcees volle Schuld. Aber warum hat er selbst sich nicht einfach einen anderen Zeitpunkt aussuchen können, um sich bei der Femme einzuschleim...- seinen Namen reinzuwaschen?

Und dazu ist sie noch unverantwortlich. Knock Out ist ein ehemaliger Decepticon. Ob ex oder nicht, irgendwo ist Con, immerhin immer noch gleich Con. Ihn einfach so mit einer zusätzlichen Aufgabe zu betrauen, ganz nach dem Motto „Wenn du schon mal dabei bist...“! Während sie sich noch auf ihrem Heimatplaneten aufhält, könnte der Ex-Con dem Menschenwurm – genauso wie seiner geliebten Mutter und dem nicht unbedingt vollschlanken Special Agent – Primus weiß was, antun...!

Er wird es nur nicht. Weil Arcee sonst erst Knock Outs Lack gepflegt über einen gesamten Teppich aus Schmiergelpapier ziehen und ihn anschließend massakrieren würde, sollte dem Jungen etwas zustoßen. Aber die Femme muss ja nicht wissen, dass Knock Out in der Hinsicht ein wenig Angst vor ihr hat.

Vielleicht weiß sie es aber auch schon und hat ihn deshalb so unbekümmert von dannen ziehen lassen.

Knock Outs Motor heult genervt auf, ohne dass er es so wirklich verhindern kann, als er sich Smokescreens genaue Worte noch einmal in Erinnerung ruft. Vermutlich wissen sie noch nicht einmal, dass der Sportwagen diesen Satz mitbekommen hat. »Warum nicht, Arcee? Der Junge ist stabiler als er aussieht und er war mir gegenüber ein echt guter Fremdenführer!«

»Und deshalb soll ich einen narzisstischen Ex-Con auf Jack loslassen?« Die Stimme der Autobot-Femme klingt mehr als skeptisch, jedoch kann man auch die Sorge problemlos heraushören.

»Wir alle wissen, was mit denjenigen passiert, die Jack auch nur ein Haar krümmen. Außerdem weiß ich, dass du ihm eins auswischen willst! Mach dir die Hände nicht schmutzig und lass es den Jungen erledigen. Ich bin mir ziemlich sicher, ihm fällt was ein.«

Eine Zeit lang herrscht Stille, bevor Arcee dem Autobot-Rekruten ihre Antwort mitteilt. »Gut. Aber sollte Jack nur ein Haar gekrümmt werden...-«

»...darfst du Knock Out mit Freuden durch den nächsten Schredder jagen«, versichert Smokescreen in einer Manier, die dem besagten Sportwagen so gar nicht gefallen will. Eher wird es Mord und Todschlag geben, als dass er das zulässt.



Knock Outs Motoren legen frustriert erneut los, sich akustisch bemerkbar zu machen.

Und jetzt steht er trotzdem hier, inmitten der unerträglich warmen Wüstensonne, die so stark auf ihn herunter strahlt, dass er um seine Politur fürchten muss, die sicherlich in den nächsten fünf Minuten damit beginnen würde, abzublättern, wenn er nicht vorher endlich fortfahren kann...

»Beweg dich. Jemand wie ich hat nicht den ganzen Tag Zeit...«, knurrt der Ex-Con in sich hinein. Und das, obwohl er weiß, dass dieser elende Fleischling sich vermutlich absichtlich die nicht vorhandene Zeit lässt.

Knock Out wirft einen wütenden Blick in den Himmel, soweit es ihm in seiner Automobil-Form möglich ist. Ursprünglich, um diese furchtbare Sonne so lange mit eisernem Blick zu erdolchen, bis sie nachgibt und hinter der nächsten Wolke verschwindet. Leider will das verdammte Ding ihm den Gefallen nicht tun.

Kurz ist der Ex-Con geblendet, bevor er freie Sicht hat. Wenn er es sich recht überlegt, gibt es da doch etwas, dass er zumindest dem Äußeren nach entsprechend schön findet. Der Himmel über der Erde. Der Himmel über Cybertron ist eindrucksvoll aber ebenso farblos, grau. Hier strahlt der Himmel in einem kräftigen, ungetrübten Hellblau. Beinahe malerisch.

So ungern er das auch zugibt (und bei dem Gedanken kichert er humorlos auf), dieser dreckige Planet hat wohl doch etwas minimal Bewundernswertes an sich.

Als er hört, wie die Haustür sich geradezu widerwillig öffnet, beschließt Knock Out großzügigerweise den Geräuschpegel seines Motorengeheuls auf ein zufriedenes Schnurren zu beschränken und beobachtet die Person, die auf ihn zugeschlurft kommt voller Unschuld.

Ein absolut unzufriedenes Haustier...-

Ein absolut unzufriedener Mensch, Jack Darby genannt, starrt ihn aus großen, glasigen, blauen Augen an. Darunter bilden sich dicke Augenringe, die bereits selbst Augenringe entwickeln. Eine Weile lang mustert Knock Out die primitive Lebensform und die Lebensform mustert still zurück. Dann blinzelt der Menschenjunge und fragt mit schwacher Stimme: »Hast du eine Ahnung, wie spät es ist?!«

Knock Out schnaubt verächtlich. »Es ist nicht so, als würde ich mich um eure Vorstellung der Zeitrechnung kümmern, Haustier.«

»Jack. Ich heiße Jack und ich bin ein Mensch!«, seufzt der Junge, bevor er sich um seinen nächsten Satz zu unterstreichen mit einem Pong nach vorn fallen lässt. »Es ist 8:00 Uhr morgens. An einem Sonntag. Warum machst du so einen Krach?«

»HEY! Nimm deinen Kopf von meinem Lack! Das gibt Beulen und Sabberflecken!«

»Nicht dass ich daran irgendwelche Zweifel gehabt hätte... Aber du bist schlimmer als Arcee, früher. Definitiv schlimmer.«

Mit reichlich Kopfschmerzen denkt Jack an die ersten Tage zurück, die Arcee unfreiwillig in seiner Garage verbracht hat. Das Motorbike hatte ihn ebenfalls mit lauten Motorengeräuschen aus dem Schlaf gerissen, um zu signalisieren, dass sie heraus wollte. Aber Arcee hat in seiner Garage gestanden, wohingegen Knock Out sich aus Prinzip geweigert hat. Sein kostbarer Lack würde in der engen Kiste Schaden nehmen... Hinzu kommt noch, dass Arcees Motor wesentlich leiser geklungen hat...

Jack will sich gar nicht ausmalen, wie viele seiner Nachbarn gerade wütende Blicke aus ihren Fenstern werfen und versuchen, ihn damit zu erdolchen. Wenigstens sind die Fensterscheiben des Aston Martins getönt, so dass man nicht sehen kann, dass auf dem Fahrersitz kein Mensch sitzt. So werden sie nicht ihm die Schuld geben und ihn nicht mit alten Stiefeln abwerfen.

Seine Mutter allein, ist alles andere als begeistert gewesen, den glänzend roten Sportwagen und Ex-Decepticon vor ihrer eigenen Haustür verweilen zu wissen. Knock Out macht sich nicht gerade Freunde.

Knock Out dämmert gerade, dass Arcees Liebling etwas am Körper trägt, das sich Schlafanzug nennt. Und das bedeutet, dass er in dieser Hitze noch weiter vergangen wäre, womöglich für Stunden, bis er endlich wieder nach hause können würde.

»Siehst doch eh überall gleich übertrieben aufpoliert aus. Macht keinen Unterschied«, fügt die niedere Lebensform nuschelnd hinzu.

Knock Out will nicht glauben, was da an seine Audio-Rezeptoren gelangt. »An mir ist alles einzigartig und stilvoll!«

Als ein leises Schnarchen ihn erreicht, traut der Ex-Con seinen „Ohren“ erst recht nicht mehr und beschließt, seinen teuren Motor erneut zu benutzen, um diesen Menschen aufzuwecken.

Ein andauerndes Ruckeln fährt durch Jacks Gesicht. Blinzelnd und gähnend öffnet er die Augen und bemerkt erst zu spät, dass die Beifahrertür aufschwingt und er seitlich nach vorn kippt. Der Schwarzhaarige landet eher unbequem im Sitz des Sportwagens und hört eine Autotür hinter sich zuschlagen.

Wäre er nicht so müde, würde er vielleicht panischer reagieren...

Es ist Knock Out inzwischen auch egal, ob die niedere Lebensform namens Jack Darby, an dem Arcee so viel liegt sein Innenleben voll- oder auf seine Polster sabbert. Hauptsache er würde in der Basis die Erlaubnis des Jungen – die er dank Smokescreen jetzt benötigt – in Petto haben, wieder nach hause zu gelangen. Und wenn er auch in einem unseriösen Schlafanzug steckt! Der Aston Martin wird keine Sekunde länger auf einem Staubball verschwenden und Arcees Haustier babysitten... Auch wenn Smokescreen möglicherweise an eine Art der Resozialisierung gedacht hat...
Aliced

Re: Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Beitragvon Alice » 7. Apr 2015, 16:49

Sorry für die minimale Verspätung aber hatte leichte Probleme beim Hochladen xDDDD









Let your life lightly dance on the edges of time, like dew on the tip of a leaf.
- Rabindranath Tagore



Der Wald.

Das ist noch so eine Sache, mit der er sich höchstens halb anfreunden kann.

Während Knock Outs Reifen durch die teilweise matschige, teilweise trockene Landschaft kurven, ist er dazu in der Lage diese winzig kleinen Mücken tatsächlich auszumachen, die um ihn herum schwirren. Zweifelsohne merkt dieses Ungeziefer, dass hier etwas faul ist. Er kann zwar nicht genau sagen, ob es an ihm im Allgemeinen liegt, oder der Tatsache, dass ein glänzend roter Sportwagen durch den Wald tuckelt aber es ist auch vollkommen egal.

Wie man es auch dreht und wendet, das Ungeziefer ist bereits jetzt um einiges schlauer, als die menschliche Rasse, die sich auf diesem Planeten vor hunderten von Jahren durchgesetzt hat... Albern, wenn man es mal genau bedenkt.

Gestochen werden, kann er aufgrund seiner metallenen „Haut“ zwar nicht aber trotzdem würde Knock Out es am liebsten so schnell wie möglich aus dieser Insektenfalle hinausschaffen. Der Gedanke, noch mehr Ungeziefer aus seinem Kühlergrill puhlen zu müssen, behagt dem Aston Martin nicht besonders. Langsam wird es Frühling, auf dem Planeten Erde und die Natur scheint jetzt wieder zum Leben zu erwachen. Leider schließt dies diese Mistviecher, die permanent um ihn herum schwirren ganz und gar nicht aus.

Es ist definitiv eine eher schlechte Idee gewesen, herzufahren. Aber im Nachhinein ist man schließlich immer schlauer. Alles, was er hatte tun wollen, war dem Stress mal für eine Weile zu entkommen, wenn es sich dabei auch nur um ein paar Klicks handelt. Jetzt, da Ratchet sich die Zeit temporär wieder auf Cybertron vertreibt und der ältere Medical Officer nun einmal dafür bekannt ist, unter einem ausgewachsenen Kontrollzwang zu leiden, gibt es drüben ohnehin nicht viel, dass Knock Out noch tun kann, ohne dass ihm seine Instrumente gleich wieder aus den Händen gerissen werden... Eine Unverschämtheit eigentlich. Trotzdem weiß der Ex-Decepticon, dass es ihm nichts bringen würde, würde er sich dagegen zur Wehr setzen. Eher das genaue Gegenteil. Knock Out hat das dumpfe Gefühl, dass er auf einer Art Hochseil balanciert. Der kleinste Fehler könnte dazu führen, dass er letztendlich mit einem Schrei auf dem harten Boden aufkommt und bewegungsunfähig gemacht wird. Er kann sich denken, dass er sofort wieder der böse Con sein würde, der den Bots Schaden zufügen will. Möglicherweise nicht mal in Ratchets Optiken, aber in denen jedes kleinen Rädchens, das zufällig an Ort und Stelle ist. Und die kleinen Rädchen sind nun mal besonders wichtig. Vor allem wenn sie einen schlechten Eindruck von jemandem haben und die allgemeine Meinung beeinflussen könnten...

Also hat er sich zurückgezogen. Die nächstbeste Erdbrücke ist gut genug gewesen und so ist er irgendwo in einer Kleinstadt, in der Nähe eben dieses Waldes ausgekommen. Rückblickend betrachtet, ist es wirklich nicht die beste Idee gewesen, sich freiwillig in dieses insektenverseuchte Fleckchen Grün zu begeben, dass die Menschen Natur nennen. Allerdings hat dieser Ort weitaus ruhiger gewirkt, als die Kleinstadt gleich daneben. Knock Out hat sich schlicht und einfach vorgenommen, niemandem zu erzählen, wo er sich aufgehalten hat. Vielleicht nur im äußersten Notfall. Möglicherweise. Aber vorerst braucht niemand zu wissen, an was für einen lächerlichen Ort er sich freiwillig zurückgezogen hat.

Der Sportwagen kommt zum Halten. Wenigstens hatte das Insektenloch neben unzähligen Trampelpfaden für Menschen, auch noch weiträumigere Flächen zu bieten, so dass er sich nicht den Lack aufkratzen muss. Trotzdem würde er zu gern seinen Alt-Mode verlassen. Allerdings weiß er, dass dies reichlich Ärger geben kann, sollte ihn irgendjemand sehen. Einer der Nachteile, seiner neuen Lebensumstände. Für so gut wie alles braucht er eine Erlaubnis und er steht ebenfalls unter strikteren Regeln... Insgeheim kann er diese Vorsicht nachvollziehen aber er verzieht trotzdem jedes Mal abfällig das Gesicht, wenn er daran erinnert wird. Trotzdem... Knock Out war keiner der angsteinflößenden Transformer. Das ist er schon damals, unter Cons nicht gewesen. Aber seine Erscheinungsform würde immer noch ausreichen, um diese Viecher zu verjagen – da ist er sich sicher.

Die Menschen nennen es Natur... Knock Out schnaubt kurz. Zugegeben: Etwas das derartig aussieht, gibt es auf seinem Heimatplaneten nicht. Es gibt nicht einmal etwas, dass sie wirklich „Natur“ nennen. Es existieren tierähnliche Cybertronier und ebenfalls Dinge die mit viel Einfallsreichtum und Kreativität an Pflanzen erinnern können, nur eben, an eine eher cyberformierte Version davon. Trotzdem ist sie essenziell und mehr als nötig für diesen Planeten. Kein Leben auf Erden wäre des Lebens in erster Linie fähig, sobald man ihnen beispielsweise die Bäume entreißen würde, die sie mit Sauerstoff versorgen. Trotzdem würde er es nicht eintauschen, hätte er die Wahl. Der Boden ist die meiste Zeit über matschig und... nun ja, erdig! Diese ekelerregende Form des Drecks bleibt nur allzu leicht an ihm kleben und verursacht ein ungepflegtes Äußeres, bei dem es ihm jedes Mal kalt den Rücken hinunter läuft. Jetzt gerade kann er diese halbflüssige Pampe unter seinen Reifen fühlen und das allein, behagt ihm schon gar nicht. Er wird es trotz aller Widrigkeiten aber aushalten müssen. Er weiß, dass er es schaffen kann. Dreck unter den Reifen ist im Moment einfach besser, als freiwillig nach Cybertron zurückzukehren und unbeabsichtigt einen Streit vom Zaun zu brechen.

Jepp, sags dir noch ein paar Mal öfter selbst vor, dann hältst du es hier vielleicht länger aus, als 10 Erden-Minuten... Ih., spricht seine innere Stimme aus den hintersten Weiten seines Prozessors zu ihm.

Knock Out mag eine große Klappe haben wenn es drauf ankommt, und er mag ebenfalls dazu in der Lage sein, so viel Gift zu verspritzen wie gerade nötig... (Wie gehabt; Wenn es darauf ankommt!) Aber gleichzeitig muss er immer daran denken, dass es sein endgültiger, sozialer Selbstmord wäre, eben genau dies zu tun. Wenn ihn auch manche Bots für beschränkt halten mögen (was am Rande gesagt, ganz und gar nicht stimmt! Höchstens seine eigene Arroganz steht ihm ein wenig im Weg, das gibt er ja selbst zu...), so blöd ist er in seinem langen Leben nicht. Welches ihn bestimmt nicht erwarten würde, sollte er sich ungeahnt viele Feinde machen, die ihn ohnehin schon misstrauisch beäugen...

Über ihm raschelt es. Das Geräusch dringt scharf an seine Audio-Rezeptoren. Vermutlich, weil der Klang relativ neu für ihn ist und der Sportwagen sich ohnehin schon fehl am Platze und unwohl fühlt. Knock Out transformiert sich so leise wie eben möglich und sein Blick schießt nach oben – die Optiken zusammengekniffen. Er würde es nie zugeben, aber in diesem Moment wünscht er sich eine dieser lächerlichen, menschlichen Erfindungen: eine Sonnenbrille. Natürlich auf seine Größe abgestimmt. Die Sonne strahlt ihm unbarmherzig entgegen und blendet ihn. Hoffentlich kann er nicht erblinden, so wie diese Erdenwürmer, sollten sie zu lange hineinstarren... Knock Out könnte sich für diese Überlegung selbst ohrfeigen. Er ist ein Medic. Natürlich weiß er, dass das nicht möglich ist!

Nach und nach schieben sich quälend langsam wieder die Wolken vor den Feuerball im Weltall und geben die Sicht frei – allerdings muss Knock Out erst tatsächlich ein paar Mal blinzeln, um das nervtötende Weiß aus seinem Sichtfeld zu vertreiben.

Die Blätter der Baumkrone sind leuchtend und saftig grün, und schwingen zum Wind der durch eben diese Baumkrone weht hin und her, als würden sie tanzen. Nur dass der Aston Martin nirgendwo Musik ausmachen kann. Achja... Es ist Frühling. Normalerweise kümmert Knock Out sich nicht um irgendeine der Zeitunterteilungen der Erdbewohner aber gerade in diesem Moment fällt es ihm einfach ein. Erst nach einer Weile bemerkt er, wie das allgemeine Blätterdach über ihm an manchen Stellen stärker, an manchen weniger wackelt und sich schließlich ein hässliches, pelziges, kleines Gesicht zeigt und ihn aus winzigen, schwarzen Kulleraugen anstarrt, als würde es nicht genau wissen, wie es jetzt mit der Situation umgehen soll...

Knock Out erwidert den Blick des Viehs resigniert. Er ist gerade nicht in der Stimmung eine Online-Suche zu starten aber wenn er sich nicht täuscht, müsste dieses Ding „Eichhörnchen“ genannt werden. Ein gewöhnliches Waldtier, wie so viele. Braunes Fell, buschiger Schweif und eine geradezu absurde Balance. Winzig. Unbedeutend.

Als könnte es ihn hören plustert es geradezu die Backen auf und legt den Kopf schief. Redest du mit mir, du Trampel?

Der Aston Martin kann nicht fassen, dass er dem Mistvieh gerade eine eigene Stimme zugestanden hat. Könnte es sprechen und wäre es tatsächlich so respektlos, würde der „Trampel“ es mit Sicherheit platt treten.

Noch während Knock Out in seinen Überlegungen versunken ist, tut das Vieh etwas äußerst... unerwartetes... Mit einem Satz befindet es sich in der Luft und hält genau auf den Ex-Decepticon zu. Dieser ist tatsächlich für einige Sekunden so perplex, dass er einfach nur dasteht. Was soll das Tier auch schon großartig anrichten? Und genau diese paar Sekunden – nicht mehr und nicht weniger – braucht es, um mit seinen winzigen, aber dennoch scharfen Krallen auf Knock Outs Helm aufzukommen und ein paar Zentimeter entlang zu schlittern... Der Transformer schreit instinktiv auf. Dieses Drecks-Vieh! Er kann unmöglich irgendwelche Kratzer auf seinem Lack dulden, seien sie auch noch so klein!

Knock Out legt seine „Ohren“ fast schon an, als er sich im nächsten Moment kurz umsieht. Vielleicht hat ihn gerade jemand gehört... Das wäre schlecht.

Als das dämliche Tier sich in Bewegung setzt, erstarrt Knock Out zur Salzsäule. Trotzdem lässt ein angewidertes Frösteln nicht von ihm ab.

»Runter, runter, runter!«, faucht er das Waldtier an, obwohl er sich absolut keine Hoffnung macht, dass dieses Erbsenhirn seine Worte tatsächlich versteht, selbst wenn er sich dazu herablässt in einer Sprache zu kommunizieren, die die Menschen verstehen.

Im Hintergrund ertönt ein erneutes Rascheln, gepaart mit fernen Schritten auf dem feuchten Waldboden. Jetzt steigt doch ein wenig Zeitdruck in dem Ex-Con auf. Unter normalen Umständen hätte er sich einfach so schnell wie möglich in seinen Alt-Mode zurück transformiert. Was hat es diese Menschen schon zu kümmern, wenn ein Sportwagen im Wald herumsteht? Mit Sicherheit würden sie sich die Illusion machen, dass Knock Out zu irgendeinem ihrer niederen Rasse gehört und besagter Mensch ihn einfach achtlos abgestellt hat... Aber dieses Ding, dass immer noch mit seinen ekelhaften Krallen auf seinem Lack herumschliddert ist ihm im Weg. Nicht, dass er sich um die Sicherheit eines solchen Viechs sorgt aber es besteht die Möglichkeit, dass das Ding beim Vorgang des Transformierens gewaltsam zusammengequetscht wird. Und dies würde wiederum in hässlichen Flecken aus Blut und Gedärmen enden... Erneut fröstelt der narzisstische Ex-Con. Darauf kann er verzichten.

»Sofort runter von mir, du dreckiges, kleines Miststück!«, zischt Knock Out und stolpert probeweise nach hinten. Zur Not, würde er das Tier eben abschütteln!

Leider hat er dabei nicht bedacht, dass selbst seine riesigen, metallenen Füße an den verhältnismäßig kleinen Baumwurzeln hängen bleiben können, die in diesem Stück Wald vor sich hin sprießen, als würden sie mit einer Art Superdünger behandelt werden... So kam es nun einmal, wie es kommen musste. Mit einem zweiten Aufschrei ging der große, metallene Körper zu Boden. Knock Out hört das laute Knallen, dass er gerade verursacht hat, im beinahe selben Moment, wie er den Matsch spürt, der nun an seiner ganzen Erscheinung klebt und das verdammte Vieh, dass er trotzdem nicht hat abschütteln können und sich beharrlich an seinem Helm festkrallt!

Das ist doch zum Verzweifeln... Er hat noch nicht einmal gesehen, dass dort so eine riesige Pfütze vor sich hin gedümpelt hat, bis er eben genau darin gelandet ist!

Knock Out benötigt nur einen halbherzigen Blick an sich selbst hinunter bevor er in aller Ruhe tief Luft holt und im nächsten Moment gemeingefährlich laut und frustriert durch den ganzen Wald brüllt. Wenn man ihn so hören sollte, ohne seine äußerliche Erscheinung zu hören, würde er vermutlich weitaus bedrohlicher wirken... Er geht einfach mal davon aus, dass sämtliches Leben, bis eben auf dieses eine Tier, bereits geflüchtet ist. Spätestens jetzt.

Das war es. Er würde ernsthaft in Tränen ausbrechen, sollte noch irgendetwas seinen Lack beschädigen, und dem Ganzen die Krone aufsetzen!

Ein einzelner Tautropfen löste sich vom saftig grünen Blätterdach über ihm und landete genau in seinem Gesicht, als wolle der Wald ihn endgültig aufziehen aber es reicht nicht, um den Ex-Con zum verzweifeln zu bringen.

Wie als erwache das Vieh auf seinem Kopf erst jetzt wieder zum Leben, nachdem es sich tot gestellt hat, springt es wie von der Tarantel gestochen auf, oder eher ab, und landet gehetzt auf dem Waldboden. Knock Out mustert es zerknirscht und bemerkt, dass es ihn ebenfalls schon wieder geräuschlos anstarrt. Dann dreht es sich schnell um und huscht in den nächsten Busch, so dass der Transformer es für immer aus den Augen verliert. Dieser widersteht dem starken Drang, die Pranke in der Luft zu schwenken und hinter dem Vieh her zu zetern, dass es ja gut daran tut, sich endlich zu verdrücken...

Knock Out sieht noch einmal zaghaft an sich selbst herunter, bevor er einen etwas zu lauten und deprimierten Seufzer loslässt. Das wieder hinzubiegen, würde Stunden dauern und seine Werkzeuge an die Grenzen bringen! Und in der Öffentlichkeit so zeigen, wollte er sich erst recht nicht. Da würde er lieber sein ganzes restliches Dasein in dieser ekelhaften Umgebung fristen! Zu blöd, dass ihm vermutlich keine andere Wahl bleibt.

Wie auf Knopfdruck geht ein Signal bei ihm ein: Wo zum Henker steckst du? Wir öffnen dir jetzt eine Brücke und wenn du nicht binnen kürzester Zeit hier ankommst, schwöre ich dir, dass ich deine Politurensammlung durch den Schredder jage! Arcee. Und obwohl in ihrer Stimme tatsächlich kein todernster Unterton liegt, hat der Ex-Con keinen Zweifel, dass die Femme nicht zögern würde, ihre Worte in die Tat umzusetzen.

Knock Out seufzt schwer, wenn er nur an diese Scham denkt, in diesem Zustand nach hause zurückzukehren... Das ist doch wirklich zum heulen.





16.03.2015
Alice

Re: Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Beitragvon Alice » 7. Apr 2015, 17:56

A/N: Bevor die Frage überhaupt aufkommen kann; ich weiß, dass Dreadwing sich eigentlich von den Cons abgewandt hat aber eben auch nicht direkt zum Autobot wurde. Allerdings kann Knock Out das nicht wissen :P (Denkt jetzt nicht ich würde irgendjemanden für dumm halten, weil ich mich immer so erkläre, ich hab einfach irgendwie IMMER den Drang dazu XD Ich denke ich bin ein doch sehr unsicherer Charakter x'D)

Hier also das Chap für diesen Monat xD
















Poison is in everything, and no thing is without poison. The dosage makes it either a poison or a remedy.
- Paracelsus






Auf der Seite der Decepticons zu kämpfen – wenn man das denn überhaupt kämpfen nennen darf – ist schon immer ein zweischneidiges Schwert gewesen, und das, solange er sich zurück erinnern kann. Was an für sich schon eine ganze Weile ist. Insgeheim, ist Knock Out ja stolz auf sich, dass er es lange genug in den Rängen der Cons ausgehalten hat, ohne früher oder später gewaltsam offline geschaltet zu werden. Das wird er natürlich bloß niemandem sagen.

Trotz der Gewalt und Bedrohung die hinter jeder Ecke gelauert hatte, ist nicht alles direkt abgrundtief böse und schlecht gewesen. Auch wenn ihm das vermutlich kein Bot freiwillig glauben würde, wenn er es denn jemandem auf die Nase binden würde.

Es ist eine Sache, die er mit absoluter Sicherheit sagen kann. Ein jeder der Cons, die er gekannt hat (ob sie nun noch online sind, was Knock Out zu bezweifeln vermag, oder eben tragischerweise nicht), hat mindestens eine Charaktereigenschaft besessen, die dem Ruchloser-Killer-Image stark widersprochen hat. Mal ganz davon abgesehen, dass sowieso nicht jeder von ihnen gleich ein Mörder oder etwas ähnlich unzweifelhaft bösartiges gewesen ist...

Knock Outs greifendstes Beispiel für diese Theorie ist Breakdown...

Gewesen., murmelt irgendwo eine Stimme aus den hintersten Tiefen seines eigenen Prozessors, von der er ganz genau weiß, dass sie Recht hat. Er kann sich noch so oft dagegen sträuben, es wird nichts an der Tatsache ändern, dass Breakdown jetzt schon seit längerem nicht mehr am Leben war. Trotzdem wird sein ehemaliger Partner für ihn immer der harmloseste und bei weitem gütigste, den er jemals gekannt hat und unter den Decepticons bleiben.

Schade ist nur, dass genau das ihm offenbar nicht geholfen hat, mit Knock Out zu überleben...

Der Ex-Con weiß, dass Optimus Prime Dreadwing und seinen Zwilling Skyquake für die ehrenvollsten Decepticons gehalten hat. Diejenigen, die vielleicht noch eine Chance gehabt haben, sich zu ändern, bevor es zu spät wäre. Allerdings ist es gekommen, wie es zu erwarten gewesen war. Sie haben sich nicht gegen die Prinzipien der Decepticons entschieden. Keiner von ihnen. Sie hatten Megatrons Ideale gewählt und verloren. Dreadwing ist sogar vom großen Anführer der Cons eigenhändig ausgeschaltet worden... Und das, obwohl er als exzellente Zweite Hand gegolten hat.

Vielleicht... wenn Prime Breakdown gekannt und gesehen hätte wie Knock Out es noch heute tut, vielleicht hätte man Knock Outs ehemaligen Partner dann nicht so einfach abgestempelt. Im Großen und Ganzen scheint es, als würde niemand Breakdown so gesehen haben, wie der rote Automobilliebhaber. Bulkhead oder Wheeljack hatten den toten Con vielleicht einmal gekannt aber am Ende, haben sie auch bloß nur die hässlichen Seiten gesehen. Wer weiß das schon, vielleicht haben sie auch nur die sehen wollen. Von den Guten würden sie jetzt niemals sehen können. Niemals.

Und Knock Out macht sich nicht die Mühe, diese Ansichten zu ändern zu versuchen. Nicht, weil Breakdown es nicht wert wäre. (Im Gegenteil, wenn der Ex-Decepticon bereit wäre, jemandem den Rücken zu stärken, dann wäre es vermutlich sein ehemaliger Partner...) Nein, sondern weil die Meinung Anderer oft zu voreingenommen und zu verfahren ist. Außerdem, wer soll ihm denn schon glauben?

Wem macht er hier eigentlich etwas vor? Niemand auf ganz Cybertron – oder der Erde – würde jemals wirklich sehen, wer Breakdown gewesen ist. Niemand würde jemals die Chance dazu bekommen. Niemand würde sehen können, was Breakdown alles schon freiwillig über sich ergehen lassen, oder mit ihm – und einer Engelsgeduld – zusammen durchgestanden hat...

Breakdown ist immer ein wertvoller Freund für den von sich selbst überzeugten Medic gewesen und ist es im Grunde immer noch. Und wenn Knock Out sich nicht so wahnsinnig dumm und naiv dabei vorkommen würde, sich mit einem Grabstein nach cybertronischer Art zu unterhalten, wer weiß, vielleicht könnte er seinen wirren Emotionen dann besser Luft machen. Irgendwo, ganz tief hinter seinen Brustplatten, tut es immer noch weh, wenn er zu stark darüber nachdenkt... Aber die kostbaren Erinnerungen einfach von seiner Festplatte zu löschen, das kommt gar nicht in Frage. Also muss er wohl mit dem kleinen Stich leben, der ihm regelmäßig zugefügt wird.

Knock Out steht allein in der Stille seiner eigenen Med Bay und schüttelt wild den Helm. In dieser ruhigen Atmosphäre, und mit nicht einmal einem anderen Mech in der Nähe, kann man schon mal auf falsche Gedanken kommen. Gedanken, die dem Aston Martin nicht behagen.

Reiß dich zusammen, das ist ja lächerlich! Wie kommst du überhaupt darauf, wenn du bloß deine Hygiene-Artikel anstarrst?!

Der Ex-Con hat keine Antwort parat. Er hat auch keine Ahnung, ob er jemals eine haben wird. Vermutlich nicht.

Für die Seite der Decepticons zu arbeiten, ist in gewisser Weise immer gewesen, als spiele man mit dem Feuer. Wenn man Glück gehabt hat. Oder Pech. Vermutlich je nach Sichtweise... Knock Out selbst hat sich lange nicht eingestehen können, dass er mit Anbruch jedes neuen Tages froh gewesen war, mit seinem Leben – und einigermaßen heilem Lack – davongekommen zu sein. Bis heute kann er jedoch nicht mit absoluter, unumstößlicher Sicherheit sagen, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat, als er die Seiten gewechselt hat.

Seit Breakdowns plötzlichem Tode, ist er sich unsicher gewesen, was diese ganze „Gewinner-Team-Sache“ anbelangt hat. Natürlich hat es noch lange so ausgesehen, als würden die Decepticons die Autobots in Grund und Boden stampfen, obwohl es letztendlich ganz anders ausgegangen ist. Natürlich hat Knock Out dies zu dem Zeitpunkt noch nicht erahnen können. Aber ohne einen Beschützer, der dafür gesorgt hat, dass er nicht vollends zerkratzt und verbeult wurde, hatte sich alles, das vorher vielleicht kinderleicht gewesen ist, ein ganzes Stück verkompliziert. Dann und wann, hatte der Sportwagen Verschnitt sich selbst auf diesen furchtbar wackeligen Bodenplatten gesehen, die jeden Moment unter ihm nachzugeben gedroht hatten...

Und dann irgendwann ist es passiert. Die Decepticons sind untergegangen. Knock Out ist sich nicht sicher, ob Megatron es kommen gesehen hat. Er jedoch, hat es mit so einer Sicherheit getan, dass er sich umgehend äußerlich und innerlich auf eine mögliche, gewagte Reise vorbereitet hat. In dem Moment, indem die Bots die Nemesis mithilfe ihrer geradezu lächerlich kleinen Anzahl an Soldaten überrannt hatten, hat Knock Out es einfach gesehen. Die Cons würden verlieren. Und entweder er würde mit ihnen untergehen, oder sich unter größter Anstrengung und List durchmogeln.

Es hat eher in einem Mittelding der beiden Optionen sein Ende genommen... Denn er ist unter Arrest gestellt worden und hat erst die Möglichkeit bekommen, sich in irgendeiner Form zu beweisen, als Starscream die Türen seiner Gefängniszelle aufgebrochen hat.

Es hatte sich also um alles andere als Heldenmut oder dergleichen gehandelt, welcher ihn dazu bewegt hat, die Seiten zu wechseln. Es ist kein aufrichtiger Grund gewesen – die bloße Angst um seine Existenz hat Knock Out angetrieben, das zu tun, was er eben getan hat. Und trotzdem steht er heute hier. Mehr oder weniger akzeptiert von den Überlebenden und Neuankömmlingen um ihn herum. Natürlich ist er nicht gerade jedermanns bester Freund aber er muss zumindest selbst daran glauben, dass sich alles kittet, wenn die Zeit gekommen ist...

Wo er gerade bei Starscream ist...

Mit seinen Fingern streicht Knock Out in Gedanken versunken über die Gerätschaften, die vor ihm liegen.

Starscream. Obwohl er nie müde geworden ist, sich einzuschmeicheln und zu erschleichen, um das Ziel seiner manischen Traumvorstellung, an die Spitze der Decepticon-Ränge zu gelangen zu erfüllen, hat selbst er einige nicht ganz so negative Seiten gehabt. Natürlich hat Knock Out den Sucher trotzdem bereitwillig weggesperrt, ohne sich zu beschweren.

Seien wir mal ehrlich, hättest du ihn anstatt deiner mit bloßen Klauen vom Schiff geworfen, hätte er sich ohnehin wieder in irgendein „Missverständnis“ manövriert. So hast du wenigstens damit beginnen können, weniger Schlechtes zu tun und den Idioten vor sich selbst zu bewahren.

Ein weiteres Mal unterdrückt der Aston Martin die merkwürdige Stimme innerhalb seines eigenen Kopfes, bevor sie noch mehr sagen kann, dass ihn womöglich noch komisch wehmütig werden lässt...

Es ist ihm sowieso nicht gelungen Starscream „vor sich selbst zu beschützen“. Als könne ihm das jemals gelingen... Megatrons rechte Hand ist ausgebrochen, als sich die erstbeste Gelegenheit ergeben hat, wie sich später herausstellen sollte. Knock Out geht nicht davon aus, dass Starscream tatsächlich noch online ist. Er hat Predaking nicht persönlich gekannt aber er hat von Anfang an bemerkt, wie abgeneigt der König der Predacons von dem Commander der Luftgeschwader war. Und nachdem Starscream ihn regelmäßig auszupeitschen gepflegt hat, um das Biest zu bestrafen, könnte Knock Out es tatsächlich nachvollziehen, wenn der Predaking ihn aufgesucht hatte, um sich dafür zu rächen. Gerade in den Neuanfängen Cybertrons... Dies ist eine gute Zeitspanne, um einen Decepticon „verschwinden“ zu lassen, ohne dass es jemand in dem Trubel tatsächlich merkt. Armer Starscream.

Er hat sich zum Ende hin, und obgleich er vorher versucht hat, Megatron von seinem gewaltigen Thron zu stoßen, erneut ganz der Sache der Decepticons verschrieben und seine plötzliche, unbändige Loyalität unter Beweis gestellt. Außerdem hat der Sucher sehr wohl gezeigt, dass ihm dann doch etwas an seinem Herrscher gelegen hat. Aber irgendwie hat Knock Out auch das wahrhaftig kommen sehen... Starscream ist ein Speichellecker gewesen. Schon immer. Ein Mitläufer. Jemand der einen Anführer braucht, um sich nicht selbst ins Unglück zu stürzen. Wenn auch ein sentimentaler Speichellecker...

Die Decepticons... sind zu ihrer Blütezeit unabhängig gewesen. Gnadenlos. Kaltherzig.

Das einzig wahre Gegenstück der Autobots. Bei den Cons sind nie menschliche Erdenfeste gefeiert worden und es ist auch niemals jemand in Tränden ausgebrochen, der danach bemuttert werden musste...

Im Allgemeinen, ist kein Einzelner von ihnen wirklich schlecht gewesen. Jetzt wo Knock Out so darüber nachdenkt... Könnte es sein, dass jeder von ihnen einfach nur versucht hat zu überleben? Natürlich sind sie aus gewissen Gründen Decepticons geworden aber selbst Lord Megatron hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass er zumindest ein winziges Gespür dafür besitzen musste, was richtig und gut war. Im Grunde haben sie alle nur versucht, heil davonzukommen. Denn wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht, setzt man sich nicht als Ziel, den Feind noch mit sich zu reißen. Man denkt in erster Linie an die bloße Flucht. Zumindest... hat Knock Out schon immer so gedacht. Ihm ist natürlich gut bekannt, dass er ein absolut einzigartiges Schmuckstück unter ungeschliffen Steinen ist, aber trotzdem.

Es scheint außerdem Ansichtssache zu sein. Nach seinen Überlegungen, ist Knock Out davon überzeugt, dass die Decepticons auf keinen Fall abgrundtief schlecht gewesen sind. Mitglied dieser Fraktion zu sein, hat dich ganz weit bringen können. Dir zu Rum und Macht verhelfen. Aber gleichzeitig konnte es dich auch mit Leichtigkeit einen Abgrund hinunterstürzen, aus dem du nicht wieder lebend rauskamst...

Wie... Gift.

Medizinisch gesehen, ist Gift nichts weiter, als ein Material, dass in sowohl flüssigem, als auch gasförmigem Zustand auftreten kann. Nichts weiter. Einfach nur das. Derjenige der es nutzt entscheidet, ob es tödliches Gift, oder die Rettung ist. Ganz individuell für sich selbst.

Wenn es so ist, lauert Gift überall und hinter jedem Ding in diesem Universum. Nichts funktioniert ohne es. Aber ob es sich negativ auswirkt, muss man erst einmal herausfinden. Sind die Cons wirklich schlecht gewesen? Haben sie ihn vergiftet. Ja. Vermutlich. Irgendwie. Aber seine Entscheidungen, die er in seinem Leben getroffen hat, machen doch das aus ihm, was er jetzt ist, nicht wahr? Knock Out ist lieber ein ehemaliger Decepticon, der sich sich anpasst und lernt, ein Autobot zu sein, als mitsamt den „bösen“ Decepticons untergegangen zu sein.

Langsam lässt der Aston Martin sich auf die Bank der Med Bay sinken. Bis jetzt ist die Stille geradezu erdrückend gewesen...

Außerdem ist es ja nicht so, als ginge es mir schlecht. Hier ist es...-

PRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRT!

Absolut bescheuert und dämlich! Der rote Sportwagen wirft augenblicklich sämtliche netten Dinge, die er eben noch tatsächlich gedacht hat über Bord.

Noch ehe Knock Out auch nur die Augenbraue heben kann (wenn er ehrlich ist, hat ihn das unerwartete Geräusch ein wenig erschreckt...), springt ein sich vor Lachen kringelnder Smokescreen im wahrsten Sinne des Wortes zur Tür herein. »Primus, ich kann es nicht glauben! Du bist tatsächlich voll drauf reingefallen!« Der Rekrut wischt sich in einer sehr menschlichen Geste die nicht vorhandenen Lachtränen aus dem Augenwinkel.

»Worauf bin ich reingefallen?« Der Ton des Medics ist eiskalt. Dieses Kind!

Knock Out erhebt sich und starrt auf die Stelle, auf der eben noch sein Hinterteil gethront hat. Ein unförmiges, pinkes Stück... Irgendwas liegt direkt dort. Eigentlich unfassbar, dass es ihm nicht einmal aufgefallen ist. Es ist klein, weitestgehend oval und eine noch kleinere, trichterförmige Öffnung befindet sich am unteren Ende des Dings. Die menschlichen Worte «Whoopee Cushion!» stehen in übertrieben dickgedruckter Schrift darauf, als handele es sich um etwas ausnahmslos Tolles. Oh, und es sieht merkwürdig plattgedrückt aus...

»Furzkissen?«, wiederholt Knock Out wenig begeistert, nachdem er sich ein geeignetes und niveauloses Wörterbuch aus gegebenen Anlass heruntergeladen hat.

Smokescreen tritt neben ihn. Das unbändige Grinsen wich einem beinahe traurigen Ausdruck. »Oh Kumpel, du hast es vollkommen zerlegt! Jetzt muss ich es irgendwie wieder reparieren, bevor ich Miko das Ding zurücksende...«

»Smokescreen.«

»Hm?« Der jüngere Mech wirkt energiegeladen, wie eigentlich immer.

»Dir ist entgangen, dass Transformer nicht „furzen“, oder?!«

»Oh, das weiß ich noch. Aber es ist geliehen und bei den Menschen scheint es eine lustige Tradition zu sein«, erklärt Smokescreen sich wenig befriedigend.

»Warum machst du das überhaupt?« Knock Outs Stimme nimmt den gewohnt blasierten Unterton wieder an.

»Weißt du denn nicht, was heute für ein Tag auf der Erde ist?«

»Wieso sollte mich das kümmern?«

Smokescreen schüttelt in gespielter Verständnislosigkeit den Kopf und klopft dem Medic vor ihm kräftig auf die Schulter. »Dir ist echt nicht mehr zu helfen. April, April!«

Und ehe Knock Out auf die Idee kommen kann, auch nur ein Wort der Beschwerde zu äußern, verschwindet der Jüngere in Eile auch schon wieder.

»Warum bloß ich?!«, brüllt der glänzend rote Ex-Con ihm noch hinterher.

»Ich kann dich doch nicht einsam und allein hier drinn versauern lassen!« Ein vergnügter Ton liegt in Smokescreens Stimme.

Nun... Da ist was dran...

Danke.

Er vertreibt diese Stimme gewaltsam und ignoriert die Tatsache, dass Smokescreen ihn gerade davor bewahrt hat, sein vergangenes Leben zu vermissen geflissentlich. Dieser Rohling hat ihm die Schulter verbeult! Das hat Vorrang. Mit diesem Gedanken wendet sich Knock Out seinem Lack zu.





07.04.2015
Alice

Re: Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Beitragvon Alice » 14. Jun 2015, 02:06

A/N: Ich weiß ja nicht wie es bei euch allen so aussieht… aber mir ist scheiß-warm xD Herzlich Willkommen zu diesem Kapitelchen hier!
Ich habe mich hier dazu entschlossen, 2 OCs einzubauen, bei einem von beiden habe ich übrigens den Namen von der Generation 1 Cartoon-Serie geklaut :P Ich weiß, dass er sowas wie ein Nashorn oder so ähnlich darstellt, aber seid versichert, dass ich nicht diese Persönlichkeit meine sondern mir was eigenes dazu gedacht hab und nur den Namen unrechtmäßig entwendet habe :D
Ich wünsche wie immer viel Spaß beim Lesen und über Reviews freue ich mich auch xD
Mir fällt gerade auf, dass ich durch die Probleme die ich mal beim Hochladen habe ein Kapitel vergessen habe :x das hole ich mal direkt nach also kommt das von vorher hiernacht xD




There are nights where the wolves are silent and only the moon howls.
- George Carlin















“Smokescreen!”

“Ich kann das!”

“Mach es nicht…”

“Ich sagte doch, ich kann das!”

Das ohrenbetäubend laute Kreischen, das daraufhin durch die gesamte Praxis zu hören ist, straft die Betäuerungen des jüngsten Autobots Lügen. Knock Out kann fühlen, wie seine ‘Ohren’ sich wieder in ihre gewohnte Position zurückadjustieren… Für gewöhnlich unterdrückt er dieses Zucken, da es ihn immer wieder an ein primitives Tier erinnert, das die Ohren anlegt, aber hin und wieder vergisst er sich.

“Ratchet. Sag jetzt nichts”, Smokescreen grinst entschuldigend und versucht sich gerade daran, den Schaden irgendwie hinter seinem Rücken zu verstecken, als ihm einfällt, dass er so ohnehin nichts ungeschehen machen kann. “Das hättest du noch gebraucht, oder?”

Der ranghöhere Doktor verschränkt die Arme vor dem Fahrgestell und sieht dem Rekruten streng in die strahlend blauen Optiken. Er schweigt. Er sagt nicht einmal etwas. Das ist ein sehr, sehr schlechtes Zeichen…

Tief in seinem Inneren kann Knock Out hören, wie er mental tief seufzt. Wie töricht er gewesen ist, zu glauben er und Ratchet seien gleichberechtigt. Sobald er begonnen hatte, sich zwischen den Autobots einzuleben - so gut es eben funktioniert hat - ist ihm recht schnell klargemacht worden, dass er Ratchet unterstehen würde, und seine Erlaubnis für jegliche seiner Projekte brauchen würde. Dagegen hat der rote Aston Martin nichts, wirklich nicht. Schließlich hat er schon Shockwave unterstanden, als er noch für die Decepticons gekämpft hat. Und Ratchet schubst ihn - trotz seines schwierigen Charakters - nicht herum, wie es früher der Fall gewesen ist… Knock Out weiß, wann er sich zu beugen hat. Das ist es nicht. Er weiß im Grunde auch nicht genau, was ihn stört.

Dieses ungewisse Gefühl, verspürt er in letzter Zeit häufiger aber er vermag nie genau zu bestimmen, woran es liegt. Vielleicht sollte er das mal ändern.

Ratchet starrt derweil auf die mickrigen Überreste seines medizinischen Werkzeuges hinab. “Ja, in der Tat, Smokescreen. Das hätte ich noch gebraucht. Wie gedenkst du, das in Ordnung zu bringen? Ich hoffe für dich, dass dir jemand helfen wird, wenn du das gesamte Labor aufräumst.”

Knock Out, der bisher betont lässig im Türrahmen gelehnt hat, beginnt schlagartig damit seine Starre zu lösen, als Smokescreens Blick langsam aber sicher in Richtung Ausgang wandert. Nein. Das würde er sich ganz bestimmt nicht selbst antun. Der Ex-Con beschließt das Weite zu suchen, bevor Ratchet noch auf die selbe Idee kommt, wie Smokescreen vor wenigen Sekunden.

Die Lippen zu einem gezwungenen Lächeln zusammengepresst, winkt Knock Out dem Rekruten demonstrativ zum Abschied, bevor er lautlos auf dem Absatz kehrt macht und geradewegs aus der Krankenstation hinausspaziert. Es empfiehlt sich stets zu flüchten, bevor der Jüngste der Autobots die Gelegenheit dazu bekommt, diesen furchtbaren Dackelblick aufzusetzen…

“Warte Smokescreen…”

“Was?”

“Ist das Gerät etwa… noch angeschaltet?”

“Schätze ja, wieso?”

“Mach es sofort aus!”

Smokescreens belustigtes Kichern tönt bis auf den Flur. “Warum, was soll denn schon…-”

BOOOM!

Ein seichtes Beben rüttelt für einen Moment am Gebäude.

Knock Out zuckt zusammen, als das dröhnende Geräusch ertönt. Für einen Moment späht er abwartend über seine linke Schulter, bevor er sich selbst einredet, dass er lieber nicht wissen will, was genau gerade dort drin in seine Einzelteile zerfallen ist. Also zwingt er seinen Kopf stur geradeaus und ertappt sich dabei, sogar einen Zahn zuzulegen, um die zwei so schnell wie möglich sich selbst zu überlassen.

Er hört Ratchet noch unterdrückt etwas unverständliches fluchen, als der glänzend rote Aston Martin an die Frische Luft tritt.

Zwar arbeitet er selbst auch Tag ein Tag aus auf dieser Station, aber wenn Smokescreen sie in Schutt und Asche legt, kann Smokescreen auch aufräumen.

Ein warmer Luftzug haucht über das aufpolierte Metall, das seine Schaltkreise schützt. Knock Out kann zwar nicht von sich selbst behaupten, dass er den Luftzug spüren kann aber den Umschwung in der Luft bemerkt er trotzdem. Es ist nichts unangenehmes. Er ist nur nach wie vor nicht dazu in der Lage, nachzuvollziehen, was diese Menschen meinen, wenn sie davon sprechen einen Luftzug auf der Haut zu spüren. So ist Knock Outs Beschichtung einfach nicht erdacht worden.

Er transformiert sich in seinen Altmode und fährt ein Stück. Das jedoch, kann er sehr gut beschreiben! Den Fahrtwind an sich selbst vorbeipeitschen zu spüren… Es fühlt sich unglaublich frei an - noch dazu imstande dazu zu sein, dieser Aktivität auf seinem Heimatplaneten, seinem Zuhause, nachgehen zu können.

Der Nachthimmel von Cybertron ist ein Bild für die Götter. Königsblau zieht sich über den gesamten Himmel, vereinzelt leuchten ein paar schwache Sterne. Keine Wolke ist zu sehen, dafür aber ein sanfter, beinahe violett schimmernder Nebel, der sich seinen Weg bahnt. Es sieht irgendwie anders aus, als Knock Out es auf seiner Festplatte abgespeichert hatte und dennoch gleich. Es gibt ihm ein starkes Gefühl von ‘Zuhause’. Und dieses Gefühl fühlt sich gut an. Sicher. Zuhause.

Knock Outs blick schweift hinüber zum Mond. Der goldgelbe Vollmond thront über dem Firmament und taucht den Boden unter den Reifen des Aston Martins in ein sanftes Licht, das sich perfekt von der restlichen Dunkelheit abhebt.

Knock Out beendet das Schnurren seines eigenen Motors indem er ihn abstellt. Für den Moment will er die Stille in sich aufnehmen und einfach nur ruhig an ein und demselben Fleck stehen, ohne sich großartig bewegen zu müssen. Er hat keine Ahnung, wo diese plötzliche Lethargie herrührt aber es ist ihm auch egal. Seit er Teil der Autobots geworden ist, geht die meiste Zeit über alles drunter und drüber. Er befindet sich in einem lauten, riesigen Chaos des Neuaufbaus. Und Knock Out genießt das. Es lenkt von den düsteren Gedanken ab, die selbst ihn dann und wann befallen. Aber gerade jetzt, will er einfach in Ruhe hier auf dieser noch unbebauten Fläche Cybertron stehen bleiben und nichts tun.

Das denkt er zumindest, bevor ein deutlich gröberes Motorenröhren hinter ihm aufheult. Obwohl das Geräusch rau klingt, ist es nicht das Geräusch eines Automobils oder gar Flugzeuges. Es hört sich nach bloß zwei Rädern an…

Den Gedanken hat der Ex-Con kaum richtig zu fassen bekommen, da rast Arcee auch bereits in einem Tempo an ihm vorbei, dass er der Femme gar nicht zugetraut hätte.

Normalerweise denkt Knock Out gründlich darüber nach, wen er wütend, oder sich gar zum Feind macht aber da Arcee ohnehin schon eine aufgebrachte Ausstrahlung spazieren fährt, kann es ihm eigentlich auch egal sein. Und wie sie fährt… Sie sollte ihm dankbar sein. Wenn er sie jetzt nicht aufhält, fährt sie irgendeinen armen Trottel wahrscheinlich geradewegs über den Haufen.

“HEY! Stör meine Ruhe hier draußen nicht!”

Erst jetzt wird ihm bewusst, dass sie ihn beinahe direkt geschliffen hätte. Doch bevor Knock Out dazu in der Lage ist, besorgt nach seinem Lack Ausschau zu halten, macht die Femme abrupt Halt. Fünf quählend lange Klicks vergehen, bis sie langsam zurücksetzt und das solange, bis sie direkt neben ihm zum stehen kommt. Die folgende Stille ist geradezu gruselig…

“Was sagtest du?”, fragt Arcee betont ruhig.

Auh weiha. Erst überlegt der Aston Martin, ob es wirklich eine kluge Idee ist, ausgerechnet diese Femme weiter zu provozieren. Andererseits wirkt sie ohnehin schon wütend. Jetzt einen Rückzieher zu machen, würde vielleicht unglücklicher für ihn enden, als alles andere. Da kann er auch direkt in seiner gewohnten Manier reagieren.

“Du klingst, als wäre eine rostige Schraube in die Maschinerie geraten. Das tut ja in den Audio-Rezeptoren weh…” Knock Out bemüht sich absichtlich um den ätzendsten Tonfall, der in seinem Repertoire verfügbar ist. Er muss nur selbstbewusst klingen… So wie immer eigentlich.

“Wie bitte?” Die blaue Femme klingt eher empört als ehrlich wütend, oder, Primus behüte, verletzt.

“Naja… Klingt ziemlich ungesund. Machst du was dagegen?” Irgendwie ist es ja schon ein wenig komisch. Das sollte Knock Out Arcee bloß nie auf die Nase binden, wenn er sein Leben nicht gerade beenden will…

Arcees Motor verstummt augenblicklich. Auch wenn Knock Out sich einbildet, gegen Ende fast so etwas wie ein wütendes Knurren vernommen zu haben. “Willst du mich provozieren?”

“So offensichtlich?”

“Ich geb dir gleich rostige Schraube.”

Als das Motorrad einen Satz auf ihn zumacht, macht Knock Out gleichzeitig instinktiv einen Satz nach hinten. Auch wenn er das niemals öffentlich zugeben wird. Er weiß genau wozu Arcee in Bezug auf seinen Lack fähig ist. Die beiden Fahrzeuge starren sich stillschweigend an. Auch wenn ‘starren’ in diesem Sinne vielleicht nicht das richtige Wort ist. Knock Out fühlt sich peinlich berührt aber sollte er es sich wagen, jetzt den Mund aufzumachen, wäre das sein sicherer Tod.

“Sag mal…”, beginnt sie nach einer Weile, beinahe argwöhnisch.

“Hm?”

“Seit Cybertron wieder existiert habe ich dich das noch nie gefragt, das ist mir bewusst aber… wie findest du dich zurecht?” Irgendetwas schwingt da in ihrer Stimme mit. Etwas, dass geradezu offensichtlich heraussticht.

Knock Out ist nicht so unintelligent, wie die Femme zu glauben scheint. Merkwürdigerweise kann er ihr es nur nicht verübeln. Er weiß selbst allzu gut, wie sehr seine eigene Arroganz seinem Kopf immer wieder im Weg steht. “Du fragst nach Dingen, die du eigentlich gar nicht wissen willst.”

Arcee schweigt. Der Ex-Decepticon deutet dies als ‘ja’.

“Du willst in Erfahrung bringen, ob ich unter Beobachtung stehe”, schlussfolgert Knock Out in einem ungewohnt trockenen Tonfall.

“Verübelst du mir das? Du als Ex-Leibarzt von Megatron und ehemaliger Decepticon der sich irgendwo schon einen Namen gemacht hat?” Arcees Stimme klingt skeptisch.

Knock Out wiegt seine Antwortmöglichkeiten einen Moment ab, bevor er sich dafür entscheidet, die Wahrheit zu sagen: “Nein. Und ja, ich stehe unter Beobachtung. Genau genommen habe ich… Bewährungshelfer.”

“Wen?” Schon wieder dieser Argwohn…

Knock Out verspürt den Drang, die Optiken zu verdrehen. Aber das wird ihm nichts bringen. Er müsste sich erst transformieren, damit Arcee es überhaupt zu Gesicht bekommt.

“Veronic und Headstrong.”

Nun klingt sie regelrecht überrascht. “Die beiden? Warum haben die denn damit zu tun, sie sind doch alles andere als dafür ausgebildet…-” Arcee hält gerade noch inne.

“...einen Psychopathen zu resozialisieren?”

Betretenes Schweigen folgt. Na wenigstens tut es ihr augenscheinlich ein bisschen leid…

“Normalerweise nicht”, der Aston Martin glaubt den Ausführungen Veronics zwar - was hat er auch schon für eine Wahl? - aber er selbst hat natürlich keine Erinnerung daran. “Aber Veronic kennt mich von früher.”

“Wie das?” Knock Out hat keine Ahnung, wie er Arcees plötzliches Interesse deuten soll. Wahrscheinlich ist sie aber einfach nur schlecht im Small Talk und stellt deswegen immer wieder neue W-Fragen. Das erklärt zwar noch nicht, wieso sie ihre Zeit überhaupt hier verschwendet aber eigentlich muss der rote Ex-Con auch nicht von ihren Beweggründen wissen.

“Wenn Cybertronier noch Sparklinge sind, müssen sie unter Beobachtung stehen um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Offenbar war Veronic für mich zuständig. Und Headstrong ist ihr Partner, also…”

“Warum hat sie sich an dich erinnert?”

“Keine Ahnung”, gibt der Ex-Con ehrlich zu. Allerdings bemerkt er schon bald Arcees seltsames Schweigen und somit auch seinen Fehler: “Äh ich meine… Natürlich hat sie sich an mich erinnert. Wer würde das nicht? Ich bin toll.”

Das undeutliche Kichern, welches aus Arcees Richtung ertönt, reißt Knock Out völlig aus der Bahn. Es ist neu. Das hat er nun wirklich noch nie bei ihr gehört… Er hat bisher ja noch nicht mal vermutet, dass die Femme mit der starken Panzerung dazu in der Lage ist aufrichtig zu lachen.

“Was?”, fragt er nach einer Weile, weil er sich langsam äußerst blöd vorkommt.

“Naja. Dass du, ausgerechnet du, bei all deiner Verachtung für menschliche Prinzipien und allem was dazu gehört Eltern hast…”

Knock Out braucht einen Moment um sich die Bedeutung des Wortes ‘Eltern’ in den Prozessor zurück zu rufen. Sein Motor heult kurz und verärgert auf. Hätte er die Möglichkeit, würde er wild den Kopf schütteln. “Bewährungshelfer! Sie sorgen nicht für mich, sie achten darauf, dass ich keinen Mist baue.”

“Ja. Genau das tun Eltern auch. Kriegst du Hausarrest, wenn du mal ein unartiger kleiner Decepticon warst?” Inzwischen macht die Femme keinen Hehl mehr aus ihrem schadenfrohen Gelächter.

“Ex! Und lach du nur weiter, klingt sowieso genau so schrecklich wie dein wahrscheinlich verrosteter Motor.”

Ritsch.

Knock Out quitscht auf, als er den Schaden überprüft, den Arcee angerichtet hat, als er unaufmerksam gewesen ist. “MEIN LACK! Pass doch auf!”

“Hat Veronic dir etwa nicht beigebracht, dass man keine Frauen beleidigt?”

“Hör mit den Deine-Mutter-Witzen auf, das ist ja grausam!”, beklagt der Aston Martin sich niedergeschlagen.

“Du hast es gerade zugegeben, das weißt du, oder?” Knock Out kann das dreckige kleine Grinsen förmlich aus ihrer Stimme heraushören.

“Bist du fertig?”

“Ich bin sicher, mir fällt gleich noch einer ein.”

“...”

“Gibst du jetzt zu, dass du es zugegeben hast, oder strafst du mich mit Schweigen?”

“...” Knock Out begnügt sich damit, stur ins Mondlicht zu starren.

Einerseits hat er wirklich vor sie mit Schweigen zu bestrafen… Aber auch nur, weil er keine Ahnung hat, wie er mit ihr umgehen soll. Sie beide hatten noch nie wirklich miteinander geredet ohne zu versuchen, den jeweils anderen zu verprügeln… Hinzu kommt noch, dass Arcee ausnahmsweise einmal so heiter ist… Das ist neu. Knock Out ist das nicht von ihr gewohnt aber es ist besser als eine wütende oder gar, deprimierte Arcee. Also will er sie nicht unbedingt sofort ausbremsen. Plus, der Femme selbst scheint es auch eine willkommene Abwechslung zu sein.

Arcee tut es dem Aston Martin gleich, ohne es zu wissen aber bricht die Stille irgendwann: “Vermutlich kenne ich die Antwort schon aber du vermisst die Erde wohl ganz und gar nicht, oder?”

Wenn Knock Out ehrlich ist, hat er ihre Anwesenheit schon vergessen, was nicht heißen soll, dass ihre Gesellschaft sonderlich unangenehm ist. Er denkt wirklich über die Frage nach. “Wenn man mehr oder weniger auf zwei Planeten lebt, fängt man früher oder später an, ihre Vor- und Nachteile und Besonderheiten zu vergleichen. Auf Cybertron gib es kein Grünzeug. Keine Büsche, keine Bäume, keine Steine. Kein Stroh. Keine… Sonnenblumen. Das werde ich alles hier nicht sehen. Keine welken Blätter irgendwelcher dämlich-verletzlichen Pflanzen. Selbst diese hässlichen… alten Telefonzellen gibt es nur dort, weil wir einfach zu fortschrittlich sind. Soll heißen; Ich vermisse die Erde nicht, ihr findet sowieso ständig Gründe, mich dort runter zu schicken, keine Ahnung was ihr daran so toll findet… Trotzdem sehe ich gewisse Vorzüge. Die würde ich vielleicht irgendwann mal vermissen. Vielleicht. Aber nicht die Erde selber. Brrrrw.” Wie um die Worte zu betonen, fröstelt es Knock Out unangenehm.

Wenn Arcee könnte, würde sie jetzt die ‘Augenbraue’ heben. “Du denkst an Dinge, die wir hier auf Cybertron nicht haben, und ein Paradebeispiel dafür sind Telefonzellen?!”

“Die sind hässlich. Aber irgendwas haben sie an sich…” Diesmal ist es Knock Out der leise in sich hinein lacht.

“Was?”

“Ich wollte gerade ein ‘So wie du’ anhängen, aber wenn ich das ernsthaft ausspreche, schaltest du mich wahrscheinlich offline.”

“Oh vielen Dank auch... “, entgegnet die Femme sarkastisch. “Ich weiß gar nicht, warum du im sozialen Bereich nicht mal halb so gut ankommst, wie du immer glaubst, wo du doch so unglaublich charmant bist.” Sie zündet ihren Motor wieder, diesmal deutlich sanfter. Die Wut scheint trotz allem von ihr abgefallen zu sein. “Wenn Veronic und Headstrong dich mal wieder kontrollieren, musst du mich ihnen mal vorstellen.”

“Warum das denn?” Knock Out kann den verwirrten Tonfall aus seiner eigenen Stimme heraushören.

“Ich hab mich schon immer dafür interessiert, wie du so ein unglaublich dämlicher Schwachkopf werden konntest. Jetzt bleiben nur noch zwei Möglichkeiten; Entweder Mommy, oder Daddy.” Und mit diesen durchaus eher spielerisch als boshaft gemeinten Worten, macht Arcee langsam Anstalten, den Rückweg anzutreten.

“Oh, jetzt auch noch Dein-Vater-Witze, sehr originell…”, murmelt Knock Out vor sich hin.

“Was war das?”

“Gar nichts!”
Alice

Re: Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Beitragvon Alicemonatdavor » 14. Jun 2015, 02:09

Das hier ist das Kapitel das vor einem Monat schon kommen sollte, und dass ich voller Scham jetzt erst nachreiche v.v das Von diesem Monat ist hierdrüber, viel Spaß, wer auch immer das hier lesen mag :DD







I really just want to be warm yellow light that pours over everyone I love.
- Conor Oberst





Das Rapsfeld erstreckt sich weitflächig und gut bewachsen über der gesamten Umgebung. Die Blüten sind gut gereift und leuchten mit Leichtigkeit heller und strahlender als Bumblebees Äußeres. Keine einzige Blüte ist verwelkt, oder nicht aufgegangen. Die Stängel ragen in einem kräftigen Waldgrün weit nach oben empor um die Gesundheit der Pflanzen zu signalisieren. Der babyblaue Himmel der von der oberen Seite auf das Rapsfeld trifft rundet die Perfektion zusätzlich ab.

Die komplett splitternackte Frau in der Mitte der riesigen Anzeige, deren Oberweite geradezu dürftig von ein paar der gelben Blüten bedeckt wird, und die für irgendeine Schönheitspflege wirbt, zieht in Knock Outs Optiken das ganze Plakat herunter. Er hat nun mal ein ‘Auge’ für Ästhetik und dieser blonde Mensch mit ihrer wabbeligen, rosanen Haut inmitten des ganzen Gelbs… Es bringt ihn beinahe zum Würgen - wenn er das denn könnte.

Es regnet in Strömen auf den amerikanischen Straßen, auf denen Knock Out sich dieses Mal die Reifen aufgewärmt hat. Der Himmel hängt dunkelgrau und bewölkt zusammen mit dem Unwetter über der Stadt und verpasst der ganzen Szenerie so einen quälend tristen und deprimierenden Eindruck. Dieses Wetter ist der Grund dafür gewesen, warum der Ex-Decepticon überhaupt seine Zeit damit verschwendet hat, hochzublinzeln. Etwas zitronengelbes hat er im Augenwinkel aufblitzen sehen. Und das laute Geräusch des Regens der auf die Erde hernieder donnert, wie Basketbälle die im Sportunterricht hart auf den Boden gedribbelt werden, lässt sich bemerkenswert leicht ausblenden, wenn man etwas hat, auf das man sich konzentrieren kann. So ist das nervige Geräusch zu einem angenehmen geworden.

Knock Outs Blick wandert noch einmal zu der Frau, die grenzdebil in die Kameralinse lächelt. Würde er sich nicht in seiner Automobilform befinden, würde er jetzt vermutlich angewidert das Gesicht verziehen.

Diese Menschen… Aus welchem Grund hatte diese Rasse sich noch mal gleich in der Geschichte ihrer Evolution durchsetzen können? Diese Spezies ist so selbstdestruktiv, dass die Erde eigentlich im Krieg hätte untergehen sollen und nicht Cybertron lange zuvor, bevor es wieder aufgebaut worden ist.

Der Blick des Ex-Cons löst sich von der lächerlich riesigen Werbetafel und befasst sich erst jetzt so wirklich mit seiner Umgebung. Der Regen fällt in einem dichten Vorhang, so dass Knock Out alle zwei Minuten seine Scheibenwischer einsetzen müsste, würde er nicht in einer dunklen Ecke stehen und die Dinge im Blick behalten. Alte Gewohnheiten legt man eben nur selten ab.

Neben einem heruntergekommenen kleinen Apotheker-Geschäft liegt ein Bettler. Er trägt einen fusseligen Hut, den er sich tief ins Gesicht gezogen hat und einen zerlumpten Mantel. Zusammen mit den Handschuhen, welche seine Finger nicht bedecken, perfektioniert er das Bild eines Obdachlosen, das offenbar die meisten Menschen haben, wenn sie an einen denken. Dank der Überdachung des Geschäftes bleibt die bemitleidenswerte Kreatur einigermaßen trocken. Er scheint außerdem tief im Schlaf versunken zu sein, auch wenn Knock Out sich nicht vorstellen kann, wie dieser Typ das anstellt. In seinen Händen verkrampft blitzt ebenfalls etwas Gelbes hervor. Die Farbe zwischen all dem Grau hat es geschafft, ein wenig von der Aufmerksamkeit des Ex-Cons zu erhaschen. Knock Out braucht ein paar Male, um sich zu vergewissern, um was es sich handelt: Eine gelbe Quitscheente…

Knock Out verliert das Interesse. Ein durchgedrehter Penner am Straßenrand… Mehr ist dort nicht zu sehen. Jetzt wo er so darüber nachdenkt, ist Knock Out froh, dass der Obdachlose schläft. Wäre er wach, würde er vielleicht zusammenhangsloses Zeug durch die Gegend brüllen. Es würde nichts ändern. Die anderen Menschen würden auch weiterhin mit schüttelnden Köpfen an ihm vorbei laufen und so tun, als würden sie ihn gar nicht sehen…

Bemitleidenswerte Kreatur…

Etwas platscht nass und schwer für seine Größe auf Knock Outs Windschutzscheibe. Für einen Moment zuckt der Automobilliebhaber tatsächlich angeekelt zusammen. Das Objekt ist klein, aber definitiv größer und dicker als ein Regentropfen, oder gar ein Hagelkorn es wäre. Es fühlt sich… fast schon haarig an!

Nach eingehender und sehr vorsichtiger Analyse wird Knock Out klar, dass es sich um eine vollkommen in Wasser getränkte Wespe handelt - Die vermutlich gerade um ihr Leben ringt. Der Winzling brummselt erschrocken und wild auf der feuchten, glatten, Scheibe, bis es langsam immer schwächer wird. Den Tieren wird nachgesagt, dass sie sehr aggressiv sind und zustechen, wenn es schlecht läuft… Das Insekt wirkt nun, wo es um sein Leben ringt, weniger aggressiv als verzweifelt - aber auch die Verzweiflung stirbt langsam aber sicher. Irgendwann kommt die Wespe zum Stillstand.

Es braucht Knock Out ein paar Klicks, bis er zu der folgenden Idee gelangt: Habe ich da jetzt eine winzig kleine Leiche auf mir liegen?! Das ist… widerlich. Diese organischen Lebewesen…

In der Vergangenheit hat man ihn schon versehentlich mit Energon bespritzt, mit Blut und er hatte die verschiedensten Soldaten und Drohnen zusammenflicken oder ausschlachten müssen. Aber er hat nie unter einer Leiche liegen oder stehen müssen, egal wie klein sie auch gewesen ist. Und wenn es nach Knock Out geht, muss er nicht damit anfangen.

Um ganz sicher zu gehen, flutet er seine Windschutzscheibe von sich selbst aus noch einmal mit Reinigungsmittel und beobachtet, wie der tote Insektenkörper viel zu langsam nach unten sinkt. Vorsichtig macht Knock Out sich daran, das Tier mit seinen Scheibenwischern langsam und mit Bedacht herunter zu schieben. Auf den letzten Zentimetern gibt der kleine Körper nach und der Lebenssaft des Insektes hinterlässt kleine aber feine, unangenehme Schlieren auf dem Glas.

“Verdammter…-” Ausnahmsweise erinnert der Ex-Con sich an die Situation, in der er sich gerade befindet und ermahnt sich selbst, den Mund zu halten. Denkbar schlecht, wenn irgendein Mensch vorbeilaufen und ein sprechendes Auto sehen würde…

Noch mehr Reinigungsmittel wird auf die Windschutzscheibe gesprüht, gefolgt von den Scheibenwischern die jetzt über das Glas fegen, bis es beinahe anfängt zu rauchen. Knock Out bildet sich ein, immer noch Flecken zu sehen! Hoffentlich würden die verschwinden, sobald er losfährt.

Was braucht Bumblebee überhaupt solange und wieso hat Knock Out selbst schon wieder mitkommen müssen?

Der störende Regen, welcher ihm durchaus den Lack ruinieren könnte, hat immer noch kein bisschen nachgelassen. Langsam fragt Knock Out sich wirklich, ob das für diese Jahreszeit noch normal ist. Laut der menschlichen Zeitrechnung ist Mai. Eigentlich soll es wärmer werden. Und trockener. Nicht kälter oder nasser…

“Schau mal Mommy, so viele Pfützen!”, rief eine aufgeregte Stimme von links.

Es ist Knock Out bisher nicht aufgefallen aber dank des strömenden Regens, sind auch die Straßen zum Großsteil wie leer gefegt gewesen. Jetzt allerdings hüpft ein kleinerer Mensch mit einer hellen Stimme in sein Blickfeld herein. Der kleinere Mensch - vermutlich ein Kind - trägt einen zitronengelben Regenmantel, eine wahrscheinlich Wasserfeste Hose, einen farblich dazu passenden klischeehaften Regenhut und überdimensional - ebenfalls farblich einwandfreie - Gummistiefel. Es macht den Eindruck, als würde es bei jedem Schritt Gefahr laufen, aus den Schuhen hinaus zu stolpern.

Ihm folgt ein ausgewachsener Mensch. Dieser scheint weder so geschützt angezogen, noch so wach wie ihr Kind zu sein. Sie ist weiblichen Geschlechts und hat so große Ringe unter den Augen, dass sie selbst Knock Out auffallen. Selbst der Ex-Decepticon weiß, dass dieser Mensch gerade ‘auf seinen restlichen zwanzig Prozent Akku läuft’... Ob die vermeintliche Mutter so schmerzhaft dünn ist, oder ob es nur so aussieht, bleibt jedoch nicht ersichtlich.

Das Kind scheint seine Freude zu haben… Noch.

“Verdammt Lizzie, hör gefälligst auf dich dreckig zu machen und spring nicht in die Pfützen! Wir sind sowieso schon viel zu spät dran. Komm!” Etwas zu hastig und grob schnappt sie nach der Hand ihrer kleinen Tochter und wartet nicht lange, bevor sie sie den Bürgersteig entlangzerrt, bis sie aus Knock Outs Blickfeld verschwunden sind. Allerdings sind die Beschwerden der Kleinen noch länger zu hören…

Hinter ihm nimmt er das vertraute Geräusch eines laufenden Motors war. Und dieses Geräusch kommt entspannt näher.

“Hat ein bisschen länger gedauert”, informiert Bumblebee ihn.

Als Knock Out darauf nichts erwidert, sieht Bumblebee sich dazu gezwungen, die Gesprächskurbel vielleicht doch noch ein wenig zu drehen: “Was ist?”

Es dauert einen Moment, aber schließlich antwortet der Aston Martin in seiner gewohnten Manier: “Nichts. Diese Welt ist ekelhaft. Ich will nach Hause.”

Knock Out wirft noch einen letzten Blick auf das Rapsfeld, bevor er ungeachtet Bumblebee, wendet und zurück Richtung Weltraumbrücke fährt.
Alicemonatdavor

Re: Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Beitragvon Alice2 » 15. Jul 2015, 15:54

A/N: Für den ein oder anderen mag so manches was in diesem Chapterchen vorkommt zwar unwichtig wirken, aber seid versichert, ich habe mich schon vor langer Zeit entschieden, dass ich es einbaue und dass es noch von größerer Bedeutung sein wird :DDD

PS: LOL bitte fragt mich nicht warum bei diesem kurzen ersten Teil da die Gänsefüßchen nicht im korrekten Format übernommen worden sind :P Ich hab auch keinen Plan...







In the full light of day, I don’t want to think about the sunset.
- Shakira







"Dieser Film… ist dämlich."

Die Aussage ist nicht einmal als Anschuldigung oder gar Beleidigung gemeint. Es ist einfach Knock Outs objektives - absolut nicht gelangweiltes - Urteil über den womöglich uninteressantesten und uninspiriertesten Streifen in der Weltgeschichte der Menschen.

"Pscht. Leise", zischt die Schwarzhaarige zwischen ihren Zähnen hervor, während sie einen kleinen Seitenblick nach links und anschließend nach rechts wirft. Sie scheint nur besorgt zu sein, dass jemand sie für minderbemittelt halten könnte… Knock Out kann es in der kleinen Fläche in seinem Rückspiegel ungefähr sehen aber selbst wenn nicht, könnte man es mit Leichtigkeit aus ihrer Stimme heraus hören.

"Ich sag ja nur", seufzt der Aston Martin und erinnert sich daran seine Stimme ein wenig zu senken, als er ihren erneuten verunsicherten Blick auffängt. "Wenn ich mich hier schon herausquäle - und das unter Vorbehalt falscher Tatsachen, wenn man es mal so betrachtet - dann will ich wenigstens auch gefragt werden."

"Du willst einen Kompromiss?" Sie klingt erstaunt, als sie das sagt.

Es ist Knock Out ein Rätsel, warum sie diese Tatsache für so unvorstellbar hält.

Als das ‘Auto’ keine Antwort gibt,fährt June wiederwillig fort: "Als wärst du dazu bereit, dir etwas anderes anzusehen, als einen Horrorfilm. Vermutlich muss es noch nicht einmal Horror sein, Hauptsache irgendjemand oder irgendetwas findet auf möglichst brutale und blutige Weise sein Ende." In ihrer Stimme schwingt Belustigung mit. Sie kennt viele, denen es genau so geht.

"Das ist eine gemeine Unterstellung."

"Gut. Dann nenn mir ein Genre außer Horror."

"..."

"Na also. Pscht."

Dieses Abgespeist Werden will Knock Out so gar nicht gefallen. Ein unzufriedenes Grummeln seines Motors entfährt ihm. June Darby kann die vereinzelten Blicke auf sich spüren. Vielleicht bildet sie es sich bloß ein aber sie könnte schwören…

"Ich dachte auf diesem Dreck-Ball würde größtenteils freie Meinungsäußerung herrschen. Ich bestehe darauf."

"Nicht jetzt."

"Warum nicht?"

"Weil wir inmitten eines alten Autokinos stehen und uns jemand hören könnte. Wie erkläre ich den Leuten, dass mein Auto dazu in der Lage ist, zu sprechen?"

Bei den Worten ‘mein Auto’ verbiegen sich Knock Outs Seitenspiegel, um der dreisten Menschenfrau so gut es eben geht, einen skeptischen Blick zuzuwerfen. "Zuerst einmal bin ich nicht ‘dein Auto’, ich bin ein ehemaliger Decepticon, eine viel höher entwickelte außerirdische Rasse von Lebewesen. Ich bin nicht dein Auto und definitiv viel mehr als nur ein simples Fahrzeug. Und es ist eine Schande, dass ich erst grausam werden müsste - was ich nicht darf, da ich sonst in meine Einzelteile zerlegt werden würde - damit man mir mal ein wenig Respekt erweist."

"Ich glaube, das liegt viel eher an deinem… speziellen Charakter", räumt June ein.

"Und zweitens…", lässt Knock Out sich nicht beirren. "Bist du diejenige, die mich hierher gerufen hat. Sieh dich mal um. Keiner würdigt uns auch nur eines Blickes. Keiner weit und breit! Und das obwohl ich eine Schönheit bin und wir beide irgendwie merkwürdig aussehen. Ziehst du diese Krankenhausrobe eigentlich nie aus?!”

“Meinst du meine Uniform?”

“Mir Latte wie das Ding heißt. Ist auch vollkommen egal. Warum bin ich hier und sehe mir mit dir im wahrscheinlich letzten Autokinos dieses Planeten - was auch nur in Jasper zu finden ist wie mir scheint… - eine Liebeskomödie an?”

“Nur weil niemand anders es einschieben konnte…” verteidigt sich die Menschenfrau schwach und spielt mit ihren Fingern an ihrer Popcorn-Tüte. Dabei ist sie lieber vorsichtig, denn sie hat so eine Vorahnung, dass dieser Ex-Con sie wirklich töten würde, würde sie Essen in ihm verschütten…

“Oh vielen Dank, die allerletzte Wahl bin ich also auch noch.” Den leicht gekränkten Tonfall versucht Knock Out gar nicht erst zu unterdrücken.

“Du hättest ja nicht mitkommen müssen...”

“Du hast gesagt es wäre ein Notfall!”

“Naja, sonst hättest du dich wohl kaum herbewegt.”

“GAHH!!!”

Jetzt ist June sich sicher. Spätestens nach diesem Ausruf - vielen Dank, Knock Out - muss sich einfach der ein oder andere nach ihr umgedreht haben. Vor Scham tut sie so, als würde sie es nicht merken und imitiert ein schweres Räuspern. Zwar klingt die einprogrammierte Stimme des Transformers vollkommen anders als ihre eigene, aber solange der sich nicht entscheidet noch einmal auffällig zu werden, sollte dies wohl als Ausrede genügen.

“Und nur damit du es weißt: Hätte ich gewusst, dass ich das letzte Glied der Nahrungskette bin, wäre ich wirklich nicht hergekommen” informiert der Aston Martin trotzig, bevor das vertraute Geräusch seiner startenden Motoren ertönt.

“Was machst du?”, kommt die irritierte Frage von dem Mensch.

“Dich nach Hause fahren und dort vor deine Tür setzen”, gibt Knock Out zurück.

“Warum?”

“Weil ich hier keinen Notfall sehe.”

Der Aston Martin gibt direkt und ohne Umschweife Vollgas, so dass die schmalen Finger der Frau sich erschrocken ins Sitzpolster krallen. “Willst du mich umbringen?”

“Verlockender Gedanke aber ich habe mich nicht mit Müh und Not dazu entschieden und durchgerungen, auf der Seite der Autobots zu stehen, nur um mir das jetzt eigenhändig wieder kaputt zu machen.” Knock Outs Stimme klingt bitter.

“Du fährst zu schnell…”, beharrt June, als sie die Lichter der Stadt bloß vorbeiwischen sieht. Sie kann an diesem Punkt nur ahnen, dass sie bereits weiter vom Autokino entfernt sein müssen.

Außerdem geht sie zu ihrem Leidwesen nicht davon aus, dass Knock Out eine Ausnahme macht, und jemandem das Steuer überlässt. Nachdem er jetzt leicht gekränkt wird und sein Stolz offenbar angekratzt worden ist, schon mal gar nicht.

“Ich fahre so schnell wie ich will.”

“Wenn uns jemand anhält, bekomme ich den Strafzettel!”, protestiert der Mensch.

“Exakt”, antwortet Knock Out, wobei er etwas zu zufrieden klingt.

“Du willst mich immer noch zuhause absetzen?”

“Exakt”, wiederholt der Aston Martin schlicht. “Am besten so flott wie möglich, damit ich wieder nach hause komme. Da schlage ich lieber in einer verlassenen Krankenstation die Zeit tot.”

Fast hätte sie vergessen, dass Knock Out genau so wie Ratchet ebenfalls ein Medic ist. Dabei fällt ihr ein, dass sie noch nie wirklich gesehen hat, ob der Ex-Con dass gleiche Können besitzt wie der rechthaberische Autobot-Arzt. Bisher ist sie nur Zeuge davon geworden, wie der rote Aston Martin vor ihrer Einfahrt steht, während er sich mit ihrem Sohn zu streiten pflegt. Oder früher, als William Fowler und sie in seinem Kofferraum gefangen genommen worden sind.

Wenn sie ehrlich ist, hätte June nicht gedacht, dass sie heute mehr oder minder gelassen in eben diesem Sportwagen sitzen würde. Wenn sie die Tatsache vergisst, dass Knock Out selbst Kurven mit Höchstgeschwindigkeit einschlägt, ist es sehr viel angenehmer, als sie vermutet hätte.

“Eure Krankenstation ist leer? Ich weiß, dass ihr Cybertron gerade wieder aufbaut aber dass so gar niemand sich verletzt…” Eigentlich fragt sie nur um sich selbst abzulenken und weniger panisch zu wirken. Aber die Aussage überrascht sie schon ein wenig.

“Nicht die Station per se, sondern meine Abteilung.” Über die Fahrtgeräusche ist die Stimme des von sich selbst überzeugten Ex-Cons nur schlecht zu hören aber June bildet sich tatsächlich ein, etwas für ihn unnatürliches herauszuhören. Niedergeschlagenheit.

“Das muss… einsam sein”, sagt sie schließlich, aus Mangel an Alternativen.

“Würdest du dich von einem Arzt behandeln lassen, von dem bekannt ist, dass er höchst unorthodoxe Methoden angewandt hat?”, June antwortet nicht auf diese Frage. Ihre Meinung würde es womöglich bloß verschlimmern. “Ich gewöhne mich”, behauptet Knock Out schließlich, als tatsächlich keine Antwort mehr zurückkommt.

“Vielleicht solltest du dann erst recht nicht so früh zurück gehen”, schlägt die Menschenfrau nach einer Weile vor. Es ist derselbe Rat den sie jedem erteilen würde, der in so einer Situation steckt aber sie spürt, dass es für den Transformer vielleicht vollkommen egal ist und keinen Unterschied macht.

“Stimmt, tu ich nicht. Ich setze dich zuhause ab und dann gehe ich zurück. Dein Sohn hört sich bestimmt liebend gern deine Wehwehchen an. Es scheint eh nicht so, als hätte er äußerst wichtige Dinge zu bewerkstelligen.”

June ignoriert die Tatsache, dass Knock Out vermutlich den ganzen Tag sein Spiegelbild bewundert konsequent. “Du bist ja tatsächlich gekränkt!” Sie versucht gar nicht erst die Schadenfreude zu verbergen.

“Natürlich!”, gibt Knock Out überraschenderweise zu. “Ist ja auch normal. Du an meiner Stelle wärst nicht ein klein wenig… verstimmt?”

“Ich weiß nicht - wir kennen uns ja kaum”, gibt sie ehrlich zu. Wobei ‘kaum kennen’ nicht ganz unbegründet ist…

“Und? Das hat damit nichts zu tun. Das ist bei jedem lebendigen Wesen so. Man will von Natur aus immer von allen gemocht werden, vollkommen egal, wie selten man sich sieht oder ob man selbst diese Person eher nicht leiden kann.”

“Jack ist nicht da, um sich meine ‘Wehwehchen’ anzuhören”, spricht June nach einer Weile die Wahrheit aus. Sie ist noch nie gut darin gewesen, schlagfertig auf Moralpredigten zu reagieren. Und dass ein ehemaliger Decepticon ihr gerade eben eine gehalten hat, macht die Sache nicht unbedingt besser. “Er ist inzwischen auf dem College.”

“College?!” In Knock Outs Stimme findet sich ein Hauch zu viel Überraschung.

Knock Outs Fahrtgeschwindigkeit nimmt an Tempo ab. Da bemerkt June, dass sie gerade in ihrer Einfahrt parken. Der Ex-Con stellt den Motor ab.

“Was ist so falsch daran?”

“Gar nichts!”, beeilt er sich zu sagen.

“Ist mein Sohn in deinen Augen…-”

“Optiken!”

“...Optiken, etwa zu unfähig für ein College?” Die Schärfe ihres Tonfalls könnte Steine spalten.

Eine Tatsache, an die Knock Out sich etwas zu spät erinnert: June ist einer dieser Menschen, die ihre Lieben wie ein äußerst wütender Dino-Bot beschützt… Und er hat gerade den Fehler begangen, ihren Sohn unwissentlich der Dummheit zu bezichtigen.

“Das hab ich damit überhaupt nicht gemeint!”, verteidigt Knock Out sich schnell. Auch wenn es im Grunde eine komplette Lüge ist. Jack ist nicht vollkommen unzurechnungsfähig, aber wie bei so ziemlich jedem Menschen, fragt der Aston Martin-Verschnitt sich manchmal, ob dieses Menschenwesen tatsächlich so viel Intelligenz besitzt, sich absichtlich blöd zu stellen, um alles und jeden um ihn herum auf die Palme zu bringen, oder ob er tatsächlich nicht bloß so tut… “Ich war überrascht. Ich weiß nicht viel über eure seltsamen menschlichen Sitten…”, bei Knock Outs angewidertem Tonfall verdreht June unauffällig die Augen. “Aber für gewöhnlich dauert es doch, bis ihr Menschen von einer Bildungsform zur nächsten wechselt. Mindestens ein paar… wie heißt es… Jahre?”

Jetzt ist es an der Menschenfrau, überrascht zu sein. “Knock Out… Dir ist aber schon bewusst, dass es jetzt zwei Jahre her ist, seit ihr nach Cybertron gegangen seit, um euren Planeten wieder aufzubauen?”

Der ehemalige Decepticon braucht zu seinem Leidwesen eine Weile, um sich darüber klar zu werden, was zwei Jahre in ihrer Zeitrechnung bedeuten. Er kommt zu dem Schluss, dass es etwas länger ist, als er ursprünglich gedacht hat. Diesen Gedanken spricht er auch aus.

June nickt zustimmend. “Anfangs war Jack frustriert, weil er Arcee nicht mehr so oft zu Gesicht bekommen hat… Und naja. Dann wurdest du hierherbeordert.”

“Das hat ihn wohl nicht gerade aufgemuntert.” Wenn Knock Out selbst schon absolut negativ auf seinen erzwungenen Aufenthalt auf der Erde reagiert hat, will er lieber nicht wissen, wie das Menschenkind es aufgefasst hat.

“Sein Schuljahr hat gerade erst angefangen und er wird wohl jetzt bloß in den großen Ferien zuhause sein.” June zuckt, wie um es zu entschuldigen, mit den Schultern. “Ich hab mich gelangweilt.”

“Und da täuschst du einen schrecklichen Notfall vor?! Ich könnte dich eigentlich ‘verpetzen’.”

“Könntest du”, stimmt sie merkwürdig selbstsicher zu. “Aber wirst du nicht.”

“Werde ich nicht?”

“Nein.”

“Warum nicht?!” Knock Out hört selber, wie irritiert er sich anhört.

“Weil ich Arcee sonst erzähle, dass du Jack in Gefahr gebracht hast.”

Für einen Moment ist Knock Out sprachlos. “Das habe ich nie getan!”

“Die Autorennen??”

“Das war… Das werde ich vehement bestreiten!”

“Glaubst du wirklich, dass sie dir mehr glauben als mir?”

“Drohst du mir?!” Knock Out kann es nicht fassen.

“Drohst du mir?”

Eine Weile herrscht Stille zwischen den beiden Parteien. Knock Out, weil er insgeheim brodelt aber es ohnehin keinen Sinn hätte, sich aufzuregen und June weil sie ihren kleinen Siegesmoment gegen diesen narzistischen Ex-Decepticon voll auskostet. Sie ist nicht gerne hinterhältig aber irgendwie hat Knock Out es verdient…

“Ruf doch das Dickerchen an. Diesen Agent-wie-war-sein-Name-noch-gleich. Du kannst es leugnen so oft du willst, ich erkenne einen Paarungstrieb niederer Lebensformen wenn ich ihn sehe. Ich bin sozusagen Studierter.”

June hat dieses Bild vor Augen, wie Knock Out sich mit spitzen Klauen einen nicht existenten Fussel vom glänzenden Lack pickt, würde er sich jetzt nicht im Automobil-Modus befinden. Er weiß vermutlich ganz genau, wie Agent Fowler mit vollem Namen heißt und ist bloß zu stolz das auch zuzugeben. “Bill? Wir haben zur Zeit eine Krise.”

“Dann kontaktier den Anderen.”

“Den Anderen?!” June verwirrt die Aussage.

“Naja, soweit ich weiß, entstehen Kinder nicht durch bloße Willenskraft. Da muss schon Biologie hinterstecken. Von dem spreche ich.”

“Mein Ex-Mann?! Knock Out, der hat mich vor Jahren verlassen! Ich weiß ja nicht, wie das in eurer Kultur so aussieht, aber wir haben seit Jahren keinen Kontakt mehr. Ich kann ihn nicht so einfach anrufen, ganz zu schweigen davon, dass ich seine Nummer nicht mehr habe - Und auch nicht mehr haben will.”

“Oh. So schlimm also”, schlussfolgert der Aston Martin abfällig.

“Wir waren jung und dumm… Außerdem hat eine Wahrsagerin mir damals prophezeit, dass ich ihn erst wiedersehe, wenn die Sonne im Westen aufgeht, im Norden vorüberzieht und im Osten untergeht.”

“Und wann ist das?”

“Das bedeutet nie”, informiert June bitter.

“Oh.” Knock Out unterdrückt das Bedürfnis, sich dafür zu schämen, das nicht zu wissen. Warum sollte er sich auch für die Gepflogenheiten des Planeten Erde und der ihn umkreisenden Sonne interessieren? “Und an so einen Mist glaubst du?”

“Nein. Aber sie scheint Recht zu behalten. Und ich warte auf keinen unmöglichen Sonnenaufgang.”

June beginnt zu denken, dass es langsam Zeit ist, auszusteigen und ins Haus zu gehen. Knock Out wird sich konsequent weigern, Zeit mit ihr zu verbringen. Außerdem wird sie sich schlecht fühlen, sollte sie ihn zu oft erpressen. Für so etwas ist June einfach nicht gemacht. Hinzu kommt noch, dass sie es allmählich leid wird, über ihre bemitleidenswerte Vergangenheit zu sprechen.

“Dann nicht der Typ”, hört June Knock Out sagen, während sie die Fahrertür aufschiebt. “Du solltest dich mit Fowler versöhnen.”

Sie lässt die Tür wieder ins Schloss rasten. “Was bringt dich auf diesen Gedanken?”

“Da du offensichtlich nicht leben kannst ohne Mutter zu sein, ruf ihn an, versöhnt euch, paart euch mit Erfolg und du hast wieder eine Beschäftigung in deinem Leben.”

June errötet ein wenig über den pikanten, schonungslosen Kontext des Gesagten und will gerade den Mund aufmachen, um diesem Transformer die Meinung zu sagen, da fällt er ihr erneut ins Wort:

“Vertrau mir einfach in dieser Angelegenheit.”

Knock Out ist überzeugend genug für June, um wenigstens nachzufragen. “Und was befähigt dich dazu, diese Entscheidung zu treffen? Ausgerechnet dich?” Sie ist sich der Skepsis in ihrer Stimme wohl bewusst.

“Äh, wenn ich bitten darf, wem verdankt ihr beiden Nutzlosen es noch mal, dass ihr überhaupt eine Beziehung führt?!”

June schweigt dazu. Diese Aussage ist nur zur Hälfte richtig aber Knock Out trieft so sehr vor Selbstbewusstsein und Stolz darüber, dass es ihr die Sprache komplett verschlägt.

Das sanfte Brummen von Knock Outs anlaufendem Motor durchschneidet die nächtliche Stille. “Und ruf ihn gleich an. Du hast schon vor ein paar Stunden den falschen Kerl gerufen, verlier jetzt bloß nicht noch mehr Zeit. Vielleicht ist er dann ja vor Sonnenaufgang hier und du kriegst deinen besonderen Tagesanbruch oder was auch immer…” Knock Out gibt sich alle Mühe oberflächlich zu klingen aber er schafft es nicht komplett.

Ehe June etwas erwidern kann, heizt der Aston Martin auch schon über den Asphalt, auf dem Weg zur nächsten Space Bridge. June sieht ihm mit gerunzelter Stirn nach, während sie in ihrer Hosentasche nach ihrem Handy tastet.
Alice2

Re: Jeden Monat einmal Regenbogen, bitte!

Beitragvon Alice » 16. Aug 2015, 01:49

A/N: Diesen Monat habe ich mir nur 2 der Prompts ausgesucht: »Am Lagerfeuer sitzen« & »Glühende Funken«
Tja... ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was ich sonst vorher hier großartig erzählen sollte :D Deswegen fängt hier dann mal das Kapitel an!











From a little spark may burst a flame.
- Dante Alighieri






»Warum muss ich mitkommen?!«
»Du weißt genau, dass deine Bewährung noch nicht zu ende ist. Nicht offiziell. Deswegen kommst du mit.« Arcees Stimme duldet keinen Widerspruch aber das hat ihn schließlich noch nie aufgehalten.
»Oh ihr wollt das alles nach Vorschrift geht... Irre ich mich, oder wäre es dann nicht sogar besser keinen gefährlichen Ex-Decepticon im Schlepptau zu haben, während ihr euren süßen kleinen Ausflug mit den Insek...-«
Der Blick den die Femme ihm zuwirft allerdings, lässt ihn seine Wortwahl doch noch einmal überdenken.
»...mit diesen Fleischlingen unternehmt!«
Sie entlässt einen Laut, der an ein erschöpftes Ausatmen erinnert. »Du bist nicht gefährlich. Und selbst wenn du es wärst, wären wir in der Überzahl und würden dich an Ort und Stelle hinrichten.«
»Wenn ich nicht gefährlich bin, erlasst meine »Bewährung«.«
»Vorschriften sind Vorschriften.«
»Ja, und genau das ist der Grund, warum eure Regeln der letzte Dreck sind...«, raunt er bedacht leise. Er hat allerdings die Vermutung, dass Arcee ihn trotzdem gehört hat.
Er weiß nicht ob es nun eine glückliche, oder unglückliche Fügung ist, dass sein Vorwurf auf taube Audiorezeptoren stößt.
»Komm schon, K.O., sieh es als freien Tag an. Davon hast du wie wir alle, viel zu wenig!«
Smokescreen hat leicht Reden. Er hat ja auch einen Job zu tun, bei dem er etwas ausrichten kann. Knock Out allerdings sitzt sowieso Tag ein Tag aus in der Krankenstation fest. Mit einem gerade neu aufgebauten Cybertron und den wenigen Leuten die ihm ansatzweise trauen... macht das Null Patienten für ihn – und nicht mehr, oder weniger. Ernsthaft, wenn er Urlaub gebrauchen könnte, wäre er dann so erpicht darauf, zu arbeiten? Ihm ist auch so schon sterbenslangweilig...





Sein eigener Motor schnurrt nicht, so wie gewöhnlich, wenn er ihn abstellt. Es zeugt von der schlechten Laune, die er gar nicht erst zu verstecken versucht.
Am Ende hat all das Genörgel und die Diskussion nichts genutzt. Man hat ihn trotzdem mit auf diesen »Ausflug« geschliffen. Eigentlich sollte der Aston Martin sich gar nicht wundern. Seit seinem ersten Job, den er auf der Erde hatte erledigen müssen, waren diese Bots um ihn herum geradezu besessen davon gewesen, ihn auf diesen mit Dreck bewucherten Planeten zurück zu zerren, wann immer es auch nur minimal in den Zeitplan gepasst hat. Was sie damit bezwecken wollen, hat Knock Out noch immer nicht voll und ganz herausgefunden.
Das Schlimmste an der ganzen Sache, ist aber der Ort, auf den diese Menschen-Würmer bestanden hatten: Ein Wald... Ausgerechnet das Öko-Klo, dass man auf der Erde »Natur« nennt. Er hat ohnehin schlechte Erfahrungen in dieser Richtung sammeln dürfen...
Was ist der Sinn an so einem Camping-Abend, wenn man allerlei hochentwickelte Technik, aka. Aliens wie ihn, dorthin mitnimmt? Laut Google schlafen die Menschen an warmen Sommernächten in Zelten, zünden Lagerfeuer an und rösten Marshmallows darüber, wenn man das Wort »Camping« in die Suchleiste eingiebt. Nicht nur, dass sich diese Freizeit-Aktivität äußerst langweilig anhört, er kann sich auch nicht vorstellen, was Transformer an so einem Ort zu suchen haben.
Selbst Knock Out kann nachvollziehen, dass die kleinen Menschen-Würmer und ihre dazugehörigen Autobots ein tiefes Band der Freundschaft miteinander verknüpft, oder wie auch immer sie diese lächerliche, gesellschaftliche Gepflogenheit nennen... Aber Camping? Da hätten sie sich wirklich etwas besseres einfallen lassen können. Außerdem weiß er immer noch nicht, warum er auch dort ist. Ihn verbindet nichts mit diesen Menschen, außer dass er zwei von ihnen entführt und in seinem Kofferraum gefangen gehalten hat... Sie sind nicht seine Freunde. Es hätte ihn überrascht, hätte einer von ihnen behauptet, dass sie nicht das totale Gegenteil von Freundschaft teilen.
Vielleicht trauen sie ihm auch einfach nicht, ihn allein zurück zu lassen. Natürlich tuen sie das nicht. Da würde immer diese kleine Spur Misstrauen sein. Ein kleiner Glühender Funke, inmitten von Schwärze. Knock Out braucht nur einen Fehler machen und er wird überspringen – überspringen und einen Flächenbrand auslösen. Vermutlich würden sie ihn dann meucheln lassen... Ein kalter Schauer rinnt durch seine Schaltkreise. Lieber nicht dran denken. Oder Fehler begehen.
Ratchet befindet sich gegenwärtig auf Cybertron. Knock Out ist sich zwar mehr als sicher, dass es dem mürrischen Autobot-Arzt dort alleine viel besser gefällt, als an seiner Stelle bei diesem »lustigen Freizeitspaß« aber der Ex-Con hätte vermutlich trotzdem mit ihm getauscht, hätte er die Wahl gehabt.
Also ist er nun hier. Und ihm bleibt nichts Anderes übrig als die am Lagerfeuer Sitzenden zu beobachten, wie sie sich vermutlich gerade ihren Hintern abfrieren und darauf hoffen, die mickrige Feuerstelle würde sie irgendwie warmhalten... Knock Out sieht gen Himmel hinauf. Er selbst spürt nichts dergleichen aber es scheint, als wäre hier auf der Erde nun alles dabei, in eine andere Jahreszeit umzuschlagen. In eine Kältere. Vermutlich bläst gerade ein kühler Wind durch die Äste der Bäume. Natürlich würde er selbst sich den Flammen niemals nähern... Weil ihm sein Lack viel zu lieb und teuer ist. Möglicherweise würde er äußerliche Schäden davontragen, selbst wenn es sich nur um etwas winziges wie dieses »Feuer« dort handelt. Wer weiß das schon – er jedenfalls nicht. Dafür interessiert er sich zu wenig für die Physik und Chemie, wenn sie den Planeten Erde betreffen. Natürlich gibt es auf Cybertron auch Flammen. Es explodiert genug. Selbst jetzt noch... Smokescreen sorgt regelmäßig dafür. Aber die unterscheiden sich, aufgrund der natürlichen Gegebenheiten auf der Erde.
Sie alle sind hier versammelt. Ein jeder von diesen Menschen, der einmal in Kontakt mit den Autobots gekommen ist. Knock Out wird sich ganz sicher nicht die Blöße geben, sich absichtlich an die verschiedenen Namen zu erinnern aber er weiß, wen er dort vor sich hat. Das genügt ihm.
Träge sieht der Ex-Decepticon sich um. Aufgrund seiner derzeitigen Automobilform, wird diese Geste wohl unbemerkt bleiben. Gut so. Er wird nicht gern beim Starren erwischt. Die anderen anwesenden Transformer halten sich auch viel eher in seiner Reichweite, als in der ihrer Menschen auf. Das liegt vermutlich daran, dass sie auch nicht viel tun können, außer herumzustehen, genau wie Knock Out selbst. Wie er gedacht hat. Sie sind nicht fürs Camping geschaffen. Dafür sind sie zu groß... Sie sind ja allein für den Planeten Erde genau genommen zu groß gewesen. Das würde Knock Out nie zugeben aber insgeheim hat er sich gewundert, als er das erste Mal einen Fuß auf die Erde gesetzt hat. Alles ist so winzig gewesen. Zerbrechlich vielleicht.
Sekunde. Einer der Würmer fehlt, wenn er nicht irrt. Wo ist...-
»Was stehst du hier so rum?«
Na großartig. Ausgerechnet das nervtötendste Exemplar hat es heute auf ihn abgesehen.
»Miko, komm hier her...« Bulkhead reagiert beinahe sofort. Wenn Knock Out raten müsste, meint er wohl eher etwas wie Miko, komm da weg... Du weißt nicht ob er beißt!
Knock Out und Bulkhead sind nie so richtig miteinander warm geworden. Auch nicht, als der Krieg endlich vorbei gewesen ist. Wahrscheinlich grollt der große Grüne ihm, weil er eng mit Breakdown befreundet gewesen ist. Vielleicht traut Bulkhead ihm auch genau aus diesem Grunde in den Tiefen seines Sparks nicht. Wird es vielleicht auch nie. Natürlich gibt er sich Mühe – das ist ersichtlich. Aber eben auch, dass Bulkhead nicht allzu begeistert ist.
Der Ex-Con seinerseits hat allerdings auch nicht übermäßig viel Sympathie für den Anderen übrig. Er akzeptiert ihn eben. Das ist schon alles. Wenn Knock Out sich Bulkheads Wahl eines menschlichen Partners mal näher ansieht, erinnert er sich auch wieder warum. Wenn man schon gezwungen ist (als intelligenteres, außerirdisches Wesen), sich mit einem dieser Winzlinge anzufreunden, dann entscheidet man sich doch für etwas... weniger Schrulliges als die kleine Japanerin. Knock Out hält zwar keinen von ihnen für besonders stark oder ausdauernd, aber sie, die sich Miko nennt, ist definitiv die Schlimmste von allen. Und wenn er die Wahl gehabt hätte, wäre er jetzt weggefahren. Nur befürchtet er, dass man es ihm als Hochverrat anlasten könnte...
»Hör auf ihn und geh lieber weg. Ich könnte dich fressen...«, droht Knock Out gelangweilt und nur zur Hälfte aus voller Überzeugung.
Doch das Menschenkind hat ganz klar – wie immer – seine eigenen Vorstellungen. »Komm schon, Bulk. Mir wird nichts passieren. Mir darf nichts passieren.« Und mit diesen Worten schleicht sich ein Grinsen auf ihre Züge, das absolut nichts Gutes verheißen lässt.
»Miko...« Unbehagen liegt in der Stimme des anderen Menschenwurms. Jack. Er ahnt bereits, was seine kleine Freundin im Schilde führt.
Dong.
Für einen Moment könnte Knock Out schwören, dass Totenstille eingekehrt ist.
. Und er könnte schwören, dass er sich das nicht bloß einbildet. Diese kleine, freche Göre, hat doch tatsächlich mit der bloßen Faust auf seine Haube geschlagen! Er hofft für sie, dass das keine Schlieren, oder sogar schlimmere Blessuren nach sich zieht...
»Siehst du? Ich könnte jetzt eigentlich machen was ich will...« Die Unschuld in ihrer Stimme ist das reinste Grauen. Sie scheint mit den Jahren reifer und damit leider hinterlistiger geworden zu sein. Nicht, dass es ihn unter anderen Umständen gestört hätte. Vermutlich hätte es sogar seine Meinung von ihr verbessert. Jetzt allerdings spürt Knock Out eine Woge der Wut in sich aufwallen. »Er darf mir schließlich nichts tun...«
Pong. Pong. Pong. Sie scheint tatsächlich den Nerv zu besitzen, mit jedem Mal fester zuzulangen. Es tut nicht weh, es kitzelt ja nicht mal... Aber sein Lack...
Der Ärger beginnt langsam aber sicher, an ihm zu rütteln. Er nimmt das seichte Rattern seines eigenen Fahrgestells wahr. »Sei froh, dass ich dich nicht zertreten kann, ohne dass Bulkhead mich in meine Einzelteile zerlegt«, raunt er düster.
»Miko«, schaltet sich nun auch Arcees Stimme dazu. Ihr Tonfall ist ungewöhnlich. Es hat Knock Out gerade noch gefehlt, dass sie Mitleid bekommt.
Pong... Pong-pong-pong-pong... Pong-pong.
»Jetzt ist Schluss!«
Ein Motorenröhren durchbricht das angenehme Knistern und Knacken des Feuers. Miko landet mit einem überraschten Aufschrei auf ihrem Hosenboden. Hat dieser rote Wichtigtuer gerade wirklich einen Satz auf sie zugemacht? Die junge Frau beginnt einen Anflug von Schreck in ihren eigenen Gliedern zu spüren, als sie an sich herunter sieht. Ja, das hat er wohl. Es ist nichts gebrochen, oder gar irgendwie verletzt... Sie hätte bloß nicht damit gerechnet. Für den Bruchteil einer Sekunde, hat sie sich tatsächlich gefragt, ob der Ex-Decepticon sie so einfach überrollen würde...
Knock Out setzt ein paar Zentimeter zurück und stellt die Motoren ab. Eine eiskalte, beinahe greifbare Stille schlägt ihm entgegen. Er ahnt, dass er gerade vermutlich von aller Optiken, oder Augen angestarrt wird, als wäre Unicron ein weiteres Mal auferstanden um alles zu vernichten, dass sich ihm in den Weg stellt.
»Miko, alles in Ordnung bei dir?« Bulkheads Stimme schlägt in Windeseile von tiefer Besorgnis, in ernsthafte Rage um. »Was ist bloß nicht in Ordnung mit dir? Du hättest sie überfahren können!«
»Du traust mir ernsthaft so wenig Kontrolle über meine eigenen Reifen zu? Wenn ich darauf abgezielt hätte, hätte ich es getan«, entgegnet Beschuldigter mit vor Stolz geschwollener Stimme.
»Pass auf dass ich dir deinen kostbaren Lack nicht zerdelle... Ich hab ein wenig mehr Kraft als sie!«, droht Bulkhead.
Als der große Grüne bereits drauf und dran ist ernst zu machen und sich zu transformieren, steigt die späte Erkenntnis in Knock Out auf, dass Bulkhead ganz im Gegensatz zu ihm nicht blufft. Doch etwas schiebt sich – um das Schlimmste zu vermeiden – flink in den Weg des gewaltigen Autobots. Smokescreen. Knock Out weicht angesichts der unerwünschten Nähe noch ein kleines Stück weiter zurück.
»Ganz langsam, Großer! Alles gut! Miko ist wohlauf und er hat es bestimmt nicht so gemeint. Richtig...?«
Smokescreen braucht sich nicht zu ihm herumzudrehen, um Knock Out wissen zu lassen, dass die unsichere Frage an ihn gerichtet ist. Und es macht ihn krank. Glauben diese Crétins denn wirklich, dass er nach all der Zeit – und harten Arbeit sich auch wirklich am Riemen zu reißen – immer noch so leicht alles aufs Spiel setzen würde? Niemand würde es so leicht schaffen, seinen Stolz so weit zu kränken, dass er bereit ist, derartige Maßnahmen zu ergreifen.
Der Aston Martin kann die misstrauische Stille hören. Selbst wenn nicht, er könnte es riechen, so schwer liegt es in der Luft.
»Doch, ich denke, sie trauen es dir immer noch zu...«
»Tz. Wow.«
Die Motoren des Sportwagens verlauten noch einmal, bevor er einfach schweigend wendet und in die entgegengesetzte Richtung fährt.
»Wo willst du jetzt hin? Schmollend weglaufen?« Arcee klingt empört. Auch wenn Knock Out nicht genau einordnen kann wieso überhaupt. Ist sie aufgebracht, weil Miko hätte zu Schaden kommen können, oder weil er auf jegliche Verteidigung oder Beteuerung seiner Unschuld verzichtet?
»Ja. So machen wir geistesgestörten Mörder das eben. Wir fahren ständig schmollend weg. Ein Rätsel warum wir so selten gefasst werden.« Der Sarkasmus in seiner Stimme beißt in seinen eigenen Audiorezeptoren. Knock Out verlässt den Weg und betritt das dichte, grüne Gras. Wenn es nicht so dunkel wäre, könnte man ihn vermutlich noch für eine Weile dabei beobachten, wie er einfach nur geradeaus fährt. »Ich störe nicht weiter. Holt mich ab, wenn es zurück nach Cybertron geht, oder auch nicht. Die Wahl überlasse ich euch.«
Und mit diesen Worten beschleunigt er ein wenig, um bloß schneller so weit wie möglich weg zu kommen. Nun ja, mindestens weit genug, um das lächerliche Lagerfeuer nicht mehr sehen zu können.
Als es ihm still und dunkel genug ist, bleibt er stehen. Er hofft nur, dass in ihn dieses Mal kein wild gewordenes Mistvieh anspringt...
Eine Weile lang scheint er tatsächlich allein zu sein – seine Ruhe zu haben. Bis es zwischen den winzigen Blättern in dem Grün raschelt. Den verräterischen Herzschlag eines Menschen hätten seien Systeme auch früher auffangen können...
»Komm da raus, Menschenfrau. Ich habe zwar nicht gerade sonderlich Lust auf Besuch aber wenn ich unhöflich bin, denken die noch, ich will dich auch noch umbringen...«
Knock Out beobachtet die Menschenfrau – June – dabei, wie sie sich durch die Böschungen quält, die er einfach umrandet hat. Sie scheint nicht allein zu sein. Irgendwo schlägt noch ein Puls. Noch ein menschliches Herz. Es klingt wie aus weiter Ferne aber scheint doch nahe zu sein... Es verwirrt seine Sensoren. Der Aston Martin kann auch niemanden ausmachen.
»Das würde man bei euch Insekten wohl Karma nennen, sollte es eintreten... Aber reden die schon darüber, ein Exempel an mir zu statuieren?« Eigentlich klingt Knock Out normal. Wie immer, eben. Aber nur fast.
June klopft sich den imaginären Staub von der Hose, um so weit es geht, ihre Fassung zu bewahren. Sie kennt Knock Out nicht gut. Sie kennt ja keinen der Transformer wirklich in- und auswendig. Aber sie kennt ihn gut genug, um zu wissen, dass er es amüsant findet, wenn die kleinen »Insekten« sich anstellen wie die letzten Idioten, oder sich sogar wehtun. »Nein, das würden sie doch niemals tun.« June kann den mehr als skeptischen Blick, der nun dank der Automobilform versteckt wird, auf sich spüren. Darum fügt sie ein »Der Großteil, von ihnen!« hinzu.
»Hat es einen Sinn zu fragen, warum du mir hinterhergerannt bist, wie ein Haustier?«, fragt Knock Out deprimiert.
Sie ignoriert die Beleidigung. Es gibt Dinge, die ändern sich wahrscheinlich niemals. »Du hast so bitter geklungen, dass es beinahe erschreckend war.«
Als sie näher treten will, weicht der Aston Martin augenblicklich zurück.
Auf den fragenden Blick erwidert er nur: »Nicht näherkommen. Ich will es ehrlich gesagt lieber nicht riskieren, noch einmal so missverstanden zu werden.«
Wo ist das zweite Herz? Der Pulsschlag beginnt damit, ihn zu enervieren. In seinen Rückspiegeln sucht er die Umgebung ab, wird aber nicht fündig.
»Mach es dir doch nicht unnötig schwer und geh zurück in euer kleines Camp. Geh Insekten rösten und unter nassen Blättern schlafen...-«
»Was hat Google dir bloß gezeigt? Das Dschungelcamp?«
»... nur geh ab, zurück ins Körbchen! Und pass um Primus Willen auf, dass du nicht an einer dieser Wurzeln hängen bleibst, hinfällst und dir den Hals brichst. Das wäre ein ziemlich unrühmlicher Abgang...«
June verschränkt die Arme vor der Brust. Sie hat eigentlich nicht vor, so leicht klein bei zu geben. »So leicht brechen wir Menschen nun auch nicht.«
Ein verächtlicher Laut entfährt dem Sportwagen. »Doch tut ihr. Es braucht nur ein bisschen Einsatz von einer außenstehenden Kraft...-« Und June hat das Gefühl, dass er es vollkommen mit Absicht tut, als Knock Out rückwärts fährt und einen dicken Ast mit seinen Rädern zerdrückt. Ein Knacken, welches ihr eine leichte Gänsehaut beschert, hallt durch den Wald. »... und eure Knochen brechen genau so leicht, wie dieses Ding da.«
Erst jetzt, in diesem Moment, realisiert die Krankenschwester, wie oft Menschen und Transformer aneinander vorbeigeredet haben müssen. Schmerz und Kraft haben ein jeweils anderes Gewicht. Was für sie Kraft ist, ist für einen Autobot vermutlich nicht viel mehr, als ein halbherziger Klaps. Sie haben vollkommen andere Vorstellungen. Kommunizieren nicht auf der komplett gleichen Ebene.
Endlich hat Knock Out die Geräuschquelle und somit den Aufenthaltsort der anderen Person ausmachen können. Es... ist überraschender, als er gedacht hat... Und irgendwie, will er es noch nicht so wirklich glauben aber seine Scanner sprechen Bände.
»Vor allem aber solltest du jetzt doppelt aufpassen, mit dem Ding da in deinem Bauch.«
Einige kleine Sekunden lang, fühlt June sich taub auf einem Ohr, bevor sie ihre Sprache wiederfindet. Sie hat eine Ahnung in welche Richtung der Ex-Decepticon anspielt aber entscheidet sich instinktiv dafür nachzuhaken. »Wie bitte?«
»Du hast meinen Rat offenbar befolgt. Du trägst einen Sparkling.«
»Welchen Rat? Und was ist ein Sparkling?«
An ihrem komplett verwirrten Blick kann Knock Out deutlich sehen, dass es die Dinge nur verkompliziert, wenn er dieses Mal leugnet, sich nicht ein wenig von der menschlichen Sprache angeeignet zu haben. »Bei Primus, wieso fällt dir das so schwer...? Du bist schwanger!« Der Aston Martin hat das Wort ausgespuckt, als wäre es verdorbene Milch, die man aus dem Kühlschrank entfernen muss.
»Meinst du nicht, dass das ein relativ schlechter Zeitpunkt ist, um Witze zu machen?«, fragt June wenig begeistert.
»Wäre es schon. Ich bin nur nicht zum Scherzen aufgelegt. Es hätte mir schon auffallen sollen, als ich das erste Mal diesen Gestank gerochen habe, den ihr trächtigen Viecher ausströmt, wenn ihr auch mit Erfolg gepaart habt...«, beteuert Knock Out und vermittelt dabei den Eindruck als würde er gerade die Nase rümpfen, wenn er eine hätte.
June blinzelt in die Dunkelheit. Es ist nun mehr als einen Monat her, seit sie sich mit Bill »vertragen« hat... Und natürlich ist ihre Regel zu spät dran und selbstredend hat sie bereits einen Schwangerschaftstest aus der Drogerie ausprobiert... Erst mit gemischten Gefühlen, doch als das Testergebnis so eindeutig negativ angezeigt hatte, hat die Frau es nun einmal abgetan. Ihre Regel ist bloß zu spät.
»Ich habe das testen lassen«, widerspricht sie unsicher.
»Duh... Es ist ja auch erst seit ein paar eurer menschlichen Wochen der Fall. Wundert mich gar nicht, dass eure Methoden versagen. Aber du sprichst hier mit einem hochentwickelten Außerirdischen, welcher zufällig ein Doktor ist. Meine Scanner laufen 50-Mal besser als euer stärkster Prozessor-Kern.« Knock Out zögert wie immer nicht, zu prahlen. Außerdem kann June den unausgesprochenen Satz förmlich in ihrem Kopf hören: »Keine Widerrede und hör gefälligst einmal auf mich! Ich bin der Mann – oder Alien – vom Fach hier...«
Unentschlossen und probeweise legt sie einen Finger gegen ihre Bauchregion, obwohl ihr bewusst ist, dass sie zu diesem Zeitpunkt wohl kaum etwas ertasten kann. Dann zieht sie ihre Hand jedoch schnell wieder zurück.
»Man sollte meinen, du weißt noch wie das ganze Sparkling-austragen funktioniert«, kommentiert Knock Out unbeeindruckt.
»Ba-by. Zwei Silben – genau so wie Sparkling. Das kannst du dir merken...«
»Ist ja gut! Bei dir geht das aber schnell mit den Stimmungsschwankungen...« Knock Out tut gerade so, als würde er nie überreizt reagieren. Zum Beispiel wenn sein teurer Lack Kratzer verzeichnet...
Gefährlich schnell überbrückt June den Abstand zwischen ihnen und stützt sich drohend auf Knock Outs Motorhaube ab. Sie vibriert warm unter ihren Handflächen. Lebendig. Erinnert sie daran, dass der Transformer einen Spark besitzt, der genau so hinter seiner Brust schlägt, wie ein menschliches Herz. »Das sagst du niemandem, damit das klar ist! Das werde ich selbst irgendwie erledigen...«
»Beruhige dich – ich kann schweigen wie ein Grab, wenn nötig. Und jetzt nimm die Pfoten da weg, Mensch. Du hinterlässt noch Fettflecken!«, kommandiert Knock Out ungeduldig. Wieso hat sie das nicht kommen sehen?
»June?«
Die Menschenfrau zuckt angesichts der neuen aber gut bekannten Stimme innerlich schwer zusammen und fährt herum. Arcee in ihrer Automobilform. Sie steht abwartend da. Vielleicht hat sie ja nicht einmal etwas mitbekommen.
»Dein Sohn sorgt sich...«, informiert die Femme. »Vielleicht solltest du zurückgehen.«
Die Krankenschwester geht nicht, ohne einen warnenden und vielleicht auch nur leicht panischen Blick Richtung Knock Out zu werfen, aber sie setzt sich in Bewegung. Als sie Arcee passiert, kommt es ihr irgendwie so vor, als würden nun zwei Paare von Optiken sie insgeheim verfolgen. Sie fröstelt. Es ist wirklich Zeit, zurück an das warme Lagerfeuer zu treten.
Arcee rollt näher heran und beäugt den Sportwagen nachdenklich. »Warum war sie hier?«
»Offenbar hab ich sogar mehr Charme, als ich mir zugetraut habe – und das ist bereits eine Menge!« Der glänzend rote Aston Martin zielt darauf ab, sie abzulenken und hofft, dass es ihm auch glückt. »Also? Sperrt ihr mich jetzt wieder ein, weil ich die Göre ein wenig erschreckt habe?«, fragt er eine Spur bitterer.
»Nein. Bulkhead hat zwar damit gedroht, um Miko wieder aufzumuntern aber das war auch schon alles. Sie hat ihm beteuert, dass es ihr gut ginge. Hat vermutlich kalte Füße gekriegt.« Arcee hört sich zuversichtlich an. Nicht so, als würde sie ihm grollen und dies geschieht leicht, bei der selbstbewussten Femme.
»Na wenigstens das...«, grummelt Knock Out.
»Miko ist kein schlechtes Mädchen, Knock Out. Sie meint es genau so wenig so, wie du, als du ihr den Schrecken eingejagt hast.«
»Von wegen! Sieh dir mich doch nur mal an! Sie hat mir eine Beule in die Seite geschlagen!«, beschwert der Sportwagen sich lautstark.
»Ich sehe da nichts...«
»Hat sie aber
Arcee seufzt gut hörbar und erwidert für einen Moment lang nichts. Lässt Ruhe einkehren und dem Ex-Con Zeit, ein wenig herunterzufahren.
»Du kannst jetzt langsam und unauffällig zurückkommen«, schlägt sie schließlich vor.
Knock Out entfährt ein ablehnender Laut. »Ich bleibe genau hier.«
»Dann lasse ich Ratchet eine Space Bridge für dich öffnen...«
»Nicht nötig.«
»Das kann doch nicht dein Ernst sein!«
»Was genau?«
»Du willst doch hier nicht ernsthaft eingeschnappt in der Pampa herumstehen«, sagt die Femme humorlos.
»Stimmt, will ich auch nicht. Und ich bin auch lange nicht mehr eingeschnappt.«
»Bei Primus, warum willst du dir dann hier dein Blech abfrieren? Falls es dich beruhigt, wir glauben nicht, dass du noch dazu in der Lage wärst, jemanden zu verletzen...«
»Das ist eine Lüge und das weißt du.« Knock Out bemüht sich den ernsten Tonfall aus seiner Stimme entschwinden zu lassen. »Ich brauch jetzt momentan meine Ruhe, nachdem mein Lack so tätlich angegriffen worden ist...«, jammert er melodramatisch. »Vielleicht ein wenig in den Schlafmodus wechseln... Du weißt schon.« Hauptsache, ich bin erst einmal nicht in eurer Nähe...
»Gut...« Arcee klingt überrascht. »Wenn du das so willst... Aber es wird bald anfangen zu regnen. Ich dachte nicht, dass du deinen kostbaren Lack noch weiter riskieren willst.«
»Wenn ich schon nachlackieren muss...« Knock Outs Antwort hat etwas von einem gleichgültigen Schulterzucken.
»...«
»Was?«
»Ich wusste gar nicht, dass du auch Menschen scannen kannst...«
Ein ungutes Gefühl, wie bei etwas erwischt worden zu sein, macht sich in Knock Out breit. Verdammt seien seine Scanner! 50-Mal besser ist eben bei weitem nicht gut genug...
»Wie lange hast du da schon gestanden?«, fragt er, sein Tonfall das komplette Gegenteil von inbrünstig...
»Ein Weilchen. Und keine Sorge, ich kann Geheimnisse auch bewahren.« In ihrer Stimme liegt etwas so Friedliches, dass er es sich nicht wagt, ihr zu widersprechen.
»Ich dachte ja immer, du wärst männlicher, als all deine Kollegen da hinten... Aber du bist ein richtiger Softie, weißt du das?« Es herrscht Totenstille, bevor Knock Outs Stimme erneut zu hören ist. Diesmal hallt sie wie ein Kanonenschuss durch den Wald: »AUHA! DER LACK!«
Das Geräusch, dass Arcee verursacht, als sie das rote Metall streift, geht in dem prasselnden Regen unter, der von der einen Sekunde auf die Andere eingesetzt hat. Genau so wie das erschrockene Gebrüll der Menschen, die verzweifelt versuchen, sich in die Zelte zu retten, bevor sie komplett durchweicht worden sind
Alice


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron