Wenn Amortentia zu Veritaserum wird (Harry Potter)

Wenn Amortentia zu Veritaserum wird (Harry Potter)

Beitragvon Sammy-chan » 3. Sep 2017, 23:45

Titel: Wenn Amortentia zu Veritaserum wird
Fandom: Harry Potter
Rating: 18-slash
Pairing/Charaktere: Fred/George
Warnings: Incest



Meine erwürfelten Prompts:

Klischee: 3 Liebestrank/Liebeszauber
Tageszeit: 2 Nachts
Setting: 4 im Wald
Gegenstand: 1 Glas
Tätigkeit: 2 flirten
Emotion: 3 Entsetzen



Liebestrank

George starrte auf das kleine rosarote Fläschchen, was vor ihnen stand. Er hatte kein gutes Gefühl bei der Sache.
„Bist du sicher, dass du das tun willst?“, fragte er also und hob den Blick, so wie sein Zwilling es ebenfalls tat und ihre Blicke trafen sich. Einen Moment sahen sie sich nur an, dann grinste Fred.
„Das Los hat entschieden. Ich werde mich sicherlich nicht drücken.“
Sie mussten ihre Produkte testen, bevor sie sie verkaufen konnten. Das war eine Regel, die sie sich selbst auferlegt hatten. George war selbst nicht klar, warum er diesmal so zögerlich war. Es war nur ein Liebestrank. Wenn er funktionierte würde sich Fred verlieben, in ihn, für ein paar Tage. Danach würde alles wie immer sein, außer, dass sie sich darüber amüsierten, wie Fred sich verhalten hatte, als er Hals- über Kopf in seinen eigenen Zwilling verliebt gewesen war, falls das überhaupt funktionieren würde. Sie hatten recherchiert, aber keine genauen Angaben gefunden, welche Grenzen ein Liebestrank überwinden konnte. Trotz allem wünschte sich George, dass das Los ihn selbst getroffen hätte. Aber er wusste, dass Fred sich nicht überzeugen lassen würde, die Aufgabe an George weiterzureichen, jetzt wo das Los auf ihn gefallen war.
George beobachtete, wie Fred die kleine Flasche nahm und den Verschluss aufdrehte.
„Halt mich nur davon ab, dich mitten in der großen Halle anzufallen. Die Gerüchte werden wir dann nie wieder los.“
„Tja, ich weiß, dass ich unwiderstehlich bin, aber all die Mädchen schaffen es ja auch sich zurückzuhalten“, antwortete George mit einem Grinsen, das Fred mit einer hochgezogenen Augenbraue quittierte.
„Ich glaube die können sich einfach nur nicht entscheiden. Na, dann…“ Er hob die Flasche wie zu einem Trinkspruch. „Prost!“
Und im nächsten Moment schüttete er die leicht rosa Flüssigkeit herunter.
Ein paar Sekunden starrte George seinen Bruder einfach an und wartete darauf, dass irgendetwas passierte. Bis ihm einfiel, dass nichts passieren würde. Fred würden keine Herzen aus den Augen fliegen und er würde auch nicht rosa pupsen, hoffte er zumindest. Und wenn doch, dann würde das sicherlich ein Hit bei ihren Scherzartikeln. Er sollte sich die Idee merken.
Fred aber sah lediglich auf das Fläschchen.
„Erdbeergeschmack war ne gute Entscheidung“, entschied er und sah dann auf zu George. Wieder verketteten sich ihre Blicke ineinander und George fragte sich, was wohl gerade in Freds Kopf vorging. Und im nächsten Augenblick wusste er, dass er sich diese Frage zum allerersten Mal in seinem Leben stellte.
„Weißt du George…“, erhob Fred die Stimme und machte eine bedeutungsvolle Pause. „Hab ich dir eigentlich schon gesagt, wie umwerfend du heute aussiehst?“
Umwerfend? Fred hatte noch nie jemanden als umwerfend bezeichnet und mit Sicherheit nicht George in seiner Schuluniform. Er betrachtete Fred argwöhnisch. War es der Liebestrank? Aber dann erkannte er das leichte Zucken am Mundwinkel seines Bruders, was er seit Jahren kannte. Er wusste, dass er versuchte ernst zu bleiben und ein LAchen unterdrückte.
„Du Idiot! Ich hab schon gedacht, jetzt hätten wir deinen Verstand weggedröhnt! Nicht, dass du je viel davon besessen hättest.“
„Wer ist hier ein Idiot? Du hättest mir das Ganze doch beinahe abgekauft.“
Sie lachten und der Liebestrank war fürs erste vergessen.

~ooOoo~

Die nächsten Stunden verbrachte George größtenteils damit seinen Bruder zu beobachten, sein Verhalten zu studieren. Hatte sich etwas daran verändert?
Es war seltsam, sich plötzlich der Nähe des anderen so bewusst zu sein. Sie waren immer zusammen. 24 Stunden am Tag, es war wie es immer war. George kannte es nicht anders, aber erst jetzt wurde es ihm bewusste, dass es so war und dass es für andere Menschen anders sein musste. War man nicht einsam?
Aber George konnte nichts Auffälliges an Freds Verhalten feststellen. Er plapperte fröhlich drauf los, machte Späße und legte die anderen rein, so wie er es immer tat. Nichts deutete darauf hin, dass sich an seinen Emotionen hinsichtlich George etwas verändert hatte.
Zum Abend hin begann George sich Sorgen zu machen. War ihr Liebestrank ein Misserfolg? Oder lag es daran, dass sie Brüder waren. Vielleicht funktionierten Liebestränke bei Verwandten nicht.
George entschloss sich das zu recherchieren. Sie benutzten oftmals vorhandene Tränke und wandelten diese ab. So auch in diesem Fall. Als sie abends im Gemeinschaftsraum saßen holte er die Liste mit den Zutaten heraus verglich sie mit den Zutaten, die normalerweise in Liebestränken verwendet wurden. Er blätterte zu dem Rezept, was sie als Grundlage genommen hatten. Ein eher unbekannter Liebestrank namens "Venustria Amabilia", den sie in einem Buch gefunden hatten, das im hinteren Ecken der Bibliothek gelegen hatte. Genau solche Bücher waren meistens die größte Hilfe.
Fred saß neben ihm, erledigte gerade ihrer beider Hausaufgaben, langte nach dem Tintenfass. Ihre Arme berührten sich kurz. „Sorry!“, sagte Fred, bevor er sich wieder dem Aufsatz widmete.
George nahm nur am Rande Notiz davon und nickte kurz. Was konnte das Problem gewesen sein? Die gängigen Zutaten aller Liebestränke hatten sie erhalten. Sie waren die wirksamen Bestandteile, mit anderen Zutaten konnte man die Wirkung verstärken oder schwächen. Zu einem gewissen Grad auch abwandeln. Liebe bis zu Besessenheit wollten sie nicht erzeugen. Nur etwas, was sich gut verkaufen ließ.
George schreckte aus seinen Grübeleien auf, als Freds Fingerspitzen seinen Unterarm berührten, nur ganz kurz, weil er ein leeres Pergament heranzog. George beobachtete seinen Bruder skeptisch von der Seite. Für ihn schien nichts Ungewöhnliches passiert zu sein, er unterhielt sich mit Lee über einen kleinen Streich, dem sie einen übereifrigen Ravenclaw gespielt hatten.
George schüttelte den Kopf und blätterte wieder in dem Buch. Sie hatten etwas Liebstöckel hinzugefügt, um eine leicht berauschende Wirkung zu erzeugen, die den Liebestrank stärker wirken ließ, ohne es wirklich zu sein. So war der Plan gewesen, aber vielleicht hob der Liebstöckel die Wirkung stattdessen auf?
Fred berührte ihn erneut, als er die Feder in die Tinte tunkte, um weiter zu schreiben. George sah zu ihm herüber, sie saßen wirklich außergewöhnlich nahe beieinander... oder? Sie saßen immer nebeneinander, da berührte man sich schonmal. Aber saßen sie so nahe nebeneinander? Berührten sich so häufig?
„Ist alles in Ordnung bei dir?“, fragte er vorsichtshalber und Fred sah hoch, echte Überraschung in den Augen.
„Klar! Ist denn irgendetwas?“
Also litt er wohl doch an Paranoia. Resigniert ließ George das Buch sinken. „Nein, alles in bester Ordnung.“
Er überinterpretierte die Dinge. Liebestränke wirkten anders. Nicht so subtil. Auch wenn sie die Wirkung abgeschwächt hatten. Derjenige, der den Trank zu sich nahm, verliebte sich sofort und konnte an nichts anderes mehr denken. Nicht so wie Fred, der ihn nur ein paar Mal berührt hatte, es war absurd.
Der Liebestrank wirkte nicht so, wie er sollte. War er zu schwach? Dann musste er die Dosis erhöhen, nur um sicher zu gehen. Sie würden ihn dann einfach konzentrierter brauen.
Es gefiel ihm nicht, aber George entschied Fred nicht zu sagen, dass er die Dosis erhöhen würde. Er wusste nicht genau, ob man einen Liebestrank durch Willen beeinflussen konnte, also würde er auch diesen Faktor ausschließen, denn Fred würde denken, dass die Wirkung spätestens nach zwei Tagen nachließe.

~~~

Ginny kam auf den Gryffindor-Tisch zu, setzte sich direkt neben Fred, um sich dann am Frühstück gütlich zu tun, wie sie es selbst bereits taten.
"Hör mal Jungs, ich brauch mal eure Hilfe", sagte sie möglichst beiläufig.
"So, unsere Hilfe?" Fred grinste sie schief an.
"Du weißt, ohne Gegenleistung gibt es bei uns nichts", fügte George hinzu und war sehr froh, um die Ablenkung, die Ginny bot. In dem Moment, als Fred zu Ginny sah, gab George den rosanen Inhalt einer weiteren Phiole Liebestrank in Freds Kürbissaft. Sie waren Experten darin anderen Leuten etwas unterzujubeln, aber Fred war ebenso ein Experte, wie George es war und er war erleichtert, als er sah, dass Fred weiterhin Ginnys Ausführungen folgte und anscheinend nichts bemerkt hatte. In den folgenden Minuten beobachtete George mit einem unguten Gefühl, wie Fred das Glas leerte.
"Du willst dich also rächen?", sagte Fred dann etwas gelangweilt, nachdem Ginny geendet hatte. Anscheinend hatte einer der Jungen eine ihrer Freundinnen sitzen lassen und somit den ganzen Hass der Gryffindor-Mädchen in dem Jahrgang auf sich gelenkt. Sie waren so jung und so gute Kundschaft.
Vor George lag ein weiterer Tag an dem er unter Anspannung stand. Aber auch diesmal konnte er an Freds Verhalten nichts Außergewöhnliches feststellen. Ja, einige Berührungen, wie gehabt, die sie wahrscheinlich ständig austauschten, ohne dass es George überhaupt auffiel.
Das Ganze ließ nur einen Schluss zu, der Liebestrank wirkte nicht, Fred war wie immer. Der einzige, der sich veränderte war George. Als wäre er derjenige, der den Trank genommen hätte.
Er saß über dem Buch mit den Zaubertränken, suchte fieberhaft etwas über Nebenwirkungen bei Liebestränken. Dinge die deren Wirkung beeinflusste.
Ein Liebestrank ruft niemals wahre Liebe hervor, er wirkt wie eine hochpotente Droge, die eine immense Abhängigkeit des Opfers entfacht. Diese Abhängigkeit projiziert sich auf den Menschen, der den Liebestrank verabreicht hat. Ein Liebestrank wirkt nicht bei jedem Menschen gleich. Verschiedene Zustände können dazu führen, dass ein Liebestrank stärker oder schwächer wirkt.
George überflog die nächsten Absätze, in denen aufgelistet war, welche Dinge einen Liebestrank beeinflussten. Verwandtschaft hatte er bisher noch nicht entdeckt. War vielleicht auch zu abstrus, wer wollte denn schon, dass sich ein Verwandter in einen verliebte?
Hegt das Ziel bereits starke romantische Gefühle für eine andere Person, so können auch diese den Trank beeinflussen und seine Wirkung neutralisieren.
George stutzte einen Moment. Das sollte heißen, wenn Fred bereits verliebt gewesen wäre, dann könnte auch das einer der Gründe dafür sein, dass der Leibestrank nicht wirkte. Könnte das sein? George dachte kurz nach. Der Gedanke behagte ihm nicht. Fred hätte ihm doch was erzählt, wenn er sich verliebt hätte, oder? Sie erzählten sich schließlich alles. Und wer käme schon in Frage? Fred war mit kaum jemanden länger allein, außer mit ihm selbst.
George zuckte zusammen, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. Fred, natürlich war es Fred, wer sollte es sonst sein? Er war zu nervös, er wollte, dass sein Zwilling die Hand wegnahm, sie schickte unzählige Schauer seinen Rücken hinab.
Fred beugte sich stattdessen zu ihm hinab. „Was machst du?“
Sein Atem strich an Georges Hals lang und er musste einen tiefen Atemzug nehmen, um einen klaren Gedanken fassen zu können.
Es war nichts Außergewöhnliches, eine Geste, die sie ständig austauschten. George war nur derjenige, der wie ein panisches Karnickel reagierte.
„Ich gehe nur noch ein paar Zutaten durch.“ Er atmete tief durch und Freds Hand löste sich von seiner Schulter, um ihm das Buch aus der Hand zu nehmen. Und im selben Moment wünschte sich George er hätte seine Hand dort belassen.
„Du bist irgendwie unentspannt, lass doch mal gut sein“, meinte Fred und ließ sich neben George auf die Sessellehne nieder. Er überflog die Seite.
"Wegen dem Liebestrank?"
George nickte und Fred runzelte die Stirn. "Warten wir nicht normalerweise ab bis die Wirkung abgeklungen ist, bevor wir ein Fazit ziehen?"
Ja, so war ihre Vorgehensweise normalerweise. Egal ob sie an sich selbst experimentierten oder an anderen, erst nach Ablauf der erwarteten Wirkungsdauer redeten sie darüber, ob sie das Produkt so verwenden konnten oder nicht.
"Ich hatte nur etwas Zeit und da der Trank augenscheinlich nicht wirkt, dachte ich, dass ich schonmal nachsehen könnte, was der Grund ist."
Fred blätterte in dem Buch. "Mmmh,", sagte er, ohne aufzusehen.
"Bist du verliebt?", fragte George nun. Vielleicht gab es doch jemanden und Fred hatte ihm nichts davon erzählt, weil... ja, weil es ein so absurder Gedanke war, dass sie jemals jemand anderen näher kommen könnten, als einander. George stellte sich vor, wie es in so einer Situation wäre. Er konnte es nicht.
Fred sah jetzt doch auf. "Ja,", sagte er und in Georges Hals bildete sich ein seltsamer Kloß. "Ich liebe dich." Er strich mit dem Finger an George Kinn entlang. Der Trank? Er wirkte doch. Aber dann sah er das verräterische Zucken von Freds Mundwinkel. Das, was er schon seit Jahren kannte, wenn Fred versuchte ernst zu bleiben.
"Aber vielleicht hast du nur Glück und eigentlich liebe ich mein Spiegelbild."
Er lachte und lehnte sich zurück. George lachte auch, aber ihm war nicht wirklich dazu zu mute.
Er beschloss Fred eine weitere Dosis des Liebestranks zu verabreichen.

~ooOoo~


Am nächsten Tag hatten sie fast die gesamte Zeit Unterricht. Sie saßen, wie immer, nebeneinander. In Verwandlungen bastelte Fred kleine Papierflieger und beschmiss damit Kenneth Towler bis McGonogall es zu bunt wurde und sie ihm jegliches Pergament wegnahm.
In Zaubertränke fertigte er eine kleine Zeichnung von Snape an, in der ihm ein Kessel um die Ohren flog und daraufhin die riesige Nase abfiel, ließ sie dann zur Erheiterung aller durch die Reihen gehen. Bis sie Snape in die Finger geriet und er sie ansah und dabei zischend fragte, wer dafür verantwortlich wäre. Er konnte ihnen aber wie immer nichts nachweisen und zog Gryffindor zur Sicherheit 20 Punkte ab.
Und in Kräuterkunde ließ Fred den Slytherins allesamt kleine Ranken aus den Ohren wachsen, ein Zauberspruch, den sie erst vor kurzem entdeckt hatten. Madame Sprout hatte alle Hände voll damit zu tun zu verhindern, dass sich die Schlangen in eine Hecke verwandelten. Sie konnten sich zurücklehnen und die Show genießen.
Ein vollkommen normaler Tag im Leben der Zwillinge. Fred verhielt sich wie immer, trotz dreimaliger Einnahme des Trankes.
George sollte froh darüber sein, dass der Trank nicht wirkte. Es wäre viel schwieriger, wenn Fred verrückt nach ihm wäre. Oder?
Aber sie würden den Trank verbessern und erneut testen müssen. George beschloss, dass er beim nächsten Mal derjenige sein musste, der den Trank einnahm.

"Was machst du da, George?"
Fred sah ihm neugierig über die Schulter, als George die kleine Truhe öffnete. Es war ihr Versteck für all die Zutaten, eine magisch vergrößerte Truhe, die mit einem Übersehens-Zauber geschützt war.
"Der Liebestrank, wir müssen ihn erneut brauen, ich will nachsehen, ob wir alle Zutaten haben."
"Warum sollten wir sie nicht haben? Wir hatten sie doch noch vor ein paar Monaten und haben seither nichts davon gebraucht."
George zuckte die Schultern und hob das Gläschen mit dem Perlenstaub hoch. Sie waren stolz darauf, dass ihr Vorrat mittlerweile umfangreicher war, als der vom guten Snape, an dessen Vorrat sie sich früher durchaus mal bedient hatten.
Als nächstes hob er das Gläschen mit den Rosendornen in die Höhe, auch darin waren noch einige. Er schüttelte das Glas und die braunen Dornen klapperten. George runzelte die Stirn.
"Was ist damit?", fragte Fred und setzte sich neben George, dessen Herz einen kurzen Aussetzer machte. Der Liebestrank funktionierte nicht, das war doch mittlerweile mehr als deutlich, er brauchte nicht mehr auf Freds Verhalten achten. Er sollte sich einfach entspannen, es war alles so wie immer.
Aber George konnte nicht so einfach. Er hatte in den letzten Tagen über Dinge nachgedacht, an die er sonst niemals einen Gedanken verschwendet hatte. Darüber wie Fred sich verhielt, all die kleinen Gesten, die sie austauschten, all die Zeit, die sie miteinander verbrachten.
George konzentrierte sich wieder auf das Glas in seiner Hand, nicht Fred, definitiv nicht Fred, dessen Wärme er spüren konnte. Hatte er den Liebestrank genommen? Nein.
"Vielleicht sind sie zu alt."
Fred nahm ihm das Glas aus der Hand, berührte ihn dabei kurz, schon wieder.
"Sehen wirklich nicht mehr ganz frisch aus." Auch er schüttelte das Glas.
"Heute Nacht?", fragte er dann und George nickte. Sie sollten keine Zeit verlieren und den Trank aufsetzen, diesmal mit frischen Rosendornen aus dem verbotenen Wald.

~~~

Der verbotene Wald hatte immer diese Atmosphäre, gerade nachts, die einen unter Strom setzte. Sie waren schon sooft hier gewesen. Der Wald war schließlich verboten und ein Verbot galt für die Weasley-Zwillinge nicht. Wenn etwas verboten war, dann war es erst recht interessant. Sie kannten fast jeden Geheimgang den Hogwarts zu bieten hatte, jede Nische, in der man sich verstecken konnte. Den Wald kannten sie aber nie wirklich so ganz, denn er lebte und veränderte sich stetig. Das machte ihn doch immer zu etwas Besonderem. Aber Angst, die hatten sie nicht. Denn sie waren zu zweit und sie passten aufeinander auf.
Um zu den Büschen der wilden Rosen zu gelangen mussten sie nicht so weit in den Wald vordringen, trotzdem knackte es überall um sie herum.
George holte das kleine Gläschen hervor und sie begannen die Dornen von den Stängeln der Rosen zu brechen und das Glas erneut zu füllen.
Eine Zeit lang arbeiteten sie stumm vor sich hin. Georges Blick wanderte automatisch zu Fred, der konzentriert auf die Pflanzen schaute. Seine Haut wirkte beinahe blass im fahlen Licht, das der Zauberstab von sich gab. Keinen Menschen hatte er sooft gesehen, keinen Menschen verstand er so gut, wie Fred. Das hatte er gedacht und jetzt, wo er einmal darüber nachgedacht hatte...?
"Autsch!" Schmerz durchzuckte seine Hand und er sah hinab auf den blutenden Finger.
"Was ist los mit dir?" Fred fasste Georges Hand und im ersten Moment wollte er sie wegziehen, bis ihm einfiel wie unnatürlich das gewesen wäre.
Fred nahm seinen Zauberstab und murmelte einen Heilungszauber. Der Kratzer schloss sich.
Er sah dann auf, ohne Georges Hand loszulassen.
"Du bist total angespannt."
George schluckte, es war kein Wunder, dass es Fred auffiel. Er sollte es ihm sagen. Der Liebestrank. Er sollte fragen, wie Fred sich fühlte. Sie sollten darüber sprechen. Aber sie hatten niemals über Gefühle reden müssen, sie wussten, was der andere fühlte. George hatte nie gelernt darüber zu reden.
"Es ist nichts", log er und zog seine Hand zurück. "Danke."
Er wischte sich das Blut am Umhang ab.
Er wusste, dass das Gespräch damit nicht zu Ende sein konnte. Doch dann hörten sie ein Knacken nur ein paar Meter entfernt. Ihre Blicke schossen in die Richtung, es war nichts zu sehen, mal abgesehen von der Dunkelheit.
Sie sahen einander an und Fred nickte leicht. George schraubte den Deckel auf das Glas mit den Dornen und ließ es in eine Tasche an seinem Umhang verschwinden. Mit der anderen Hand zog er ebenfalls seinen Zauberstab, so wie Fred es getan hatte. Er drehte sich um und lief los, genau in die entgegengesetzte Richtung, wie Fred es tat. Es knackte wieder und dann war es einen Moment still bis auf die Geräusche, die sie beide selbst verursachten.
Dann hörte George erneut ein Geräusch, diesmal blieb es nicht bei einem Knacken, die Aneinanderreihung knackender Äste und Zweige, wenn sich jemand oder etwas einen Weg durch das Geäst bahnte, aber es entfernte sich von George. Was immer es war, es verfolgte Fred. George sah sich um, konnte aber nicht mehr, als einen Schatten sehen, der durch die Bäume huschte. Er schlug einen Bogen, dann lief er ein Stück in die andere Richtung und kauerte sich hinter einen großen Baumstumpf.
Es dauert nur wenige Momente bis die Geräusche wieder näher kamen, George wartete mit klopfendem Herzen. Etwas kam näher und George war erleichtert als er erkannte, dass es Fred war. Trotz allem hatte er ein wenig Furcht, dass bei einer ihrer Taktiken etwas schief ging. Fred kam in Sichtweite und George suchte hinter ihm den Wald ab, während er in Deckung blieb. Da sah er den Schatten wieder, nur noch wenige Meter hinter Fred. Es war schneller, als sie gedacht hatten. Er sah, dass sein Bruder schon so schnell lief, wie er konnte. Der Zauberspruch musste sitzen. Fred hatte den Baumstumpf beinahe erreicht. George zielte.
"Petrificus totalus!", rief er.
Fred rettete sich keuchend ebenfalls hinter dem Baumstumpf. George suchte weiterhin die Bäume ab. Nichts bewegte sich dort. Er konnte auch nichts hören, mal abgesehen von Freds Atem und das hämmern seines eigenen Herzens, als wäre er selbst gelaufen. Er hatte getroffen.
"Scheiße, war der schnell."
Erst jetzt blickte George zu Fred herab. Warum traf es zur Zeit immer ausgerechnet ihn? Aber ein Lächeln umspielte seine Lippen, als er zu George hochsah.
"Danke, du warst meine Rettung."
George lächelte zurück. Er kannte das Gefühl nur zu gut. Das Adrenalin, was durch die Adern schoß. Er wusste, welchen Reiz die Gefahr hatte. Und er wusste, wie sehr Fred es liebte, auch wenn es ihm nicht passte, wenn Fred in Gefahr war.
Er ließ sich jetzt neben seinem Bruder zu Boden sinken. "War ganz schön knapp."
"Ja, lass uns nachsehen, was es war."
George hob eine Augenbraue. Er war sich nicht sicher, ob das wirklich so eine gute Idee war. Er hatte keine Ahnung, was er da getroffen hatte und wie lange so eine einfache Körperklammer das Wesen lahm legen würde.
Fred machte Anstalten aufzustehen. Doch da rührte sich hinter ihnen etwas. Sie sahen sich an, dann drehten sie sich beide um.
"Stupor!" George schickte einen weiteren Zauber in dieselbe Richtung, wie zuvor. Während Fred es ihm gleich tat und ihr Ruf sich beinahe wie ein einziger anhörte. Es folgte ein dumpfes Geräusch. Danach erneut Stille.
"Ich glaube nicht, dass das so schnell aufstehen wird." Fred grinste und richtete sich auf, um den Wald mit Blicken abzusuchen. George tat es ihm gleich, aber skeptischer. Ein Zauberer würde nicht so schnell wieder aufstehen, nachdem er von zwei Stupor-Zaubern getroffen worden war, aber bei allen anderen Wesen, die hier im Wald herumliefen war sich George da immer noch nicht sicher.
Fred wollte hinter dem Baumstumpf hervortreten, aber George fasste ihn im gleichen Moment am Handgelenk.
"Wir hauen jetzt ab", sagte er bestimmt. Er wusste, dass Fred neugierig darauf war, was sie da verfolgt hatte, er war es ja selbst, aber er wusste auch, dass die Gefahr zu groß war.
Zum Glück funktionierte es, George war derjenige, der sie bremste, wenn die Situation zu brenzlig wurde und Fred war derjenige, der gebremst werden musste. Unschlüssig sah er nochmal zu den Bäumen zwischen denen ihr Zauber hindurchgeflogen war, aber dann nickte er.

George war froh, als er im Bett lag. Nachdem das Gefühl des Adrenalins abgeklungen war, hatte ihn eine schwere Müdigkeit befallen. Sie waren in den Schlafraum geschlichen und daraufhin hatte er sich nur noch schnell ausgezogen und war eingeschlafen, kaum, dass sein Ohr das Kissen berührt hatte.
Es war alles wie immer und das wiegte ihn in eine selige Ruhe.
Als er das nächste Mal erwachte war es noch immer dunkel um ihn herum. Was hatte ihn geweckt? Wie spät war es? Er blinzelte ein paar Mal und entdeckte eine Person neben seinem Bett.
„Was iss´n los Fred?“ Beruhigter legte er sich zurück. Der Anblick seines Bruders beruhigte ihn immer, er war da, ihm ging es gut, die Welt war in Ordnung.
„Ich hatte einen Traum“, sagte der jetzt. Einen Traum? Einen Alptraum wahrscheinlich. Naja, nicht so verwunderlich, schließlich hatte irgendein Wesen sie noch ein paar Stunden zuvor durch den Wald gejagt. Schlechtes Gewissen keimte in George hoch, vielleicht hätten sie doch lieber nachsehen sollen, nur um zu sehen, was es gewesen war. Hinterher war es vielleicht nur Fang gewesen, der Hagrid ausgerissen war.
George rückte zur Seite. Es war nicht das erste Mal gewesen, dass er oder sein Bruder einen Albtraum gehabt hatte. Und er wusste aus eigener Erfahrung, wie gut es tat zu wissen, dass jemand da war. Wie lange war es her, dass sie in einem Bett geschlafen hatten? Das fragte sich George, als er fühlte, wie Fred unter seine Decke kroch und er bereits wieder in den Schlaf hinüberdriftete. Es war viel zu lange her, er mochte es Fred neben sich zu spüren.
„Gute Nacht…“, sagte er und hörte die Antwort schon nicht mehr.

Die ersten Bilder eines Traumes vor Augen spürte er wie ihn etwas über den Bauch strich, es war ein angenehmes Gefühl und er seufzte zufrieden, als es sich verstärkte und langsam seinen Brustkorb hochwanderte.

Erst als er eine Berührung an seinem Hals fühlte, registrierte er, dass sie ihren Ursprung nicht in seinem Traum hatte. Mit einem Schlag öffnete er die Augen und sog scharf die Luft ein, als er mehr fühlte, als dass er sah, dass sein Bruder ihn gerade am Hals küsste.

„Was tust du da?“, fragte er lauter wie er wollte.

Fred sah auf, er legte den Kopf schief und lächelte. Er sah auf eine bestimmte Weise glücklich aus, wie George es nicht von ihm kannte. „Ich hatte nicht das Gefühl, als würde es dir nicht gefallen!“

George spürte noch immer die Berührungen von Freds Finger auf seiner Brust, wie sie die Formen nachfuhren und die Haut reizten. Und er konnte nicht leugnen, dass es ihm gefiel, was sein Bruder tat. „Ich… darum geht es nicht.“, brachte er schwach hervor und Fred schien es als Zustimmung zu sehen, was es, wenn man es richtig nahm auch war.

Er beugte sich vor und ihre Lippen berührten sich, zuerst nur hauchzart, dann verstärkte Fred den Druck. Es war das außergewöhnlichste, was George jemals gefühlt hatte und gleichzeitig so vertraut, als hätte er es schon hunderte male vorher gemacht.

In diesem Moment ließ er es einfach geschehen. Er nahm den unverkennbaren Geruch seines Bruders auf, konnte die Wärme fühlen, die er ausstrahlte und spürte die Zunge, die seine Lippen nachfuhr, warm und feucht… und süß. Und in der Hoffnung mehr davon zu schmecken öffnete er seine Lippen.
Fred ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen, intensivierte den Kuss und ließ seine Zunge mit der seines Ebenbildes spielen. Wie eine Süßigkeit kam es George vor, jede Berührung zerging ihm auf der Zunge, ließ tausende seiner Nervenenden aufglühen und kribbelnde Schauer entstehen.

Fred löste den Kuss nach viel zu kurzer Zeit, George hatte das dringende Bedürfnis mehr von dem zu bekommen, was schon jetzt viel zu sehr in seiner Erinnerung verblasste. Er holte zitternd Atem und wollte sich vorbeugen, um wiederum Freds Lippen zu finden. Doch sein Bruder wich ihm aus, verlagerte sich so, dass er nun halb auf George lag und verteilte viele kleine Küsse in seiner Halsbeuge.

„Ich liebe dich, George!“

Es war wie ein Schups in die Realität. George versuchte sich augenblicklich den Liebkosungen seines Bruders zu entziehen.

„Das ist der Liebestrank.“, brachte er mühsam hervor, aber sein Ebenbild lachte nur leise.

„Nein, ist er nicht.“

Und wieder fühlte George die warmen, weichen Lippen seine Haut streifen, kleine, lebende Male hinterlassend.

„Ich habe die Dosis erhöht.“, es wurde immer schwerer für George sich auf Worte zu konzentrieren.

„Meinst du, das wüsste ich nicht?“ Wieder küsste Fred ihn, ließ ihn etwas von dieser Süße schmecken. „Diese Gefühle sind schon seit langem in mir, der Trank hat lediglich mein…Verlangen gesteigert.“

George wollte ihm glauben, so gern, dass es In Ordnung war und vielleicht tat er das in diesem Moment auch, denn das nächste, was er spürte, waren Freds Hände, die ihm sein Pyjamaoberteil auszogen und er hinderte ihn nicht daran.

Fred küsste ihn, sog an seiner Lippe und ließ seine Zunge nun herabgleiten, das Kinn hinab, den Hals hinunter und das Brustbein entlang, hinterließ eine Spur des seltsam lebenden Gefühl unter der Haut.

Er umspielte George’ rechte Brustwarze, sog daran, ein Stöhnen überkam Georges Lippen. Er keuchte. „Die anderen…“ Mehr brachte er nicht hervor. Fred hob den Kopf fing Georges Blick ein. In seinen Augen funkelten die kleinen bernsteinfarbenen Punkte, die man nur von ganz nahe sehen konnte.

„Silencio!“

Der S-Laut ließ Freds Atem scharf über Georges Brustwarze streifen und einen Schauer durchwanderte seinen Körper, George schauderte. Fred widmete sich wieder seiner Beschäftigung und sorgte dafür, dass auch die zweite Brustwarze hart wurde.

George versuchte das gefühl zu ignorieren, was sich in seinem Lendenbereich zusammenballte. Er wand sich unter freds Berührungen, der wieder seine Erkundungstour aufgenommen hatte und seinen weg südlich fortsetzte, es damit unmöglich machte, die Erregung zu ignorieren.

Fred zog die Hose seines Bruders hinunter, George wollte protestieren, doch sein Verstand war benebelt, benebelt von Geschmack, Geruch, Berührungen, so vertraut und doch so anders. Er keuchte auf, als er Freds Finger an seiner Erektion spürte, wie er langsam den Schaft herauf und wieder hinab strich und George meinte zu glühen.

Er sah hinab, traf auf Freds funkelnde Augen, der sich hinabbeugte, den Blick weiterhin mit dem seines Zwillings verkettet und mit der Zunge über die Spitze senes Glieds leckte. George hatte in diesem Moment das Gefühl wahnsinnig zu werden, er wollte nur noch, dass sein Bruder es noch mal machte, mehr machte. Er wimmerte Und Fred verstand die Bitte. Nochmals leckte er die Erregung, bevor er sie endgültig in den Mund nahm.

George gab in diesem Moment seine übrig gebliebene Selbstbeherrschung auf. Konzentrierte sich auf die überwältigenden Gefühle, die Freds Wärme, Feuchtigkeit, Berührungen erzeugte, als er an ihm sog.

Viel zu schnell, zu gewaltig spürte er den Orgasmus heranrollen. „Fred...nnngh“ keuchte er, und vergrub seine Hände in die roten Haare. Wollte seinen Zwilling warnen, doch der reagierte nicht und George kam mit einem Stöhnen in seinem Mund.

George atmete zitternd die Luft ein und aus. Er ließ sich zurück in die Kissen fallen, sah wie Fred sich über die Lippen leckte und zu ihm hoch kam, um ihn zu küssen. George konnte sich selbst schmecken, eine Mischung, die mit Freds süßem Geschmack wie Zartbitterschokolade wirkte.

Ein paar Sekunden lagen sie da und sahen sich in die Augen, und genau diesen Augenblick suchte sich sein Verstand aus, um wieder einzusetzen.

Fred sah so unglaublich glücklich aus, worüber? George bedeckte seine Augen mit seinen Händen. „Fuck!“

Er konnte noch immer Freds Blick auf sich spüren. Er hatte sich einen blasen lassen… von seinem eigenen Zwillingsbruder, der unter Liebestrank stand. Fred würde ihm spätestens in zwei Tagen den Kopf abreißen.

„Ist alles in Ordnung mit dir?“ George konnte die Sorge in seiner Stimmer heraushören. Er nickte niedergeschlagen. Nichts war in Ordnung und doch fühlte es sich an, als sei alles wie es sein sollte.

Nach einigen Sekunden in denen sie nur so dagelegen hatetn, zog er sich wieder an. Fred sah ihm zu, das erste mal in dieser Nacht war sein Blcik unsicher. Und George hatte urplötzlich wieder das Gefühl, der große Bruder zu sein, der er war.

Er nahm seinen Zwilling in die Arme. „Lass uns schlafen.“, flüsterte er bevor er Fred noch einen kleinen Kuss auf die Lippen gab. Die Realität würde sie noch schnell genug einholen.

~ooOoo~

Den ganzen nächsten Tag war George sich sicher, dass der Liebestrank nun definitiv seine volle Wirkung entfaltete. Fred ließ sich in Anwesenheit der anderen nichts anmerken, aber George konnte ständig die Augen seines Bruders auf sich ruhen fühlen.
Was war passiert? Warum wirkte der Trank erst jetzt, dann als George sich schon beinahe sicher gefühlt hatte? Er vermied jeden Gedanken an die letzte Nacht. Es war unverzeihlich, was er getan hatte oder was er eben nicht getan hatte, nämlich Fred aufzuhalten und er schämte sich zutiefst. Schließlich lag die Verantwortung bei ihm und so konnte er nur noch Schadensbegrenzung betreiben.
Fred machte ihm das aber nicht gerade einfach. Jetzt benahm er sich tatsächlich offensichtlich anders. Seine Körpersprache. Sie war auf eine schwer beschreibende Art anders und nach einer Weile erkannte George mit Schrecken, dass sein Zwillingsbruder mit ihm flirtete.
Es war der Trank der ihn so handeln ließ, aber was George beinahe ein wenig entsetzte war die Tatsache, dass er darauf ansprang. Fred sah ihn an, auf eine bestimmte Weise, beinahe herausfordernd mit einem Versprechen im Blick und er spürte, wie er augenblicklich rot wurde. Wie es sein Herz einen Moment schneller schlagen ließ.
Und all diese kleinen Berührungen, die Fred ihm zukommen ließ, irgendwo wollte er sie erwidern, wollte seinen Bruder berühren und das nicht auf brüderliche Weise.
Das war doch verrückt! Sie hatten ihr komplettes Leben miteinander verbracht, beinahe jede Minute. Es konnte sich doch von einem Tag auf den anderen nicht plötzlich etwas so sehr ändern.
Und obwohl er es nicht wollte schweiften seine Gedanken zur letzten Nacht, wenn er einen von Freds Blicken auffing. Es waren keine schlechten Erinnerungen, George sollte sich vielleicht sogar abgestoßen fühlen von dem, was sie getan hatten, aber er tat es nicht.

George suchte sein Heil in der Flucht. Er konnte sich nicht von Fred trennen, das wäre auffällig gewesen. Jeder hätte gewusst, dass dann etwas nicht stimmte. Also achtete er darauf, dass stets so viele Leute wie möglich in ihrer Nähe waren. Da machte Fred nicht mehr, als ihm vielsagende Blicke zuzuwerfen. Das fiel hoffentlich nicht auf. Aber es war George beinahe ein Rätsel, wie Fred so diszipliniert sein konnte unter dem Einfluss des Trankes. Er hatte schon andere Opfer gesehen, die einfach vollkommen liebestoll gewesen waren. Bei Fred merkte man nichts, wenn man nicht darauf achtete.
Die Nacht jedoch machte ihm Sorgen. Wenn alle anderen schliefen und sein Zwilling würde es erneut versuchen... würde er es dann diesmal abwehren können?
Je länger George über ihre Situation nachdachte, desto abstruser kam es ihm vor.
Niemals hatte er Gefühle in dieser Richtung zu Fred gehabt, zumindest hatte er das gedacht. Er wusste, dass es nicht normal war, wie sehr sie beide schon beinahe aneinander klebten und irgendwann fragte er sich, ob es dann nicht der zwangläufige Gang der Dinge war, dass man eine Art Verlangen aufbaute, eine andere Person würde niemals zwischen sie kommen und wäre wohl eher ein Störfaktor. Außerdem war Fred der Mensch, der ihn am besten kannte, er könnte sich einfach auch gar nicht vorstellen jemanden anders jemals so nahe zu kommen. Es wäre ihm wie ein Vertrauensbruch vorgekommen.
Aber George schüttelte den Kopf. Es war nur die Situation, der Trank, ihr Alter. Solche Gefühle für seinen Zwillingsbruder zu hegen oder auch schon allein die Tatsache, dass sein Körper auf Berührungen von ihm reagierte war absurd und falsch... Und trotzdem waren sie da.

Er war heilfroh, als er am nächsten Morgen aufwachte, ohne dass etwas passiert war. Er war möglichst lange auf geblieben, um Fred gar nicht erst die Möglichkiet zu geben erneut in sein Bett zu kriechen. Er kam sich furchtbar schäbig vor. Er verwickelte Lee solange in einen schnell ausgedachten Plan, dass sie die letzten drei Personen im Gemeinschaftsraum waren. Sie wären müde und Fred musste solange warten, bis Lee eingeschlafen war. George hatte einfach gehofft, dass er in der Zeit auch einschlafen würde. Anscheinend hatte es geklappt. Das größere PRoblem war, dass er dafür hatte kaum schlafen können, weil er sich Gedanken gemacht hatte, was er tun sollte, wenn Fred es doch wieder versuchen würde. Er hatte auf jedes Geräusch geachtet, was aus Richtung seines Bruders gekommen war.
Dementsprechend gerädert war er am nächsten Morgen und als er sich aus dem Bett kämpfte fühlte er den Blick seines Bruders auf sich liegen. Es amchte ihn nervös. Fred merkte, dass er ihn auf Distanz halten wollte, dessen war er sich sicher. Und als sich ihre Blicke trafen konnte er die Frage darin lesen. Er versuchte es zu ignorieren. Es würde nur ein paar weitere Tage dauern bis der Trank seine Wirkung verlieren würde, nur noch ein paar Tage diesen Drahtseilakt vollführen. George seufzte innerlich. Er hoffte zumindest, dass es nur ein paar Tage sein würden, bis morgen oder übermorgen. Oder würde sich auch da die Wirkung des Trankes verändern? George wusste nicht, wie lange er diese Situation ertragen könnte.
Er zog sich um und ein Schauer fuhr seinen Rücken entlang, als er sich umdrehte und bemerkte, dass sich Freds Blick geändert hatte. Er schluckte. Irgendwann würde es ihn wahnsinnig machen.

George behielt seine Taktik bei und suchte immer die Nähe seiner Mitschüler. Und auch Fred schien heute weit weniger anhänglich zu sein, denn die kleinen Zeichen, die er ihm noch am Tag zuvor immer wieder hatte zukommen lassen waren weit weniger. George war sich nicht sicher, ob Fred wirklich schon das Interesse verlor, was gleichbedeutend war, dass der Trank seine Wirkung verlöre.
Er sollte froh sein. Er war es nicht. Er fühlte sich niedergeschlagen. Vielleicht weil ein Streit unausweichlich sein würde, wenn der Trank seine Wirkung verlöre. Er versuchte sich in Freds Situtaion zu versetzen. Es fiel ihm erstaunlich schwer, wenn man bedachte, dass sie beinahe wie eine einzige Person agierten. Er musste sauer auf ihn sein, oder?

Er war schon früh müde an diesem Abend, was kein Wunder war, wenn man bedachte, wann er den Tag zuvor ins Bett gegangen war. Außerdem hatte er beinahe den ganzen Tag unter Spannung gestanden.
Doch er war fest überzeugt, dass er seinen Plan auch weiterhin durchziehen würde. Er würde aufbleiben bis der letzte aus ihrem Schlafsaal ins Bett ging, egal wie spät das dann war.
Er wälzte sich durch irgendwelche Bücher für Zaubertränke, ein Fach, was sie nicht hatten abwählen können, da sie es dringend für ihre Scherzartikel brauchten. Aber anscheinend waren sie nicht gut genug darin, sah man ja an dem Desaster, was sie angerichtet hatten. Aber er konnte sich nicht konzentrieren, las einen Absatz immer wieder. Sein Blick ging stetig hoch, um seinen Zwilling zu suchen. Dann musste er die Stelle erneut suchen, die er verloren hatte. Er blätterte um, ohne sich irgendetwas gemerkt zu haben von dem, was er die letzte halbe Stunde gelesen hatte. Oder war es ne Stunde gewesen, zwei?
Plötzlich spürte er wie zwei Arme sich um seinen Hals schlangen, er schreckte hoch, das Buch fiel auf den Tisch und er blickte in die Augen seines Zwillings, der sich direkt neben ihn setzte und nun begann ihm mit der Hand die Seite hinab zu streichen. Er schluckte schwer. Was wurde das hier?
„Was tust du da?“ , flüsterte er zischend „die anderen könnten das sehen!“ Es war das einzige, was ihm einfiel, die anderen, die eine kleine Schutzmauer für ihn geworden waren.
Kurz blitzte Belustigung in Freds Augen auf. „Wen meinst du?“
Mit Mühe löste George seinen Blick von Freds, ließ ihn durch den Gemeinschaftsraum schweifen. Es war niemand mehr da, sie waren vollkommen alleine.
„…schon eine ganze Weile.“, beantwortete ihm Fred seine unausgesprochene Frage. George begann nervös die Lehne des Sessels entlang zu fahren.
„Ich denke wir sollten auch besser ins Bett.“, sagte er und versuchte sich aus Freds Umarmung zu lösen. Ein Fehler, wie er kurz darauf bemerkte. Über Freds Augen legte sich ein Schatten und verschluckte all die kleinen Bernsteinfarbenen Sprenkel, die ihnen das Aussehen gaben, dass sie funkelten. George schloss die Augen. Sie funkelten nicht, Freds Augen funkelten nicht. Und doch, er hatte das schon gedacht, als sie Kinder gewesen waren, wenn sie eine dieser Ideen gehabt hatten. Irgendwas, das verboten gewesen war. Schon da hatten Freds Augen gefunkelt.
„Du gehst mir aus dem Weg!“ George konnte die Verbitterung in der Stimme hören und fühlte sich noch schlechter. „Habe ich etwas falsch gemacht? War es nicht gut?“
Was? Nein, natürlich nicht. Es war gut gewesen, zu gut. Über Georges Lippen kam kein Wort. Er wollte etwas sagen und wusste nicht was. Er wollte Fred in den Arm nehmen und in diesem Augenblick wollte er ihn küssen.
„So einfach ist das nicht…du willst es nur selber nicht", mühte er hervor.
Fred fixierte ihn und George konnte seinem Blick kaum stand halten, er war so voller Zuneigung. Ein Liebestrank war eine der schlimmsten Erfindungen, die es gab.
„Du irrst dich, ich will das schon lange… ich unterdrücke diese Gefühle schon so lange und als ich vorgestern Nacht diesen Traum hatte…da wollte ich bei dir sein.“
Der Alptraum? Nein, kein Albtraum.
"Oh,", sagte George als er realisierte, welche Art von Traum Fred gemeint hatte.
„Ich möchte dich spüren!“, flüsterte Fred nahe seinem Ohr und holte George erfolgreich aus seinen Gedanken. Er spürte, wie der Zwilling seine Berührungen intensivierte, sich einen Weg durch seine Kleidung gebahnt hatte und nun mit den Fingerspitzen über die Haut seitlich des Bauches strich. George zuckte zusammen.

„Wir dürfen das nicht!“ Seine Verteidigung war kläglich, schon jetzt wusste er, dass dieses Argument keinen Fuß fassen würde, doch sein Verstand war nicht fähig etwas sinnvolles zu stande zu bringen, was ein triftiger Grund wäre, denn in Moment schien er derselben Meinung zu sein, wie Fred und zudem noch zu beschäftigt damit zu ignorieren, wie Freds Finger seinen Hosenbund entlang fuhren, wie sein Atem an sein Hals entlang strich und wie gut sich der andere Körper an seinem eigenen anfühlte.

„Hat es uns jemals gestört, was wir dürfen oder nicht?“ Jeder Atemstoss entfachte einen Schauer, der George’ Rücken hinabrann. Er wusste, dass er verloren hatte, wahrscheinlich hatte er niemals wirklich eine Chance gehabt. Er küsste Fred und bemerkte, wie dieser den Kuss beinahe schon stürmisch erwiderte.

Zumindest würde George dafür sorgen, dass Fred diesmal auch etwas davon hatte, solange er das noch wollte, das nahm er sich vor.

Immer wieder fanden sich ihre Lippen und George war sich sicher, dass er den Geschmack, der seine Sinne vernebelte nie wieder vergessen würde können.

Seine Hände wanderten an Freds Brust hinab unter sein Shirt und er konnte spüren, wie sein Zwilling unter seiner Berührung erschauderte, spürte, wie sich die Muskeln unter seinen Fingerspitzen zusammenzogen und er genoss die Wirkung, die er auf Fred hatte. Keine Sekunde später hatte er seinem Bruder das lästige Shirt ausgezogen und küsste sich einen Weg die Brust herab. Fred bog sich ihm entgegen, sein Brustkorb hob und senkte sich schneller.

„George...näher, bitte...“

George ließ etwas widerwillig davon ab, Freds Haut zu reizen, um ihn den Platz zu geben, um ihm selbst das Oberteil zu entledigen. Er spürte Freds Hände auf seinem Körper und hatte das Gefühl sie würden die Haut darunter in Flammen setzen. Er zog seinen Bruder näher zu sich heran, der auf seinen Schoß krabbelte und ihre Oberkörper aneinanderpresste, während er seine Hände in Georges Haar verflocht und ihre Lippen erneut zu einem tiefen Kuss trafen.

George konnte das Gewicht spüren, er fühlte den Körper seines Bruders, der seinem so ähnlich und doch einzigartig schön war. Schmerzlich wurde ihm bewusst, wie sehr er ihn wollte, näher spüren wollte. Und es schien schon die wenige Luft, die sich zwischen sie drängte zuviel zu sein.
Ihre Zungen umschlangen und George ließ seine Hand zwischen ihrer beider Körper gleiten, ließ sie über Brust, Bauch und letztendlich über die Beule, die sich deutlich in seiner Hose abzeichnete.
Fred stöhnte in den Kuss, drückte sich Georges Hand entgegen. Schon allein das ließ George fast den Verstand verlieren.

Fred unterbrach ihren Kuss. „Nnnngh... Mehr, bitte!“

George keuchte, als sein Zwilling seine Hüfte bewegte und seine Erektion dabei reizte. Er öffnete Knopf und Reißverschluss von Freds Hose und ließ seine Hand darin verschwinden. Schon fast quälend langsam strich er über Freds völlig erwachte Härte, die sich gegen ihr Gefängnis aus Stoff drängte. Fred stöhnte erneut, bewegte sich der Berührung entgegen.

„George?“

„Nnnh?“

„Zuviel...“

„...Stoff.“

Es kostete George einige Willenskraft seine Hand wieder aus Freds Hose zu nehmen. Sein Bruder sah verboten gut aus, je erregter er wurde und er liebte die kleinen Geräusche schon jetzt, die er von sich gab, wenn er ihn berührte.

Und er konnte sehen, wie sehr Willenskraft es Fred kostete ihrer beider Körper voneinander zu lösen. Es hinterließ eine seltsame Art von Kälte, als Fred aufstand und anfing sich seiner Hose zu entledigen. George ließ ihn nicht eine Sekunde aus den Augen, folgte jeder Bewegung seines Körpers. Vielleicht um sicher zu gehen, dass sein Zwilling es sich nicht doch noch mal anders überlegte, vielleicht aber auch nur, weil er ihn so sehr wollte, dass er glaubte er müsse jede Sekunde verrückt werden.

Und er konnte sehen, dass Fred seine Blicke bemerkte, falls es noch ging, nahm sein Gesicht einen noch intensiveren Rotton an und er schaute zur Seite, als er sich George wieder näherte. Er beugte sich vor küsste George, während er begann seine Hose zu öffnen.

„Du kennst ihn seit du auf der Welt bist, was ist so interessant an meinem Körper?“
Es hörte sich an, wie eine Provokation und eine unschuldige Frage.

George half ihm dabei ihm seine Hose auszuziehen. Zog ihn wieder zurück zu sich.

„Damals hab ich ihn noch nicht auf diese Weise gesehen. Du bist toll!“

Wieder setzte sich sein Bruder auf George Schoss, aber diesmal, ohne den störenden Stoff, war das Gefühl intensiver.

„Das kann ich zurückgeben Ich brauche dich!“ Er lächelte, bevor er sich weiter nach vorne bewegte. Beide keuchten, als sich ihre Erektionen berührten. George fasste die Hüften seines Zwillings, zog in näher. Sie küssten einander und Fred begann seine Hüften zu bewegen, so dass sie sich aneinander rieben. Die Luft war erfüllt von ihrem Stöhnen und George versuchte jede noch so kleinste Berührung ihrer beider Körper in sich aufzunehmen, während sie sich so Nahe einander pressten und sich rhythmisch bewegten. Doch beinahe hatte er das Gefühl, dass es nicht genug sei.

„Ahn... George, schlaf mit mir!“

Freds Worte streiften sein Ohr und er erschrak bei dem Gedanken, dass er es wollte. Er stockte und er konnte spüren, wie Fred sich augenblicklich versteifte.

„Es tut mir Leid.“ Die Worte waren abgehackt unter Freds schneller Atmung. „Du willst es nicht.“ Und doch konnte George die Enttäuschung heraushören.

Er schüttelte den Kopf. „Es ist nicht der richtige Ort und Zeitpunkt dafür.“
Er küsste Fred und strich seinen Rücken entlang.

„Okay, aber versprich es mir!“

„Alles was du willst!“ ‚Falls du es dann noch willst.’, beendete er gedanklich den Satz, versuchte den Gedanken aber sofort wieder fortzuschieben. Er hatte definitiv schon jetzt zu viele Grenzen überschritten.

Fred bewegte seine Hüften erneut, ihre Erektionen rieben aneinander. Er fuhr durch Georges Haar, während dieser seine Hände den Rücken seines Zwillings hinunterwandern ließ. Er erreichte seinen Po, strich darüber und ließ seine Finger in den Zwischenraum fahren. Es entlockte Fred noch ein wenig mehr dieser kleinen, lustvollen Laute, die er in dieser kurzen Zeit seit er sie kannte lieben gelernt hatte. Er ließ seinen Finger tiefer wandern und berührte den kleinen Eingang. Fred zuckte zusammen und George wollte seine Hand wegziehen, doch er entschied sich anders und ließ seine Finger über die Muskeln kreisen. Freds Hände verkrallten sich in die Schultern seines Bruders.

„Versuch es... ich werd mich ja daran gewöhnen müssen.“

George biss sich auf die Unterlippe, sein Verstand focht einen Kampf aus. Wie weit konnte er gehen, so, dass er seinem Bruder überhaupt noch unter die Augen treten konnte, wenn der Liebestrank seine Wirkung verlöre. Aber hatte er sich nicht geschworen, dass Fred diesmal seinen Spaß haben würde? Und es schien nicht gerade unangenehm zu sein.

Der Sieg stand fest, als ihm klar wurde, dass er bereits viel zu weit gegangen war. Er nahm den Finger in den Mund und begann ihn mit der Zunge zu umspielen, um das Eindringen zumindest ein wenig zu erleichtern. Fred beugte sich herab küsste ihn und umspielte seinerseits den Finger mit seiner Zunge, während sie gleichzeitig miteinander spielten.

Er sah seinen Bruder einen Augenblick lang in die Augen, sie waren lustdurchtränkt und George wollte sich in ihnen verlieren, bevor sie sich halb schlossen als er ihn berührte. Wieder tastete er vorsichtig die kleine Öffnung ab, spürte wie sich die Muskeln zusammen zogen und wieder entspannten, bevor er sie vorsichtig durchdrang. Fred verspannte sich und wimmerte leise. George küsste ihn, verschluckte damit die kleinen Geräusche.

Fred war der erste, der anfing sich zu bewegen. Seine Hüften bewegte und auch George anspornte. Er ließ seinen Finger tiefer gleiten, tastete Freds warmes Inneres ab. Und mit der Zeit veränderte sich die Geräusche, die Fred von sich gab wurden zuerst wieder lustvoller und mit der Zeit fordernder.

George hatte das Gefühl, dass sein Bruder nicht mehr genau wusste, ob er seine Hüften nach vorne oder eher nach hinten stoßen sollte und er verschnellerte den Rhythmus mit dem er seinen Finger in seinen Bruder hineinstieß. Er erntete ein lustvolles Stöhnen und allein der Gedanke wirklich mit ihm zu schlafen, wirklich in diese Enge einzudringen brachte ihn beinahe dazu selbst zu kommen.

Fred beugte sich vor krallte seine Finger in George’ Rücken.

„Ich…George!“

Er bewegte sich ruckartig nach vorne und George spürte die Berührung, die heiße Flüssigkeit, die sich im nächsten Moment über seinen Bauch und die Beine verteilte. Im nächsten Augenblick überkam ihn ebenfalls der Orgasmus.

Keuchend lagen sie sich in den Armen. Und George konnte nicht aufhören seinen Bruder über den Rücken zu streichen, spürte wie er zitterte und wie sein Körper vibrierte, wenn er die Luft einsog. Er hätte ewig so liegen können, doch nach einigen Minuten registrierte er, wo sie sich befanden und dass sie schon jetzt mehr als Glück gehabt hatten, dass niemand sie gehört hatte.

„Fred…?“

Er schob seinen Bruder etwas von sich, um ihn ansehen zu können. Doch der entzog sich seinem Blick, fixierte stattdessen etwas seitlich.

„Das war …“

George schluckte, er wusste nicht genau, wie dieser Satz zu ende geführt werden würde. Peinlich? Erniedrigend? Gut?

Fred sah ihn plötzlich doch an, verkettete seine Augen fest mit denen von George, lächelte.

„…unglaublich!“

Er beugte sich vor und küsste ihn.

„Mit niemand anderem würde ich so etwas tun wollen! Ich liebe dich!“

Diesmal war George derjenige, der wegschaute. Ihm wurde jedes Mal schmerzlich die Wirkung des Trankes bewusst, wenn Fred diese Worte aussprach. Doch er hatte nicht die Kraft zu widersprechen. Er lächelte traurig und blieb Fred eine Antwort schuldig, vermied ihn anzusehen, um nicht zu sehen, wie er darauf reagierte.

Fred stand auf, George sah wie dabei etwas seiner oder Freds eigener Flüssigkeit oder auch von beiden sein Bein hinab lief.

„Wir sollten duschen gehen…“, murmelte er und zog sich selbst zumindest seine Boxershorts an, was ein seltsam klebriges Gefühl war.

Das Wunder geschah und sie erreichten auch noch unentdeckt die Duschen. Was gleichbedeutend war, dass sie nicht mehr überrascht werden konnten. Denn selbst wenn, es war nichts außergewöhnliches, dass sie nachts nach einer ihrer „Pläne“ noch duschen mussten, je nachdem wie erfolgreich der Abschluss gewesen war.

George stellte sich unter einer der Duschen, konnte seinen Blick nicht von Freds Körper nehmen, wie ein Spiegelbild und doch so anders. Er fragte sich oft, warum andere sie nicht auseinander halten konnte. Er konnte es in jeder Minute, in jeder Sekunde und das nicht nur, weil es derjenige ihrer Körper war, der zufällig nicht seine eigene Seele beinhaltete. Er konnte es daran hören, wie Fred sprach, sehen, wie seine Mine sich verzog, wie er lachte, jede kleinste Bewegung war so einzigartig Fred, dass es beinahe wehtat.

George war froh, als er in seinem Bett lag, Zeit seine Gedanken zu ordnen, die in Bahnen liefen, wo er nicht mal gewusst hatte, dass sie existierten. Einen Arm hatte er um Fred gelegt, er hoffte inständig, dass es keinem aufgefallen war, dass sie nun schon zum zweiten Mal innerhalb einer Woche in einem Bett schliefen. Es war vielleicht egoistisch, aber er wollte es genießen solange bis der Trank aufhörte zu wirken und sein Verstand flüsterte ihm zu, dass es bald sein müsste. Er zog seinen Bruder näher zu sich, dessen Brustkorb sich bereits gleichmäßig hob und senkte, verdrängte jeden Gedanken daran, wie verboten es war, was sie soeben getan hatten in die hinterste Ecke seines Bewusstseins.
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Re: Wenn Amortentia zu Veritaserum wird (Harry Potter)

Beitragvon Sammy-chan » 3. Sep 2017, 23:46

~ooOoo~

Als George am nächsten Morgen erwachte, war Fred nicht mehr da. Ein ungutes Gefühl klumpte sich in seinem Magen zusammen. Er schloss die Augen, zwang sich aber im nächsten Moment dazu ruckartig aufzustehen. Ein Blick zum benachbarten Bett zeigte ihm, dass Fred auch dort nicht war. Er schien spät dran zu sein, die meisten der anderen Schüler waren bereits angezogen und verbreiteten ein heilloses Chaos.
George streckte sich, gähnte, obwohl er schon jetzt wie auf heißen Kohlen saß, aber er war nicht gerade als Morgenmensch bekannt. Er wollte nicht auffallen.
„Morgen!“, Lee grinste ihn zur Begrüßung frech an „Scheint als wär viel los gewesen diese Nacht!“
George erstarrte geschockt. Wusste Lee etwas? Hatte er sie gesehen? George Gedanken rasten. Aber er versuchte seine Nerven zu beruhigen, ihr bester Freund dachte wahrscheinlich sie wären nachts auf einer ihrer Streifzüge gewesen. So musste es sein. Sie waren oft nachts unterwegs, erst letztens, als sie im Wald Rosendornen gesammelt hatten.
„Morgen. Jap, war ein bissel später gestern“, er versuchte eine verschwörerische Miene zu machen und so beiläufig wie möglich schickte er die nächste Frage hinterher.
„Weißt du wo Fred ist?“
Lee zuckte aber nur mit den Schultern. „Nee, er muss vor mir aufgestanden sein.“
George atmete erleichtert auf. Lee wusste nichts, er hatte tatsächlich einen nächtlichen Streifzug gemeint. Aber Fred. Das war nicht die Antwort gewesen, die George sonderlich beruhigte. Er beeilte sich, seine Kleider zu finden und sich anzuziehen, um den Schlafsaal schon beinahe fluchtartig zu verlassen.
Seinen Zwilling fand er erst in der großen Halle beim Frühstück. Er schluckte, als er sah, dass beide Plätze neben Fred belegt waren, rechts von ihm Ginny und links Harry. Er fühlte einen Stich, versuchte sich aber einzureden, dass er überempfindlich reagierte, er war in Sachen Fred gerade ein wenig sensibel. Dennoch klumpte sich sein Magen noch mehr zusammen, als sein Bruder nicht einmal aufsah, als er sich ihm gengenüber hinsetzte und sie begrüßte.

George hielt es für das beste ersteinmal weiter zu beobschten bevor er voreilige Schlüsse zog. Verstohlen blickte er seinen Zwilling an, der gerade ein Brötchen aufgeschnitten hatte und nun das weiße Innere herauspulte, um daraus kleine Kugeln zu formen. Er ließ sie in der Luft schweben und schnippte sie daraufhin von sich weg. Das Geschoss flog vorbei an Harrys verdutzten Gesicht, an Hermine, die nichts mitbekam, da sie ihr Gesicht mal wieder in einem Schmöker verbarg, passgenau direkt in Rons Tasse und katapultierte einige Tropfen Kakao daraus hervor. Fred grinste zufrieden, Ginny kicherte.
Ein ganz normaler Morgen, nicht wahr? Nichts außergewöhnliches. Nichts, wenn man von der Tatsache absah, dass Fred noch nicht einmal zu ihm rübergeschaut hatte.

Und das änderte sich den ganzen Tag nicht, in jedem Unterricht saß Fred neben ihn, sah ihn nicht an und vermied es sorgfältig mehr als nötig mit ihm zu sprechen. Es machte George geradezu wahnsinnig. Er wollte etwas sagen, wusste aber nicht was. 'Hey sorry Fred, dass ich dich gevögelt hab, als du wegen eines Liebestranks in mich verknallt warst. Wird nicht wieder vorkommen, versprochen.'?
Es gab nichts, was er sagen konnte. Aber diese Distanz, die sich über den Tag immer weiter aufbaute. George hatte noch nie das Gefühl gehabt sich so weit von seinem Zwilling entfernt zu haben, wie an diesem Tag. Und das obwohl sie nebeneinander saßen, nur ein paar Zentimeter entfernt. Er wollte heulen, er könnte es nicht ertragen, er würde wahnsinnig werden. Was hatte er sich dabei gedacht? Letzte Nacht? Nichts hatte er sich dabei gedacht, er war so dumm gewesen. Wofür hatte er das Wichtigste aufgegeben, was er jemals besessen hatte? Für ein bisschen Sex?
Diese Distanz gab ihm das Gefühl, als wäre er nicht vollständig, als würde ein Teil von ihm fehlen. Wie lange sollte das jetzt andauern? Tage? Wochen? Monate? Für immer? Es wäre kein Wunder, er hatte das Vertrauen mit Füßen getreten, was Fred ihm geschenkt hatte. Es war seine Verantwortung gewesen.
Er ließ seinen Kopf sinken, legte ihn auf einem seiner Arme ab. Und dann spürte er ein kleines Kribbeln. Fred sah ihn an. Er hob den Kopf und ihre Blicke verketteten sich für einen Augenblick.
'Bitte!', dachte George, flehte um Vergebung. Er hatte es nicht verdient, aber hofte, dass Fred ihm verzeihen würde. Ein kleines Runzeln zeichnete sich auf dessen Stirn ab, dann blickte er weg, nach vorne und George hatte das Gefühl, dass ihn alle restliche Energie, die er noch zur Verfügung ahtte, verließ.
Im Verlaufe des Tages erkannte er, dass er etwas ändern musste, sie mussten zumindest miteinander reden, oder? Wovor hatte er Angst? Es konnte ja kaum schlimmer werden, als so, wie es war. Fred könnte ihn komplett meiden, aber selbst das war vielleicht noch besser, als die Nähe mit der gleichzeitigen Distanz.
Aber george wusste nicht mal, wie er ein Gespräch mit Fred anfangen sollte. Es gab sonst keinen Anfang, sie redeten einfach oder sie redeten nicht und wussten trotzdem, was der andere meinte.
Zum Schluss des Unterrischts nahm George ein Pergament, riss ein Stück davon ab und setzte die Feder an. Er überlegte kurz, er hatte niemals ein Zettel an Fred geschrieben und kam sich plötzlich selten dämlich vor, doch Fred würde sich auch den Rest des Tages in die sichere Gesellschaft der anderen retten, dessen war er sich sicher. Er hielt es so knapp wie möglich und schrieb nur: „Wir müssen reden.“
Ein kurzer Blick nach vorn zeigte ihm, dass McGonagall gerade demonstrierte, wie man das Wasser aus einem Glas verschwinden ließ und er schob den Zettel zu seinem Zwilling rüber.
Mit einem Zögern nahm Fred den Zettel und las den kurzen Satz, der George jetzt schon beinahe unangebracht vorkam. Fred sah ihn an und George schluckte unwillkürlich. Niemals hatte er eine solche Mischung von Verwirrung und emotionalem Chaos in den Augen seines Zwillings gesehen. Er konnte kaum glauben, dass er dafür verantwortlich war und die Angst etwas zerstört zu haben wuchs.
George beobachte Fred von der Seite. Er war plötzlich sehr nervös, es wäre ihm lieber gewesen, wenn die Stunde niemals ein Ende gefunden hätte. Vielleicht setzte er seinen Zwilling nur unnötig unter Druck? Vielleicht brauchte er Zeit, um das alles zu verarbeiten. Niemals hatte er so wenig gewusst, was im Kopf seines Zwilloings vorging. Und er wusste nicht, ob er es überhauopt wissen wollte.
Doch die Stunde ging vorbei. Viel zu schnell.
Sie packten ihre Sachen ein, wie immer achtete keiner von ihnen daruaf, wessen Sachen er einpackte. Dann machten sie sich auf den Weg, schweigend. George steuerte einen der leeren Klassenzimmer an. Es überraschte ihn beinahe, dass Fred ihm anstandslos folgte, er hatte zumindest gerade das Bedürfnis zu flüchten, statt zu reden. War das Schweigen sonst ein Zeichen ihrer wortlosen Verständigung, so lag es jetzt wie Blei zwischen ihnen und zog den Moment ins unendliche.
Fred hatte sich an eine der Wände gelehnt, schaute zu Boden. Schaute ihn nicht an. George schluckte. Was sollte er sagen? Dass es ihm Leid tat? Tat es ihm Leid?
Er sollte sagen, dass es keine Bedeutung gehabt hatte, dass sie es vergessen sollten. Aber das wäre eine Lüge gewesen, es hatte Bedeutung gehabt. Er hätte es nicht zugelassen, wenn es bedeutungslos gewesen wäre, das war ihm schlagartig klar. Vielleicht hatte er es sogar gewollt, irgendwie. Er schämte sich für die Gedanken. Er konnte es Fred nicht sagen, niemals.
George brach das Schweigen, räusperte sich bevor er zu sprechen begann.
„Hör mal, Fred…“ weiter kam er nicht, denn sein Bruder unterbrach ihn oder hatte sich einfach nur im selben Moment einen Ruck gegeben, um die Stille zu brechen?
„Lass es uns einfach vergessen,…“
George spürte den Stich in seinem Inneren, nickte dennoch. „…als ob es nie passiert wäre“
Fred blickte ihn nicht an. „Ich muss los!“ er drehte sich um und verließ den Raum. Es wirkte wie eine Flucht und wahrscheinlich war es das auch. Es gab nichts, wo er ohne George hinmusste.
George starrte die verschlossene Tür an, sein Herz rebellierte. Was sollte aus ihnen werden, wenn sie es nicht einmal mehr zusammen in einem Raum aushielten? Er war sich nicht sicher, aber einer Sache war er sich sicher:
Er würde es nicht vergessen können.

~ooOoo~

Die nächsten Tage zogen sich und boten keine Veränderung. Nach außen hin waren sei das, was sie immer waren. Das unzertrennliche Duo, dass immer irgendwelche Ideen hatte. MErkwürdigerweise funktionierte es auch weiterhin zusammen zu arbeiten. Vielleicht weil sie einander so gut kannten und sich kaum absprechen bruachten.
Aber das alles war nur äußerlich, in ihrem eigenen Universum da ahtte sich alles verändert. Die Distanz war zu einer festen Einrichtung geworden, hatte sich unüberwindbar zwischen sie gesetzt, während sie körperlich interagiert und seelisch nur aus der Ferne zusehen konnten.
"Sag mal, habt ihr Streit?" George starrte seine kleine Schwester an. Ginny, die ihnen immer am ähnlichsten von all ihren Geschwistern gewesen war. Weil sie manchmal dieselben beinahe hinterlistigen Gedanken haben konnte und mehr in ihrer Welt lebte, als alle anderen. Sie hatte ihn nach dem Frühstück abgefangen, als Fred ein paar Sachen für den Unterricht holen gegangen war, die sie vergessen hatten. Auch das war etwas, was sich geändert hatte. Früher wären sie zusammen gegangen, so wie sie immer und überall zusammen auftraten. Jetzt gaben ihnen solche kleine PAusen einen Augenblick um aufzuatmen. Um einen Augenblick diese Spannung abzulegen, die zwischen ihnen war.
"Streit?", fragte er möglichst sorglos "Was meinst du?"
Nein, sie stritten nicht. Wenn sie stritten war das etwas vollkommen anderes. Auch dann bemerkte niemand außenstehendes das, aber bei ihnen war es wie eine Explosion. Ein risiges Pulverfass, was in die Luft ging einen Moment alles mit Feuer entbrannte, aber genauso schnell wieder erlosch. Es dauert meistens nur wenige Minuten bis sie letztendlich einen Kompromiss fanden. Dies hier war etwas anderes, dies hier war wie eine glühende NAdel, die sich quälend langsam zwischen sie schob und ihre Verbindung zerstörte.
Ginny sah ihn mit wachen Augen an. Musste sie das tun. "Fred ist nicht hier.", sagte sei, als sei das eine Erklärung für all die Fragen dieser Welt. Aber George wusste, was sie meinte. Er schluckte und erwiderte nichts. Sollte er ihr alles erzählen? Vielleicht würde es einen teil der LAst von ihm nehmen, diese Schuldgefühle, die ihn quälten. Aber dann schüttelte er innerlich vehement den Kopf. Sie ahtten nichts geklaut, keine Lapalie, die von Ginny mit einem LAchen quittiert werden wurde. sie hatten Sex mirteinander gehabt, sie waren Zwillinge und sie hatten mitzeinander geschlafen, es war so absurd und so... abscheulich?
"Hey Lieblingsschwester!"
Georges Herz machte einen erschrockenen Hüpfer, als er Freds Stimme hörte. Der hattesich etwas heruntergebeugt und einen Arm über Ginnys Schulter gelegt, grinste sie von der Seite an. Sie zog einen Schmollmund.
"Ich bin eure einzige Schwester.", sagte sie mit gespielter Beleidigung. George immitierte Freds Haltung und legte seinen Arm von der anderen Seite über den von Fred.
"Da kannst du dir sicher sein, dass das keine Lüge ist." Auch er grinste sie an, während ihm die Berührung, die er mit fred teilte, nur allzu bewusst war.
Sie ging einen Schritt voran, so dass sie sich aus ihrer zweiseiteigen Umklammerung löste und mit schrecken realisierte er, dass seine Finger sich in Freds Kleidung gekrallt hatte, als wolle er ihn festhalten. Er löste sie shcnell, bevor Fred es realisierte und ballte seine Hände zu Fäusten, während er sie unter seinen Umhang zog. Ginny drehte sich zu ihnen und schien irgendwie ttasächlich verärgert.
"Also falls ihr mit mir reden wollt, ihr wisst ja, wo ihr mich findet."
Sie spielte auf die tatsache an, dass Fred und George anscheinend immer wussten, wo sich die komplette Schülerschaft befand.
Dann wandte sie sich ab und ging.
George sah seinen Bruder an, der Ginny hinterherblickte, dann wanderte sein Blick zu George, der den ersten Reflex unterdrückte wegzuschauen. Sie mussten sich ansehen können. Wenigstens das. Vielleicht konnten sie Stück für Stück zurückerlangen, was sie gahebat hatten. Wenn sie daran arbeiteten.


Sie arbeiteten seit einer Weile gemeinsam in dem kleinen Raum, den kaum einer kannte, bis auf Dumbledore selbst vielleicht. Nicht mal Filch, denn sie hatten sich schon oft hier vor ihm versteckt. Sie hatten lange genug suchen müssen, bevor sie den Mehcanismus zum öffnen des raumes entdeckt hatten. Aber die Karte der Herumtreiber hatte ihnen gesagt, dass es diesen Raum gab, also musste man ihn auch irgendwie betreten können, nicht wahr? Aber nun war er ein wichtiger Ort für sich geworden, den sei in Ruhe nutzen konnten, ohne gestört zu werden.
So wie jetzt. George hatte das gefühl, dass es besser geworden war. Ein wenig, wenn er nicht weiter über die Sache nachdachte, dann konnten sie eine längere Zeit gemeinsam alleine verbringen. Er vermutete, dass Fred dieselbe Taktik hatte. Sie redeten nur das Nötigste, in der Mitte des Raumes den gefüllten, dampfenden KEssel zwoischen sich. Als Abstandhalter, aber vielleicht machte sich George doch zu viele Gedanken. Es passte doch gar nicht zu ihm alles zu zerdenken. Und zu Fred passte es noch viel weniger.
Sie arbeiteten an einer Serie von MAke-Up, das in Flammen aufging nachdem man es aufgetragen hatte. URsprünglich war es ein missratener Versuch gewesen brennende Bomben herzustellen. Aber dann hatten sie festgestellt, dass der Trank mit der Haut reagierte und wer von den Mädels wollte nicht schonmal echte Smokey-Eyes haben? Sie Flammen selbst waren nicht nur kalt, sondern auch vollkommen ungefährlich.
George füllte den Trank in ein Glas mit Pulver und mischte alles gut durch. Er achtete darauf, ob sich die Mischung verfärbte oder sonst eine Reaktion zeigte.
"Was hälst du davon?"
George sah auf zu Fred, der ihm eine seiner Hände hinhielt, wie eine feine Dame, zumindest sollte es so wiren vermutete George. Die Fingernägel waren in zarten rosa bemalt und rauchten.
George musste ein Lachen unterdrücken. "Ich wusste nicht, dass du auf Nagellack stehst."
Fred zog die Hand weg und die Stimmung kippte. Verdammt. Er sollte wirklich aufpassen, was er sagte. Fred indirekt als Mädchen zu bezeichnen war vielleicht nicht gerade passend, wenn man bedachte, was passiert war.
"Sorry", sagte er und einen Herzschlag lang war es still.
Fred ließ sich auf einen Hocker sinken, der im Raum stand.
"Sollten sie nicht eigentlich brennen?" Versuchte George ein Gespräch anzufachen, aber das rauchte auch kläglich vor sich hin.
"Ich denke ich muss mehr von dem Trank hineingeben."
Und dann war es wieder still. Und wo die Stimmung eh schon schräg war, warum nicht noch richtig versuaen? Das dachte sich George wohl, als er das nächste sagte.
"Was ist mit dem Liebestrank, den müssen wir auch noch überabreiten..." Oder ihn ganz aufgeben, aber das sagte George nicht. An sich war ein Liebestrank wichtig in ihrem Programm, nichts würde besser eghen und wenn sie ihren Traum wahr machen wollten mit dem Scherzartikelladen, dann gehörte ein Liebestrank definitiv dazu.
"Wir sollten einen neuen brauen."
In George sträubte sich alles. Einen neuen Trank zu garuen, hieß ebenfalls ihn auch erneut auszutesten.
"Ich werde den Trank diesmal einnehemen", sagte er bestimmt, nochmal würde er das Zeug nicht an Fred heranlassen, aber dessen Augen wurden groß, er starrte George an.
"Nein! Warum solltest du ihn nehmen?"
"Weil du ihn das letzte Mal genommen hast, warum solltest du ihn zweimal nehmen?"
Fred löste den Augenkontakt.
"Vielleicht sollten wir ihn an jemand anderes testen?"
Normalerweise testeten sie ihre PRodukte nicht in einem so frühen Stadium an anderen. Aber George konnte es verstehen, nach allem was passiert war, nach allem, was George getan hatte, wie mochte sich Fred dann fühlen, wenn er ihn dann bedrängen würde? Er nickte, sie hatten im Grunde sowieso keine andere Wahl.
"Wir brauchen jemand, der geeignet ist."
"Und wir sollten uns Gedanken machen, warum der Trank nicht so funktioniert hat, wie er sollte.", sagte Fred.
George war erleichtert, dass sie so schnell in ihre Routine zurückgefunden hatten. Was war schief gelaufen? Was mussten sie ändern für ein besseres Ergebnis. Er hatte sich ja bereits schon Gedanken gemacht.
"Vielleicht liegt es an unserer Verwandtschaft.", äußerte er die Bedenken, die er lange gehegt hatte. "Man hat doch irgendeinen Schutzmechanismus, dass man sich nicht in direkte Verwandte verliebt. Vielleicht musste dieser Schutz erst gebrochen werden?"
Fred sah skeptisch aus. "Ich weiß nicht, aber wir achten darauf jemanden zu fidnen, der nicht verwandt ist."
"Also keinen Weasley, da gibt es zu viele von."
Fred grinste auf seine Aussage hin. "Stell dir vor, ron wäre plötzlich furchtbar in dich verliebt."
"Oder Percy!"
Sie lachten, das erste richtige Lachen seit der ganzen Sache. Es war wunderbar, George beobachtete Fred, wie seine Augen ihren alten Glanz zurück erlangten, wie sie plötzlich leuchteten. Das war es, was er tun musste. Er musste Fred zum LAchen bringen, um alles wieder gerade zu biegen. Warum war er darauf nicht vorher gekommen? Dass, was sie am häufigsten zusammen getan hatten, war LAchen und es war ein bisschen, als hätten sie es in den letzten Tagen verloren. Das Lachen.
"Also gut, jemand, der sich in einen von uns verliebt, aber nicht mit uns verwandt ist."
"Was ist, wenn das Testopbjekt bereits Gefühle zu demjenigen hat, der ihm den Trank verabreicht? Könnte das nicht auch die Wirkung beeinflussen. Wenn derjenige z.B. schon verliebt ist."
George dachte darüber nach. Kam dieser Fall vor? Warum sollte man jemanden einen Trank verabreichen, der schon in einen verliebt war? Vielleicht wenn man es nicht wusste.
"Also brauchen wir jemanden, der nicht mit uns verwandt ist und nicht in uns verliebt ist. Oh Junge, das begrenzt die Anzahl schon gewaltig, jeder liebt uns. Außer Filch, der hasst uns."
"Du willst den Trank Filch geben? Oh scheiße!" Fred lachte erneut und George entspannte zunehmens. Es war soviel besser, wenn Fred glücklich war, dann war auch er glücklich.
"Warum nicht? Dann kriegen wir keine Strafe und wir sind es gewohnt uns vor ihm zu verstekcen."
"Aber wer von uns testet, ob der Trank bei ihm auch funktioniert hat?"
George japste, bei der Vorstellung Filch auch nur zu einen Schritt zu nahe zu kommen. "Okay, nicht Filch, definitiv nicht er. Wir losen jemanden aus von der Liste."
"Okay, jemanden von der Liste."
~~~

Die Liste beinhaltete alle Schüler Hogwarts, die ihnen jemals quer gekommen waren und deshalb zu Testzwecken geeignet waren. Das Los hatte einen Slytherin gewählt, der sie irgendwann mal verpfiffen hatte. Sturgis Goodfigg, eigentlich nicht mal schlechtaussehend, dunkle Haare und grüne Augen, groß gewachsen. George vermutete sogar ein paar Muskeln unter dem Umhang. Er wäre attraktiv, wenn er nicht ständig diesen sauertöpfischen Gesichtsausdruck gehabt hätte, aber vielleicht hatte man das, wenn man einen solchen Nammen hatte. Sturgis! Und dann noch der wunderschöne NAchname, mit dem man so viele schöne Dinge anstellen konnte. Goodfigg. George fragte sich gerade, ob es angebracht wäre einen doppeldeutigen Witz über seinen Nachnamen zu machen, während sie warteten.
"Vielleicht sollte ich ausprobieren, ob sein Nachname hält, was er verspricht."
George erstarrte und zwang sich dann zu lachen, aber es wirkte gekünstelt. Ein widerwilliges Gefühl wallte auf und er versuchte es nieder zu ringen. Er sollte sich einfach nur nicht vorstellen, was Fred gemeint hatte, war doch eh nur nen Witz gewesen. Sein Blick glitt zu Goodfigg, der gerade um die Ecke gebogen kam. Er ließ ihn über den Jungen fahren. Ja, da waren definitiv muskeln, die wahrscheinlich viel zu gut aussahen.
Und plötzlich beherrschte George nur ein Gedanke: Dieser Typ sollte Fred nicht anfassen, er sollte ihn gar nicht angucken, definitiv nicht mit irgendwelchen Hintergedanken. Er merkte, wie Fred sich neben ihn bereit machte. Sie wollten ihn anrempeln, so dass Goodfiggs Wasserflasche, die er ständig dabei hatte herunterfiel. Während George ihn abgelenkte, wollte Fred ihm den Trank in die Flasche geben.
Goodfigg kam der Ecke immer näher, hinter der sie sich verbargen und George versuchte sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Es würde schon nichts passieren. Schliweßlich war Goodfigg weit weg von ihnen unten im KErker der Schlangen. Sie waren nicht mal im gleichen Jahrgang, er war ein Jahr älter wie sie. Also nur wenige Berührungspunkte, was sollte schon passieren, außer, dass Goodfigg Fred eine öffentlcihe Leibeserklärung in der großen Halle machen würde.
Nur noch ein paar Meter, Fred regte sich neben ihm.
"Bereit?", flüsterte er George zu, der nicken wollte und dann aber im letzten Moment legte er die Hand auf Freds Schulter und hielt ihn zurück. Fred sah ihn erstaunt an und George schluckte.
"Er ist hetero.", stammelte er und deutete auf das Slytherin-Mädchen, was neben Goodfigg ging und überheblich lächelte. "Ich hab letztens in der Bibliothek gesehen, dass sie geknutscht haben."
"Wann warst du in der Bibliothek?", fragte er und George wusste, dass das fragwürdige dabei nicht die Tatsache war, dass er behauptete in der Bibliothek gewesen zu sein, sondern dass er behauptete ohne Fred dort gewesen zu sein.
"Letztens ich hatte etwas nachsehen wollen, wegen des Tranks. Du hast noch geschlafen, ich hatte dich nicht wecken wollen", versuchte er eine wenig glaubhafte Lüge auf die Beine zu stellen. Er wusste, dass fred ihm nicht glaubte, kein Wort. Sein Gesichtsausdruck war fragend, vielleicht sogar ein bisschen verletzt?
"Und warum meinst du, dass es einen Unterschied macht, wenn er ne Hete is?"
In diesem Moment ging Goodfigg an ihnen vorbei. Er sah in ihre Richtung und runzelte die Stirn. Georges Griff, mit dem er noch immer Freds Schulter gefasst hatte verstärkte sich und er zog ihn sogar ein Stück von Goodfigg weg. Nicht, dass er doch noch auf dumme Gedanken kam.
"Wenn ihr wieder etwas ausheckt, dann wird Gryffindor dafür büßen.", drohte Goodfigg jetzt, George sah, wie Fred die Augen rollte.
"Solltest du wieder petzen wollen, nur zu. Ich wette das wird Slytherin irgendwann noch sehr Leid tun."
Goodfigg sah erbost in ihre Richtung, sah aber von einer Antwort ab und ging weiter. George atmete auf.
"Komm schon", sagte er und zog Fred in die andere Richtung, auch wenn diese einen Umweg für sie bedeutete. Aber Hauptsache sie kamen von Goodfigg weg.
"Was war das jetzt George, die Sache, dass der hetero ist."
George atmete kurz durch. "Die sexuelle Orientierung könnte doch auch ein Kriterium sein, oder? Also, dass sich der Trank verzögert oder nicht wirkt. Wenn jemand hetero ist, aber der trank sich in einen Jungen verleiben soll. Muss ja auch erstmal... umgedreht werden. Wie bei dir halt."
Sie gingen ein stück weiter und Fred antwortete nicht. George wurde nervös, er hätte den letzten Satz nicht sagen sollen. JEtzt dachten sie wieder daran, was passiert war.
"Ich bin nicht hetero, George."
"Oh."
Sie gingen weiter. George fühlte sich nicht überrascht, nicht wirklich. Er hatte es wahrscheinlich gewusst. War dann nur noch halb so schlimm oder? Was sie miteinander getan hatten, zumindest war es nicht schlimm, dass sie beide KErle waren, nur dass sie Brüder waren, das war noch schlimm.
Wahrscheinlich war George auch nicht hetero. Schließlich ahtte er vor guten 10 Minuten noch die Muskeln von Goodfigg abgecheckt.
George blieb automatisch stehen, als er merkte, dass Fred auch stehen geblieben war.
"Ich denke ich weiß, was der Grund dafür war, dass der Trank bei mir nicht richtig funktioniert hat."
"Du hast eine Vermutung, welche?"
Fred zögerte einige Momente, bevor er antwortete. "Ich bin geübt darin romantische Gefühle zu unterdrücken."
Was meinte er damit? Es hörte sich an, als würde er es schon lange tun.
"Du bist in jemanden verliebt?", schlussfolgerte George. Er war in jemanden verliebt und das anscheinen dnicht erst seit gestern. Ein merkwürdig, schlechtes Gefühl keimte in George auf. Warum hatte er es nicht bemerkt? Sie waren beinahe 24 Stunden zusammen.
"ICh hab gedacht, das wüsstest du."
George schüttelte den Kopf und schämte sich. Sie brauchten solche Dinge doch sonst nicht laut aussprechen.
"Wer ist es? Lee?"
"Lee?" Fred lachte jetzt. "Nein, nicht Lee."
"Terence?" Fred schüttelte den Kopf. "Dennis? Pius? Mykew?", versuchte George es mit den unterschiedlichsten Jungen, die ihm gerade in den Kopf kamen, aber wusste doch gleich, dass derjenige es nicht sein konnte, wenn er seinen Namen aussprach.
"Es ist Harry!", natürlich, es gab wenig, dass nicht leibenswert war an Harry, naja, bis auf die Tatsache, dass er mit Ron befreundet war.
"Ich bin nicht in den besten Freund meines Bruders verliebt, schon vergessen? Die Stelle ist besetzt, Ginny is schon in ihn verknallt."
Okay, auch nicht Harry, George dachte nach. Er musste es wissen. Er musste es wissen um denjenigen schnellstmöglich den nächsten Fluch auf den HAls zu hetzen. Schon allein wegen seiner Existenz und weil er Fred unglücklich machte.
Der grinste jetzt. "Ist das erste MAl, dass ich ein Geheimnis vor dir habe, vielleicht sollte ich das noch ein bisschen auskosten."
"Ich werde dir Vertas-Serum verabreichen, wenn es sein muss.", drohte George im Scherz. Wobei er sich nicht sicher war, ob er nicht doch dazu greifen würde, so verrückt ihn der gedanke machte, dass Fred echte Gefühle für jemnden hegte und er wusste nicht, wer es war. Es war wie eine Stelle am Rücken, die juckte und an die man nur um haaresbreite nicht herankam. Wie gut, dass er normalerweise einen ZWilling hatte, der ihm den Rücken kratzte, wenn es sein musste.
"Also gut,", sagte Fred jetzt, "Aber du musst es schon selbst herausfinden. Stell mir ja/nein-Fragen. Für jedes Nein, dass du kassierst, machst du einmal die Hausaufgaben für uns beide."
George nickte, er würde alle HAusaufgaben der Welt machen.
"Er ist nicht in unserem Jahrgang", stellte er die erste Frage, die Wahrscheinlichkeit war größer, dass er aus einem anderen Jahrgang war.
Fred wackelte mit den Augenbrauen. "Nein."
Er zog seinen Zauberstab und zog mit einem Farbzauber einen Strich an der Wand. Filch würde sich freuen. Zum Glück waren sie etwas abseits der Hauptgänge.
Nein? "Er ist in unserem Jahrgang?", hakte George noch einmal nach. Das grenzte die Möglichkeiten schon extrem ein.
Fred nickte. "Ja, er sit in unserem Jahrgang", bestätigte er.
Ein Junge aus dem Jahrgang. Halt? Warum ein Junge? Fred hatte nur gesagt er sei nicht hetero, das bedeutete nicht, dass er gleich schwul war, er konnte bi sein."
"Ein Junge?"
Fred nickte. Okay, doch ein Junge, er war schon richtig gewesen.
"Hufflepuff?" Fred schüttelte den Kopf und zog einen Strich.
"Ravenclaw?" Ein weiterer Strich. Es war nicht Slytherin, es konnte nicht Slytherin sein. Gopdfigg war aber zumindest eh schon raus, weil er ein Jahr über ihnen war. Zum Glück. Er musste ihm trotzdem irgendwann mal etwas anhexen.
"Gryffindor?", fragte er also. Fred nickte. Ein Junge aus ihrem Jahrgang, der bei ihnen im Haus war und damit jede Nacht mit ihnen in einem Raum schlief. George dachte nicht weiter darüber nach. Sie waren zu siebt abüglich ihnen selbst und Lee, den er ja schon abgefragt hatte blieben noch vier.
"blond?", fragte er. Timothy und Clayton waren blond.
"Nein.", sagte Fred und zog noch einen Strich.
Blieben noch Reyn und Charly.
"Schwarzhaarig?" Er hätte genausaogut nach den Namen fragen können. Fred schüttelte erneut den Kopf. Charly war raus.
"Brünett", sagte er und dachte ein Reyn. Fragte sich, was Fred an ihm fand. Er war groß, etwas stabiler und ehrlich gesagt nicht besonders helle. Sie hatten ihm schon unzählige kleine Streiche gespielt, seit sie hier waren, weil er doch immer wieder auf die einfachsten Tricks hereinfiel. Was zum Teufel fand Fred an ihm?
"Nein,", sagte der aber jetzt und zog einen weiteren Strich.
Was? Es war auch nicht Reyn, aber dann hatte er alle durch. Es gab keinen Jungen mehr in Gryffindor ind ihrem Jahrgang. Und dann fiel es George wie Schuppen von den Augen. Fred hatte ihn voll erwischt.
"Rothaarig!", sagte er mit Überzeugung.
Fred nickte. George lachte erleichtert. "Du hast mich reingelegt, du meinst dich selbst. Da hast du mich voll aufs Glatteis geführt, ich hab mich schon gefragt, was du an Reyn findest."
Fred sah ihn an, er lachte nicht. Warum nicht? Sollte er doch, schließlich hatte er George erfolgreich reingelegt. Stattdessen drehte er sich zur Wand, hob den Zauberstab und machte einen weiteren Strich.
"Nein, ich bin es auch nicht."
Georges Lachen blieb ihm im HAls stecken. Nicht er selbst. Es gab nur eine andere Person auf die all diese Kriterien ebenfalls zutrafen.
"Du bist es George. Ich hab ehrlich gedacht du wüsstest das längst." Er drehte sich zur Wand. "Nice, sieben Mal Hausaufgaben frei." Er grinste, es war etwas unsicher, oder?
"Komm, lass uns los, wir müssen noch ein neues Opfer für den Liebestrank auslosen."
Damit ging er an George vorbei, der ihm aus Reflex folgte und so langsam erst verstand, was sein Zwilling getan hatte. Eine Liebeserklärung, irgendwie. Und jetzt?
~~~
Jetzt war tatsächlich alles ein bisschen besser, stellte George mit Erstaunen fest. Als ob sich irgendwas gelöst hatte. Diese furchtbare Distanz hatte sich etwas gelöst und er war froh darum. Auch wenn er es nicht verstand. Er wusste zumindest jetzt, dass Fred nichts getan hatte, was er nicht tun wollte, als er unter Einfluss des Zaubertrankes stand. Das erleichterte es George. Was er selbst von der ganzen Sache hielt, das wusste er nicht wirklich. Er hatte zumindest kein Problem damit.
Sie standen neben einem dampfenden Kessel, der trank war perfekt gebraut, er sah genauso aus, wie er aussehen sollte. George holte zwei Kugeln aus seiner Umhang-Tasche. Er stieß Fred an und zeigte sie ihm, bevor er sie kurz mit dem Zauberstab antippte. Kitzelkratzer. Sie hatten den Unterricht gemeinsam mit den Slytherins und George nickte in die Richtung eines bestimmten Tisches etwas weiter vorne im Raum. Den Tisch an dem Goodfugg und sein Partner arbeitete. Fred grinste und nickte.
George machte sich einen Moment später auf den Weg zum Regal auf dem die Zutaten standen, um die Belladonnaessenz zu holen, die sie als nächstes benötigten. Er schlängelte sich durch die Tischreihen und steckte im vorbeigehen je eine der Kugeln in Goodfuggs Umhang und in dem von seinen PArtner. Den kannte er zwar kaum, aber mitgefangen, mitgehangen.
Er nickte kurz, als er zu seinem Tisch zuückkehrte, um zu zeigen, dass alles geklappt hatte. Fred gab eine großzügige Dosis des Neiskrauts in den Trank eine zu großzügige Menge. George rührte ihn um und der Trank begann zu qualmen. Schwaden stiegen empor, während der Trank bedrohlich zischte und bald hatten sie die Aufmerksamkeit der meisten Schüler um sie herum. Es dauerte nur ein paar weitere Sekunden bis Snape wie eine bedrohliche Fledermaus neben ihnen auftauchte. Er warf einen Blick in den Trank, bevor er sie misstrauisch anblickte.
"Was ahben Sie falsch gemahct?, zischte er sie an. Sie waren gut in Zaubertränke und es unterlief ihnen nicht oft ein Fehler. Wenn man es genau nahm so gut wie nie, denn auch jetzt war ihnen kein Fehler unterlaufen. Fred hatte mit Absicht zuviel des Nieskrauts hinzugegeben. Das perfekte Ablenkungsmanöver und gleichzeitig eine Empfehlung, jeder sah sie in diesem Moment an, als plötzlich ein merkwürdig erstickter Laut aus dem anderen Teil des Raumes herüberschallte.
Snape sah auf und erkannte die beiden Schüler aus seinem Slytherinhaus, die sich am ganzen Körper kratzten, als hätten sie eine Plage. Goodfuggs Partner warf sich gerade zu Boden, während Goodfugg selbst sich versuchte an der Tischkante zu scheuern.
Snape war mit einem wusch durch den Raum bei seinen Schülern. "Was ist passiert?"
Goodfugg schob seinen Ärmel hoch und große grüne Flecke kamen zum Vorschein.
Die Schüler um ihn herum wichen erschrocken zurück, während er jammerte. "Was ist das, Professor?"
Fred lachte und es war das Beste. George warf eine Prise der Belladonnaessenz in ihren Trank, der sich augenblicklich wieder beruhigte und erneut die dunkelviolette Farbe annahm, die er haben sollte. Der Dampf verzog sich.
"Kommen sie mit in den Krankenflügel!", bellte Snape die beiden Slytherins an. "Und sie füllen jeweils eine Probe ihres Trankes ab und beschriften ihn ordentlich, ich werde die Ergebnisse überprüfen.", befahl er zu dem Rest der Klasse gewandt, bevor er mit Goodfugg und seinem Partner in Schlepptau verschwand. Fred und George grinsdten sich verschwörerisch an. Perfekt, keiner konnte ihnen etwas anhängen, schließlich hatte jeder gerade seine Blick auf sie gerichtet, als Goodfugg befallen worden war und doch wusste jeder, dass sie sd gewesen waren.
Das wusste Snape wahrscheinlich auch, aber solange er ihnen nichts beweisen konnte, konnte er sie noch so sehr verdächtigen. Außerdem waren sie gute Schüler in seinem Unterricht, so sehr er die Gryffindors hasste, die Weasleys wahrscheinlich noch viel mehr und erst recht die Zwillinge, er erkannte ein Talent in seinem Fach an und benotete fast immer fair.

"Sag mal, was hast du eigentlich gegen Goodfugg?" Fred drehte sich zu ihm, während er eine Bestellung zusammenpackte. Ihr Scherzartikelhandel florierte hier auf Hogwarts, natürlich unter der Hand. Gerade nach solchen Aktionen, wie heute, die einfach unverkennbar ihre Handschrift trugen und schließlich hatten sie dafür gesorgt, dass jeder wusste, wer hinter der Aktion steckte. Das ganze verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Die Kitzelkratzer waren heute der Verkaufsschlager unter den Gryffindors, Hufflepuffs und Ravenclaws.
"Ich hab nichts gegen ihn.", antworte George schnell. Hatte er ja auch nicht. "Er hat uns verpetzt, er hatte das verdient."
"Wohl war", sagte Fred.
"Und er sieht zu gut aus.", schob George nach, ohne weiter darüber nachzudenken. "Vor allem für einen Slytherin."
George nahm das nächste Pergament und packte gleich zehn von den Kitzelkratzern zusammen, dann noch ein paar andere Dinge. Sah so aus, als hätte Kevin Prewett ziemlich viele Leute an denen er sich rächen wollte.
"Er sieht zu gut aus?", fragte Fred jetzt verwirrt und George erkannte, was er gesagt hatte.
"Da stehen ihm die grünen Flecken doch direkt noch so gut, so als Slytherin.", schob er schnell nach, damit Fred nicht weiter nachfragen würde, funktionierte leider nicht, das sah er schon an Freds Gesichtsausdruck.
"Wolltest du deshalb nicht, dass er den Liebestrank nimmt?"
George zögerte, das war doch nicht der Grund gewesen. "Nee, der is doch ne Hete."
Aber im gleichen Moment war ihm klar, dass auch das nicht stimmte. Er wusste es ja nicht mal genau, vermutete es nur. Es war ja auch wahrscheinlicher. Warum hatten sie ihre Liste nicht auf die Mädchen beschränkt, als sie das los gezogen hatten.
Fred sah ihn stirnrunzelnd an. Er kannte ihn doch viel zu gut, denn George fühlte sich plötzlich unangenehm durchleuchtet, als hätte er etwas zu verbergen. Hatte er ja nicht, schon gar nicht vor Fred. Der wusste doch eh alles.
"Bist du eifersüchtig gewesen?", fragte der jetzt, die Stimme klang verblüfft.
"Quatsch, hatte doch gar keinen Grund dazu, oder?", antwortete George schnell, viel zu schnell. Er hielt inne, legte nach einem Moment das PErgament weg, was er gerade noch in der Hand gehalten hatte.
"Oder?", fragte er jetzt unsicher und sah zu Fred rüber, der jetzt grinste. "Tut mir Leid, wenn ich es wüsste, hätte cih nicht gefragt."
George dachte nach. War er eifersüchtig gewesen und hatte deshalb nicht gewollt, dass der viel zu gutaussehende Goodfugg den Trank nahm und Fred nachstellen würde.
"Wir könnten es einfach testen", meinte Fred jetzt und sprach so locker darüber, als würde es sich um das Wetter vom nächsten Montag handeln.
"Testen?", hakte George verwirrt nach, wie sollten sie denn testen, ob er eifersüchtig gewesen war?
"Ich könnte jemanden küssen.", schlug Fred vor und sofort schob sich ein Bild von Goodfugg vor sein imaginäres Auge, der hemmungslos mit Fred knutschte. Sofort spürte er diesen Widerwillen in sich aufsteigen.
"Nein, das geht nicht!", sagte er bestimmt. Er sah Fred an und wusste im nächsten Moment, dass er sich schon längst im Test befand, als sein Bruder eine Augenbraue hochzog und ihn bezeichnend ansah.
War er tatsächlich eifersüchtig? Und wenn ja, was bedeutete das denn dann?
"Ich...",stotterte er, obwohl er sonst gar nicht auf den Mund gefallen war. Er wusste aber auch gar nicht, was er sagen sollte. Fred war einige Schritte auf ihn zugekommen.
"Was ist, wenn ich dich stattdessen küsse?"
George schluckte, ja, der Gedanke daran war definitiv besser. Kein Widerwillen, der sich in ihm breit machte. Ein Widerwillen, der vielleicht einfach auch eher auf den Namen Eifersucht gehört hätte.
Ganz im Gegenteil, bei dem Gedanken daran, wie sie sich ja schon geküsst hatten... und noch mehr, durchfuhr ihn eher ein aufgeregtes aber angenehmes Gefühl.
Fred machte halt, als er direkt vor George stand. Er sah ihn fragend an und George nickte nur ein ganz kleines bisschen. Er wusste, dass diese Bewegung kaum einer wahr nahm, aber Fred nahm sie immer wahr.
Er legte den Kopf schräg und George schloss die Augen, als sich ihr Lippen berührten. Diesmal war es kein Liebestrank, der sie dazu gebracht hatte, keiner wurde gezwungen. Es war einfach, weil sie es wollten, weil es sich, wie George zugeben musste, gut anfühlte. Und es war noch viel besser, jetzt, wo er wusste, dass Fred unter keinem Zauber stand. Dass er dies hier wirklich mit George tun wollte. Es fühlte sich ein bisschen an, als würde er heimkehren.
Sie lösten sich und George sah seinem Zwilling in die Augen, da waren sie wieder, die bernsteinfarbenen Sprenkel. Er holte tief Luft. Fred lächelte jetzt, er wusste es schon, das ergebnis dieses Tests. Es war wahrscheinlich auch eindeutig.
Hieß das jetzt, dass er auch verliebt war, in seinen Zwillingsbruder? Seine Emotionen ihm gegnüber waren nicht anders, nicht wirklich, nicht mehr, nur...
Es verwirrte ihn. Sie waren Brüder, natürlich liebten sie einander, aber küssen oder mehr sollten sie nicht wollen.
"Woher wusstest du es, es fühlt sich nicht anders an, als vorher."
George wusste nicht genau, wie er es in Worte fassen sollte. Aber Fred verstand ihn auch so. Zumindest war sein Ausdruck wissend.
"Es ist nicht anders, es war nur immer schon so. Die Ebene hat sich nur ein wenig verschoben."
Ja, die Ebene hatte sich verschoben, es war eine körperliche Komponente hinzu gekommen. Wie lange Fred es wohl schon wusste? Wie hatte er es herausgefunden? Wie es wohl weiter ging? Aber Fred unterbrach jeden Gedanken, als er George erneut küsste. Nicht so vorsichtig, wie beim ersten Mal, ein wenig fordernder und es nahm George jeden gedanken, den er hätte haben können.
~~~
Es war das einfachste von der Welt, als ob es immer schon so gewesen wäre. Sie kannten Hogwarts in und auswendig, jede Nische, jede Ecke, in der sie schnell schlüpfen konnten, um einen Kuss auszutauschen. Es durfte sie nur niemand erwischen. Es war das, was sie seit 5 Jahren hier in Hogwarts taten, Dinge tun, bei denen sie einfahc nicht erwischt werden durften.
Sie standen gerade in einer dieser Nischen und George schob seine Hand unter Freds Hemd. Er liebte diese Reaktionen, die er ihm entlocken konnte. Er spürte, wie Fred erschauderte. Das ging doch besser, oder nicht? Im nächsten Moment keuchte Fred, als George seine Hand noch etwas höher schob und seinen Nippel streifte. Er grinste und fing den Blick ein, den Fred im zuwarf. Verschwörerisch.
"Wenn wir nochmal zu spät zu McGonogalls Unterricht kommen, dann wird sie Griffndor einen Haufen Punkte abziehen.", sagte er, obwohl er sonst neimalsd die Sprache der Vernunft war. George hob eine Augenbraue, zog aber die Hand hervor. HAuspunkte verlieren war auch für sie ein Tabu. Schließlich wollte man am Ende des Jahres seinen Sieg feiern können.
Aber fred hielt ihn fest, als er die Nsiche verlassen wollte.
"Scheiß drauf", sagte er und zog George zu sich.
Aber so leicht machte der es ihm nicht.
"Jetzt ist's zu spät."
"Als ob", erwiderte Fred und zog George zu sich. "Ich hab schon lang genug gewartet."
George küsste ihn, aber nur kurz.
"Wie lange?", fragte er, bevor Fred ihn wieder ablenkne können würde. Konnte er nämlich, jederzeit. Er kannte ihn zu gut. Er wusste, was er tun musste.
Fred zuckte mit den Schultern. "Weiß nicht, war nicht so, dass ich es von einem Moment auf den anderen wusste. Ich hatte nur Gedanken, die ich nicht hätte haben sollen, aber kaum wirklich bemerkt habe. Und irgendwann kamen Träume hinzu."
George zog eine Augenbraue hoch. "Träume?"
Fred grinste nur. "Ja, Träume, du weißt schon, die bei denen man mit einer Latte aufwacht bereit um jede Art Duell zu gewinnen. Aber ich hab auch da erstmal nicht so richtig gerafft, dass du es warst."
"Mmh", machte George. Hatte er auch er Träume von Fred gehabt und hatte es nicht bemerkt? Erinnern konnte er sich nicht.
"Nichts mmh, wenn wir schon zu spät kommen, soll es sich doch auch lohnen, oder?"
Aber George schüttelte den Kopf. "Wir kommen nicht zu spät." Er fasste Fred am Handegelenk und zog ihn aus der Niesche. Sie mussten sich beeilen und liefen den Korridor entlang bis sie keuchend in das Klassenzimmer stürzten. Keine McGonogall, keine Katze. Sie hatten Glück.
"Jetzt haben wir uns ganz umsonst beeilt", sagte Fred. Die Augen der Klasse lag auf ihnen und George sah dieses funkeln in Freds Augen. Er bereute es, überhaupt aus der Nische gekommen zu sein. Sein Zwilling sah in diesem Moment viel zu einladend aus. Sein Haar zersaust, sein Hemd nur halb in der Hose, sein atem ging stoßweise. Er sah dermaßen danach aus, dass er gerade in einer Ecke rumgemacht hatte, dass jeder den richtigen Schluss gezogen hätte, wenn er mit jemand anderen den Klassenraum betreten hätte. Nicht aber bei George, denn sie waren Zwillinge, die Zwillinge, die den Lehrern das Leben schwer machten. Sie hatten irgendwas ausgeheckt, das war alles.
Und George wusste, dass Fred dieser Nervenkitzel gefiel, konnte es an seinem Blick sehen. Die Tatsache, dass sie etwas taten, was keiner erwartete.
Sie gingen zu ihrem Tisch. Fred richtete sich notdürftig seine Kleidung. George bedauerte es. Seit wann fand er Fred auf diese Weise attraktiv? Erst seit kurzem? Oder schon lange? Schon immer?
McGonogall betrat das Klassenzimmer und begann den Unterricht. Die Schüler wurden still.
"Was meinst du, warum hat der Liebestrank nicht funktioniert hat?", flüsterte er Fred zu, während ihre Augen nach vorne gerichtet waren.
George nahm ein leichtes Achselzucken wahr. "Ich glaube weil ich es gewohnt war, das zu unterdrücken."
George sah seinen Bruder jetzt doch an.
"Bis du dann die Dosis erhöht hast, da ging es dann irgendwann nicht mehr."
Auch Fred sah ihn jetzt an. Wie hatte George es die ganze Zeit übersehen können? Was Fred gefühlt hatte. Warum war er erst aufmerksam geworden, nachdem die Sache mit dem Liebestrank dazu gekommen war.
"Die Wahrnehmung hat sich irgendwie verändert", erläuterte Fred dann. "Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass von dir auch etwas ausging, dass du mich auch wolltest."
George konnte sehen, wie Fred schluckte. Vielleicht war es gar nicht so falsch gewesen, vielleicht hatte George reagiert, weil er gewusst hatte, dass Fred den Liebestrank genommen hatte. Er hatte plötzlich auf all die kleinen Dinge geachtet, die sonst selbstverständlich gewesen waren.
Seine Hand suchte unterm Tisch nach der von Fred, er strich über seine Finger. Sie saßen so nahe beieinander, dass es niemand sehen konnte. Sie hatten immer nahe beieinander gesessen. Keiner würde etwas merken. Ihre Finger verflochten miteinander. Und George blickte wieder nach vorne.
"Es ist ganz schön verboten", sagte er leise. So leise, dass selbst Fred es kaum hätte hören können. Dennoch kam einen Augenblick später die Antwort: "Als hätte uns das jemals abgehalten."
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