THOR – Æsam

THOR – Æsam, Teil 4.5

Beitragvon BlackPriestess » 30. Jul 2011, 15:45

A/N: Was ist nur mit mir los. Erst consensual!Sex, jetzt kariesverursachend!Fluff oO Und Kinks habe ich auch keine XD Dafür wieder im nächsten Kapitel. Da gibt es sogar Gratiskinks *g*. Also, viel Spaß beim Lesen. Einige Aspekte werden hier auch noch geklärt *hoff*



THOR – Æsam

Neues Haar aus Gold

Teil 4.5/5




Loki hat einmal… nein, oft gesagt, dass Thors Arroganz nur noch von dessen Dickköpfigkeit übertroffen wird.

Thor küsst Lokis verschwitzte Schläfe und lächelt im Halbdunkel des anbrechenden Tages; wahrscheinlich ist es tatsächlich purer Stursinn, die ihn mittlerweile die dritte Nacht in Folge über seinen Bruder wachen lässt, ohne der Schwere seiner Lider auch nur für einen Moment nachzugeben.

Loki hat es bislang wahrscheinlich nicht bemerkt, auch jetzt schläft er ruhig und unwissend, sonst hätte er Thor sicherlich genötigt, sich endlich auszuruhen. Nicht ohne einen dieser Blicke, der dieses Mal eine ganze Abhandlung darüber beinhaltet hätte, wie unlogisch Thors „Aufopferung“ und dass ein hungriger, müder Thor nur schwer zu verdauen sei.

Loki erinnert sich aber nicht mehr, nicht so wie Thor es noch vermag; er hat schon immer über seinen kleinen Bruder gewacht. Manchmal ist es ihm wie eine lästige Pflicht vorgekommen, manchmal ist er stolz darauf gewesen, weil es seine Aufgabe gewesen ist, die niemand außer ihm hat erfüllen können. Oder zumindest nicht gut.

Und diese Aufgabe hat er in den letzten Jahren immer wieder sträflich vernachlässigt. Am schlimmsten erst vor Tagen, als er zugelassen hat, dass Loki mehr als nur körperlich verletzt wird. Doch das wird nicht noch einmal geschehen.

Schon Thors erste bewusste Erinnerung betrifft sehr direkt Loki.

Er vermutet, dass er damals genauso winzig gewesen sein muss, wie alle anderen winzigkleinen Jungen von zweieinhalb auch, weiß aber noch, wie groß und stark er sich gefühlt hat. Ein richtiger künftiger Krieger, komplett mit Holzschwert, das er anderen Kindern genüsslich auf den Kopf gehauen hat, bis sie heulten. Der ganze Stolz seines Vaters und von seiner Mutter und derer Dienerinnen („Oohh, ist er nicht goldig? Was für ein hübscher kleiner Prinz!“) bis zur Schmerzgrenze verwöhnt. Bei Bor, muss er ein unausstehlicher kleiner Knirps gewesen sein.

Dann kommen dunkle Zeiten, an die Thor sich ebenso dunkel erinnern kann. Zu denen Vater nicht da und Mutters Blick überschattet ist.

Und dann kommt Loki.

Anfangs ist Thor eifersüchtig und dann richtig wütend auf das neue Baby. Was, bitte sehr, ist an dem so interessant, dass man ihn, (ihn!), kaum noch beachtet? Vorbei sind die guten Zeiten, Mutter faucht, Vater schnappt und keiner von beiden spielt noch mit ihm oder liest ihm aus diesen ganzen spannenden Büchern vor.

Dazu wird er auch noch aus den Gemächern seiner Eltern verscheucht (wo sein neuer Bruder thronen und die ganze Aufmerksamkeit bekommen darf), jedes Mal, wenn er besagten Bruder endlich sehen will. Doch es heißt immer, er sei krank und weine viel und vielleicht und später und geh draußen spielen, Thor.

Eines Tages gelingt es Thor trotzdem, in Lokis Reich hineinzuschleichen. Er lugt um die Röcke der vielen Dienerinnen seiner Mutter herum, tappt auf die kleine Wiege zu, aus der es ohrenbetäubend kreischt.

„Bringt nichts, er weint, gleichgültig wer ihn auf dem Arm hält…“

„Habe ich auch versucht… er will aber niemanden…“

„… Milch nicht bei sich behalten!“

„Sag keinem weiter, dass ich das gesagt habe, aber eine gute Mutter sollte ihr Kind selbst stillen, selbst eine Königin.“

„Du hast recht, er will bei den Ammen nicht trinken und die Ziegenmilch spuckt er sofort aus.“

„Das arme kleine Ding wird noch verhungern –“

„Sate! Hilf mir mit diesen Windeln!“

„… ich komme, meine Königin.“

Thor blinzelt zu den Frauen hoch, lässt sich aber nicht beirren, sich seinem Ziel weiter zu nähern, wie ein Krieger auf dem Schlachtfeld.

„… verstehe das einfach nicht, Odin! Er ist jetzt trocken und gewickelt und… bei den Urgöttern, Thor war nie so schwierig… aber Loki weint ununterbrochen, seit er da ist… als ob er gar nicht hier sein wolle…“

Das Baby schreit immer noch, lauter sogar als zuvor und während alle sich darüber streiten, was nun am besten für es wäre, betrachtet Thor nachdenklich das kleine, rote, unglückliche Gesicht. Das Geschrei stört ihn nicht unbedingt; er kann das selbst auch ganz gut, wenn er nicht bekommt, was er will.

Thor streckt eine Hand aus, um die Falte glatt zu streichen, als Loki die winzige Nase beim Weinen rümpft.

„… schlafen gehen, Frigga, du schläfst seit Tagen nicht, ich schaue solange nach ihm…“

Ganz vorsichtig berührt er dunkle Wimpern, um die darin eingefangenen Tränen zu verscheuchen, auf dass sie nie mehr zurückkehren.

„… kann nicht, wenn ich weiß, dass es ihm schlecht geht… hör doch nur, wie schlimm er weint…“

„Er weint aber nicht mehr.“

„Thor! Habe ich dir nicht verboten… geh da weg!“

Thor zieht die Hand ertappt fort und stolpert von der Wiege zurück.

Das Baby brüllt erneut aus Leibeskräften.

„Das… kann doch nicht…?“

„Thor. Geh wieder zu deinem Bruder.“

Thor runzelt unwillig die Stirn und öffnet den Mund, um selbst ein wenig zu schreien. Er mag es ganz und gar nicht, herumkommandiert zu werden. Ein Blick in das strenge Gesicht seines Vaters zeigt ihm jedoch deutlich, dass er ausnahmsweise still sein und gehorchen sollte.

Fünf Minuten später sitzt er mit gekreuzten Beinen auf dem bequemsten Lehnstuhl in dem Vorderzimmer der Gemächer seiner Eltern, von den Maiden umkreist, die das alles furchtbar niedlich finden. Einen sehr braven Loki auf dem Arm und die Brust so stolzgeschwellt, dass sie sicher gleich platzen wird.

Loki gluckst vergnügt und sieht ihn aus diesen großen, hellgrünen Augen neugierig an, während er zahnlos auf Thors kleinem Finger herumkaut. Thor blickt eingebildet in die Runde; er hat sofort gelernt, wie er das Köpfchen seines Bruders halten muss, den sie ihm in die Hand gedrückt haben. Und nicht nur, dass Loki bei ihm nicht weint – Loki will auch endlich trinken, wenn Thor seine Flasche hält. So gierig, dass es fast wie Singen klingt, als er die Milch aus dieser komischen schlabberigen Abdeckung aus Darm saugt, die Thor schon ein wenig eklig findet.

Die Flasche ist sehr schnell leer. Als Thor Loki so hochhält, wie seine Mutter es ihm gezeigt hat und kreisend über dessen Rücken streicht, beendet das Baby sein Mahl mit einer Reihe beeindruckender Rülpser, die alle Dienerinnen (aus Thor ganz unverständlichen Gründen) entzückt aufseufzen lassen.

Dann schmatzt Loki zufrieden und ist schon in seinen Armen eingeschlafen, ein kleines, weiches Bündel das süß und puderig riecht, bevor man die Finger einer Hand nachzählen kann.

Mutter und Vater starren noch immer und ihre Verblüffung lässt Thor gleich doppelt so selbstgefällig sein.

„Er mag nur mich.“

Mutter nickt langsam. Ihr Haar ist wirr und sie hat tiefe Schatten unter den Augen. So wie Vater unter seinem einen Auge, das nicht von einer Goldklappe verdeckt ist. Außerdem hat ihr beider blutunterlaufener Blick irgendwie etwas… Furchterregendes an sich.

„Du hast recht. Und weil er nur dich mag, wirst du jetzt weiter auf ihn aufpassen.“

Thor strahlt.

„Ja, ich kann das!“ Sein Lächeln verblasst ein wenig, weil seine Eltern ihm schon den Rücken zugekehrt haben und auf das Schlafgemach zuhalten. „Aber… wie lange? Ich will doch noch spielen und – he! Wohin geht ihr?“

„… schlafen.“

Die Tür schlägt hinter ihnen zu.




Thor schmiegt sich an seinen Bruder, der sich im Schlaf ebenfalls enger an ihn drängt. Er wird nicht wieder vergessen, dass er Lokis Beschützer ist, von Anfang an gewesen ist. Dass er Loki am nächsten steht, auch wenn Loki später, sobald den Windeln entwachsen, erbittert um Odins Zuneigung gekämpft hat, mehr wie ein Konkurrent, denn wie ein Bruder. Bei Frigga hat er es natürlich leichter gehabt. Und doch kann Thor sich zumindest in solch stillen Augenblicken eingestehen, dass sie ihn mehr lieben als Loki.

Es macht ihn richtig traurig und er versteht es nicht. Vielleicht… vielleicht bildet er es sich auch nur ein. Sein Vater hat doch immer betont, dass sie Gleichgestellte sind und es immer sein werden…

Und vielleicht sollte er einfach nicht mehr darüber nachdenken.

Thor bringt schlanke Finger an seine Lippen, küsst sie und lächelt, weil Lokis Griff um seine eigene Hand sogar im Schlaf noch so besitzergreifend ist. Und fragt sich, ob sein Bruder recht hat. Ob sie schon immer dazu bestimmt waren, sich zu lieben – auf jeder Ebene. Ob es nur zu natürlich ist, dass aus ihrer Nähe mehr entwachsen ist. Thor zweifelt ein wenig; alle Leute, die er kennt, könnten sich nicht diese Art von Liebe mit jemandem vorstellen, mit dem sie aufgewachsen sind, gleichgültig ob Geschwister oder bloß Freunde. Vielleicht hat Loki aber auch darin recht, dass sie mehr als nur absolut kompatibel, dass sie etwas Besonderes sind. Und nicht irgendwelche anderen Leute.

Der Sonnaufgang taucht Lokis Zimmer in goldgrünes Licht und Thor entwindet seine Hand vorsichtig dem Todesgriff; er weiß, dass er doch einschlafen wird, von Lokis leisem Atem eingelullt, sollte er noch liegen bleiben.

Er gähnt und streckt sich ausgiebig, freut sich auf ein schönes langes Bad, wenn er schon den Samen zwischen seinen Beinen abwaschen muss... und erstarrt, als es klopft.

„Loki…?“, tönt es dumpf durch die Tür.

Sein Bruder sitzt sofort kerzengerade im Bett und stolpert daraufhin rasch in die Hose, die noch am Boden liegt. Bevor er auch nur blinzeln kann, findet Thor sich unter einem Fell- und Kissenberg begraben wieder und seufzt; Loki versteckt in letzter Zeit ganz schön viele Dinge unter irgendwelchen Kissen…

„Heilsa, Loki“, sagt Sif. „Es tut mir Leid, dich zu stören, aber die Königin sagte, dass es dir etwas besser ginge und da wollte ich – heilsa, Thor.“

Thor reißt die Augen auf unter seinem Kissenberg, den Sif gerade so lässig begrüßt hat – es sei denn, sie hat über Nacht den speziellen kissendurchdringenden Blick entwickelt.

Und er wird einfach nie verstehen, warum Frauen viele Dinge, möglichst Dinge, die man vor ihnen geheim halten will, einfach so wissen.

Mit einem entnervten kleinen Stöhnen entschließt er sich, da eh entdeckt, hervorzukommen und dabei auf keinen Fall zu erröten. Er lächelt nonchalant und neigt den Kopf.

„Sif.“

Zu seiner unendlichen Erleichterung zuckt sie angesichts seines rechts ausgezogenen Zustandes in Lokis Bett nicht einmal mit der Wimper.

Loki sieht nicht erleichtert, sondern schlichtweg überfahren aus. Thor unterdrückt ein Grinsen. Entweder hat sich sein Bruder in eine unbegründete Eifersucht verrannt… oder Sif, die sich erneut Loki zuwendet, hat sich sehr gut unter Kontrolle. Lokis Blick nach zu urteilen, der sofort darauf misstrauisch wird, glaubt sein Bruder eher an die zweite Möglichkeit.

„Wie ich schon sagte… ich wollte mich entschuldigen, Loki.“

Thor ist irgendwie froh, dass Loki endgültig ebenso verwirrt aussieht, wie er selbst sich fühlt. Am frühen Morgen ist das alles ziemlich schwere Kost.

„Es… es ist eskaliert und hätte ich dir sofort vergeben, als du zu mir kamst, wärst du wohl auch nicht zu dieser zwecklosen Mission losgezogen und… und das hier wäre nicht passiert…“ Sie berührt mit einem zitternden Finger Lokis Mund.

Loki breitet nur die Arme aus und zuckt die Schultern.

„Doch, das ist schlimm, jedenfalls viel schlimmer als zu kurze Haare..“ Sif lächelt wehmütig. „Ist vielleicht sogar besser so, stören nicht mehr beim Training. Und es tut mir auch leid, dass ich dich geohrfeigt habe.“

Nun wirft Loki ihr einen verächtlichen Blick unter herabgesenkten Wimpern zu.

„Ja, ich weiß aus erster Hand, dass du mehr als das verträgst. Es tut mir bloß leid, dass ich dich… wie eine Frau geschlagen habe. In dem Wissen, dass deine gute Erziehung es dir unmöglich macht, mich zurückzuschlagen, wie du es im Kampf tun würdest.“

Sif seufzt tief und in diesem Moment bedauert Thor ernsthaft, wie er sie behandelt hat. Sogar trotz der Tatsache, dass Sif die größte Verfechterin der „Loki schmollt nur und taucht von allein wieder auf“-Behauptung gewesen ist.

„Du weißt, was ich von dir halte und ich bin fast schon erleichtert, dass du mir wenigstens jetzt nicht schon wieder an den Kopf werfen kannst, was du von mir hältst. Wir werden nie Freunde sein. Aber ich bin müde, Loki und du bist es vielleicht auch. Wäre ein Waffenstillstand auch in deinem Sinne? Was hältst du von einem Monat?“

Loki betrachtet Sif, als hätte sie den Verstand verloren.

„Zwei Wochen?“, versucht Sif es zaghaft. „Und falls es dir besser gehen sollte, sodass du uns wieder Gesellschaft leistest, gibt es in dieser Zeit keine Kommentare über deinen sehr, äh, alternativen Kampfstil?“ Als Loki zögert, setzt sie noch rasch nach: „Außerdem verspreche ich nie, wirklich nie, Das Achtbeinige Problem In Den Königlichen Ställen, Das Niemals In Lokis Gegenwart Erwähnt Werden Darf, zu erwähnen.“

Thor prustet in sein Kissen, als sein Bruder mit todernstem Gesichtsausdruck die Hand ausstreckt, Sifs Unterarm umfasst und sie den seinen.

„Also abgemacht.“

Loki nickt abrupt und atmet scharf ein, als Sif sich vorbeugt und ihn auf die Wange küsst – die daraufhin im schönsten Tomatenrot leuchtet, während Loki das Mädchen mit einem Blick bedenkt, der noch einen Frostriesen in einen Eisblock verwandeln könnte. Das Lachen bleibt Thor allerdings im Halse stecken, denn…

Die dunkle Naht leuchtet auf, einen Sekundenbruchteil vielleicht. Nur um dann so schwarz und feindselig zu wirken wie zuvor.

Thor schweigt, verstört und grübelt vor sich hin, während Sif noch einmal leise murmelt, wie leid ihr alles täte und Kopf gesenkt auf die Tür zu schlurft.

Nur um von Lokis Hand auf ihrer Schulter aufgehalten zu werden.

Als sie sich zu ihm umdreht, hält er das Ebenholzkästchen in den Händen und überreicht es ihr mit einer knappen Verbeugung. Thor hat es komplett vergessen, nicht einen Moment lang noch darüber nachgedacht, was sich darin verbergen könnte. Viel wichtiger ist ihm gewesen, was seinem Bruder deswegen passiert ist… Und Loki wird es wohl ebenfalls vergessen haben, in all dem Schmerz, den er hat durchmachen müssen.

Sif öffnet den reich verzierten Deckel, so zögerlich, als erwarte sie einen Trick oder dass ein Fluch Lokis, der ihr ins Gesicht springt – trotz des eben vereinbarten Waffenstillstandes. Loki verdreht nur die Augen und Thor weiß, dass er beleidigt ist; Loki lügt zwar oft, aber niemals dermaßen stümperhaft.

Thor betrachtet fragend das Diadem zwischen Sifs Fingern. Von Sif ist nur ein überraschter kleiner Laut zu hören. Thor kennt sie, seit sie Kinder sind, weiß, dass sie sich nicht viel aus den Dingen macht, die anderen Maiden gefallen – versteht diesmal allerdings vollkommen, warum sie so hingerissen ist.

Erging es ihm doch nicht anders mit Mjöllnir.

Es ist… Perfektion. Sifs Fingerspitzen gleiten ehrfürchtig über das filigrane Netz, von dem goldenen Ring gespannt, in den unbekannte Runen eingraviert sind, über die winzigen Edelsteine, die in den hauchdünnen Goldfäden eingefangen sind wie funkelnde Regentropfen.

„Wunderschön…“, haucht sie. Dann grinst sie schief, wohl um ihre Rührung zu übertünchen. „Immerhin schaut keiner mehr auf die Haare, wenn ich das hier trage. Darf ich?“

Thor sieht seinem Bruder zu, als er Sif hilft, das Schmuckstück aufzusetzen – und weiß, dass Loki, wenn er noch könnte, unterdrückt lachen würde, wie immer, wenn er jemandem einen besonders einfallsreichen Streich spielen konnte und er händereibend darauf wartet, dass sein Opfer die Pointe auch versteht. Thor legt beunruhigt die Stirn in Falten und keucht dann auf.

Wo zuvor das Diadem war, ist jetzt langes, dichtes Haar, das über Sifs Rücken fließt. Genau die hübsche brünette Farbe, die es früher gehabt hat, nur noch schöner, glänzend wie…

Gold.

Thor blinzelt, wickelt eines der Laken um seine Hüften, tappst auf Sif zu, die mit weit offenstehendem Mund eine Strähne begutachtet. Er streckt fasziniert eine Hand aus. Es fühlt sich seltsam an, seidenweich und doch kann man die Glätte und Widerstandsfähigkeit von Metall spüren.

Zumindest was Sif betrifft, dürfte das doch keine „zwecklose Mission“ gewesen sein.

„Das ist unglaublich…“, wispert Sif. „D-das ist… wie echt und noch echter wäre es nur, wenn es wachsen würde und… und –“ Sie unterbricht ihr Gestammel, als Loki erneut die Arme ausbreitet. „Du meinst, es wächst auch noch?“

Loki nickt ziemlich selbstgefällig.

Und weicht ein wenig zurück; vorsichtshalber, vermutet Thor, falls Sif wieder… emotional werden sollte. Thor amüsiert sich still.

„Danke… danke, ich… ich meine… danke.“ Sif strafft die Schultern. „Ich gehe jetzt besser“, fügt sie dann bemüht eben hinzu und bohrt den Zeigefinger in Thors nackte Brust. „In einer Stunde in der Arena!“

Im nächsten Augenblick ist sie fort und für Thor sieht es eindeutig nach Flucht aus.



Die Erfahrung hat Thor gelehrt, dass man Sifs Befehle auch als Königssohn nicht ignoriert. Also lässt er nach dem routinierten Bandagenwechsel und noch mehr Brühe, die ihm langsam aber sicher schon aus den Ohren kommt, seinen kleinen Bruder in dessen Räumen höchst ungern zurück. Schlaftrunken trotz ausgiebigem Bad torkelt er die breiten Stufen hinunter, die zu der großen Übungsarena am Strand führen.

Thor schließt den Mund mitten im schönsten, kieferknackendem Gähnen, als er die hochgewachsene Gestalt in der Ferne erblickt, die er unter Tausenden erkennen würde.

Geplanter Übungskampf schon vergessen, wechselt Thor abrupt die Richtung und folgt Loki mit langen Schritten, über einen mit weichem Gras bewachsenen Hügel, in Richtung der Ställe. Fest entschlossen, den dickköpfigen Kerl (schlimmer sogar als er selbst) notfalls an den Ohren zurück und in dessen Bett zu zerren, weil er die Anordnung „strenge Bettruhe“ offenbar nicht verstehen will.

Ach ja und da wäre vielleicht noch die Frage zu klären, was Loki hier überhaupt sucht. Die Neugierde übertrumpft sein Ehrgefühl und er beschließt, sich nicht sofort zu erkennen zu geben, späht um einen großen Heuballen herum.

Loki geht indes mit unsicheren Schritten (und Thor hat ihm ja gesagt, im Bett zu bleiben) weiter auf die Ställe zu. Genauer gesagt, auf den Stall zu, in dem Das Achtbeinige Problem, Das Niemals In Lokis Gegenwart Erwähnt Werden Darf untergebracht ist. Thor kann in dem dunklen Stall zwar nur schemenhafte Umrisse erkennen, dennoch deutlich hören, wie freudig sein Bruder begrüßt wird.

Dann scheint Loki zu erstarren und dreht sich zu den beiden Stallburschen herum, die sich im Hintergrund halten und Loki furchtsame Blicke zuwerfen, der lederne Zügel zwischen spitzen Fingern hält. Thor schleicht angespannt etwas näher heran.

„Wir… wir dachten nur…“

„Er lässt sich sonst nicht halten und…“

Beide Männer schweigen jäh, obwohl Loki nicht einmal etwas gesagt hat – oder sagen kann. Thor kann das Gesicht seines Bruders nicht sehen, aber auch so weiß er, welche Art von todesverkündendem Blick Loki den zwei Unglücklichen zukommen lässt.

Und Thor hat die mehr als nur vage Vermutung, dass der Teich in den Gärten seiner Mutter zwei Frösche mehr beherbergen wird, sollte Loki seine Magie wiedererlangen.

Dies ahnen die Stallburschen wohl auch, so schnell, wie sie fort sind. Sie tun Thor schon ein wenig leid.

Aber er vergisst sie sofort und es zieht ihm die Brust zusammen, als er seinen Bruder leise seufzen hört, ihn schnell und geschickt die Zügel entfernen sieht. Das zuvor so unruhige Pferd hält nun ganz still.

Und folgt Loki brav; Loki hat ihm die Wahl gelassen, es zu tun oder nicht, geht nur langsam rückwärts. Als sie die Ställe verlassen, sieht Thor nun ganz aus der Nähe, dass die wild kursierenden Gerüchte zumindest in diesem einen Punkt stimmen.

Das Pferd hat wirklich acht Beine. Jeweils vier vorn und hinten und eine dementsprechend kräftige, breite Brust. Ansonsten ist es ganz gewöhnlich. Vielleicht schöner als gewöhnlich, glänzend schwarz, groß, anmutig, obwohl es noch nicht einmal ganz ausgewachsen ist.

Wenn es das ist, wird es schneller sein als der Wind, mit dieser… doppelten Ausstattung. Das weiß wohl auch Odin, der sich über Lokis Geschenk gefreut hat – so sehr, dass man es ihm ausnahmsweise sogar angesehen hat. Bis er auf die Idee gekommen ist, es zu hinterfragen und Lokis hübsches Gesicht jäh ganz verschlossen geworden ist.

Seitdem verbittet sich sein Bruder jede Frage über den Ursprung des Pferdes und hat nicht gerade wenige verzaubert, die es dennoch gewagt haben. Nicht einmal Thor wollte er etwas verraten. Thor hat nur gehört, dass Loki (der von Freya persönlich auf eine Jagdtour eingeladen worden ist – bei den Urgöttern, ist Thor eifersüchtig gewesen!) nach einigen Tagen ohne erlegte Beute wiedergekommen ist – dafür mit dem Fohlen im Schlepptau.

Es zieht Thors Herz noch mehr zusammen und er versteht nicht warum, als das dunkle Tier ungelenk seine vielen Beine fast schon verknotet, um sich im weichen, sonnengewärmten Gras niederzulassen. Loki dicht neben sich, wo sie dann wie alte Freunde zusammensitzen. Er sieht zu, wie sein Bruder die Arme um einen langen, grazilen Hals schlingt, das Gesicht daran schmiegt und kleine, genussvolle Laute von sich gibt.

Wenn das kurze, glänzende Fell nur halb so weich ist, wie es aussieht, kann Thor es durchaus nachvollziehen.

Das Tier hält auch jetzt ganz still, hebt nach einigen Sekunden jedoch den Kopf von Lokis Rücken und schnaubt unruhig.

„Heilsa, Bruder.“

Loki hat sich nicht einmal zu ihm umgedreht und ihn doch erspürt. Thor lächelt verlegen.

„Heilsa, Loki.“ Er blinzelt. „LOKI?!“

Sein Bruder wendet ihm nun doch das Gesicht zu. Es ist tränenverschmiert und seine Lippen zittern. Seine nicht zusammengenähten Lippen. So schön und makellos wie früher.

„E-er… er hat mich geheilt, weißt du.“

Thor kann nur dümmlich nicken, Augen ganz groß und es fürs Erste so hinnehmen.

Loki wiederum sieht vielmehr zutiefst beschämt, denn froh aus.

„I-ich meine… ich habe ihn verschmäht, meinen eigenen Sohn u-und da lasse ich mich endlich wieder dazu herab, nach ihm zu sehen, immer hübsch so, dass es möglichst keiner mitbekommt, weil ich mich seiner schäme und…“ Loki wischt sich schniefend mit dem Handrücken über die Augen und lächelt bitter, mit den Fingern schnippend. „Und da heilt er mich, einfach so.“

Thor schließt die Augen und fragt sich, in was für einem seltsamen Traum er denn hier gelandet ist. Oder ob er gerade auf dem Übungsplatz ist und nicht hat verhindern können, von Sif eins über den Schädel gezogen zu bekommen.

Zwei Augenpaare sehen zu ihm auf, eines aufmerksam und tiefschwarz, das andere weitaufgerissen und grün und ängstlich. Und Thor begreift; Loki fürchtet seine Ablehnung.

Und wird nur Thors Akzeptanz bekommen. Das sollte sein Bruder doch inzwischen wissen, nach den ganzen im besten Fall bizarren und im schlimmsten komplett hirnrissigen Dinge, die er schon getan hat, nach den ganzen Zaubern und Flüchen und Intrigen und Streichen, die oft nach hinten losgegangen sind, während Loki unermüdlich weiter gelernt und Erfahrungen gesammelt hat. Und die nur zu oft darin resultiert sind, dass Loki ihnen, Vater und ihm, unbezahlbare Dinge geschenkt hat. Als ob Loki denken würde, sich ihre Liebe nur so sichern zu können.

Was macht da ein achtbeiniges Fohlen mehr oder weniger noch aus?

„Dann scheine ich einen sehr außergewöhnlichen Neffen zu haben“, sagt Thor und zuckt die Schultern, als er sich neben seinem Bruder ins Gras fallen lässt. „Willst du uns nicht langsam aber sicher vorstellen?“

Loki starrt ihn groß an, wirft dann die Arme um seine Schultern und verbirgt das Gesicht an seiner Halsbeuge. Das Pferd stupst ihn mit der samtweichen Schnauze an und Loki streichelt wieder abwesend das glänzende Fell.

„Ja… natürlich… das ist Sleipnir. Und… du willst sicher wissen, warum ich einen Sohn habe. Und warum dieser Sohn kein Mensch ist. Und wahrscheinlich auch, warum ich es dir verschwiegen habe.“

„Nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge… aber ja, das würde ich sehr gern erfahren.“ Thor lächelt absichernd unter dem reuigen Blick seines Bruders, fest entschlossen, das Gefühl zu unterdrücken, gerade wahnsinnig zu werden, denn er spürt, wie kurz Loki selbst davor steht. Wie sehr Loki ihn genau jetzt braucht.

Sleipnir mampft genüsslich eines der roten Äpfel, die Loki in seinen Taschen mitgebracht hat, aber Thor entgeht der noch immer achtsame Blick nicht und fragt sich im Stillen, wie viel er versteht.

Als würde er Thors Gedanken erraten, lächelt Loki schwach und schüttelt den Kopf.

„Sleipnir ist ein Pferd, Thor. Zwar ein sehr intelligentes Pferd, das sich prachtvoll entwickeln wird, nichtsdestotrotz aber ein Pferd.“

„Aber… hat er nichts von dir?“ Thor vergräbt das Gesicht in den Händen. „Wie in drei Muspelheims Namen hast du ihn überhaupt gezeugt?“ Er hält verzweifelt inne. „Du… du hast doch nicht…“

Lokis Lächeln ist jetzt eindeutig belustigt. Thor starrt ihn einfach nieder, bis Loki den Blick senkt und nach seinen Händen greift.

„Nein… nein, nein. Nicht so, wie du jetzt denkst. Es wäre nicht einmal möglich, von der… Fragwürdigkeit, milde ausgedrückt, ganz zu schweigen. Er hat tatsächlich nichts von mir… nichts von mir in menschlicher Form.“

Thor blinzelt.

„Verstehst du nicht, was ich sagen will? Ich habe es als erster Magier Asgards geschafft, meine Gestalt zu wandeln! Keine Kinderspiele wie bei den anderen, wie die Haarfarbe ändern, oh nein. Sondern eine weitreichende Änderung meines genetischen Codes.“

Thor blinzelt seinen Bruder erneut an, dessen stolz gestraffte Schultern nun absacken.

„Und ich war ja so selbstgefällig… allerdings ist das nicht ganz nach Plan verlaufen. Wie so ziemlich alles, was ich in letzter Zeit angepackt habe.“ Loki berührt vielsagend seine Lippen.

„Vermutlich…“, würgt Thor heraus und Sif, die ihm eins übergezogen hat – heftig – erscheint ihm immer wahrscheinlicher, „mutest du dir einfach zuviel zu.“

„Du hast recht… aber wie soll ich sonst mein Wissen erweitern? Würdest du aufhören, nur weil ich sage, dass du im Kampf zuviel riskierst?“

Thor schüttelt nur wortlos den Kopf und massiert sich dann müde die Schläfen.

„In Ordnung. Ich fasse dann zusammen: Statt mit Freya zu jagen, warst du lieber ein stolzer Hengst und hast mit einer ebenso stolzen Stute Sleipnir gezeugt.“

„Nun, also…“ Röte steigt in Lokis blasse Wangen und er zupft verlegen an langen Grashalmen herum. „Fast korrekt. Bis auf das kleine, unbedeutende Detail, dass nicht ich der stolze Hengst war.“

Ja, denkt Thor. Eindeutig eins übergezogen bekommen. Langsam tendiere ich aber zu Hoguns Streitkolben.

„I-ich… habe ihn ausgetragen und geboren und… und gesäugt… so kurz es auch gedauert hat, weil meine Magie den ganzen Prozess sehr stark vorwärtsgetrieben hat… ich war in diesen wenigen Tagen, in meinem Versteck in den Wäldern, wirklich sehr glücklich.“

Loki lehnt den Kopf an seine Schulter und Thor schweigt, will nicht unterbrechen, obwohl die Eifersucht an ihm frisst. Von dem betäubenden Schrecken ganz abgesehen. Er ist fast schon stolz darauf, dass er sein Gesicht, als große Ausnahme, komplett ausdruckslos halten kann.

„Anders glücklich als mit dir, Bruder“, sagt Loki und auch dessen Fähigkeit, Gedanken zu lesen – zumindest Thors Gedanken – wird immer wahrscheinlicher. „Unwissend glücklich. Meine Gedanken sind ganz ruhig geflossen, anstatt wie sonst zu rasen, alle Probleme sind weit in den Hintergrund gerückt. Warum Vater dich mehr als mich liebt, ob du mich so liebst wie ich dich und warum du mich so oft allein lässt…“

Thor erlaubt sich eine winzige Sekunde dieses wundervollen Gefühls, wie warmer, süßer Sirup, angesichts der gewollt beiläufigen und endlich laut ausgesprochenen Liebeserklärung. Auch wenn es auf so traurige Weise geschieht. Lokis schmale Brust hebt und senkt sich mit einem lautlosen Seufzer.

„… oder warum mein neuestes Experiment darauf besteht, zwischen der zweiten und dritten Phase grundsätzlich mein Labor in die Luft zu jagen, warum mir Tentakel wachsen und sich sonst nichts ändert, wenn ich versuche, mich in eine amphibische Lebensform zu verwandeln, wobei die nicht mal Tentakel haben oder wie ich deinen Freunden eins auswischen kann, nachdem sie mich wieder einmal öffentlich gedemütigt haben. Oder dass ich die unbeliebteste Person in ganz Asgard bin und mir das auch noch selbst zuzuschreiben habe. Ich war kein Mensch mehr, sondern konnte mich höchstens vage erinnern, einmal ein Mensch gewesen zu sein. Es war wie eine Erlösung. Und eine Offenbarung, ganz ohne Angst vor Enttäuschung und Verrat Liebe empfinden zu können.“

Lokis Finger verschränken sich mit seinen und Thor erwidert den Druck, vielleicht ein wenig stärker als nötig. Sein Bruder entzieht ihm die Hand nicht.

„Ich hätte mich einfach zurückverwandeln können, ja. Dann wäre auch das Leben, das ich in mir trug, verwirkt gewesen. Ich habe es nicht über das Herz gebracht. Ich wusste nur, dass ich danach wieder ein Mensch sein würde – wenn auch nur deinetwegen. Du warst so etwas wie mein Anker zu dieser einen Realität, zu der ich sonst nicht mehr hätte zurückkehren können und wollen.“

Thor bringt angesichts der Abgründe, die sich auftun noch immer kein Wort heraus. Er kann nicht einmal mehr richtig denken. Er ist zutiefst unglücklich, weil er nicht einmal geahnt hat, wie unglücklich sein Bruder ist – direkt unter seiner Nase. Und zugleich zutiefst glücklich, dass er Loki Grund genug gewesen ist, doch noch heimzufinden.

Er küsst schlanke Finger. Loki hebt den Blick, sieht ihm direkt in die Augen und sieht darin wohl alles, was er wissen muss, so wie er jetzt lächelt. Selig, anstatt verbittert.

„Bereust du dieses Experiment nun?“, fragt Thor mit einem Seitenblick auf Sleipnir. Der – Thor könnte es schwören – beleidigt zurückstarrt.

„Das war doch kein…“ Loki stutzt. „War…war wirklich nicht geplant. Geplant war nur, dass ich Freya helfe, dass Vater sie nicht verheiraten kann.“

Thor, erst verdutzt ob Freyas sehr willkürlichen Auftauchens in Lokis kleiner Geschichte, kann nicht anders, als einfach loszulachen.

„Bei Bor, nein“, bringt er mühsam heraus. „Wer fällt denn noch darauf herein, dass er Freya zur Frau bekomme?“

„Niemand aus Asgard, jedenfalls. Der rechtschaffene Architekt allerdings, den Vater für den Bau der neuen Mauer angeheuert hat, war von außerhalb und schien nicht zu wissen, dass es bei uns so etwas wie ein Dauerbrenner ist: Vater, der versucht, Freya endlich unter die Haube zu bringen, die ganze Stadt, die herzlich darüber lacht und Freya, die ihre ganze Umgebung demoliert, wenn sie davon auch nur hört. Und selbstverständlich nicht verheiratet wird und weiterhin fröhlich alles bespringt, was einen Puls hat.“

Thor grinst nur kopfschüttelnd; das fasste dieses Trauerspiel recht gut zusammen.

„Sie… bat mich um Hilfe, weil Vater diesmal fest entschlossen schien und sie ahnte, dass dieser spezielle Heiratskandidat sich nicht mit einem großen Haufen Diamanten zufrieden geben würde, sobald er die neue Mauer um die Stadt errichtet hatte.“

Thor schweigt nun nachdenklich, drückt Lokis Finger und versucht das schlechte Gewissen zu verscheuchen, weil Loki bei Weitem selbstloser ist, als Thor ihm hat zugestehen wollen. Der wieder einmal nur hat helfen wollen und darunter gelitten hat.

Die Mauer ist fertig, hohe, abstrakte und zugleich vollkommene Formen, die in der Sonne gleißen und ineinander zu fließen scheinen, wie Asgards ganze Baukunst. Thor ist zu der Zeit, als sie errichtet worden ist, mehr auf Reisen als zuhause gewesen; er hat nur erfahren, dass es wegen der Bezahlung Streit gab und der Baumeister wutschnaubend von dannen gezogen ist.

Nun versteht er ein wenig besser, warum.

„… also bin ich hin und versuchte, ihn von der Arbeit abzulenken, in interessante Fachgespräche zu verwickeln, ihn betrunken zu machen… das Übliche eben. Zwecklos, sag’ ich dir. Noch nie einen so arbeitswütigen Mann getroffen. Hat da gehockt bis zur Nase in seinem Fellumhang gewickelt und ich frage mich, wie jemand, der nur Grunzlaute zustande bringt, solch komplizierten Pläne entwerfen kann. Erinnere mich daran, nie wieder mit Trollen reden zu wollen, man könnte vor Langeweile ob der Einseitigkeit im Stehen einschlafen. Seine Arbeiter waren sogar noch schlimmer; ein widerlich anständiges, freudloses, humorloses Völkchen.“

Thor kann sich lebhaft vorstellen, wie besagter Anstand seinem kleinen, listigen Bruder gegen den Strich gegangen sein muss.

„Und dann war da noch Svadilfari.“

Thor legt fragend den Kopf schief.

„Er… er half auf der Baustelle. Ich hatte noch nie so ein Pferd gesehen – vielleicht ein wenig kräftiger gebaut als gewöhnlich, allerdings… die Lasten, die er trug oder zog, standen in einem Verhältnis zu seiner Körpermasse, das… das geradezu lächerlich unproportional war. Ich starb natürlich vor Neugierde und wollte herausfinden, welche Art von Magie das bewerkstelligen kann, ob der Hengst von Geburt an über diese Fähigkeiten verfügte, wie… Levitation, oder ob jemand seinerseits ein paar Experimente durchgeführt hat… erfolgreiche Experimente. Und ich dachte, ich könnte zwei Raben mit einer Klappe schlagen. Den Hengst von der Baustelle weglocken, wo er absolut unersetzlich zu sein schien und ihn dann auch noch in Ruhe studieren.“

Sleipnir ist eingeschlafen, so plötzlich und schnell, wie es kleine Kinder oft tun – gleichgültig welcher Gattung angehörig – und Loki streichelt liebevoll samtigweiche Ohren, die unruhig im Traum zucken.

„Der Plan nahm Gestalt an… und mein anderes Ich nahm ebenfalls Gestalt an. Svadilfari ließ die Arbeit liegen, folgte mir nicht nur ganz arglos, sondern auch noch höchst… interessiert. Und dann, nun… ja…“

Thor weiß nicht, ob er lachen, weinen, vor Eifersucht platzen – auf ein verdammtes Pferd! – oder seinem Bruder den Hintern versohlen sollte.

„Und dann? Wolltest du ihn nicht studieren? Anstatt mit ihm…“

„Er, äh, war ein sehr attraktiver Hengst.“

Thors Mund klappt auf und kein Laut dringt daraus hervor.

„I-ich war eine Stute! Eine Stute, in Ordnung? Ich dachte wie eine Stute! Das hat meine Prioritäten ein wenig… verschoben.“

Thor vergräbt das Gesicht in den Händen und entschließt sich für die Option, zu lachen. Loki knurrt und Thor stellt fest, dass sein Bruder recht spitze Ellenbogen hat.

„Ja, ja. Amüsier du dich nur.“

Noch immer glucksend reibt Thor seine schmerzenden Rippen und seine Nase versöhnlich an Lokis Wange. Er ist nur ein ganz klein wenig stolz darauf, wie schnell sein Bruder gegen ihn sinkt. Oder gehorcht, als Thor das Ende erfahren will.

„Das Ende…“ Loki lacht bitter. „Das Ende ist, dass Freya noch immer frei ist, weil die Arbeiten nicht rechtzeitig beendet waren. Da bitte, alles nach Plan – zumindest nach ihrem Plan. Und dass ich, technisch gesehen, meinen eigenen Sohn dessen Großvater geschenkt habe, der nicht einmal etwas davon weiß, einen Enkel zu haben. Und dass ich selbst noch immer nicht genau weiß, ob Sleipnir wirklich mein Kind ist. Ich war ein anderer, als ich ihn auf die Welt gebracht habe. Und doch…“

„Empfindest du ihn als dein Kind?“, wispert Thor.

Loki sieht nicht zu ihm auf, drängt sich nur schutzsuchend an ihn.

„Ja.“



Loki weigert sich zu gehen, während Sleipnir noch schlummert und Thor muss sich eingestehen, dass sein Bruder recht hat. Welchem Kind würde es schon gefallen, in seinem Vertrauen hintergangen zu werden?

Andererseits ist der Abschied so natürlich schwieriger, weil Sleipnir, sobald wach, Lokis Ärmel zwischen den Zähnen hat und nicht beabsichtigt, in absehbarer Zeit loszulassen.

„Ich bin selbst schuld“, bringt Loki müde hervor, als sie viel später zu zweit die Stufen zur Übungsarena hinabsteigen (in der Sif Thor den Kopf abreißen wird, weil er sich so verspätet hat – nach langen Überredungsversuchen, Versprechen und sehr vielen Äpfeln.

Thor ahnt, dass sein Bruder sich wieder selbst zerreißen wird und täuscht sich nicht:

„Sleipnir glaubt mir nicht, dass ich wiederkommen werde. Ich war viel zu selten bei ihm, weil ich befürchtet habe, dass mich jemand sieht. Als ob mein Ruf hier noch schlechter werden könnte – ein hinterlistiger Magier unter rechtschaffenen Kriegern. Ich habe ihn anderen Leuten überlassen, die keine Ahnung haben, wie sie mit ihm umgehen sollen… er traut mir nicht mehr, seit ich wieder ein Mensch bin und das zu recht.“

Thor weiß nicht, wie er Loki trösten kann, legt bloß seinen Arm um ihn, zerwuschelt das viel zu ordentliche schwarze Haar.

„Mach es ab jetzt einfach besser.“

„Wenn ich es bloß so erfrischend simpel sehen könnte. Ich… ich weiß nicht, ob… ich liebe Kinder… ich bin ja selbst nicht besonders erwachsen… aber ich glaube nicht, dass ich welche haben sollte. Dass ich welche verdiene.“

Thor beäugt seinen Bruder – seinen selbstbewussten Bruder, der sich sonst alles zutraut – und kann es manchmal und auch jetzt nicht fassen, welche Unsicherheit sich dahinter verbirgt.

„Oh, Loki…“ Er küsst die noch immer zu warme Stirn. „Du bist zwar kein sehr netter, aber ein guter Mensch. Du verdienst einfach alles, was du dir nur wünschst.“

Loki lächelt traurig und sieht zu Boden.

„Komm schon.“ Thor klopft ihm auf die Schulter und geht vor. „Denk nicht mehr so viel nach, Bruder.“

„Im Moment fühle ich deutlich, dass ich höchstens einen Tritt verdiene. Sonst nichts, weder Sleipnirs, noch deine Vergebung. Und ich… ich möchte tatsächlich nicht mehr denken…“

Thor dreht sich um, diverse unanständige Vorschläge schon auf der Zunge, wie man Loki Odinson das Denken abgewöhnen kann. Und stutzt, weil sein Bruder es irgendwie geschafft hat, sich vom Erdboden verschlucken zu lassen.

„… Loki?“

Er sieht sich verwirrt nach allen Seiten um, aber Loki bleibt verschwunden.

Nur eine Katze streicht laut schnurrend um seine Beine, wohl von jenem Erdboden ausgespuckt, der Loki gerade verschluckt hat. Thor legt die Stirn in Falten.

„Mir steht nicht der Sinn nach deinen Spielchen, komm jetzt heraus, Loki!“

Die Katze maunzt, um erneut auf sich aufmerksam zu machen und sieht aus großen, grünen Augen zu ihm auf. Thor starrt sie an; Könnte sie reden, würde sie ihm wohl mit Worten, anstatt nur mit Blicken mitteilen, dass er ein Idiot sei.

Thors Hand klatscht gegen seine Stirn. Einfach unfassbar…

„Ich sehe, es war dir sehr ernst damit, nicht denken zu wollen, Bruder.“

Kopfschüttelnd packt er Loki am Nacken und hebt ihn auf Augenhöhe, um ihn zu begutachten. Er ist schwarz wie die tiefste Nacht und eine wirklich ansehnlich geratene Katze mit schlanken Gliedern. Loki wehrt sich nicht ob der unwürdigen Behandlung, hängt nur da in seinem Griff und starrt zurück, ganz verwundeter Stolz.

Thor kommt dann eine plötzliche Eingebung und er begutachtet noch etwas eingehender.

Dann bricht er in schallendes Gelächter aus.

„Diesmal wolltest du eine Schwangerschaft wohl richtig gründlich ausschließen!“

Loki spuckt und schlägt die Krallen in Thors Unterarm. Es tut zwar weh, aber Thor lässt seinen Bruder keineswegs fallen, sondern verbirgt ihn unter seinem Umhang. Dann streicht er mit dem Daumen über die empfindliche Stelle zwischen den Augen, bis ein sich windender Loki die versöhnliche Geste akzeptiert und sich an seiner Brust zusammenrollt.

Thor betrachtet die Übungsarena in der Ferne am Strand, die Silhouetten seiner Freunde, die bereits angefangen haben, lauscht dem Gelächter der vielen anderen Jugendlichen, die sich dort noch versammelt haben und stockt.

Er sieht Lokis Magie, die sich angesichts jeder Geste der Zuneigung ihren Weg durch die verfluchten schwarzen Nähte bahnen wollte, wie eine kleine Pflanze die Sonne sucht, in einem ganz neuen Licht. Die Vergebung eines Feindes – Sif – war nicht genug, nicht einmal die Liebe einer Mutter – Friggas – war genug. Doch dass seine Liebe nicht genug war, wurmt Thor gewaltig.

Thor betrachtet dann seinen Bruder, der warm und weich ist und glücklich schnurrt. Dann dreht er sich abrupt um und marschiert die vielen goldenen Stufen, in Fels gehauen, auf den Palast zu.

Sif, Fandral, Hogun und Volstagg können warten; Thor hat etwas viel Wichtigeres vor, als mit seinen Freunden Zeit zu verbringen, oder sich als großer Krieger in die Brust zu werfen. Und zwar Loki eine große Schüssel Sahne organisieren… und ihn noch mehr lieben, ihn mit Liebe regelrecht überschütten.

Mit selbstloser Liebe ohne den kleinsten Hintergedanken.

Denn wenn Loki nicht begriffen hat, warum sein Sohn ihn heilen konnte… Thor hat ihm da ausnahmsweise etwas voraus.



TBC
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon Ria » 31. Jul 2011, 21:42

*g* Falls dir zu den Flügeln nicht mehr viel einfällt, macht das auch nichts. Ich dachte nur, dass sich da noch was draus machen ließe.^^

Mich hat der Plot des letztens Kapitels nicht gestört. Wie gesagt, gehört bei einer längeren Story ja dazu. Nur Porn trägt das Ganze dann irgendwann niht mehr, wenn es mehrere Kapitel hat, finde ich.

Ist die Geschichte um Sleipnir eigentlich Canon der Mythologie oder hast du dir das Ganze selbst ausgedacht? War auf jeden Fall sehr interessant. Vor allem, dass es dann doch bedingungslose Liebe Sleipnirs war, die Loki geheilt hat. Jetzt stellt sich Thor ja irgendwie zu recht die Frage, ob seine Liebe nicht ausreichend ist.

Ich schätze mal, da arbeitest du schon mal auf den Film!Canon hin?

btw, Süß auch, dass Thor so eifersüchtig auf den Hengst ist xD
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon BlackPriestess » 31. Jul 2011, 22:42

sag mal, kriegst du auch keine Mails mehr? Jetzt zB, dass ich antworte? Diesmal stimmt meine Adresse ja wirklich, außerdem ist es auch ganz plötzlich passiert, dass Forum kein Piep mehr sagt oO

Mmmh, hättest du vielleicht eine neue Flügel-Idee für mich? Da würde ich nicht nein sagen ^^. Weil bis auf Flügelanbetung ist mir nicht mehr viel eingefallen, ohne irgendwelche Engel einzubringen, die mal gar nix mit der ganzen Sache zu tun haben.

*rofl* Ja das will ich auch meinen, dass Plot bei einer Story nicht stört xDDDD Nein, quatsch. Porn muss auch. Gibt es ja auch im nächsten Kapitel. Ausgiebig ^.~

Achso! Ja, Sleipnir ist absolut canon-proof. Allerdings habe ich mir das Ganze so zurechtgebogen, wie das am besten passt. Also, Loki hat in der Mythologie tatsächlich Sleipnir samt seinen acht Beinen zur Welt gebracht und ihn dann Odin geschenkt. Das mit der Baustelle und Freya als Belohnung war auch in der Mythologie. Aber ganz sicher nicht die Heilung Lokis. Die wird irgendwie gar nicht erwähnt oO Btw, die eingeritzten Runen auf seinem Rücken sind auch auf meinem Mist gewachsen. Ich mache halt so ein Mischmasch aus Mythologie, Movieverse und eigener Phantasie. Wäre das Movieverse nicht, wäre das ja schon ein Original XD

Hachja, Thor hat's schon nicht leicht, mit einem Hengst als Konkurrenz XD Und er verlangt sich natürlich zuviel ab. Er ist ein fast erwachsener Mann, er kann doch gar nicht so unschuldig und selbstlos lieben wie ein kleines Kind. Das kann niemand.

So. Jetzt gehe ich mal weiteschreibem am nächsten Kapitel. Drück mir mal die Daumen, dass es nicht wieder einschläft, wie bei den anderen Projekten auch... das war echt seit Lieblingsfeind nicht mehr so, der pure Wahnsinn oO

<3

Edit: Jetzt, über eine Stunde nach deiner Antwort, habe ich eine Forumsbenachrichtigung im Postfach oO Ok, scheint also doch wieder zu klappen.
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon Ria » 1. Aug 2011, 20:44

Da ich immer vergesse, Themen zu beobachten, bekomm ich so oder so keine Mails xD Kann aber sein, dass das Forum einfach spinnt und dass es jertzt wieder geht^^ *im grunde auch keine ahnung hat*

Puh, Flügelidee... Thor hat das ja beobachtet, vielleicht kann der ja seinen Helm rupfen und Loki mit den Flügeln eine Freude machen xD

Wie gesagt, ich find den Plot nicht schlimm. Das hält sich ja auch mit dem Porn ganz gut die Waage^^

Die Story um Sleipnir war auf jeden Fall interessant zu lesen. Ist wirklich geschickt gemacht, dieses Gemisch aus Canon und Eigenem, gefällt mir ^^

Ich drück auf jeden Fall die Daumen, dass die Leidenschaft beim Schreiben anhält. Ich weiß ja wie schön das ist :)

<3
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THOR – Æsam, Teil 5.1

Beitragvon BlackPriestess » 5. Aug 2011, 21:12

A/N: Und weiter im Text ^^. Diesmal wieder brav und kinkfrei XD Kinks versauen dann mal den zweiten Teil des Kapitels. Auch einen Gratiskink wird es geben. Extra für Ria XD
Viel Spaß beim Lesen!



THOR – Æsam

Das Brautkleid

Teil 5.1




Wenn Loki auf seine kurze Zeit als Kater zurückblickt – als übertrieben verwöhnter Kater – vermutet er, noch nie so glücklich gewesen zu sein.

Er vermutet auch, in dieser tierischen Hülle gefangen einfachere Wünsche gehabt zu haben, verwirft den Gedanken aber wieder; sein Glücklichsein, auch mit diesem schlichteren Leben, hängt mit mehr zusammen, als nur Wärme und immerzu vollen Sahneschüsseln.

Es hängt sogar mit mehr zusammen, als den gestohlenen Stunden mit seinem Sohn, den sein neuer Körper nicht täuschen kann. Eng aneinandergeschmiegt im warmen Heu, dort unten in den Ställen.

Es hängt sehr direkt mit Thor zusammen. Denn Thor ist bei ihm. Immer. Loki würde sich auf die Schulter klopfen, wenn er über die entsprechenden Gliedmaßen verfügen würde. Er hätte sich viel früher den Mund zunähen und den Rücken zerfetzen lassen, hätte er bloß gewusst, dass es ihm so etwas wie Exklusivrechte auf seinen Bruder bringt.

Wie damals, als sie noch Kinder waren. Als es nur sie beide gab. So wie schon in Lokis erster bewusster Erinnerung, die sich natürlich nur um Thor dreht.

Seinen Bruder, der ihn mühsam davon trägt (Loki sei ganz schön gewachsen, grummelt Thor), nachdem sie Mutters langweiligen Dienerinnen entkommen sind. Fast, denn sie können die aufgebrachten Stimmen noch immer hinter sich hören. Lokis Nase ist an Thors Brust gepresst und seine Arme und Beine baumeln ungelenk hinunter und ihr lautes Giggeln hallt von den Mauern wider. Dann schlagen sie sich in den Küchen die Bäuche voll mit herrlich vor Fett und Honig triefenden Kuchen, bis Loki sich ausführlich auf den Küchenboden übergeben muss. Ja, das sind richtig gute Zeiten gewesen.

Weniger gut sind die Zeiten gewesen, als sie versucht haben, ihn von seinem Bruder zu… entwöhnen. Loki ist noch sehr klein gewesen, seine Eltern haben jedoch das genaue Gegenteil behauptet und dass große Jungs ihr eigenes Zimmer brauchen. Eigene Zimmer haben sie aber erst drei Jahre nach diesem Ereignis bekommen. Was vielleicht daran liegt, dass Loki den Palast zusammengebrüllt hat, in einer Lautstärke, die Thor milde beeindruckt und Frigga regelrecht entsetzt hat dreinschauen lassen, denn Loki ist sonst ein sehr stilles, genügsames Kind gewesen (auch wenn böse Zungen behaupten, er habe als Baby dazu geneigt, diverse Trommelfelle bluten zu lassen).

Thor ist nun praktisch in seine Gemächer gezogen, er kann seinen Bruder bei sich haben, so wie damals. Thor fehlt bloß, wenn er seinem inzwischen sehr unregelmäßigen Kampftraining oder den Treffen mit seinen Freunden nachgeht (sogar noch unregelmäßiger) und Loki jubelt still. Und schnurrt so laut, dass es ihm schon selbst peinlich ist, wenn Thor zurückkommt und ihm den Bauch krault.

Er hat nicht mehr denken wollen, ja. Doch das schlechte Gewissen schleicht sich sogar in sein kleines glückliches Katzenherz; er weiß, dass Thor an seiner Seite gewacht hat, während er sich von seinen Verletzungen erholt hat. Dass Thor seinetwegen gehungert hat und auch jetzt erst isst, wenn Loki es auch tut. Er weiß, warum Thor sich ihm hingegeben hat (ihm ist plötzlich warm und er ahnt, dass er schon angesichts der Erinnerung dringend die Hose wechseln müsste, wäre er noch ein Mensch).

Er weiß, dass Thor ihn vermisst, obwohl er ihn direkt in den Armen hält. Obwohl sein Bruder ihn mit keinem Wort drängt (und seit wann ist Thor so verdammt wenig selbstsüchtig?).

Er weiß auch, dass er ein widerlich egoistischer Kater ist.

Daher überrascht es Loki nicht allzu sehr, eines morgens über Thor drapiert aufzuwachen – über den ganzen Thor – und nicht mehr auf dessen Brust zusammengerollt.

„Ich sehe, dein Urlaub ist beendet”, sagt Thor schläfrig und küsst ihn.

Loki klammert sich mit Armen und Beinen an seinem Bruder fest.



So vom schlechten Gewissen zerfressen wie Loki nun einmal gerade ist, begeht er den Fehler, sich von Thor diesmal mitzerren zu lassen. Zu einem dieser Saufgel- zu einem mäßig zivilisierten Bankett. Anstatt die Sache mit den verfluchten Tentakeln zu untersuchen. Oder mit der unerklärlichen und unvermeidlichen Explosion, mitten in Experimentsphase Nummer –

Ein Blick aus blauen Augen und er hat bereits vergessen, was er gerade noch gedacht hat.

„Wie du wünschst, Bruder“, sagt Loki ergeben.

Das Bankett entwickelt sich, wie von Lokis pessimistischer Ader erwartet, zu einer absoluten Katastrophe.

Zuallererst wird er selbstredend verspottet. Die Angelegenheit mit dem zugenähten Mund hat unerklärlicherweise die Runde gemacht und alle sind der Ansicht, dass ein stummer, magieloser Loki sehr zu einem entspannten Leben in Asgard beigetragen hat. Dann bedankt man sich bei ihm für die schöne, wenn auch leider zu kurze Zeit mit einem ausführlichen Toast.

Thors Finger verschränken sich mit seinen unter dem Tisch (das Zweitbeste nach einem Thor, der nicht nur düster dreinschauen, sondern seine Freunde aufmischen würde – für ihn). Und Loki erträgt es stoisch.

Dann hellt sich sein Gesicht auf, als ihm bewusst wird, dass die zwei Wochen um sind und die Bank bricht unter Sif zusammen. Unerklärlicherweise.

„Du hast ganz schön zugelegt, liebreizende Sif”, stellt Loki unschuldig fest.

Sifs Blick, Marke „verwundetes Reh”, als sie sich an der Tischkante hochzieht, malt Lokis Aussichten in gleich viel fröhlicheren Farben. Bei Bor, hat sie tatsächlich gedacht, dass er es vergessen würde? Dass er ihr das jahrelange Triezen vergeben würde, bloß weil sie sich ein paar Tage nicht gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben? Dass er darüber hinwegsehen würde, wie sie auf Thors loyale Gesellin und nichts weiter macht und ernsthaft glaubt, nicht durchschaut zu werden? Wie naiv sie doch ist.

Und weil es gerade so viel Spaß macht, entpuppt sich die holde Maid auf Fandrals Schoß als altes, faltiges, buckliges Tatterweib (nun, zumindest in Fandrals Augen) und Volstaggs knusprig gebratenes Wildschwein hüpft, wüste Beschimpfungen quietschend und soßentriefend vom Tisch und entschwindet. Volstagg schmollt, bis ihm ein neues gebracht wird.

Hogun bleibt verschont. Der Mann ist… interessant. Er kämpft im Gegensatz zu den anderen Kriegern präzise und leidenschaftslos, als ob er nur seine Arbeit erledigen würde. Und nachdem er damit fertig ist, entspannt er sich, indem er die Klappe hält und liest. Viel.

„Loki…“ Thor schnalzt missbilligend mit der Zunge.

Loki macht die Augen unschuldig-groß und erlaubt sich ein kleines erleichtertes Lächeln, als Thors strenger Ausdruck zu entnervter Belustigung wechselt… und dann zu liebevoller Belustigung.

„Bruder… sei nett, ja?“

Loki nickt artig und Thors rauer Daumen, der über seinen Handrücken streichelt lässt sowohl Sifs Kelch weiterhin auf dem Tisch stehen, als auch den tiefen Ausschnitt dieser Maid, die Zauberei „unmännlich“ findet, nicht mehr preisgeben, als sowieso schon.

Selbst dann, als Thor mit ihr tanzt.

Weil sein Bruder darauf besteht, seufzt Loki leidend und findet sich auch eine Tanzpartnerin. Nachdem er zuvor ausgiebig in ihren Geist geflüstert hat Loki ist gar nicht so schlecht wie ihn alle darstellen und bei ihm muss ich wenigstens nicht Schlange stehen wie bei Thor wirbeln sie zusammen durch den goldenen, hellerleuchteten Saal. Später kann er sich nicht einmal an ihr Gesicht erinnern. Er sieht immer nur über ihre zarte, weiße Schulter Thor an. Himmelblaue Augen und ein Lächeln, für das Loki morden würde – wäre es nicht an ihn gerichtet.

Der Saal füllt sich mit Menschen, Gelächter, schnellerem Tanz, der Met fließt in Strömen. Und Thor spricht dem Met bereits sehr gut zu. Loki seufzt diesmal nur still und beschließt, sich das ganze Debakel auch erträglich zu trinken. Was er üblicherweise vermeidet; er neigt dazu, sehr liebesbedürftig zu werden, wenn alkoholisiert. Beziehungsweise, zu deutlich zu zeigen, dass er liebesbedürftig ist. Und zu allem Überfluss kann er nicht vermeiden, zu genau so einem sinnloses Zeug plappernden Kretin zu werden, wie alle anderen in seiner Umgebung auch. Thor hat es als „erschütternd“ bezeichnet, als er Loki einmal so erlebt hat.

Thor kann in diesem Moment aber wohl nichts mehr erschüttern:

„… und isch sagg’ dir… sooobaldd isch diesen… zehnmal vvverfluchten Hammer hheben kann, werde ich knnieetief in dem B-Blut meiner Feinde –“

„Thor… du watest gerade in eindeutig zuviel Met!“

„Du bisch’n Sschpielverderber, Bruder…“ Thor sinkt schwer gegen ihn und gluckst. „Trotschdem der besschte Bruder auff der gannnzen Wellt.“



Bereits am nächsten Tag wünscht sich Loki inständig, ein resoluterer Spielverderber gewesen zu sein.

Testosteron und Met sind keine besonders kluge Kombination, wie sich an dem Abend zuvor herausgestellt hat. Denn sie könnte nun als direkte Auswirkung haben, dass Thor Mjöllnir verlieren wird, für den Loki mit nicht gerade wenig Blut und Schmerz bezahlt hat. Weil Loki so dumm gewesen ist, sich mit Thor zu betrinken, anstatt besser darauf zu achten, was sein oft nicht allzu heller Bruder anstellt, wenn der Met seine Zunge gelockert hat.

Und nur zu deutlich gezeigt hat, dass sein Bruder sich endlich beweisen will. Dass er allen demonstrieren will, wie gut er Asgard verteidigen kann (und dass er das ebenso wie Odin vermag) – wozu er einfach keine Gelegenheit bekommt. Vater hat wohl zu gut dafür gesorgt, dass es friedlich ist und bleibt. Und sein Hitzkopf von Bruder muss dann anders Dampf ablassen. Loki lenkt ihn ab, so gut er kann, aber auch Küsse und schmerzende Knie funktionieren nicht ewig; Thor kann man inzwischen als Blutlust auf zwei Beinen bezeichnen und das Wetter ist furchtbar.

Loki rauft sich die Haare; schon diese nette kleine Auseinandersetzung mit den Kriegern der Jungen Garde hätte seine Alarmglocken schrillen lassen sollen – die und der Fakt, dass Thor so wütend gewesen ist, als er sich hat provozieren lassen, dass er nicht einmal mehr gelallt hat:

„… ich, schwach? Dann kannst du es gern versuchen, Gralstagg! Nein? Nichts hinter dem großspurigen Gerede? Nun denn. Wer es sich zutraut und würdig genug ist, Mjöllnir zu heben – dem soll Mjöllnir auch gehören! Darauf das Wort von Thor Odinson!“

Loki vergräbt den schmerzenden Kopf in den Händen, der sich anfühlt, als umfasse er den ganzen Weltenbaum. Er hat Thor auch noch auf die Schulter geklopft, ihn angefeuert, großspurig mit der Stärke und dem Edelmut seines Bruders geprahlt. Darauf gepocht, dass wenn Thor Mjöllnir nicht heben kann, es auch kein anderer vermöge. Davon ist Loki in seiner Met-induzierten Euphorie absolut überzeugt gewesen.

Doch als er nun die Versammlung in der Großen Halle begutachtet, kommen ihm Zweifel. Elfen. Feuerriesen. Und sehr… gutgebaute Asen. Was würde nur geschehen, wenn es einer mit einem magischen Trick oder purer Körperkraft schaffte? Nein. Die Schwarzalben haben eindeutig gesagt, es käme nicht auf körperliche oder magische Stärke an.

Thor hockt niedergeschlagen auf den Stufen, die zum Thron führen und erhebt sich nur mühsam, als Odin den Saal betritt.

Loki schluckt; sein Vater sieht so aus, als ob Loki besser daran täte, sich in seine „Vater ist mächtig sauer“-Besenkammer zurückzuziehen und sich in absehbarer Zeit nicht mehr blicken zu lassen. Sogar Odins Rüstung blitzt zornig unter den Fackeln auf, als er die Reihen der vielen Krieger durchschreitet. Thors Worte sind viel zu schnell gereist… nicht nur durch ganz Asgard, sondern ganz Ygdrassil.

Mjöllnir gleitet aus Odins vernarbter Hand in das Gravitationsfeld, schwebt in bequemer Höhe über den runenbedeckten Boden des Thronsaals. Bequem für jeden erreichbar, der sein Glück versuchen möchte.

Thor starrt die Waffe an und die Sehnsucht in den blauen Augen zieht Lokis Herz zusammen.

Er flüstert, ohne die Lippen zu bewegen, es wird alles gut gehen und niemand vermag es und straff die Schultern, Kinn hoch, bis seine stummen Worte Wirkung zeigen, Thors Geist umschmeicheln wie warmer Honig und sein Bruder sich aufrichtet, endlich nicht mehr wie ein Kummerhäuflein dasteht. Loki lächelt vage und überlegt, ob ein ich liebe dich Thor direkt verraten würde, dass sein neugefundener Mut nicht ganz aus eigenen Reserven stammt, als seine Konzentration doch erheblich gestört wird:

„Ich hatte dich für vernünftiger gehalten, Loki“, sagt Odin leise und doch schwingt in jedem Wort bitterer Vorwurf mit. „Du hättest es verhindern können. Du weißt doch, dass Thor und Met sich nicht vertragen.“

Die Ungerechtigkeit würde Loki in jeder anderen Situation wohl sprachlos machen. Doch jetzt fühlt er sich tatsächlich so schuldig, weil er nicht auf seinen Bruder aufgepasst hat, wie sein Bruder sonst immer auf ihn, dass er nur den Kopf demütig beugt.

„Ich… es tut mir leid, Vater…“

„Es ist nicht Lokis Schuld, Vater und das weißt du! Wenn du jemanden tadeln willst – ich stehe direkt vor dir!“

Thor klingt mindestens so wütend wie Odin, als er sich vor ihm aufbaut und Loki hinter sich schiebt. Loki ist lächerlich glücklich, obwohl er es in dieser verzwickten Lage absolut nicht sein sollte.

Odins einziges Auge verengt sich, sie starren sich gegenseitig nieder und obwohl Loki nur zu gern zusehen würde, wie Thor einen sehr unterhaltsamen Streit vom Zaun bricht – mit Vater, für ihn – dies ist leider nicht der richtige Zeitpunkt. Er zupft an Thors Umhang, bis sein Bruder ihm brummend folgt.

Von Odins kleiner Willkommensrede (dass er dabei mit den Zähnen knirscht, kann nur ein geübter Zuhörer wie Loki erahnen), gefolgt von Jubel, bekommt Loki nicht allzu viel mit. Er sitzt auf den Stufen, Schulter an Schulter mit seinem Bruder, flüstert weiter süße Ermutigungen in Thors nur zu willigen Geist hinein.

Und versucht, seinen eigenen Geist freizuhalten von Erinnerungen an Folter und Pein und Nadeln. Das kann er gerade gar nicht gebrauchen. Doch seine ganze Disziplin erscheint überflüssig, als Thors Finger seine umklammern, von ihren Umhängen gut verborgen. Thor braucht nicht zu flüstern, um Lokis Geist mit Licht und Freude zu füllen.

Qualvolle Stunden später ist es fast vollbracht.

Niemand hat Mjöllnir auch nur rühren, geschweige denn anheben können und Loki freut sich auf sein Bett.

Das idealerweise Thor beinhaltet.

Nackt.

Diese unanständig langen Beine für ihn gespreizt und mmmh, weiches goldenes Haar und lustverhangene blaue Augen und mach liebe mit mir, Loki, ganz hart

Loki wird nicht einmal die Zeit gewährt, sich seines sicherlich glasigen Blickes zu schämen, bevor er sich seinem schlimmsten Albtraum gegenüber sieht.

„Seid gegrüßt, Odin von Asgard.“

Frostriesen hat Loki sich weniger höflich vorgestellt. Zumindest hat er sie so in Erinnerung behalten, damals, als sein Bruder und er ein sehr kurzes und mehr als bizarres Abenteuer auf Jotunheim erlebt haben.

„… Euch willkommen… wenn auch sehr überraschender Besuch…“

„… die Gründe Eurer Überraschung nicht nachvollziehen. Jotunheim und Asgard… noch immer Waffenstillstand…“

„… Waffenstillstand… nicht dasselbe wie Frieden…“

Die Worte passieren zwar sein Gehör, aber nur Fetzen davon erreichen auch seinen Verstand. Loki ahnt mehr, als dass er sieht, wie sein Vater sich hinter ihm erhebt, denn er schließt die Augen ganz fest und hyperventiliert.

„… meine Männer und ich… keine weiteren Absichten verfolgen, außer zu versuchen, was allen anderen auch zugestanden wurde…“

„… steht Euch selbstverständlich frei, auch wenn ich bezweifele…“

„… ganz ruhig… Loki… ich bin hier, niemand kann dir etwas tun…“

Loki krallt sich an Thors Hand fest, hört ihn aber ebenfalls kaum und ahnt nicht nur, sondern weiß, dass er gleich hier und jetzt eine waschechte Panikattacke haben wird. Vor einer gewaltigen Versammlung von Vertretern fast aller Welten, die das sicher gerne an die richtigen Ohren weitertragen werden.

„Loki. Atme. Ganz tief und langsam.“

Thor sieht ihn nicht an, aber der Druck seiner Finger (der Loki zwingt, seinen Dolch loszulassen) und seine ungewohnt ruhige Stimme versetzen Loki direkt in den Modus des gehorsamen kleinen Bruders, also atmet er wie befohlen. Auch, wenn sich an Thors Brust zusammenrollen hilfreicher wäre.

„Sehr gut. Jetzt öffne die Augen.“

Loki wimmert jämmerlich und fügt sich, so wie er sich Thor immer fügen würde. Auch, wenn er ihn gerade still verflucht. Er wünschte, er müsste sie nicht sehen. Die weißen Linien und Zeichen auf dunkelblauer Haut, die riesigen Leiber, die sich noch über den größten Mann aus Asgard hoch auftürmen.

Die blutroten Augen.

Die Monster, mit denen man kleinen Kindern Angst einjagt und Loki ist einmal auch ein kleines Kind gewesen. Ein kleines Kind, das sich noch kleiner gefühlt hat.

„… Euer werter Name?“

„Thrym. Mein Name ist Thrym. Ich bin sicher, Ihr erinnert Euch noch an ihn, ehrbarer Odin.“

Loki starrt und die Anwesenheit der Frostriesen ist nicht mehr nötig, damit Eiseskälte über ihn hinwegspült. Er dreht sich abrupt zu seinem Vater um, dessen Auge sich weitet – und Lokis Befürchtung bestätigt.

„… Bruder? Bruder! Was ist los?“

Thors Hand ist warm auf seinem bebenden Rücken und Loki schüttelt den Kopf, um ihn klar zu bekommen.

„… ich… war die ganze Zeit… direkt in seiner Nähe und habe nicht erkannt, was er ist…“, wispert Loki entsetzt.

Er schluckt und beobachtet die Frostriesen nun aus weit aufgerissenen Augen. Die Tatsache, dass Thrym seinen Untergebenen den Vortritt lässt, ihnen auf die breiten Schultern klopft, Ermutigungen murmelt, findet er sogar in seinem aufgelösten Zustand aufschlussreich. Also speichert er das ab, für spätere Sichtung, wenn sein Verstand wieder gewohnt messerscharf arbeiten wird.

Thryms zwei Begleiter schaffen es nicht.

„… vielleicht erhalte ich doch noch eine Bezahlung für meine Dienste“, sagt Thrym schließlich leise. Er muss auch nicht die Stimme erheben. In der Halle ist es totenstill. „Ich hoffe, Ihr seid mit der Mauer um Asgard zufrieden? Auch, wenn sie nur einen Tag später als vereinbart fertig wurde?“

Thryms Lächeln ist nichts als wohlwollend und zuvorkommend und voller spitzer Zähne, als seine gewaltige blaue Pranke nach Mjöllnir greift.

Und ihn mühelos hebt.



Loki wartet geduldig ab. Er weiß, dass es keinen Zweck hat, Thor in seiner Zerstörungswut aufhalten zu wollen, wenn sein Bruder so ist, wie er jetzt ist. Das haben ihn einige wenige, jedoch schmerzhafte Erfahrungen gelehrt.

„Bist du jetzt fertig?“, fragt er müde und lässt sich auf eine halb zerstörte Steinbank fallen, während Thors alter Übungshammer (magielos und nun verhasst) die nächste Säule des verlassenen Innenhofes zerschmettert.

Immerhin hat er Thor bis hierhin zerren können; ein unbeherrschter Thor sollte genauso wenig gesehen werden wie ein panischer Loki.

Eine altertümliche Statue von unschätzbarem Wert fällt dem Hammer zum Opfer.

Jetzt bin ich fertig“, knurrt Thor. „Fürs Erste.“

Einen Augenblick lang steht Thor noch da, Fäuste geballt, in denen die Elektrizität nur so knistert – dann kracht der Hammer zu Boden. Thors Schultern sacken herab und Loki breitet die Arme aus.

Thor überbrückt die Entfernung zwischen ihnen mit drei langen Schritten, lässt sich schwer auf die Knie fallen und bettet den Kopf auf Lokis Schoß.

Loki muss in den nächsten Minuten ganz schön viel flüstern, damit sein Bruder endlich aufhört, sich selbst zu verfluchen. Dies kostet ihn seine ganze Konzentration, was diesmal gut ist; so muss er nicht über die vorige, sehr unfreiwillige „Konfrontationstherapie“ nachdenken. Die genauso wenig gebracht hat wie diejenige auf Jotunheim, als er dreizehn gewesen ist.

Seine Finger durchpflügen ausgiebig blondes Haar und nun flüstert Loki ganz geradeheraus:

„Wir werden ihn uns wieder holen.“

Thor hebt den Blick und die Hoffnung in den blauen Augen zieht Lokis Brust schmerzhaft zusammen. Sein Bruder glaubt offenbar sehr fest daran, dass Loki grundsätzlich einen Plan aus dem Ärmel schütten kann.

„Nun… ich weiß zwar noch nicht wie, aber das ist nur eine Frage der Zeit“, fügt Loki aufgesetzt eingebildet hinzu und grinst unsicher.



„War nicht ich der mit den Plänen?“, keucht er keine Stunde später, als er versucht, Thor einzuholen, der schon die Hand gehoben hat, um an Freyas Tür zu klopfen. „Warte! Bruder!“

Thor wartet, auch wenn sein ungeduldiger Gesichtsausdruck deutlich macht, dass er es nur für Loki tut. Der sich nun an Thors Tunika klammert und versucht, zu Atem zu kommen.

„Bruder, denk doch einmal logisch nach“, bringt Loki schließlich heraus.

Thor starrt Loki an, als zweifele er an dessen Geisteszustand.

„In Ordnung, dann hör einfach nur mir zu. Fakt Nummer eins: Freya will nicht heiraten. Du hast seinerzeit selbst darüber gelacht, als ich dir von Vaters neuestem Plan berichtet habe. Fakt Nummer zwei: Sie will nicht einmal aus den schönsten Männern Asgards wählen. Phrym ist dann wohl schon seit weit unten auf ihrer Skala gewesen, als sie ihn noch für einen Troll gehalten hat. Ein Troll, der sich als Eisriese entpuppt, dürfte auf besagter Skala schon ins Negative gerutscht sein. Auch wenn er – Fakt Nummer drei – ein begnadeter Architekt ist und Mjöllnir heben kann.“

Die letzte intrigante Spitze kann Loki sich einfach nicht verkneifen, Thor jedoch reagiert nicht darauf, setzt nur diesen speziellen Welpenblick auf, der Lokis Hirn mit undefinierbarem Matsch ersetzt.

„Dann überzeug du sie doch! Wenn einer von uns reden kann, dann du und dir schuldet sie eh noch was! Erzähl ihr, was Mjöllnir in den Händen des Feindes anrichten kann… dass Asgard nicht mehr sicher ist, wenn die Eisriesen über diese Waffe verfügen!“

„Das dürfte sie weniger kümmern als ihre eigene Freiheit“, entgegnet Loki schwach und schweigt über seine Vermutung, dass es Thor mehr um Mjöllnir an sich geht, den er nicht einmal richtig hat besitzen dürfen. „Sie ist davon abgesehen eine Frau und Frauen sind nicht logisch, sie wird nicht verstehen, dass ihre Freiheit nichts mehr wert sein wird, wenn Asgard fällt. Wir… wir könnten einfach eine andere Frau schicken an Freyas statt. Eine blonde, stattliche Frau, die ihr ähnlich sieht. Es gibt genug schöne Frauen und Thrym hat Freya noch nie aus der Nähe gesehen, also kann er auch nicht beurteilen, ob er Asgards größte Schönheit bekommt.“

„Loki, das… das geht einfach nicht…“

„Warum nicht? Du könntest es jeder Dienerin deiner Wahl einfach befehlen!“

„Nein. Was würde wohl mit ihr geschehen, sollte Thrym den Betrug herausfinden? Doch selbst wenn nicht, wen würdest du zu einem Leben in ewiger Kälte verdammen wollen?“

Loki schnaubt, will sich nicht einmal selbst eingestehen, dass er Thors Edelmut herzerwärmend findet.

„… Freya wiederum ist Freya, sie ist eine mächtige Magierin, sie wird sich da herauswinden.“

So weit reicht Thors Edelmut also doch nicht, stellt Loki in stiller Belustigung fest.

„Nun… du hast recht…“, murmelt er schließlich. „Für die bloße Frage wird sie uns schon nicht die Köpfe einschlagen.“



Freya schlägt ihnen doch die Köpfe ein.

So zumindest fühlt es sich für Loki an, dem von den saftigen Ohrfeigen noch immer die Ohren klingeln, als er blinzelnd die schwere Tür anstarrt, die man ihnen vor der Nase zugeschlagen hat. Thor trägt auch die hübschen Handabdrücke zarter Hände zur Schau. Bei Thor nicht allzu verwunderlich – Loki allerdings ist in Diplomatie erheblich gewandter. Normalerweise. Vorhin scheint er sie vor Freyas Tür abgelegt zu haben.

Wahrscheinlich ist es in dem Moment geschehen, als sie begonnen hat, mit einem stursinnig auf seinen Standpunkt beharrenden Thor zu streiten, wobei sie unter die Gürtellinie ausgeteilt hat. Loki mag es gar nicht, wenn man seinen Bruder beleidigt. Er mag es noch weniger, wenn es eine Frau tut, denn da ist sein viel zu ritterlicher Bruder tatsächlich ganz wehrlos – einen Mann hätte er unangespitzt in den Boden… nun, gehämmert.

Loki wiederum ist weder ritterlich, noch wehrlos, wenn er die Gelegenheit erhält, seine spitze Zunge an diversen Opfern zu wetzen. Seine in unschuldiger Liebenswürdigkeit verpackten Bösartigkeiten machen Freya ganz wild vor Zorn.

Noch wilder als die bloße Vorstellung, für einen Hammer verkauft zu werden, wie sie es darstellt. Oder eine lukrative Ehe einzugehen, wie Loki es beschönigt.

Die Unterredung verläuft kurz und heftig und auf Freyas Seite irgendwann handgreiflich. Was vielleicht damit zusammenhängt, dass Loki ihr milde lächelnd versichert hat, dass sie sich nächstes Mal, wenn sie ihn um Hilfe bitte, selbst von einem gutbestückten Ross besteigen lassen dürfe.

Es sollte ihm gleichgültig sein, dass Freya und er sich wohl noch sehr lange Zeit meiden werden, nach diesen Vorfällen. Trotz allem tut es weh. Thor ist zwar sein Lebensinhalt – Freya jedoch hat er schon fast für so etwas wie eine Freundin gehalten. Sie teilen dieselben Interessen – nicht einfach so gegeben, angesichts Lokis Interessen. Und mit ihr hat er immer offen reden können. Zumindest hat er das gedacht.

Aber er hat auch gedacht, dass Freunde sich in der Not helfen. Wie einfältig von ihm.

Nun, man soll ja immer positiv denken, überlegt Loki mürrisch und der heftige Regen kühlt ihre heißen Wangen immerhin ab, als sie in Schande zum Palast schleichen, ohne mit einer einzelnen kleinen Frau mit riesigem Temperament fertiggeworden zu sein.

Verfluchte Weiber.

„Thor!“, stöhnt er irgendwann vollkommen entnervt, als es ohrenbetäubend donnert und ihm das Wasser schon unter den hochgeschlossenen Kragen läuft. „Kannst du dich nicht ausregnen, wenn wir schon zuhause sind?“



TBC
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon Arana » 7. Aug 2011, 13:30

Hey,

ich bin begeistert. Und platt. Auch wenn mich unsere lieben Protagonisten an Hp erinnern, was glaube ich auch unterschwellig von den Filmemachern beabsichtigt ist, wer weiß??

Was ich sehr schön finde das du dich bei deiner geschichte sehr am "original" orientierst... Gerade so Namen/Orte/Sachen wie Schwarzalben, Sleipnir, Yggdrasil und den Diebstahl von Mjölnil durch die Riesen. Wobei du dich auch noch an den Film hälst, aber so "Kleinigkeiten" wie der Mauerbau beachtest. Aber wer hätte gedacht das der Architekt ein Frostriese ist ?? Ich nicht daher ÜBERASCHUNG...

Runen, Magie, der sarkastische Humor von Loki, sein hoher Intellekt, das Loki sehr eifersüchtig ist auf alles was sein Thor lieber mögen könnte, aber auch betrunkene Lokis. Bankette von denen ein nüchterne loki nicht begeistert ist, seine interressanter Bezug auf Thor, von Anfang an was ich btw sehr gut und süß dargestellt finde, ich bin begeistert. Und auch die Umschreibung von sleipnir ich wäre beinahe vom Stuhl gefallen. Oder das Sif Loki immer aufzieht. Oh und Odins nette Art der "Gleichstellung" und das Thor gleicher ist. Hmm sehr schön. Und das Loki natürlich den Anschiss bekommt weil er seinen Hitz/Dickkopf von Bruder nicht aufgehalten hat. Dummer allmächtiger Odin.^^ Aber Thor im Brautkleid das wird klasse. Das ist sehr sehr gut und authentisch geworden.

So jetzt kommt ein kleiner Kritikpunkt: Wie schon vor mir angemerkt wurde. Die Ahnlichkeit zwischen Thor/Loki und James/Severus. Oder Lieblingsfeind alg. Kritk Ende

Armer Loki hat angst vor seinen eigenem Volk. Auch das Thor so ein beschützerische Art hat, "niemand darf Loki etwas tun oder in schief anschauen". Aber was wohl Thors Freudne dazu sagen würden wenn sei wüssten wie weit diese "brüderliche" Liebe schon geht?? Und diese ganzen Wort spiele mit Hämmern und Blitzen und Regnen sehr auflockernd. Und wie du Lokis Talent zum äähm "einflüstern von Warheiten" gemacht hast sehr sehr stilvoll. Dürfte ich mir das ausleihen für meine eigene geschichte?

So das wars erstmalvon mir. Werde jetzt diese schöne neu entdeckete Forum durchwühlen^^ Ich bin schon ganz hibbelig deswegen

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Re: THOR – Æsam

Beitragvon BlackPriestess » 7. Aug 2011, 17:24

Vielen Dank, Arana ^^
Ok, ich sollte mich nicht freuen, jemanden geplättet zu haben *lach*.
Ja, ich habe mich hie und da ein wenig schlaugemacht, was nordische Mythologie betrifft, mein Wissen reicht jetzt aber nicht besonders in die Tiefe. Und dann biege ich mir das schon ein wenig zurecht, die Filmereignisse nicht, aber die mythologischen. Beispielsweise ist die Mauer tatsächlich von einem Frostriesen erbaut worden, allerdings nicht von Thrym. Der Erbauer wollte jedenfalls Freya und da hat Loki dessen Pferd als Stute von der Baustelle wegelockt - und musste dann die Folgen (aus)tragen XD - und die Mauer wurde nicht fristgerecht fertig. Der Name des Erbauers ist gar nicht bekannt. Dieser Thrym wiederum, ein anderer Frostriese, hat einmal Thors Hammer gestohlen und wollte im Austausch... richtig, mal wieder Freya <_< Da dachte ich mir, warum nicht alles miteinander verbinden XD

*lol* Sleipnirs Umschreibung kommt daher, dass alle ihn damit aufziehen. Jup, so eine sensible Seele wie Loki hat es mit diesen Haudegengesellschaft um sich herum schon nicht leicht. Was den Bezug angeht... jetzt ist es noch das, aber es wird schon ersichtlich, dass es in richtung Besessenheit geht und dass Loki bereit ist, über Leichen zu gehen.

XDDD Thor wiederum wird das Brautkleid nicht ganz so klasse finden und Loki wird sich auch mal ein wenig amüsieren dürfen XP Kennst du denn die alte Sage? Hach ich liebe nordische Mythologie *g*.

Ja, du hast recht, das ist auch anderen Lesern und auch mir aufgefallen und ich habe mich darüber ein wenig geärgert, weil das einfach von allein passiert ist. Dann habe ich weiter überlegt und schätze, dass es kaum zu ändern ist, wenn man hier schon im Film zwei Protagonisten serviert bekommt, die kaum noch mehr Gryffindor bzw. Slytherin sein könnten oO; Und nicht nur draufgängerisch bzw hinterlistig, sondern auch die charakterlichen "Unterkategorien" wie arrogant, rücksichtslos bzw still, nachdenklich besitzen. Dazu ein recht dominanter Thor (ich sage nur: „Know your place, Brother!“) und Loki, der sich fügt – scheinbar und zuerst.

Ja, das ist schon grotesk, oder? Das eigene Volk für Ungeheuer zu halten? Ich wollte jedenfalls darauf hin arbeiten, warum Loki direkt schon Völkermord plant, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt. Muss ja ein Schock für ihn gewesen sein und er will alles zerstören, das an seine Herkunft erinnern könnte. Oder so ^^

*g* Von Thors Freunden weiß es ja schon Sif und dank weiblicher Intuition hat sie es wohl eh schon geahnt.

Dieses Einflüstern von Wahrheiten… stimmt, es sind tatsächlich Wahrheiten, ist mir soeben aufgefallen ^^ Noch benutzt Loki seine Gabe nicht, um etwas Schlimmes zu tun.

Die Idee, dass Loki ganz leichten Einfluss auf sein Gegenüber nehmen kann, kam mir, als ich den Teaser ganz, gannnz zum Schluss gesehen habe, nach den Credits, der nicht mal Deutsch gedubbed wurde ^^. Da scheint es, als ob Dr. Selvig von Loki besessen wird oO Glaub ich zumindest…

Ja, klar darfst du das ausleihen. Und ich finde es btw hochkorrekt von dir, dass du fragst ^^

Danke noch mal für dein schönes Review, ich habe mich sehr gefreut :D
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon Sammy-chan » 4. Nov 2013, 11:45

Ah! Wiso ist das denn zu ende hier jetzt einfach >.< Geht es noch irgendwo weiter? Oder hast du überhaupt noch vor weiter zu schreiben, ist ja schon ne Ecke hin.

Aber es ist definitiv mal Zeit für ein Review ;)
Ich war nämlich vor ein paar Tagen im neuen Thor-Streifen (der ist wirklich sehr slashy, muss ich sagen XD) und da dachte ich, ich widme mich mal ein paar Thorki-FFs und diese hier wollte ich ja immer mal gelesen haben.

Gefällt mir sehr gut, was du da gemacht hast. Dass du dir erstmal auch ein paar Szenen aus der Kindheit/Jugend vorgenommen hat, ich liebe das ja, wenn man das so mitverfolgen kann, wie sich das entwickelt. Auch hinterher die Erinnerungsszenen, die erste Erinnerung, die sich jeweils um den anderen dreht. Aaaww!

ICh mag deinen Loki, vor allem, wie du seinen KAmpfstil beschreibst, der von Sif als weibisch dargestellt wird, aber doch äußerst effektiv ist oder wie er sogar Thor erstmal ihre Beziehung als Übung verkauft, um ihn zu beruhigen bis es dann auch eigentlich zu spät ist.
Manchmal wirkt er fast ein bisschen arg ängstlich auf mich, andrerseits passt es auch wieder, dass er sowas halt immer zu verstecken sucht.

Der Porn ist sehr, sehr heiß. Ich hätte mir wirklich vorher überlegen sollen, ob ich das alles mitten in der Öffentlichkeit lese. XDD Du hast vor allem die Gabe, dass ich manchmal nicht aml so richtig wusste, was gerade abgeht und es trotzdem total hot war XDD
Die Flügel hast du im übrigen sehr kreativ eingebaut XDD ICh hab mich zwar auch ein bisschen betrogen gefühlt, wo ich doch so auf Wing!Porn stehe, aber ich hätte auch keine wirklich bessere Lösung gehabt und das war so tricky gelöst, dass ich es definitiv verzeihe ;) (dafür gab es ja HElm!Porn, höhö! XDD)
btw. hatte ich schon Hoffnung auf Tentakel!Porn, da du ja schon öfter erwähnt hast, dass Loki Tentakel wachsen, wenn er versucht sich in ein Amphibium zu verwandeln. Hatest du Tentakel als Kink? Muss ich ja glattweg mal nachsehen.

Wo wir gerade bei Verwandlung sind XDD Das achtbeinige PFerd! OMG! ICh kenne mich jetzt nicht soooo gut aus mit der nordischen Mythologie, ich wusste allerdings, dass Loki eine Riesenschlange als Tochter hat udn einen Wolf als Sohn, hab mir aber nie darüber Gedanken gemacht, wie die zustande gekommen sind. Von einem Pferd wusste ich bisher nichts, aber lol! Da hab cih auf jeden Fall noch was gelernt. XD

Ganz schlimm fand ich ja die zugenähten Lippen, oh mei! Da hast du mich echt gekriegt, da hab ich so mitgelitten. Find das richtig schlimm O.O War dann echt froh, als das aufgehoben wurde (zum Glück gabs dann die Pferdegeschichte XD ).

Würd mcih auf jeden Fall freuen, wenn es hier noch weitergehen würde :) Will doch wissen, ob die beiden den Hammer wiederbekommen.
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Re: THOR – Æsam

Beitragvon BlackPriestess » 23. Nov 2013, 22:04

Jahre später komme ich auch mal aus den Puschen XD

Vielen Dank für das ausführliche Review, ich habe mich sehr darüber gefreut *.*

Hast du denn auch den ersten Thor-Film gesehen? Der hat mich überhaupt auf die Schiene gebracht; leider, leider hielt die Verliebtheit aber nicht allzu lange an, das war nur eine meiner Mini-Phasen (so wie jetzt z.B. mit Assassin's Creed *-*), also ging der Antriebsmotor auch aus nach ein paar Kapiteln ^^ Aber Thor 2 könnte da wieder ein Monster erweckt haben eventuell, vielleicht den Funken überspringen lassen.

Schon recht slashy, ja, aber slashiger als das berühumte "give us a kiss" von Loki im ersten Film geht gar nicht mehr. Wie konnten sie das nur rausschneiden! War denen wohl zuviel Fanservice *lach*. Falls du die Szene nicht kennst: http://www.youtube.com/watch?v=o7BG-f5yjN0

Also zu Ende schreiben werde ich das auf jeden Fall, bloß weiß ich nicht, wann xD Und ein wenig die bisherige Story polieren. Thor 2 hat einem ein paar Dinge vor Augen geführt, beispielsweise, dass sie doch nicht unsterblich sind. Auch, wenn man das ja schon vorher erahnt hat, wenn man sich Odin oder Frigga vor Augen führt, die ja nicht mit einem Körper, der 30 entspricht, aufgehört haben zu altern ^^

Die Story hier ist jedenfalls ein ziemliches Mammutprojekt, wenn ich schon mit der Kindheit anfange *g*. Bei den zwei wollte ich dann eben doch mehr, als nur Porn. Auch, wenn Porn immer nett ist. Und ich habe mir angewöhnt, Dinge anzudeuten - nicht, weil ich ein Problem damit habe, sie beim Namen zu nennen, sondern, weil einem irgendwann die Beschreibungen ausgehen XD Und bevor ich auf - wart mal - genau, "harter Stahl" zurückgreife...

(Ach, gibt aber noch Schlimmeres: Ich habe gerade eine Fic auf AO3 gelesen - da stand allen ernstes "dancing cocks" und das war traurigerweise nicht Parodie oder Humor :hä:)

Sorry wegen der Flügel :oops: Was anderes als der Helm ist mir aber nicht eingefallen. Allerdings gibt es eine nette kleine Story in der nordischen Mythologie, die ich vollkommen vergessen hatte - Loki bastelt sich tatsächlich so etwas wie Flügel und fliegt damit ^^ Vielleicht greife ich den Wingporn also noch einmal auf ^^ Zu dem Zeitpunkt wusste ich mir aber nicht anders zu helfen, ohne irgendetwas einzubauen, das weder mit dem Film, noch mit dem mythologischen Canon was zu tun hat.

*laaach* Nein, ich hatte keine Tentakel als Kink. Oder? Oje ich weiß gar nicht mehr, wo ich den Storyordner habe... naja weiter im Text xP

Zum "weibischen" Kampfstil: Nun ja... in der Mythologie wurde Magie fast ausschließlich von Frauen ausgeübt. Und auch die (Möchtegern-)Magierinnen bei den Vikingern waren Frauen. Das war nicht einmal was Schlimmes, doch es wurde halt immer mit Frauen in Verbindung gebracht. Männer, die das ausgeübt haben, wurden in der Gesellschaft als Frauen angesehen, Punkt *schultern zuck*. Männer hatten Krieger zu sein. Ist klar, dass Loki einerseits nicht auf seine Magie verzichten will, andererseits auch versucht, den harten Kerl zu markieren und seinen Kampfstil perfektioniert, obwohl ihm andere Dinge mehr Spaß machen. Und er vom "scientific approach" mehr hält, als von der sehr männlichen Haudraufmethode.

Zugenähte Lippen und achtbeiniges Pferd sind auf jeden Fall Teil der nordischen Mythologie ^^ Nur eben auf meine Weise ausgelegt und das Ganze noch mit einer Prise Filmcanon und joa :schreib:

Den Hammer kriegen sie natürlich wieder - und da ich mich weigere, etwas anderes als das oben Erwähnte einzubauen, kriegen sie den durch Crossdressing wieder :lol2: Hach ich liebe die nordische Mythologie wirklich. Ich meine, Crossdressing und MPreg ist dort gang und gäbe. Und Saufen, Sex und Völlerei ist auch völlig ok. Pff und da wundert man sich, warum so viele aus der katholischen Kirche austreten ^^

Btw, solltest du Interesse haben - ich hätte da noch eine (sogar fertiggestellte) kurze, ziemlich Loki-haltige Thor-Story anzubieten, auf AO3: http://archiveofourown.org/users/LokiLiesmith/works

Meine erste englische Geschichte und ziemlich het-mäßiges Femslash. Äh ja :?

Nochmals danke und ein schönes Restwochenende :0337rainbow:
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