Der Vorleser (CHG Thomas/Jakob - Jokla)

Der Vorleser (CHG Thomas/Jakob - Jokla)

Beitragvon Ria » 16. Dez 2015, 21:37

Titel: Der Vorleser
Pairing: Jakob/Thomas und in einer Nebenrolle Joko/Klaas
Rating: Ich hab mich echt bemüht, es P16 Slash zu halten, aber ich befürchte es kratzt hart am P18 Rating
Verwendetes Paket: Paket 1

Weihnachtsbaum klauen
Autoschloss zugefroren
Schneematsch
Weihnachtsmütze
kalte Finger

Ich komm sowas von in die Special-Hell und so kinky sollte es eigentlich auch nicht werden. Wirklich nicht!



oooOooo


Die Glut leuchtet zischend auf, als Thomas an der Zigarette zieht und sich in die Kissen zurück lehnt. Er ist zufrieden mit sich und der Welt. Erst recht, als er nach links blickt und Jakob ansieht. Der auf dem Bauch liegt, träge gähnt und Thomas anlächelt, bevor er sich streckt und nach seinem Handy greift. Einen Moment lang sieht Thomas zu, wie Jakobs Finger über das Display gleiten.

„Haste Bock, was vorzulesen?“, fragt Thomas und dreht die Zigarette am Rand des Aschenbechers, der auf seinem nackten Bauch steht. Seien freie Hand greift in Jakobs Nacken und krault ihn.

„Was willst du hören? Ist kein Update reingekommen“ Jakobs Stimme ist ungewohnt heiser. Vielleicht von dem Blowjob vorhin. Thomas grinst unwillkürlich, glaubt immer noch Jakobs Mund zu spüren, der nicht nur fantastische Dinge mit Worten anstellen kann.

„Egal“, brummt Thomas, zieht an der Zigarette und stößt einen Herzschlag später Rauch durch die Nase aus. „Guck einfach, ob was Neues da ist.“ Sein Blick gleitet an Jakobs nacktem Rücken herab, bis zu der Decke, die seinen Hintern bedeckt.

„Bock auf ne Weihnachtsgeschichte?“, fragt Jakob und sieht fragend vom Bildschirm auf. In Thomas' Finger zuckt es, ihm die Haare aus der Stirn zu streichen, ihm die Brille wieder von der Nase zu ziehen und noch einmal da anzufangen, wo sie gerade eben aufgehört haben.

Aber der Schweiß auf seiner Haut ist noch nicht einmal trocken und er ist keine Fünfzehn mehr. Er braucht eine Pause. Wenigstens kurz. So viel Realismus muss dann doch sein. Also lässt er seine Finger nur über Jakobs Nacken zu seinen Schultern gleiten und grinst über die feine Gänsehaut, die sein Streicheln auslöst.

„Hau' raus“, verlangt Thomas, nimmt einen weiteren tiefen Zug und starrt auf die winzigen Grübchen über Jakobs Steiß. Die mag er. Seine Daumen passen perfekt in die kleinen Kuhlen, wenn er hinter Jakob kniet, ihn festhält, seine Finger in die weiße Haut gräbt, ihn näher an sich heran zieht...

Der Coup“, ließt Jakob vor und hebt grinsend den Blick. Seine Augen blitzen hinter der Brille, sind fragend. „Oneshot. Pair ist Joko und Klaas, allerdings ein P12 Rating.“

„Egal. Sex hatten wir schließlich schon selbst.“ Thomas grinst ebenfalls, raucht den letzten Zug und drückt die Kippe im Aschenbecher aus, bevor er ihn auf den Nachtschrank neben sich stellt. „Leg los.“ Wieder streift sein Blick Jakobs Steiß, bevor er sich selbst auf später vertröstet und mit einem anderen Lieblingsteil von Jakob vorlieb nimmt.

Seiner Stimme.

Jakob räuspert sich, tippt auf das Display seines Handys und ruft die Geschichte auf. Vorwort und Disclaimer sind entweder nicht existent oder Jakob überspringt beides. Thomas lehnt sich zurück, Lider auf Halbmast, die Finger wieder in Jakobs verschwitztem Haaransatz vergraben, als der vorzulesen beginnt.

ooOoo

„Wo ist der Baum?“, fragte Klaas und starrte irritiert auf die Ecke des Wohnzimmers, die wie gemacht für einen geschmückten Weihnachtsbaum war. Nur, dass da kein Baum stand. Da stand nur diese blöde Lampe, die Joko in irgendeinem überteuerten Designerladen für zu viel Geld gekauft hatte. Klaas hatte sie damals schon grottenhässlich gefunden, doch jetzt hasste er sie regelrecht.

Was hatte die dämliche Lampe auch da herum zu stehen? Da gehörte ein Baum hin! Ein Weihnachtsbaum!

Klaas holte tief Luft und drehte sich zu Joko um, der in der Wohnzimmertür stand und ihn unter einer albernen Weihnachtsmütze hervor unschuldig ansah.

„Was'n für'n Baum?“

Noch einmal holte Klaas tief Luft. Er riss sich zusammen, beherrschte die Wut, die heiß in ihm aufstieg. Ausflippen war kontraproduktiv. Er würde ganz ruhig und gelassen mit Joko reden und diese Sache klären. Wie ein Erwachsener. Schließlich war heute Heiligabend. Fest der Liebe und so. Außerdem bestand die winzige Chance, dass Joko ihn nur verarschen wollte und der Baum irgendwo auf dem Balkon lag.

„Der Weihnachtsbaum, den du besorgen wolltest“, zischte Klaas zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. „Wir hatten drüber gesprochen. Am Telefon. Gestern erst!“

„Stimmt!“ Joko nickte, nahm einen Schluck aus seiner Tasse, in der garantiert Glühwein war, so wie es roch und zuckte die Schultern. „Sorry. Hab ich echt nicht mehr geschafft.“

Was übersetzt so viel hieß wie: Hab ich vergessen, weil mir Weihnachten eh am Arsch vorbei geht.

Klaas blinzelte. Und schluckte. Und war kurz davor, Joko die Tasse dahin zu schieben, wo sonst nur sein Schwanz rein durfte. Inklusive Glühwein-


ooOoo

Jakob schüttelt mit einem mahnenden Brummen den Kopf.

„Was sind das denn für Töne? Ich dachte, das wäre P12?! Unfassbar! Gleich gibt’s doch noch Sex, pass' mal auf!“

„Klaas liegt unten“ gibt Thomas schnell seinen Tipp ab, kramt nach seinen Zigaretten und ignoriert Jakobs missbilligenden Blick. Ist schließlich sein Schlafzimmer, da darf er rauchen so viel er will. Eigentlich. „Eine noch“, nuschelt Thomas, grinst Jakob an, der nur die Augen verdreht und dann wieder auf sein Handy sieht.

„Ja, ja, eine noch die hier alles voll stinkt“, brummt er, greift hinter sich und zieht – zu Thomas' Bedauern – die Decke höher.

ooOoo

Er war gerade erst aus München wieder gekommen und hatte sich eigentlich auf einen sehr entspannten Heiligabend mit Joko gefreut. Sie hätten das Zeug vom diesem Sternecaterer gegessen, das sie vorbestellt hatten, ein zwei Gläser Wein getrunken und danach Geschenke und Küsse getauscht. Dann noch ein kleines Nümmerchen auf dem Sofa, bevor es ins Bett ging und der Abend wäre perfekt gewesen. Allerdings war in Klaas' perfekter, idyllischer Phantasie auch immer ein verdammter Baum vorgekommen. Mit Kugeln und Kerzen und Lametta.

Aber er hätte es wirklich besser wissen müssen. Wenn man sich schon einmal auf Joko verließ, dann war man verlassen.

„Ist doch nicht so schlimm, dass wir keinen Baum haben“, sagte Joko, lächelte und machte es nur noch schlimmer. „Nadelt hier eh nur alles voll.“

„Ein Baum gehört dazu!“,stellte Klaas wütend fest. Fest der Liebe für'n Arsch. Ohne Baum war Weihnachten eh im Eimer. Da konnte er Joko ruhig ein bisschen anpflaumen: „Ich hab dir bestimmt fünf Mal gesagt, dass du den blöden Baum besorgen sollst! Was ist denn Weihnachten bitte schön ohne Weihnachtsbaum?! Kannst du mir das mal verraten? Da verlässt man sich ein einziges Mal auf dich und du bekommst es nicht hin!“

Klaas fuhr sich wütend durch die Haare und warf Joko einen giftigen Blick zu. Sollte der sich aus der Nummer mal wieder raus winden. Doch Joko schwieg nur und blinzelte irritiert. Vermutlich hatte er nicht mit so einem Ausbruch gerechnet. Aber Joko war auch nicht so ein Weihnachtsfan wie Klaas. Joko reichten eine blöde Mütze und ein paar Tassen Glühwein um in Weihnachtsstimmung zu kommen.

„Jetzt mach' mal halblang. Ich hab's echt vergessen. Aber wir besorgen noch nen Baum, wenn's dir so wichtig ist“, versuchte Joko zu beschwichtigen und fachte die Glut, auf der Klaas köchelte nur noch mehr an.

„Es ist Heiligabend! Es ist nach acht Uhr! Was denkst du denn, wo man da noch nen Baum herbekommt? Von der Tanke oder was? Oder vielleicht sollten wir mal bei 'GoButler' durchklingeln. Vielleicht haben die ja noch irgendwo ne Tanne im Garten stehen, die sie für Kohle absägen!“, giftete Klaas und betrachtete mit einer gewissen Genugtuung wie Jokos Lippen schmal wurden.
„Oder wir fahren einfach los und sägen selbst einen ab! Das ist doch die Idee! Wir...“

„Reg dich wieder ab. Genau das machen wir“, unterbrach Joko Klaas ruhig, der tatsächlich den Mund hielt und Joko verwirrt ansah. Lächelnd kam Joko näher und nutzte Klaas' Sprachlosigkeit schamlos aus,m indem er ihn kurz küsste. „Zieh ne Jacke an, ist kalt draußen“, verlangte Joko leise, grinste auf Klaas herab und verschwand pfeifend im Flur. „Haben wir eigentlich irgendwo ne Axt?“


ooOoo

Thomas grinst und stellt sich kurz bildlich vor, wie der echte Klaas Joko wegen des nicht gekauften Baums ansaugen würde. Eigentlich keine schlechte Idee, sowas Ähnliches mal in einem Einspieler zu bringen. Weihnachten ist ja bald. Den Geistesblitz muss er sich allerdings so merken. Aufschreiben geht gerade nicht. Sein Handy steckt in seiner Hose und die hat er irgendwo auf halben Weg zum Schlafzimmer verloren.

Er grinst beim Gedanken daran, wie ungeduldig Jakob mal wieder gewesen ist und streckte sich zufrieden gähnend. Bald ist sie um, die selbstauferlegte Pause und er kann Runde zwei einläuten. Er schielt auf die Decke, die viel zu viel von Jakob verdeckt und schiebt sie mit dem Fuß einfach ein kleines Stück herunter.

Jakob stockt mitten im Satz und sieht ihn an. Er kommentiert das Manöver nur mit hochgezogenen Brauen und Thomas grinst unschuldig. Sein Blick bleibt wie magnetisiert auf Jakobs Steiß kleben. Wieder hebt er den Fuß, schiebt die Decke weiter herunter und leckt sich unwillkürlich die Lippen.

„Kann ich dir irgendwie behilflich sein?“, fragt Jakob spöttisch, macht aber keine Anstalten, sich wieder zuzudecken.

„Nee, alles super so.“ Thomas dreht sich auf die Seite, schmiegt sich an Jakob und streichelt mit den Fingern über dessen Wirbelsäule. „Lies weiter. Haben die beiden denn jetzt ne Axt?“

ooOoo

Sie hatten natürlich keine Axt. Dafür hatten sie einen Nachbarn mit Kamin, der im Garten sein Holz aufbewahrte und eine kleine Handaxt besaß, die Joko sich... 'auslieh'.

Klaas wartete währenddessen in der klirrenden Kälte an der Straße und kam sich vor wie ein Schwerverbrecher, als er nach rechts und links blickte. Doch die Straße war menschenleer. Alle saßen vermutlich gerade vor ihrem Braten oder dem weniger dekadenten Kartoffelsalat und dachten nicht mal dran, dass da zwei Trottel durch die Nacht schlichen und sich einen Weihnachtsbaum klauen wollten. Er zog fröstelnd die Schultern hoch, tappte nervös von einem Bein auf das andere und zuckte zusammen, als die Hecke neben ihm laut raschelte und knackte.

„Hab's!“, raunte Joko und schob sich durch die Koniferen, die Maiers Grundstück von der Straße abgrenzten, auf den Gehweg zurück. Er trug noch immer die blöde Weihnachtsmütze, hielt grinsend die Axt hoch und sah ein bisschen wie ein psychotischer Weihnachtself aus. Wenn sie erwischt würden, wäre es das mit der Fernsehkarriere gewesen.

Klaas wischte sich mit kalten Fingern über das Gesicht und überlegte, ob er die hässliche Lampe in der Zimmerecke einfach mit Lametta behängen sollte. Mit genug Glühwein könnte er sich vielleicht einreden, dass es ein adäquater Ersatz wäre...

„Jetzt holen wir uns deinen Baum“, flüsterte Joko, der durchaus so aussah, als hätte er seinen Spaß und zog Klaas mit sich auf sein Auto zu.

„Vielleicht ist der Baum doch nicht ganz so wichtig“, murmelte Klaas und rutschte auf dem gefrorenen Schneematsch aus. Er klammerte sich an Jokos Arm fest und fluchte halblaut, als er um sein Gleichgewicht kämpfte. „Ich mein, ist ja nur ein Baum...“

„Du bist aber nicht glücklich, wenn du keinen Baum hast. Also besorgen wir dir einen Baum“, sagte Joko und fummelte an seinem Türschloss herum.

„Im Knast bin ich aber auch nicht glücklich“, stellte Klaas düster fest und schob die Hände in die Taschen seiner Jacke. „Und jetzt mach hinne, ich frier' mir hier den Arsch ab!“

„Warum sollten wir denn im Knast landen?“, fragte Joko abgelenkt und fummelte noch immer mit seinem Schlüssel herum. Scheiße, ist eingefroren.“

„Weil Bäume klauen strafbar ist, du Spinner. Sag bloß, du hast die blöde Fernbedienung noch immer nicht reparieren lassen?!“

„Wir lassen uns eben nicht erwischen!“ Joko wandte genervt seufzend den Kopf und sah Klaas über die Schulter hinweg an. „Keine Chance. Schloss ist dicht. Und nein, ich war noch nicht in der Werkstatt. Hast du zufällig deinen Schlüssel dabei?“

„Ja, hab ich, aber...“

„Spitze.“ Joko packte Klaas' Arm und zerrte ihn einmal quer über die Straße zu seinem Porsche, ohne auf die halbherzigen Proteste zu reagieren, die Klaas anzubringen versuchte.

„Du wolltest unbedingt nen Baum, also sollst du nen Baum bekommen“, unterbrach Joko Klaas und schwang sich neben ihm auf den Beifahrersitz. „Fahr los. Ich kenn' da nen Wald...“


ooOoo

„Wenn die da nen Baum in den Porsche kriegen, fress' ich nen Besen“, murmelt Jakob und wirft Thomas über die Schulter einen strafenden Blick zu. „Und deine Grabscherei lenkt mich total ab!“

„Bin untröstlich“, gibt Thomas ungerührt zu und lässt seine Hand über Jakobs nackten Hintern gleiten. „Was bekomm' ich, wenn die den Baum tatsächlich im Porsche unterkriegen?“

„Was willst du denn?“, fragt Jakob und tut so, als wäre das nicht sonnenklar. Er schaudert, als Thomas' Finger tiefer gleiten und beißt sich auf die Lippe. „Thomas echt, wenn du so weiter machst, war's das gleich mit lesen!“

„Ich will aber, dass du liest, während ich weiter mache“, gibt Thomas zu, der drauf steht, wenn Jakob beim Sex redet. Was er sagt ist egal. Hauptsache er kann diese weiche Stimme hören. Jakob könnte ihm seine Steuererklärung vorlesen und es würde Thomas anmachen.

Jakob sieht ihn noch einen Moment an. Er weiß ganz genau, welche Wirkung er auf Thomas hat. Und manchmal nutzt er das aus. Bei Meetings. Oder während einer Aufzeichnung. Wenn er sich vorbeugt, die Kopfhörer anhebt, die Thomas trägt und ihm schmutzige Versprechen ins Ohr raunt, die Thomas völlig verrückt machen.

Jakob weiß es anscheinend auch jetzt und er grinst, als er weiter liest.

ooOoo

„Joko, ich halte das insgesamt für ne eher schlechte Idee“, stellte Klaas seufzend fest, als er den Wagen stoppte und durch die Windschutzscheibe die Tannen ansah, die von seinen Scheinwerfern angestrahlt wurden.

„Warum denn?“ Joko grinste übermütig und hob die Axt. „Hier ist keine Sau, wir können uns den schönsten Baum aussuchen.“

„Alter, ich fahr nen Porsche, da passt kein Baum rein!“

„Doch, das passt schon. Ich hatte mal ne echt winzige Karre, da passte so einiges rein.“

„Hier passt gerade mal ein Kasten Bier in den Kofferraum!“

„Was kaufste auch so ne Penisverlängerung“, stichelte Joko grinsend, als er die Tür aufstieß. „Aber nicht verzagen, Meister Winterscheidt fragen. Ich krieg deinen Baum schon irgendwie nach Hause.“

Klaas seufzte, zog den Schlüssel ab und überlegte, was die Reinigung seiner geliebten Penisverlängerung wohl kosten würde. Wenn Joko hier erst mal einen Baum eingeführt hätte, wäre das gute Stück doch voller Harz und Nadeln! Und bei seinem Glück würden sie aus Versehen auch noch ein Eichhörnchen aus dem Wald mitschleppen. Wie in diesem Chevy Chase Film, den Joko sich jedes Jahr zu Weihnachten angucken musste, weil es angeblich dazu gehörte.

„Jetzt komm schon, Klaas!“, rief Joko ihm zu, der schon halb im Wald stand und probeweise die Axt schwang.

„Wir werden sowas von im Knast landen“, murmelte Klaas, als er ausstieg und Joko seufzend in den Wald hinein folgte.

An Taschenlampen hatten sie natürlich nicht gedacht – wie gut, dass es Handys und passende Apps gab, die fehlende Pfadfinder-Skills auszugleichen wussten. Klaas stolperte trotzdem oft genug über Steine und Wurzeln und fror und fluchte und wünschte sich, er hätte einfach nur mit Joko auf der Couch gevögelt und nicht so einen Aufstand wegen des Baums gemacht.

Joko allerdings schien die kleine Nachtwanderung Spaß zu machen. Er hatte die Axt geschultert, pfiff leise „Jingle Bells“, und grinste Klaas dann und wann im Schein der Taschenlampen-App ein bisschen irre an.

„Du hast'n Rad ab, weiste, ne?“, brummte Klaas lachend und zupfte an der kleinen Glocke, die am Zipfel von Jokos Mütze baumelte.

„Kann sein“, stimmte Joko gut gelaunt zu, blieb plötzlich stehen und schob seine kalten Finger in Klaas' Nacken. Er lächelte, Klaas sah es nicht in der Dunkelheit, aber er wusste es trotzdem. Dann zog Joko ihn zu einem Kuss an sich.

Und spätestens als ihre Lippen sich trafen, war Klaas nicht mehr kalt. Seine schlechte Laune verflog, als hätte es sie nie gegeben und die Welt war auch mitten im Wald an Heiligabend absolut perfekt. Weil Joko da war und weil es so gut war, ihn zu küssen.

Klaas' Finger krallten sich in Jokos Jacke, zogen ihn näher an sich heran, als der Kuss tiefer wurde, jegliche Unschuld verlor. Klaas keuchte an Jokos Mund, als dessen Griff in seinem Nacken hart und fordernd wurde. Jokos Körper presste sich an seinen und Klaas spürte...



ooOoo

„Siehst! Ich hab doch gesagt, es gibt Sex! Die... Thomas, verdammt!“

Jakob lässt mit einem gestöhnten Fluch das Handy fallen und vergräbt das Gesicht im Kissen, als Thomas seinen Steiß küsst, die beiden Grübchen rechts und links davon.

Thomas grinst, verlangt, dass er weiter lesen soll und schiebt ein Knie zwischen Jakobs Beine, die sich ganz wie von selbst spreizen.

Er sieht, dass Jakobs Finger zittern, als er nach seinem Telefon greift. Er braucht einen Moment, bis er die richtige Stelle wieder gefunden hat. Und seine Stimme zittert auch, als Thomas' Zunge über seine Haut abwärts tanzt.


ooOoo


Klaas spürte, dass Joko dieser Kuss ebenso wenig kalt ließ und verfluchte still Zeit und Ort. Joko fluchte auch, allerdings laut, als er den Kopf hob, schwer atmend auf Klaas herab sah und sich auf die wundgeküssten Lippen biss.

„Scheiße. Ist zu kalt zum vögeln“, gab Joko zu und Klaas lachte heiser, streckte sich, um Joko noch einmal kurz zu küssen.

„Hätteste dir vorher überlegen müssen. Jetzt suchen wir erst nen Baum. Jetzt sind wir schließlich hier.“

Klaas klatschte auffordernd in die Hände und fand es plötzlich nur noch halb so schlimm, mit Joko an Heiligabend im dunklen Wald herum zu rennen. Auch wenn ein Bett in direkter Nähe jetzt wirklich nicht schlecht gewesen wäre. Aber mit Joko lachend nach dem passenden Baum zu suchen, mit ihm zu scherzen, ihn zu küssen und ein bisschen unanständig an ihm herum zu tatschen, machte verdammt viel Spaß.

„Wir können noch nicht mal im Auto rummachen. Das ist selbst dazu zu klein“, beschwerte Joko sich, nach einem weiteren hitzigen Kuss, bei dem Klaas Joko gegen den nächstbesten Baum gedrängt hatte.

„Vor allem, wenn da so ne Tanne drin rum liegt“, gab Klaas grinsend zu. Er hatte schließlich nie behauptet, dass ein Porsche praktisch wäre. „Lass uns den Baum da nehmen“, schlug er vor und deutete an Joko vorbei auf eine kleine Tanne, die mit viel Glück in sein Auto passen würde.

„Was denn? Das mickrige Ding?“, fragte Joko zweifelnd und leuchtete mit seinem Handy den Baum an. „Der hat ja nicht mal nen Meter!“

„Mein Auto auch nicht“, schnaubte Klaas und schob eine Hand in Jokos hintere Jeanstasche um ihm besser in den Hintern kneifen zu können. „Jetzt diskutier' nicht, du hast die Axt, also mäh' das Ding nieder.“

„Jawollek“, lachte Joko, salutierte und rannte dann axtschwingend auf die Tanne zu. „Jetzt fäll' ich dich, du Sau!“


ooOoo

Thomas prustet ein Lachen gegen seidenweiche Haut und hebt den Kopf.

„Ich kann's mir bildlich vorstellen, wie er da die Tanne metzelt.“

„Ich auch“, brummt Jakob und entspannt sich ein klein wenig. „Könnte was für das nächste Weihnachts-Special sein.“

Thomas grinst, ignoriert das schmerzhafte Pochen zwischen seinen Beinen und haucht einen Kuss auf Jakobs nackten Hintern. Er spürt wie Jakob schaudert, streckt sich und angelt sich die Tube Gleitgel vom Boden.

„Lies ruhig weiter“, verlangt er ruhig, als Jakob ihn blinzelnd anstarrt, sich halb aufrichtet, den Kopf schüttelt.

„Nicht dein Ernst, Schmitt?!“

Thomas quetscht die Tube in der Faust zusammen und verteilt konzentriert das Gleitgel auf seinen Fingern. Jakobs halbherziger Protest ist nur pro forma, das wissen sie beide.

„Seh' ich so aus, als würde ich Witze machen?“

Thomas grinst, hört Jakob seufzen und presst eine glitschige Fingerkuppe zwischen dessen Beine.

„Ich hör' ja gar nichts...“, stellt er fest und lächelt, als Jakob sich mit einem leisen Fluch ergibt. Er entspannt sich und Thomas Finger dringt ganz ein. Es fühlt sich gut an, vertraut und aufregend zugleich. Und es macht ihn verflucht scharf, dass Jakobs Stimme so rau ist, als er tatsächlich weiter liest.

ooOoo

„Mein schönes Auto“, jammerte Klaas, als Joko wenig zimperlich die frisch gefällte Tanne in den Wagen wuchtete.

Und natürlich passte das Ding nicht hinein. Dafür hing die Spitze zwischen den Sitzen und nadelte ihm auch noch den Innenraum voll. An das ganze Harz und den Dreck wollte er jetzt noch nicht denken.

„Schätze, wir müssen die Heckklappe auf lassen“, überlegte Joko und kratzte sich am Hinterkopf, während er sein Werk betrachtete. „Haste mal ein Seil da?“

„Alter, seh ich aus, als würde ich Seile in der Gegen herum fahren?“, wollte Klaas lachend wissen.

„Ja, dann muss das so gehen. Ich will jetzt nämlich endlich nach Hause und dich flach legen.“

Gutes Argument, fand Klaas, der alle Bedenken beiseite schob, was wohl die Polizei dazu sagen würde, wenn man sie mit offener Heckklappe und ungesicherter Tanne im zu kleinen Porsche erwischen würde.

„Dann rein. Und ich hoffe echt, du hast da kein Eichhörnchen im Baum vergessen!“

Joko lachte, schwang sich auf den Beifahrersitz und stellte fest, dass sie eigentlich später den Film noch mal gucken könnten. Gehörte schließlich dazu.

Klaas stimmte zu, lachte und ließ sich noch einmal von Joko küssen, der sich über die Tanne beugte, sich nicht an den piksenden Nadeln störte und Klaas einen kleinen Vorgeschmack auf das gab, was der restliche Abend noch so bringen würde...



ooOoo


„Und wenn sie nicht erfroren sind, dann knutschen sie noch heute in dem verdammten Porsche!“, beendet Jakob die Geschichte ein bisschen abrupt.

„Endet die Story tatsächlich genau so?“, spottet Thomas, richtet sich hinter Jakob auf und presst seine Daumen in die kleinen Grübchen, die es ihm so angetan haben. Jakob ist warm und eng und er drängt sich ihm entgegen, als er das Handy achtlos fallen lässt.

„Exakt so!“, lügt er und Thomas hört das Lachen aus seiner Stimme heraus, das zu einem Stöhnen wird, als er er sich vorbeugt. Mit seiner Zunge über Jakobs Nacken leckt, der süß und salzig zugleich schmeckt.

Wieder drängt Jakob zurück, ist ungeduldig wie immer und Thomas grinst benebelt, als er sich unter ihm anspannt. Es fühlt sich unerträglich gut an. Jakob dreht den Kopf, seine Augen glänzen fiebrig, sind voller Gier.

„Ich spür' ja gar nichts, Schmitt. Endet das hier etwas auch in der P 12 Disney Version?“

Jakobs Stimme ist weich und rau zugleich, sie ist wie ein Lecken auf Thomas' Nervenenden. Er schaudert und verneint, als er sich aufrichtet.

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Re: Der Vorleser (CHG Thomas/Jakob - Jokla)

Beitragvon kuyami » 17. Dez 2015, 22:48

So, als allerestes bekommst du jetzt von mir mal dein hochverdientes Review! :jajaja:

Ich hab die Story jetzt schon so oft gelesen, ich kann dir gar nicht mehr sagen wie oft :D Und langsam wird’s schwer auch alles aufzuzählen, was mir so gefällt. Aber ich geb mir große Mühe nichts zu vergessen ;)
Und ich denke, ich muss kein Geheimnis draus machen: Natürlich mag ich den Jokla-Teil auch sehr gern, aber ich bin doch gerade sehr Pairing-verliebt bei Thomas/Jakob :verliebt:
Aber ich fang jetzt erstmal mit Jokla an, damit hier irgendwie Struktur rein kommt ;)

Wie IC die beiden geworden sind und wie sehr ich das liebe muss ich nicht nochmal sagen, oder? ;D Aber ich kann mir tatsächlich Klaas sehr gut vorstellen, als den Kerl der Weihnachten liebt. Und Joko eher so "Ja, gib mir Glühwein und dann is jut" ^^ Und Klaas tut mir in der Szene ja auch wirklich leid muss ich sagen, weil ich ihn sehr sehr gut verstehen kann. Weihnachten ohne Baum geht einfach Mal so gar nicht. Wirklich nicht. Da muss ein Baum her und egal wie viel Glühwein man trinkt, ohne Baum zählt nicht ;) Aber süß is Joko, wie er genau das Richtige machte: nicht diskutieren sondern einfach nachgeben, ne Axt klauen (sehr genial übrigens :haha: ) und losdüsen ;)
Wie Joko da mit der Mütze auf, der Axt in der Hand und irre pfeifend durch den Wald läuft, alles nur im Licht der Handylampe... Alter, das fand ich schon richtig gruselig :haha: Joko als Psycho-Elf, der mit der Axt um sich schwingt, fand ich sehr witzig ;)
Der Baum in den Porsche... *Seufz* das arme Auto ey! Aber ich musste lachen, als Klaas drüber nachdenkt, dass Joko den Baum in sein Auto "einführt" :haha: Weil ich geistig auf dem Stand einer 12-Jährigen bin, wie wir ja alle wissen ^^
Aber n bisschen Nachhilfe brauchen die Jungs noch, ne? Oder wieso will Klaas nur im Wald vögeln, wenn da ein Bett steht? :haha: Da sind überall Bäume, das geht schon ;) Aber Thomas hatte nicht im Ernst Recht und es war Uke!Klaas, oder? :weglach: Das haste doch mit Absicht gemacht! Und ich finde es wirklich fast schade, dass Thomas Jakob dann doch so sehr abgelenkt hat (wirklich nur fast ^^), ansonsten wäre so n bisschen Fummelei im viel zu kleinen voll genadelten Auto auch ganz nice gewesen :blush:

So... jetzt Thomas/Jakob... :fangirl: :verliebt: :knuffig: Wo soll ich anfangen? Ich weiß gar nicht. Ich hab den ersten Satz gelesen und war einfach schon verliebt x)
Ich liebe diese Selbstverständlichkeit, die da zwischen den beiden herrscht. Wie Thomas einfach rüber greift und Jakob den Nacken krault. Das ist viel viel Liebe :heart2: Und man merkt ihnen einfach an, dass sie nicht mehr frischen zusammen sind sondern ganz vertraut und so kleben sie nach dem Sex auch nicht mehr so aneinander, aber du schaffst es trotzdem, dass die Szene absolut warm rüber kommt und vertraut ^~^
Und Jakob hat nen geheimen Lese-Account, ne? Weil erja meint, dass keine Reviews reingekommen sind. Das finde ich auch sehr genial :haha: Vor allem klang das ganz so, als wäre das so n kleines Ritual bei ihnen, dass Jakob ihm da nach dem Sex ne Story vorliest.
Was mir übrigens aufgefallen ist: Thomas grapscht zwar nach der Zigarettenschachtel aber ne zweite steckt er sich nicht an, nachdem Jakob gemeckert hat, ne? :verliebt: Da kuschelt er nämlich lieber.
Und Thomas kleine Besessenheit mit Jakobs Steiß und den kleinen Grübchen fand ich ja auch sehr sehr süß :fangirl: Und heiß, wenn er sich da immer schön festhält beim vögeln ;)
Mir gefällt übrigens auch die Vorstellung, dass Jakob da bei Thomas in der Regie vorbei schneit, ihm versaute Sachen ins Ohr flüstert und dann wieder abhaut ;)
Und hab ich schon gesagt, wie heiß ich das finde? Wie heiß, dass es hier einfach während des Vorlesens Rimming gibt! Aber Hut ab für Jakobs Selbstbeherrschung, dass er da noch so weit kommt mit dem Lesen ;) UNd auch danach, als sie im Grunde schon richtig vögeln und Jakob trotzdem noch weiter liest. Ganz bestimmt einfach nur deswegen weil er weiß, wie sehr es Thomas anmacht. :verliebt:
Und was hattest du denn eigentlich für ein Problem mit dem Ende? :o Also ich seh da gar keines! ich find das sogar richtig witzig, als Jakob im Grunde Thomas' Beschwerde-Spruch von vorhin klaut und meint, er spürt ja gar nichts. Und dass das die P12-Disney-Version wird können sie jemand anderem erzählen ;)
So... und jetzt bin ich am Ende angekommen, immer noch genauso verliebt wie beim ersten Mal lesen und jetzt gehts nicht mehr weiter ;(
Achja, einfach nochmal erwähnen weil es mir mit am besten gefallen hat zwischen den beiden ist ihre Vertrautheit. Man merkt, dass das nichts Neues für sie beide ist, dass sie sich total entspannen können in der Gegenwart des anderen und dass schon alles richtig so ist wie es ist. :fangirl:

So... und kannste mir Mal sagen, was ich jetzt machen soll? :O Ich befürchte, du musst nochmal was zu den beiden schreiben. Das geht gar nicht anders :jc_doubleup:
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