The Circumstances of the winter holidays -2- (Orenchi)

The Circumstances of the winter holidays -2- (Orenchi)

Beitragvon Sammy-chan » 8. Feb 2016, 00:03

Titel: The Circumstances of christmas
Fandom: Orenchi no Furo Jijō / The Circumstances in My Home's Bathtub
Rating: 0 etwas slashiger als Teil 1
Pairing/Charaktere: Tatsumi/Wakasa, die anderen sind diesmal auch da
Warnings: randomness, immer noch

Anmerkung: Ich habe mich entschieden jeden Teil in einem extra-Thread zu posten, obwohl sie locker zusammenhängen, aber ich für jeden ein extra Paket verwendet habe. Ansonsten gibts wieder süße Randomness. Japanische Bräuche und Traditionen habe ich wieder großzügig durch europäische ersetzt.
Viel Spaß.


Paket 30
Weihnachtsgeschenk
weiße Weihnacht
Weihnachtsstress
Schneeballschlacht
Bratapfel



Ein Blick aus dem Fenster an diesem Morgen hatte Tatsumi gezeigt: es hatte geschneit. Weiße Weihnacht, wie es im Buche stand. Der Weihnachtsstress war vorbei, nun, zumindest der meiste davon. Gestern hatte er mit der Familie gefeiert, heute würde er Weihnachten im Badezimmer feiern.
Wer hätte gedacht, dass er je so viel Zeit im Badezimmer verbringen würde? Wer hätte aber auch gedacht, dass einmal ein ausgewachsener Meermann in seiner Badewanne leben würde? Ein Meermann, der ein paar seltsame Freunde hatte. Takasu, der halb Mensch, halb Tintenfisch war. Mikuni, eine Qualle in menschlicher Form. Maki eine menschliche Seeschnecke. Und alle vier saßen gerade in seiner Badewanne. Jetzt im Winter schien es, als seien sie sowieso öfter dort anzutreffen. Kein Wunder bei den Temperaturen da draußen. Und Tatsumi war der Letzte, der sie an Weihnachten rauswerfen würde.
Tatsumi holte die Bratäpfel aus dem Backofen und machte sich auf den Weg ins Badezimmer. Vier leuchtende Augenpaare blickten ihn an, als er den Teller mit den Bratäpfeln auf den Tisch abstellte.
"Tatsumii!", meinte Mikuni begeistert, wurde aber gleich von Takasu unterbrochen.
"Du isst doch gar nichts, bekomme ich deine Portion?" Und schon schlängelten sich Takasus Tentakel um den Tisch, um sich seine Portionen zu sichern.
Tatsumi setzte sich auf den Hocker, der neben der Badewanne stand. Und plötzlich war es still im Raum, so dass man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können.
Stirnrunzelnd sah sich Tatsumi um, die Blicke von Takasu, Mikuni und Maki waren auf ihn gerichtet, zum Teil erstaunt, zum Teil in Erwartung, die große Frage war in Erwartung worauf. Selbst Takasu hatte in seinem Tun innegehalten und grinste jetzt.
"Ich hab gesagt das funktioniert."
Tatsumis Blick glitt zu Wakasa, der neben ihm in der Wanne saß. er war der Einzige, der ihn nicht anblickte. Er hatte beschämt den Blick gesenkt, sein Gesicht war gerötet. Krank war er nicht, oder? Schließlich hatte er sich bisher auch noch nicht mit Takasu um die Bratäpfel gestritten. Auch das war seltsam.
"T-Tatsumi", sagte er jetzt, in vollkommen untypischer Zurückhaltung.
"Geht es dir nicht gut?", fragte Tatsumi ihn jetzt doch etwas besorgt und wenn das ging, dann wurde sein Gesicht noch eine Spur röter, er beugte sich etwas herab und Wakasa ließ sich tiefer ins Wasser sinken, zeigte dann aber mit seinem Finger auf eine Stelle über ihnen. Tatsumi hob den Blick, der an einem grünen Zweig hängen blieb. Er runzelte kurz dir Stirn, bis er erkannte, was für ein Zweig das war. Ein Mistelzweig.
Tatsumi fühlte wie auch ihm die Röte ins Gesicht stieg. Wenn man sich unter einem Mistelzweig begegnete, dann musste man sich küssen, nicht wahr? So war der Brauch und nun saß er hier zusammen mit Wakasa unter diesem Mistelzweig.
Bedeutete das, sie mussten einander küssen? Zumindest schienen das alle zu erwarten, wenn er ihre Blicke richtig deutete. Eigentlich gab es schlimmere Personen, die Tatsumi hätte küssen müssen. Bei Wakasa ging das schon in Ordnung, oder? Außer er schmeckte nach Fisch. Schmeckte er nach Fisch? Er war ja irgendwie ein halber Fisch. Tatsumi schielte nach rechts, wo Wakasa noch immer das Wasser betrachtete, als sei es ungeheuerlich interessant. Sein Fischschwanz zuckte und zeigte, wie nervös er war. Tatsumi musste Lächeln, irgendwie süß, wie aufgeregt ihn das ganze machte.
"Wakasa?"
Angesprochener sah nun auf und Tatsumi legte den Zeigefinger unter sein Kinn, um ihn dazu zu bringen den Kopf noch etwas mehr zu heben. Dann beugte er sich hinab, sah Wakasa für einen Moment in die türkisblauen Augen und schloss die Lücke zwischen ihnen. Er legte die Lippen auf die von Wakasa, die warm und weich waren. Feucht vom Wasser.
Sie hielten den Kuss für ein paar Sekunden bis sich Tatsumi wieder löste, er sah, wie Wakasa die Augen öffnete. Tatsumi lächelte ihn an und es war gut zu sehen, wie Wakasa zurück lächelte.
Dann schepperte es und Tatsumi fuhr herum, nur um zu sehen, wie Takasu halb auf dem Tisch saß, der unter ihm nachgegeben hatte.
„Wa, Tschuldigung, ich wollte nicht stören“, grinste er, während er drei Portionen in seinen Tentakeln balancierte.
„Du wolltest mir meinen Bratapfel wegessen. Nur, weil ich abgelenkt war.“ Mit einer schnellen Bewegung war Wakasa beim Tisch und beugte sich über den Wannenrand, um sich seinen Bratapfel zu sichern, von dem Takasu ihn aber mit einem Tentakel effektiv abhielt.
Während die beiden sich stritten blickte Tatsumi in die Runde, Mikuni war beinahe abgetaucht, nur seine lächelnden Augen waren zu sehen. Maki saß auf dem Rand der Badewanne und grummelte etwas, was Tatsumi nicht verstehen konnte. Takasu und Wakasa stritten um das Essen. Es war eigentlich alles wie immer.
~~~
Takasu hatte den Tisch repariert. Seine Fähigkeiten alles in Windeseile zu reparieren waren wirklich praktisch. Zudem er auch bereit war alles zu reparieren, auch wenn er es nicht selbst kaputt gemacht hatte.
Aber als Tatsumi das Badezimmer betrat und ihm etwas Kaltes, Feuchtes ins Gesicht klatschte, da verfluchte er den Octopus-Mann ein bisschen. Der saß nämlich am geöffneten Fenster und bewarf alle Anwesenden mit Schnee.
"Schneeballschlacht", rief er dabei, was großzügig ausgelegt war, da er der einzige war, der mit Schnee um sich werfen konnte, sobald der nämlich im Wasser landete schmolz er dahin und keiner der Anderen war bewaffnet. Tatsumi wollte seine Heizkostenrechnung für diesen Monat schon jetzt nicht mehr sehen.
„Das ist unfair!“, beschwerte sich Wakasa, womit er vollkommen Recht hatte.
Tatsumi wischte sich den Schnee aus dem Gesicht und Takasu hielt abrupt in seinem Tun inne, weil er ihn anscheinende jetzt erst bemerkte. Mit Hilfe all seiner Tentakel konnte er nämlich tatsächlich so viele Bälle gleichzeitig formen und werfen, dass das Badezimmer im Schneechaos versank und man kaum mehr etwas sah.
"Äh, Tatsumi...", meinte er dann, aber so einfach wollte er ihn nicht davon kommen lassen. Er griff einen Schwamm, der sich schon wunderbar vollgesogen hatte mit geschmolzenem Schnee und verbarg ihn hinter seinem Rücken.
Takasu sah sich im Zimmer um und seine Gesichtsfarbe, die eine Spur heller wurde, verriet, dass er sich erst jetzt des Chaos bewusst wurde, was er angerichtet hatte. Der Boden war bedeckt von einer Mischung aus Wasser und Schnee, während Tatsumis Badezimmerutensilien zum größten Teil auf dem Boden lagen.
„Ich weiß schon, wer hier gleich aufräumt“, meinte Tatsumi jetzt und machte einen weiteren Schritt in den Raum. „Aber erst, wenn wir uns gerächt haben.“ Und dann warf er den Schwamm in Takasus Richtung und traf ihn mit einem befriedigendem ‚Pflatsch‘ mitten im Gesicht. Im nächsten Moment brach dann tatsächlich eine ausgewachsene Schlacht los, bei der alle werfbaren Objekte kreuz und quer durch das Badezimmer flogen. Handtücher, Schwämme, Waschlappen, das Quietsche-Entchen, Tatsumi meinte sogar selbst Maki fliegen zu sehen, der aber wohlbehalten im Wasser landete.
Kurze Zeit später saßen die vier Wasserbewohner mehr oder minder keuchend im Restwasser, was in der Badewanne verblieben war, während das meiste mal wieder auf den Bodenfliesen gelandet war.
Aber wirklich böse konnte Tatsumi ihnen sowieso nicht sein, denn er musste zugeben, dass die kleine Schlacht Spaß gemacht hatte und tatsächlich bekam er tatkräftige Hilfe von allen Seiten, als es darum ging das Chaos wieder aufzuräumen. Und hinterher, als sie neues Wasser in die Badewanne ließen, schien Tatsumis Badezimmer mehr zu blinken, als vor der Schneeballschlacht.

Tatsumi hatte wenig später nur kurz das Bad verlassen, als er wiederkehrte hörte er aufgeregtes Gemurmel hinter der Tür. Diesmal war er vorsichtiger, er würde sich diesmal nicht von einer Überraschung in Form eines Schneeballs überrumpeln lassen.
Er öffnete die Tür einen Spalt breit und es wurde still im Raum. Auch das kannte er an diesem Tag schon. Aber ein Blick nach oben verriet ihm, dass auch dort keine Gefahren in Form von Mistelzweigen hangen.
Stattdessen wanderte sein Blick in die Mitte des Raumes. Dort stand ein Weihnachtsgeschenk auf dem Tisch und alle sahen ihn erwartungsfroh an.
„Frohe Weihnachten Tatsumi!“, sagte Wakasa jetzt.
Er betrat den Raum vollends und wusste nicht, was er sagen sollte. Es war nicht nötig, dass sie ihm etwas schenkten, er hatte nicht mal damit gerechnet.
Und mit einem Mal fiel ihm auf, dass er selbst überhaupt nicht daran gedacht hatte.
„Ich habe gar nichts für euch.“
Er hatte es im Weihnachtsstress einfach vergessen, nicht mal Wakasa hatte er etwas besorgt.
„Wakasa hat sich hier einfach einquartiert.“, meinte Takasu jetzt. „Und du beschwerst dich nicht, wenn wir hier rumhängen, du kochst uns noch die besten Sachen. Du brauchst uns nichts zu schenken.“
„Hey“, protestierte Wakasa und Tatsumi schüttelte den Kopf. „Ich mache das gern.“
Und genauso war es. Er mochte es, wenn sie alle da waren und Leben in seine Wohnung brachten.
Er setzte sich vor den Tisch und sah das Geschenk an, das in Papier aus Zeitschriften gewickelt war.
„Wir hatten kein schönes Papier“, sagte Mikuni entschuldigend, aber Tatsumi schenkte ihm ein Lächeln.
Er wickelte es aus. Es stellte sich als ein Brett heraus. Ein Brett beklebt mit Steinen und Glasscherben, die ein Bild ergaben.
Überwältigt sah sich Tatsumi das Mosaik an. Es stellte eine Wasserlandschaft dar und unschwer zu erkennen waren die Figuren: Ein Meermann, ein Octopusmann, ein Quallenmensch und in der Ecke war auch eine Schnecke zu erkennen.
„Wir haben es hier zusammen gemacht, als du arbeiten warst.“
„Jeder hat sich selbst gelegt.“
„Nur Maki brauchte Hilfe, er war zu klein.“
Maki grummelte.
„Aber er hat die ganzen Steine und Scherben gereinigt.“
Noch immer sprachlos sah Tatsumi jetzt auf.
„Gefällt es dir, Tatsumi?“, fragte Wakasa. „Wir wollten dir etwas geben, weil du immer für uns da bist.“
Tatsumi nickte. „Es ist toll.“
Und das meinte er tatsächlich so. Schon allein die Tatsache, dass die vier so viel Zeit investiert hatten, um ihm etwas zu schenken, ließ ein warmes Gefühl in ihm aufkeimen. Er hätte sich schon allein darüber gefreut, aber es sah wirklich gut aus. Man konnte sogar erkennen, dass jede der Figuren einen etwas anderen Stil hatte.
Tatsumi lächelte jeden von ihnen an. „Danke.“
Wenn er ehrlich war, konnte er sich kein besseres Weihnachten vorstellen und das lag nicht an dem Geschenk, was er bekommen hatte.
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