Der Preis des Verlierers

Der Preis des Verlierers

Beitragvon Lupina Riddle » 9. Dez 2015, 19:48

Hey,

so, da meine Eltern am Wochenende kommen und bleiben und ich den letzten Teil der Regenbogenchalleng noch nicht fertig hab, ist das wohl vorerst mein letzter Beitrag zur Winterchalleng. Vielleicht schaff ich im neuen Jahr noch was, wenn bis dahin nicht alle Pakete weg sind^^ Mir war es wichtig zu allen drei Generationen eine Geschichte zu schreiben.

Also wieder viel Spaß,
Lupina

Paket 16: Ausrutschen auf Eis, Väterchen Frost, Winterabend, Sich gegenseitig wärmen, Kaminfeuer
Fandom: Harry Potter
Pairing: Louis Weasley/James Sirius Potter
Rating: P 12 Slash

Der Preis des Verlierers


Louis Weasley hatte zwar nur noch einen geringen Teil Veela geerbt, aber es reichte dafür, dass ihn die Mädchen von Hogwarts anhimmelten. Eine Tatsache, die ihn meist eher störte, denn kaum ein Monat verging ohne das eines von ihnen fragte, ob er nicht mit ihr zusammen sein wollte. Eigentlich hatte er gehofft, dass sie es aufgeben würden, vier Jahre lehnte er nun schon jedes Angebot strikt ab, doch es schien die anderen nur noch mehr anzuspornen, wenn er eine Konkurrentin abblitzen ließ.
Warum er noch keine Freundin gehabt hatte, war ganz einfach. Er hatte gute Beispiele in seinen Schwestern, wie man seine Hogwarts Jahre verschwenden konnte, wenn man immer nur an die nächste Liebschaft dachte. Sie waren regelrechte Flittchen und das war etwas, dass er tunlichst vermeiden wollte. Er würde warten, irgendwann würde er sie treffen, das Mädchen oder die Frau, mit der er sein Leben verbringen wollte.
Der erste Schnee war vor einigen Tagen gefallen und James hatte mit seiner Clique den zugefrorenen See auf seine Festigkeit geprüft. Louis gehörte nicht zu dieser Clique, aber als er gesehen hatte, wie sich die Jungen aus seinem Haus auf dem Eis bewegten, hatte ihn der Ehrgeiz gepackt. Er würde denen schon zeigen was ein richtiger Eisläufer war. Nicht das er viel Übung hatte, doch seine angeborene Grazie würde ihm schon helfen.
Tatsächlich machte er eine gute Figur auf dem Eis, aber wie immer wenn er in James Nähe kam fühlte dieser sich herausgefordert. Es war ein steter Kampf um die meiste Aufmerksamkeit und obwohl Louis eigentlich genug davon bekam, maß er sich immer wieder mit James.
Dieses Mal schlug James ein Wettrennen vor, natürlich auf dem Eis und obwohl Louis nicht der sportlichste Typ war, stimmte er zu, er würde es zumindest versuchen und wenn es nicht klappte, dann verlor er eben mit Eleganz.
Den größten Teil der Strecke liefen sie, zu Louis Erstaunen, nebeneinander und er konnte sich nicht entscheiden, ob es nun daran lag, dass er selbst besser war, als er gedacht hatte oder ob James sich zurück nahm, um es spannender zu machen. Aber letzteres passte eigentlich nicht zu ihm.
Als ihre Lungen bereits von der kalten Luft schmerzten und das Ziel in Sicht gekommen war, sagte James plötzlich: „Wenn du mich gewinnen lässt, küsse ich dich.“
Völlig perplex starrte Louis seinen Cousin an und kam ins Straucheln, als er dessen Lächeln sah. Kaum einen Moment später fiel er der Länge nach auf das Eis. Ohne die nötige Konzentration war er einfach ausgerutscht. Schmerzerfüllt stöhnte er, war aber sofort froh darüber nicht direkt aufs Gesicht gefallen zu sein. Er wusste zwar, dass sie ihn im Krankenflügel wieder richten konnten, aber besser war, es nicht darauf ankommen zu lassen. Besorgte Rufe drangen an seine Ohren. Die Zuschauerinnen, für die sie diesen Unsinn schließlich machten, riefen seinen Namen.
Mit einer kurzen Verzögerung blickte er auf und sah grade noch, wie James im Ziel ankam. Dann jedoch ließ dieser sich nicht beglückwünschen, sondern kam zurück zu Louis. Der hatte sich auf Hände und Knie aufgerichtet, bis er bei ihm war. James Gesicht zierte sein Siegerlächeln, als er Louis eine Hand entgegen streckte.
„Wann willst du deine Belohnung?“, fragte James leise, als er Louis auf die Beine geholfen und dabei sehr nahe an sich heran gezogen hatte.
Erst jetzt fielen Louis die Worte des anderen wieder ein. Wollte James ihn wirklich küssen? Doch er kam nicht mehr dazu ihn zu fragen, denn die anderen hatten sie erreicht und schon löste sich James von ihm.

Die Frage, ob James es ernst gemeint hatte, ließ Louis den ganzen Tag nicht los und als er abends in einem der Sessel beim Kamin saß und ins Feuer blickte, stellte er sich vor, wie es wäre einen Jungen zu küssen. Nein, James war nicht irgendein beliebiger Junge, er war immer schon auf seine eigene Art besonders für Louis gewesen. Aber doch nicht so!
In Gedanken verloren, bekam er nur am Rande mit, dass sich jemand auf seine Armlehne stützte. Mit der Vermutung, das es eines der aufdringlicheren Mädchen war, zischte er: „Hau ab.“ ohne seinen Blick vom Feuer zu nehmen.
„Nein, ich schulde dir noch was und ich mag es nicht jemandem etwas zu schulden.“
Erstaunt sah Louis auf, als er James Stimme hörte und blickte in seine haselnussbraunen Augen. Für einen Moment zögerte er, fragte sich, ob er diese seltsame Gelegenheit ausnutzen sollte, doch obwohl ihn die rosa Lippen des anderen Jungen lockten, schüttelte er den Kopf.
„Du schuldest mir nichts. Ich hab dich nicht gewinnen lassen.“
James lächelte, als er sich zu Louis hin beugte und ihm zuflüsterte: „Ich weiß, ich will dich aber trotzdem küssen.“
Louis Herz setzte einen Schlag aus und pochte dann schneller und kräftiger weiter. Seine Gedanken schossen wild durcheinander und er konnte sich nicht entscheiden, was er darauf sagen sollte. Einerseits wollte er natürlich nicht. Er hatte es sich vorgestellt, aber allein das gab ihm ein komisches Gefühl. Andererseits freute sich ein Teil in ihm auch über die Aussage des anderen, leider wusste er nicht warum.
Als Louis nichts sagte, fragte James: „Wann darf ich dich küssen?“
„Warum willst du das?“, flüsterte Louis so leise wie möglich, um sich ein wenig Zeit zu verschaffen.
James Lächeln wurde zu einem Grinsen. „Weil du niemanden an dich ran lässt. Wäre doch was, wenn ich deinen ersten Kuss bekommen würde.“
Zorn wallte in Louis auf. Gut das er gefragt hatte. Natürlich empfand James nichts für ihn. Hatte er das wirklich gedacht? Ja, irgendwie hatte er es gehofft.
„Vergiss es!“, fauchte er, stand ruckartig auf und verschwand aus dem Gemeinschaftsraum.

Dass es bereits nach der Ausgangssperre war, fiel Louis erst ein, als er schon den halben Weg zu seinem Lieblingsplatz zurückgelegt hatte. Aber eigentlich war das auch egal, immerhin war sein Ziel der Astronomie-Turm, den man außerhalb des Unterrichts sowieso nicht hoch steigen durfte. Vorsichtiger setzte er seinen Weg fort und atmete erleichtert ein, als er den eisigen Wind auf dem Gesicht spürte. Es war kälter als erwartet, doch eine Weile würde er es schon aushalten.
Sein Blick glitt über das Schloss, mit den unzähligen, erleuchteten Fenstern und den Dächern voll Schnee. Für einen Moment genoss er diese winterliche Atmosphäre am Abend, bevor ihn seine Gedanken wieder einholten und er sich mit einem schweren Seufzer gegen die Brüstung lehnte.
James hätte ihn also gerne als eine Art Trophäe. Nein, dass war kein Grund, der Louis davon überzeugte seine Zweifel bei Seite zu schieben. Dabei wünschte sich ein Teil von ihm immer noch, dass er einfach zugestimmt hätte. Es ärgerte ihn mehr als es eigentlich sollte, dass James nicht doch etwas für ihn empfand und nach einer Weile ärgerte er sich darüber, dass er sich ärgerte.
Natürlich empfand James nichts für ihn, sie waren schließlich beide Jungen und diese Sache mit dem Kuss war sicher nur ein dummer Scherz. Er sollte sich das ganze nicht so zu Herzen nehmen.
Gerade, als er trotz seiner intensiven Gedanken merkte, dass der Wind langsam seinen Körper auskühlte, hörte er eine Stimme hinter sich. „Du solltest wirklich nicht hier sein.“
Erschrocken fuhr Louis herum und erwartete einen Lehrer oder Geist, doch nicht James, der auf ihn zu geschritten kam.
„Kann dir doch egal sein.“, meinte Louis patzig und drehte sich von ihm weg.
„Könnte es, aber du bist ein Gryffindor und mein Cousin. Außerdem bist du wegen mir hier, oder nicht?“ James stand jetzt neben Louis, der den anderen nicht ansah. Als Louis nichts sagte, fuhr James fort: „Hör mal, es tut mir leid, was ich gesagt habe. Aber ich wusste nicht, ob du mich nicht doch auslachst, wenn ich dir die Wahrheit sage.“
„Ich will es gar nicht hören.“ Louis hatte genug, ihm tat die Gegenwart des anderen nicht gut. Er war gereizt und darum wollte er sich zur Treppe wenden, doch James hielt ihn an der Hand fest.
„Warte.“, bat James und zog dann die Augenbrauen hoch. „Man, hast du kalte Hände! Väterchen Frost hat ganze Arbeit bei dir geleistet. Gib mir deine Hände ich wärme sie ein bisschen auf.“
Statt zu tun was der andere vorschlug, entzog sich Louis seinem Griff und sagte abschätzig: „Du weißt schon, dass Väterchen Frost der Weihnachtsmann ist, oder?“
James schien kurz verwirrt, dann lächelte er. „Wenn du meinst. Aber bevor du gehst muss ich dir noch was sagen. Ich finde es nur fair, wenn du es weißt.“ Er zögerte kurz, dann sagte er fast verlegen: „Ich mag dich.“
Louis runzelte die Stirn und hätte fast gesagt: Natürlich wir sind Cousins. Doch dann begriff er was James meinte und schloss seinen halb geöffneten Mund. Ein seltsames Gefühl machte sich in seiner Brust breit und erst als er begriff, dass es Glück war, rang er sich zu einer Erwiderung durch.
„Darum willst du mich küssen?“ Sein Lächeln war noch unsicher, gewann aber an Kraft, als James nickte.
„Du musst nur herkommen und ich zeige dir wie sehr.“, versprach James, der seine Verlegenheit überwunden hatte und nun mit den Augen zu locken schien.
Louis sah James an und verstand, dass er noch nie ein Mädchen so anziehend gefunden hatte, wie diesen Jungen grade. Ihm kam der Gedanke, dass sie falsch gepolt waren, aber wenn es sie beide betraf, dann war es nicht so schlimm, fand er.
Zaghaft trat er auf James zu und ließ sich von ihm über die kalte Wange streicheln. Inzwischen waren auch James Finger kalt. „Wir sollten rein gehen.“, hauchte Louis, obwohl er Angst hatte, dass er dann aus diesem Traum aufwachen würde.
„Noch nicht, mein Schöner.“ James zog ihn an der Hüfte ganz an sich heran und Louis spürte wie sein Herz schneller und schneller pochte. Unsicher sah er in die braunen Augen, die sich ihm näherten, genau so wie die Lippen, doch er wehrte sich nicht. Dann hatte er eben seinen ersten Kuss mit einem Jungen, vielleicht war es ja James, auf den er die ganze Zeit gewartet hatte. Louis legte seine Hände unter den Umhang auf James Rücken, um sie an ihm zu wärmen und drückte ihn noch ein wenig mehr an sich, als sich dann endlich ihre Lippen berührten.
James Lippen waren kühl, so wie seine eigenen, doch je länger sie sich küssen, je mehr wärmten sie sich gegenseitig auf und um so weniger wollte Louis den Kuss lösen.
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