Role Playing Games (P-18)

Role Playing Games (P-18)

Beitragvon BlackPriestess » 9. Jan 2011, 12:08

A/N: Liebe Ria, ich hoffe, dass dir deine Geburtstagsstory gefällt ^^. Und dass du nun mitten im Winter, anstatt im Herbst Geburtstag hast, liegt nur an… na ja, wir kennen uns mittlerweile so gut, dass du sicher weißt, woran das liegt XD

Ich habe mich an deinen Prompt gehalten, der da (in etwa) lautete: Typ 1 liebt Typ 2. Typ 1 ist entsetzt, als Typ 2 bei ihm zuhause auftaucht – als der neue Freund seiner älteren Schwester und ist hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen für Typ 2 und denen seiner Schwester gegenüber, die er schließlich nicht in ihr Unglück rennen lassen kann.
Ach ja und ein herbstlicher Spaziergang im Laub sollte noch vorkommen ^^. Tut es auch *hust*.

Rating: Äh… eigentlich P-18 und dann irgendwie doch nicht *konfus*. Man wird sehen, was ich meine *gg*.

Und was anderes wird man auch noch sehen – etwas, das uns beiden gehört und ich nun zu einem ganz kleinen Teil ins Licht gezerrt habe. Ich hoffe, du lässt mich trotzdem noch weiterleben <3

Ich wünsche dir und allen, die sich noch hierher verirren, viel Spaß beim Lesen!



Role Playing Games



DracoMalfoy: "Ich liebe dich so sehr, Harry... so sehr..."

Halb schluchzend, halb stöhnend, warf er sich dem wundervollen Leib seines Geliebten entgegen, küsste fiebrig dessen feuchte Lippen.

Wisperte Harrys Namen wie ein Mantra, wieder und wieder und ließ sich willig fallen.

Dunkles Feuer zog seinen Unterleib zusammen und Draco verlor sich fast, klammerte sich verzweifelt an seiner einzigen Konstante, seinem einzigen Halt fest, benetzte Harrys Bauch mit silbrigen, klebrigen Fäden...

HarryPotter: Harrys Herz zog sich schmerzhaft zusammen, genau wie sein Unterleib. Draco war so wunderschön und wenn er kam... konnte man Perfektion übertreffen?

Der Samen seines Geliebten war warm an Harrys Bauch und er sog das Gefühl, den Anblick, Dracos hilflose Verwundbarkeit gierig in sich auf -

Er zuckte zusammen und stieß noch härter zu, als es ihn wie eine Welle, eher wie ein Tsunami, überkam. Harry fühlte sich ganz klein unter dem Ansturm.

Und schrie schluchzend Dracos Namen heraus. Den schönsten Namen, dessen Klang so harmonisch anmutete wie ihre sich perfekt ineinander fügenden Körper.

Wie ihre gemeinsam schlagenden Herzen...

DracoMalfoy: Shit, wart mal… brb

HarryPotter: Draco?

HarryPotter: Draco!

DracoMalfoy: Harry, ich muss Schluss machen. Meine Schwester ist an der Tür und nervt tierisch, dass ich nicht zu spät kommen soll -.-

HarryPotter: Und ich dachte, bei mir kommst du immer zu früh ^.~

DracoMalfoy: Ha, ha und nochmals ha. Verflucht noch mal, ich war kurz davor abzuspritzen…

HarryPotter: Ich hab auch Mordsdruck, falls es dich tröstet.

DracoMalfoy: Nun ja… nicht wirklich. Okay, hör zu: ich habe mein Handy eh dabei. Wir texten, ja? Nicht böse sein?

HarryPotter: Ich und dir böse? Niemals. Ich liebe dich nämlich, weißt du noch?

DracoMalfoy ist bereits offline. Er wird Ihre Mitteilung erhalten, sobald er wieder online ist.

Harold seufzte und lehnte sich zurück, den Blick noch immer starr auf den Bildschirm gerichtet. Und suhlte sich geradezu in Selbstmitleid, weil er einfach so allein gelassen wurde.

Eigentlich sollte er „Draco“ dankbar sein, weil der ihre Session abgebrochen hatte. Er selbst war auch viel zu spät dran – wie schon so oft, seit sie sich kannten. Rein objektiv betrachtet, wies sein Verhalten alle Merkmale eines Süchtigen auf: Jede freie Minute wurde in ihr Spiel investiert. Und wenn es keine freien Minuten gab, wurden eben welche geschaffen, auf Kosten anderer.

Anderer Menschen, die ihm nahe standen. Anderer Beschäftigungen, die für sein weiteres Leben wichtig waren.

Doch Harold interessierte nur noch jenes Hier und Jetzt, in dem er seinem Traum nahe kommen durfte.

Er seufzte noch einmal. Er brauchte es – sofort. Und wenn er es von Draco nicht bekam, weil Draco auf irgendeinem Familienbesuch sein musste, ungefähr so überflüssig wie die Familienfeier, der Harold beiwohnen musste… und zu der er sich verspäten würde… Nun, dann würde es sein Festmahl eben aus der Konserve geben – er scrollte nach oben.

Harold fluchte herzhaft, als er erneut in die Tempobox griff; man hätte meinen können, dass er zielsicherer geworden war, so oft, wie er sich vor seinem Laptop einen runtergeholt hatte… nur von schlichten Worten mehr erregt, als Youporn und dessen Flut an sehr eindeutigen Bildern es jemals vermocht hatte. Doch die Flecken auf dem Bildschirm und auf seinem besten Hemd (auf das seine Tante bestanden hatte und das er jetzt doch wechseln musste) sprachen eine ganz andere Sprache.

Das Kleidungsstück flog im hohen Bogen in eine Ecke. Weitere (saubere, gebügelte) Hemden folgten. Schon bald stand Harold in einem einzigen Stoffchaos, das er nun doch aufhörte zu vergrößern. Weil er das Gekeife seiner Tante schon jetzt hören konnte. Und vielleicht auch, weil ihm jäh bewusst wurde, wie er sich gerade aufführte.

Wie seine eigene Schwester (oder Mädchen allgemein) die vor einem gewaltigen, brechend vollen Kleiderschrank stand und nichts anzuziehen hatte.

Außerdem – seit wann war er bitte sehr angepasst?


~°~


Die Tür des Schlafsaals schlug gegen die Wand und Hermine sah dieses Mal bestimmt nicht so aus, als ob sie Ron in Grund und Boden knutschen wollte.

"Ich wusste, dass du noch im Bett liegst, Ron!" Dann erblickte sie Harry, der sich duckte. "Ihr zwei seid so faul, dass schon der Boden unter euch stinkt!", keifte sie mit in die Hüften gestemmten Armen.

"Oh Merlin, Hermine, nicht so laut-", murmelte Ron kleinlaut.

"Anders kommt es bei dir ja nicht an, Ronald!"

Oh, oh. Der volle Name - das war nicht gut.

Ron stürzte regelrecht ins Bad und zerrte Harry mit, der seinen Lachanfall mühsam unterdrückte.

"Herzlichen Glückwunsch, Ron!", sagte er strahlend, als sie in Sicherheit waren - es sei denn, Hermine würde ihnen auch dorthin folgen, um der Kontrolle willen. "Du steckst offiziell unter dem Pantoffel wie ein guter ergebener Ehemann, und das schon nach - wie lange seid ihr nochmal zusammen?"

Ron knurrte finster um die Zahnbürste herum und Harry grinste noch breiter.



„… von dir wenigstens erwartet, dass du Wort hältst! Du hast versprochen, dass du nicht so aussehen wirst, wenn meine Freunde kommen! Und mein neuer Freund!“

Harold schloss die Augen, innerlich seufzend, so wie er es in den letzten Minuten schon so oft getan hatte; Babettes Stimme hatte inzwischen schon eine schrille Qualität angenommen, also blendete er seine sehr… bestimmende Schwester einfach aus, bis sie fertig mit ihm war.

Wundervoll, jetzt musste er nicht nur das Gekeife seiner Tante ertragen, wegen seines verwüsteten Ankleidezimmers, sondern auch noch Babettes, weil das Ergebnis besagten Verwüstens nicht ihren Vorstellungen eines adretten kleinen Bruders entsprach.

„… zumindest diesen bescheuerten Ring aus der Unterlippe entfernen können! Und jetzt mal ehrlich, Harold – Hosen aus künstlicher Schlangenhaut? Was sollen alle von uns denken? Und Tante Adela… sie tut doch alles für uns… s-seit Mama und Papa… und… und was machst du…?“

Harold verfluchte sich selbst; hatte er Babette doch tatsächlich zu früh wieder eingeblendet. Ganz abgesehen davon hatte er auch noch den Fehler begangen, aufzusehen – in große, verdächtig schimmernde blaue Augen und auf eine zitternde Unterlippe, die das Bild komplett machte.

Seine wirklich nervenaufreibende große Schwester dermaßen anzubeten hatte wirklich nur Nachteile, stellte Harold abwesend fest. Damit kriegte sie ihn immer.

„Schon gut“, sagte er müde. „Ich gehe mich umzi – ich meine, teilweise umziehen… keine Schlangenhaut. In Ordnung?“

„Und dieser Ring -“

„Mein Lippenpiercing bleibt drin!“ Der Kompromisse müde, warf Harold Babette einen (gespielt) bösen Blick über die Schulter zu. Sie öffnete schon den Mund. „Und die Haare bleiben schwarz und bis zum Himmel aufgestellt, damit das auch klar ist!“

„Himmel, Harold! Ich verstehe dich nicht… uns geht es wunderbar, gegen was also protestierst du, wenn man fragen darf?“

„Ich bin Emo, Schwesterherz. Kein Punk.“

Er drehte sich ganz zu ihr herum und konnte das breite Lächeln doch nicht unterdrücken, das seine Mundwinkel ganz ohne sein Zutun nach oben zog. So ganz un-Emo und alles.

Babette war – im Gegensatz zu ihm – der Inbegriff von „adrett“, so wie sie sich für ihre Geburtstagsfeier und ihre ganzen pullundertragenden Freunde zurechtgemacht hatte. Noch immer grinsend warf Harold einen Arm um ihre Schultern und zupfte eine Strähne aus dem perfekt gedrehten Dutt – unter Babettes Protestschrei.

„Du hast Glück, dass du so hübsch bist, sonst würdest du glatt als Umbridge durchgehen. Ich meine… rosa Tweed? Mit zarten achtzehn? Ist das dein ernst?“

Er bereute seine Worte zutiefst, als seine angebetete Schwester ihm den dünnen Pfennigabsatz ihrer rosa Pumps in die Zehen bohrte und ihm kaltlächelnd mitteilte, dass er mit siebzehn zu alt für Kinderbücher sei. Und außerdem niemals alt genug sein könnte, um ihr Modetipps zu erteilen.


~°~


Harry trollte sich an seinen Kessel, der in der nächsten Sekunde übergekocht wäre - und verbrachte die darauffolgende Stunde mit folgenden Tätigkeiten:

Draco anstarren.

Umrühren, sich sogar gewissenhaft an die Anweisungen haltend.

Draco anstarren.

Zutaten gewissenhaft bearbeiten.

Nicht daran denken, was passieren würde, wenn er nicht gewissenhaft arbeitete und was schmerzhafter sein würde als abgezogene Hauspunkte.

Draco anstarren.



Er starrte ihn an. Und dann starrte er ihn noch ein wenig länger an.

Eigentlich hatte Harold in der letzten halben Stunde nichts anderes getan, als ihn anzustarren, über den reich gedeckten Tisch und die hübsch dekorierte Torte hinweg, während das Geplapper des Mädchens neben sich zu unwichtigem Summen degradiert wurde.

Vielleicht hatte Harold in der letzten halben Stunde doch auch etwas anderes getan, als ihn anzustarren: Sich vor schlechtem Gewissen winden.

Doch wie sollte er nicht hinsehen… er war auch nur ein Kerl. Ein Kerl, der den neuen Freund seiner Schwester abcheckte. Weil dieser Typ wie die fiktive Figur aus einem – eigentlich – Kinderbuch aussah, die den Großteil seiner Fantasien mit Beschlag belegte. Ob sexueller oder romantischer Natur…

Oh, er war wirklich erbärmlich und das nun wirklich in jeder Hinsicht. Allein schon deswegen, dass ein Händedruck, schlanke Finger in seinen (peinlicherweise verschwitzten) genügt hatten, seine Knie und leider auch sein Hirn zu Matsch werden zu lassen. Weil er seinen Namen gerade noch so hatte hervorstottern können, während Daniel sich als Daniel vorgestellt und die selbstsichere, sanfte Stimme an Harolds Wirbelsäule warm geperlt war.

Ganz zu schweigen davon, dass er außerdem noch erbärmlich war, weil er sich auch nur für einen Moment gewünscht hatte, sein Draco würde so aussehen. Der perfekte RPG-Partner… mit der dazu passenden, perfekten Erscheinung.

Doch sein Draco, der auf der anderen Seite der Leitung saß, war sicherlich fett und pickelig, der typische Schulnerd oder so. Es lag wahrscheinlich daran und nicht weil „es zu früh dazu war“, dass er sich noch immer weigerte, Harold ein Foto von sich zu schicken.

Harold schnaubte leise, was nun endlich den Redeschwall seiner Tischnachbarin unterbrach.

„Ist etwas nicht in Ordnung?“

Harold tarnte das Schnauben galant als Husten und schaffte es endlich, den Blick von weißblondem Haar zu lösen – echtes Blond, wie lange, fast weiße Wimpern über blauen Augen bewiesen. Immerhin nicht grau, sonst wäre die Ähnlichkeit erschreckend gewesen.

„Doch. Entschuldige. Alles bestens.“

Er versuchte sich an einem Lächeln, das wohl eher als Grimasse herauskam und versuchte ebenfalls so zu erscheinen, als hätte er interessiert zugehört. Worum ging es noch einmal? Ach ja, ihre Studienpläne – nachdem sie mit ihrem schickimicki-Mädcheninternat fertig war (leider auch Quelle langer, langweiliger Anekdoten, die wohl nur Mädchen interessant finden könnten).

Über die sie weiter munter und sehr einseitig plauderte, während Harold sie ausblendete (darin hatte er Übung) und abwesend begutachtete.

Sie sah so gar nicht aus wie ihr Bruder: Statt scharfgeschnittener Züge runde Wangen, statt weißblond langweiliges Straßenköterblond, bieder hochgesteckt. Viel eher war ihr Haar Harolds eigenem ähnlich (was mitunter der Grund war, warum er es färbte – abgesehen vom Emo-sein). Die Augen waren grünbraun und seiner Ansicht nach übertrieben geschminkt, was schon etwas heißen sollte – sein übliches Augenmakeup, das er heute nur Babette zuliebe nicht trug, fiel schon außerordentlich… dick aus. Nun… offenbar musste sie nachhelfen, wenn sie schon nicht die gleiche Augenfarbe wie ihr Bruder geerbt hatte… blau wie ein Gebirgssee und –

„… deine Zukunftspläne aus?“

„Huh?“

Das Mädchen – Liliane, wenn er sich nicht täuschte – stützte ihr Kinn in die Hände und klimperte mit den Wimpern. Ja, sie klimperte ihn eindeutig an und Harold würde Babette später erwürgen.

„Entschuldige mich kurz“, brachte er heraus, warf die Serviette auf den Tisch und schlich hinaus. Er hielt es in der Raum nicht mehr aus, überladen mit Freunden, die nicht seine waren, mit aufgesetzter Fröhlichkeit, mit –

Mit ihr. Oh, er war Babettes Kuppelversuche so leid. Es war ja nicht so, dass sie nicht akzeptierte, dass er mit Mädchen nicht viel anfangen konnte. Sonder vielmehr so, dass sie es als eine „Phase“ bezeichnete und schon einmal nach seiner zukünftigen Ehefrau Ausschau hielt.

Man konnte seine Tante schließlich nicht enttäuschen, oder?

Manchmal hielt Harold seine sonst so erwachsene ältere Schwester für naiver als sich selbst; glaubte sie wirklich, dass Menschen sich so einfach manipulieren ließen wie ihre Barbiearrangements von früher? Dass man ein Geschwisterpaar praktischerweise mit einem anderen verkuppeln konnte und es auch noch perfekt passen würde? Barbie mit Ken, Theresa mit Allan oder so.

Und manchmal hatte er auch einfach ein wenig Glück; der Draco-Lookalike flüsterte Babette etwas zweifelsohne Charmantes ins Ohr, so wie sie kicherte und errötete und erhob sich. Als Harold den Tisch umrundet hatte, war die hochgewachsene Gestalt bereits durch die Flügeltüren geschlüpft.

Harold presste die Lippen zusammen, als er ihm folgte und konnte sich ganz gut einreden, dass er nur den neuen Macker seiner Schwester unter die Lupe nehmen wollte. Und dass er ganz und gar nicht vor Neugierde starb.

Oder fasziniert war, von mondscheinhellem Haar, kühlem Lächeln und eleganten, selbstsicheren Bewegungen.

Was ihn vor schlechtem Gewissen regelrecht vergehen ließ, Babette gegenüber – und vor allem Draco gegenüber, seinem Seelenverwandten, der für seine schlaflosen Nächte verantwortlich war, nach dem er sich so sehnte, ohne ihn zu kennen. Den er gerade betrog, allein schon mit seinem Interesse an reinen Äußerlichkeiten.

Der ganz auf seiner Wellenlänge lag, während dieser Dracoverschnitt sicher nicht einmal wusste, wer Draco überhaupt war.


~°~


Draco Malfoy stand mit dem Rücken zur Tür, die Hände seitlich an das Waschbecken geklammert, den weißblonden Kopf vornüber gebeugt. Und mit einem gewaltigen Schreck, der ihm eiskalt in die Glieder fuhr, wurde Harry bewusst, dass Malfoy weinte – tatsächlich weinte – Tränen strömten über sein bleiches Gesicht und fielen in das schmutzige Becken.

Harold spähte um die Tür herum. Er hatte ihn doch ins Bad gehen sehen? Sein Blick schweifte über warmes Mahagoniholz und luxuriösem Marmor – sein Lieblingsbad, gewaltig groß und so wohnlich, dass „Bad“ schon eine Beleidigung war.

Und blieb an der Silhouette haften, die sich durch den schimmernden, gläsernen Raumtrenner abzeichnete. Ein schmaler Rücken war der Tür zugewandt, die Hände seitlich an das Waschbecken geklammert, den weißblonden Kopf vornüber gebeugt. Harold trat etwas näher…

Die schwere Tür fiel mit einem Klicken ganz ins Schloss und der andere Junge wirbelte herum.

Lächelnd.

„Hi… Harold war’s doch, oder?“ Er lehnte nun an dem ausladenden Waschbecken, schlanke Arme vor der Brust verschränkt und das Lächeln wurde breiter. „Oder sollte ich sagen – Harry? Oder nein, warte mal – ich lege besser direkt mit den Crucios los.“

Harold zuckte zusammen, grundlos ertappt und konnte sich nicht entscheiden zwischen Lachen (über sich selbst) und Ärger, weil Babette offenbar aus dem Nähkästchen über seine nette kleine Harry-Potter-Obsession geplaudert hatte.

Andererseits wusste Daniel viel zu gut über gewisse Details aus den Büchern bescheid, um sich nur auf Babettes Aussagen verlassen zu haben und genau das machte ihn in Harolds Augen noch attraktiver, wenn das überhaupt noch möglich war. Er kam sich vor wie ein Idiot.

Und wie immer, wenn er sich wie ein Idiot vorkam, wurde er defensiv. Und aggressiv.

„Ja. Ich lach mich tot. Jetzt verzieh dich aus meinem Bad.“

Der andere Junge blinzelte, von der Heftigkeit der Reaktion offenbar überrascht.

„Hey, sachte, sachte, das war doch nur ein Scherz. Ich meine… das musste irgendwie sein, ist nämlich sonnenklar, wen du da imitierst… sehr gut imitierst, muss ich sagen. Schwarzgefärbte, abstehende Haare, die grünen Kontaktlinsen – und der fette Gryffindorring am Finger.“

Harold schloss die Augen und kam sich erst recht wie ein Idiot vor. Er hatte sich vollkommen getäuscht und das Schlimme war, dieser tolle Typ, auch noch der Freund seiner Schwester, hielt ihn sicher noch mehr für einen Idioten, als er schon selbst tat.

„Was nicht ganz ins Bild passt ist die Tatsache, dass du zwar Waise bist und bei deiner Tante lebst – jedoch angebetet und verhätschelt wirst.“

„Sind keine Kontaktlinsen…“, nuschelte Harold unbeholfen und am Thema irgendwie vorbei und hätte daraufhin am liebsten seine Zunge verschluckt.

„Oh…“, machte Daniel und Harold verspürte eine eigenartige Zufriedenheit, als der milde Spott von den hübschen Zügen verschwand.

Und schluckte, als Daniel sich näherlehnte, wahrscheinlich, um den Wahrheitsgehalt seiner Behauptung zu überprüfen.

„Tatsächlich echt… dann reichen allein schon die Augen für ein krasses Cosplay aus…“, murmelte er abwesend. „Was rede ich da, für die Filmrolle. Immerhin sind deine im Gegensatz zu Radcliffes grün… wirklich, wirklich grün.“

Der Junge blinzelte, als erwache er aus einem Traum, während Harold versuchte, seine Herzfrequenz unter Kontrolle zu bringen. Einigermaßen.

„Weiß Babette eigentlich, dass du ganz offensichtlich glühender Harry-Potter-Fan bist?“, neckte Harold schwach. Wobei die Neckerei halb ernst gemeint war und nur ein ganz klein wenig Schadenfreude mitschwang.

Daniel warf den Kopf zurück, lachte herzlich und Harold konnte nur starren und weiterhin ein schlechtes Gewissen haben, weil er starrte – wie ein überaus niedlicher Adamsapfel hüpfte und noch niedlichere Grübchen auf blassen, nun geröteten Wangen erschienen.

„Oh ja, das weiß sie und sie hasst es!“

„Das kann ich mir vorstellen, sie findet es bei mir ja auch albern.“

„Ja, albern – dieses Wort hat sie benutzt. Ich hab’s schon fast bereut, nicht behauptet zu haben, ich stünde auf StarTrek. Du weißt schon, wie echte, erwachsene Kerle. Babette ist nämlich so… erwachsen und verantwortungsbewusst, nur noch spitze Ohren, dann könnte sie als Vulkanier durchgehen. Wobei ich sogar das an ihr gern habe.“

Harold grinste; treffender konnte die Beschreibung gar nicht sein. Und… er war ganz seltsam erleichtert, über die indirekte Liebeserklärung (seine Schwester war also in guten Händen) – und zugleich ganz seltsam eifersüchtig.

Er wollte gern, dass der andere Junge ihm wieder so in die Augen starrte, mit diesem faszinierten… faszinierenden Blick. Als ob es nur ihn, Harold, auf dieser Welt gäbe.

Dass er sich eine Sekunde später ganz grauenvoll schämen würde, ob seiner Gedankengänge, war nur zu deutlich abzusehen…

„Nun, da hab ich’s ja gut. Mein Freund nämlich findet es gar nicht albern.“

Es geschah wieder innerhalb einer bloßen Minute, dass Harold seine Zunge verschlucken wollte.

Weil dieses hübsche Gesicht erst peinlich berührte Überraschung zeigte – bevor es ganz ausdruckslos wurde. Als ob Harold eine Tür vor der Nase zugeschlagen worden wäre.

„Freund, im Sinne von ähm, Kumpel, meinst du doch?“

Und es geschah wieder innerhalb von weitaus weniger als einer bloßen Minute, dass Harold so wie immer reagierte, wenn er sich in die Ecke gedrängt fühlte.

Er schluckte sein Gestammel über „ja, äh, uhm, genau das meine ich, tut mir Leid, wenn es falsch rübergekommen ist“ resolut hinunter, anstatt seiner Zunge.

„Nein, Freund im Sinne von Freund. Du weißt schon. Mit dem man fickt und so.“

„Oh.“

„Ja, oh. Und an deiner Stelle würde ich die Homophobieanwandlungen mir gegenüber zumindest in Babettes Gegenwart unterdrücken, darauf steht sie gar nicht. Nur so ein Tipp – als Freund…

Daniel wurde knallrot und Harold verspürte eine seltsame Zufriedenheit, weil der andere Junge nun in die Defensive gedrängt wurde… vermischt mit seiner ebenso seltsamen Enttäuschung.

Enttäuscht, weil der Freund seiner Schwester ganz und gar hetero war? Ja war er denn noch zu retten?

Harold schüttelte den Kopf über sich selbst und dann über Daniels eigenes Gestammel darüber, wie unglaublich tolerant er doch eigentlich war.

Oder die kleinlaute Frage, was Harold dann mit seiner Schwester wollte…

Harold hüstelte ungemütlich.

„War Babettes Idee u-und ich finde deine Schwester wirklich nett und… und ich bin nicht g-ganz schwul, verstehst du? Bloß, ich bin schon mit jemandem zusammen und…“

Harold biss sich auf die Zunge; hatte er nun doch gestammelt. Und, Gott bewahre, sich rechtfertigt. Wollte er sich das nicht abgewöhnen und sich wie ein echter Gryffindor benehmen?

Nun, das fiel ihm ein wenig schwer, angesichts des hinterlistigen kleinen Lächelns, das sich in Daniels Gesicht schlich – und slytherinhafter nicht hätte sein können.

„Das muss ich Liliane dann schonend beibringen… sie… steht ziemlich auf dich…“

Hitze stieg in Harolds Wangen und er kramte in seinen Taschen, suchte nach einer schnellen Ablenkung, die er in Form einer zerknautschten Zigarettenpackung fand.

„Könnte ich dich mit einer Kippe bestechen, es erstmal nicht zu tun?“, nuschelte er hilflos.

Daniel rümpfte die (hübsche, spitze) Nase und starrte dann an ihr auf Harold herab.

„Rauchen ist nichts weiter als eine teuer erkaufte Möglichkeit, sich cool zu geben. Erkauft mit gut geteerten Lungen und eventuellem Krebs. Welchen hättest du denn gerne, Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Hodenkrebs?“

Harold fühlte sich in seinen Motiven ein klein wenig ertappt und hob erst den Blick, als leises Lachen von weichen Lippen perlte, von denen er nicht die Augen hätte nehmen können, hätte sein Leben davon abgehangen, begegnete amüsiert funkelnden, hellblauen Iriden.

„Also, immer her mit der Kippe.“

Sein eigenes Lachen klang bei Weitem nicht so gut, heiser und unsicher; war er doch tatsächlich auf die von Moralinsäure nur so triefende kleine Rede reingefallen.

„Du hast mich verarscht.“

„Ja, das war die Absicht.“

Daniel grinste immer noch, als er sich Feuer geben ließ, dann genüsslich an der Zigarette sog und einen perfekten Rauchkringel in die kühle Nachtluft entließ. Harold revidierte die Ansicht, die Augen nicht von den blassen Lippen nehmen zu können (auch, wenn dieses ganze Gesauge am Zigarettenfilter nicht gerade jugendfreie Bilder suggerierte), als der andere Junge sich auf das breite Fensterbrett schwang, mit einer einzigen, sportlich-fließenden Bewegung und unanständig lange, jeansverhüllte Beine von beiden Seiten hinunterbaumeln ließ – von denen Harold dann nicht die Augen nehmen konnte.

Himmel, es gab nichts an diesem Kerl, das er nicht stundenlang hätte nur anstarren können.

Harold kletterte viel ungeschickter hinterher, doch die Zigarette konnte er nicht so offensichtlich genießen wie sein Gegenüber. Er kaute abwesend auf dem Filter herum, sah Daniel noch immer verstohlen an – und begriff, wie sehr er seinen Draco vermisste. Wahrscheinlich war der perfekte Draco vor sich der Auslöser für diese Mischung aus Sehnsucht und schlechtem Gewissen – als ob er seinen Draco betrogen hätte. Seinen höchstwahrscheinlich fetten, pickeligen, braunhaarigen, nerdigen Draco.

Ebenso abwesend strichen seine Fingerspitzen über das Display seines Handys.

„Was ist, willst du deinem Angebeteten simsen?“, spottete Daniel und Harold ignorierte resolut die warmen Schauer, die dieses Schnurren in ihm auslöste. „Lass dich von mir nicht stören.“

Harold blinzelte; ja, das war die rettende Idee. Er würde nur noch an seinen eigenen Freund denken, sich nicht mehr von einer zu hübschen, perfekten – und heterosexuellen Imitation von seinen wahren Gefühlen ablenken lassen.

„Ganz genau.“ Harold versuchte, den gelassenen Tonfall nachzuahmen (und so zu tun, als sei er ganz von selbst auf den Gedanken gekommen), doch es gelang ihm gewiss nicht.

Ich hocke hier auf der blöden Feier und langweile mich zu Tode und wünsche mir so sehr, wieder in meinem Zimmer – und bei dir zu sein…

Harold lächelte schwach; das las sich nun wirklich kitschig. Doch er drückte trotzdem resolut auf Absenden. Ein Gryffindor stand schließlich zu seinen Gefühlen, oder? Und manchmal taten es auch einige Slytherins – wie die SMS zeigte, die Harold erst an diesem Morgen bekommen hatte:

Harry, ich glaube, mir ist da ein kleines Malheur passiert. Ich habe mich in dich verliebt.

Harold lächelte nun viel breiter, in seiner eigenen peinlich rosaroten Welt versunken. Und er würde Draco doch noch überzeugen, ihm endlich ein verdammtes Bild zu schicken, heute Nacht schon, sollte er wie versprochen auf ihn warten und –

Er lächelte noch immer, als das SMS-Signal ertönte.

Dessen Ursprung eindeutig in Daniels Jackentasche lag.

Keine zwei Sekunden, nachdem Harold seine Nachricht abgeschickt hatte.

Daniel wurde sehr blass und Harolds Lächeln erstarrte zu einer Maske.

„I-ich gehe dann mal wieder, Babette vermisst mich sicherlich schon.“

„Willst du deine SMS nicht hier in Ruhe lesen?“

„Oh… s-sicher nicht wichtig… Guthabenaufladung o-oder so…“

Harolds Herz zog sich zu einem Eisklumpen zusammen, als er Daniels strategischem Rückzug zusah – bebende Hände, die den Zigarettenstummel aus dem Fenster schnippten, dann hektisch die Jackentaschen durchsuchten, das nervöse Grinsen auf dem hübschen Gesicht – und sich noch immer einredete, dass es ein dummer Zufall war, während seine Finger über dem Display flogen.

Bleib hier.

Harold schloss besiegt die Augen, als auf dem Flur das SMS-Signal erneut schrill tönte – jäh unterbrochen, weil flinke Finger offenbar das Handy ausgeschaltet hatten.


~°~


Dracos Herz zog sich in jäher Furcht zusammen, als er Harry um die Ecke biegen sah. Harry, der ihn gehört hatte. Der seine Schrite daraufhin beschleunigte. Der ihn verließ.

"HARRY!"

Dracos Stimme kippte vor Panik, als er losrannte, so schnell er konnte. Um die Ecke schlitterte und Harrys Rücken sah, die hochgezogenen Schultern, darauf zurannte wie durch Nebel.

Erst jetzt begriff, was genau Harry gemeint hatte.

Und außer sich vor Angst war, dass sein Geliebter das ernst gemint haben könnte, dass er Draco verlassen wollte, als er ihn erreichte, sich regelrecht auf ihn warf, sich an ihn klammerte, gleichgültig, ob sie gesehen wurden.

"Nein!", keuchte Draco. "Du darfst nicht... du kannst nicht... bitte, warum... verlässt du mich?"



„Ich wünschte, unser richtiges Kennenlernen wäre anders abgelaufen.“

„Und ich wünschte, du hättest mir nicht die große Liebe vorgespielt und gleichzeitig meine Schwester gefickt. Taschentuch?“

Harold war über sich selbst erschrocken, darüber, wie kalt er klingen konnte. So kalt, wie dieses kleine, harte Etwas, zu dem sein Herz erstarrt war. Wie seine vollkommene Betäubung. Doch der Schmerz würde kommen und es würde viel mehr wehtun als Dracos hübscher Mund.

Der andere Junge nahm das angebotene Taschentuch – schon das dritte – kommentarlos entgegen, den Blick noch immer gesenkt. Fast schon unterwürfig gesenkt, während er sich die noch immer blutende Lippe abtupfte, ohne ein Wort des Vorwurfs und Harold sich die noch schmerzenden Knöchel rieb.

„Es stimmt beides nicht!“, platzte Daniel dann jäh heraus. „Weder habe ich sie angerührt, noch-“

„Noch was? Noch liebst du mich?“

„Noch habe ich dir was vorgespielt, verdammt noch mal!“

Daniel wagte es jetzt scheinbar doch noch, ihn anzusehen und Harold wäre unter tränenglitzerndem Blau (so unschuldig) beinahe weich geworden. Wollte alles vergessen, Daniel jede schöne Lüge glauben, wenn er sich dann besser fühlen konnte und –

Doch der Gedanke an andere, sehr vertraute, große, blaue Augen, die genauso unschuldig schauen konnten und deren Unschuld im Gegensatz zu dieser hier nicht gespielt war, ließ Harolds Herz klein, hart und kalt bleiben, ihn die Hände noch tiefer in die Taschen stopfen und stur voranmarschieren.

Harold lächelte bitter über seine kleinen, nutzlosen, romantischen Tagträume (wie ein Mädchen!). Er hatte sich vorgestellt, wie sie händchenhaltend spazieren gehen, lachend bunten Laub zum Fliegen bringen würden, wenn auch nicht so hoch, wie ihre Herzen gemeinsam fliegen würden. Nur hatte Draco damals noch kein Gesicht besessen. Seltsam, dass Harold sich das Lächeln des Jungen, den er liebte, dennoch so genau hatte vorstellen können, unter den letzten, warmen Sonnenstrahlen des Jahres.

Ihr erster romantischer Spaziergang im Herbst fiel also ganz anders aus als erwartet. Es war dunkel, es war kalt, das Laub war gar nicht bunt, sondern grau und trocken und raschelte unter seinen Füßen. Sogar dieses harmlose Geräusch ging ihm auf die Nerven, ließ ihn nach den nutzlosen, toten Blätter treten, damit sie ihm aus dem Weg wirbelten.

Überhaupt war ihm die gewaltige Parkanlage hinter dem Haus noch nie so tot und leer vorgekommen; einen Moment lang wünschte er sich, sie wäre kein Privatbesitz.

Doch dann… dann würden zu dieser späten Abendstunde sicher knutschende Pärchen auf den Bänken sitzen und Harold müsste dann leider seinen ersten Mord begehen.

Daniels Schritte erklangen noch immer hinter ihm, nicht wütend daherstampfend, sondern schlurfend und ergeben.

„Bitte, warte doch… lass mich erklären…“

„Was willst du mir noch erklären? Und vor allem – was willst du ihr erklären? Oder halt, Moment mal – vielleicht lässt sich mein Schweigen ja auch mit einer Kippe erkauf-“

Harolds Knie gaben einfach nach.

Doch schlanke, sehnige Arme hielten ihn sicher umfangen, als Daniel ihn küsste, und küsste, so weich und süß, dass Harold nur noch auf zitternden Beinen dastehen und es geschehen lassen konnte.

Er hätte nicht anders gekonnt, wenn sein Leben davon abgehangen hätte, weil es so verdammt gut war.

Alles daran war gut. Die köstliche Süße, trotz des metallischen Blutgeschmacks, den zitternde Lippen brachten. Die Tatsache, dass Daniels Lippen überhaupt zitterten, die Unsicherheit des anderen Jungen, diese bettelnden, kleinen Laute, die Harold lockten, den Kuss doch noch zu erwidern.

Die seine völlige Erstarrung durchbrachen, eine dunkle, verborgene Seite an ihm in Aufruhr brachten – eine, die ihn nach glatten, blonden Strähnen greifen ließ, damit der andere Junge wieder für ihn wimmerte, den Mund für ihn öffnete.

Als Harold die Führung übernahm, war es nicht mehr sanft und süß.

Es schmeckte nach seiner bitteren Enttäuschung und nach seiner puren Liebe und es war wie Krieg.


~°~


Es war fast wie ein Angriff: Harrys Hände, seine Lippen, seine Zähne, die Dracos Körper mehr Schmerz als Lust zufügten.

Und jetzt flammte Wut in ihm auf - was war er für Harry? Mehr als nur ein Spielzeug, ein Haustier, an dem man beliebig Frust und Unsicherheit ablassen konnte? Hatte Harry ihn nicht auch oft genug in Schwierigkeiten gebracht, obwohl er angebliche ebenfalls in Draco verliebt gewesen war? Schon lange? Zornig zerrte er an Harrys Hose, die Augen verengt, sah er in das trotz allem wunderschöne Gesicht.

"Als wenn du besser wärst als ich!", zischte er dicht an Harrys Ohr. "Du hast ebenfalls gesagt, du liebst mich, liebst mich schon lange und du hättest keine Sekunde gezögert, mich gegen die Wand laufen zu lassen."

Er biss in Harrys Hals, fest genug, dass es schmerzte, doch bedacht, die zarte Haut nicht zu verletzen.



Augen geschlossen, die Nase an duftende, warme Haut gedrückt und ihre Finger miteinander verschränkt, gab Harold sich damit zufrieden, einfach nur zu sein.

Dieser Moment war gestohlen, das wusste er. Geliehen und noch nicht zurückgegeben – was geschehen würde, sollte man anfangen, nach ihnen zu suchen.

Geliehen, wie die warme Umarmung, der starke Herzschlag unter seinen Fingerspitzen oder dieser Blick kristallblauer Augen, der von purer Hingabe sprach.

Geliehen von seiner Schwester, die er beschützen wollte, die er anbetete. Der er nicht mehr würde in die Augen sehen können.

„Ich liebe --“

„Nein. Nein, sag es nicht. Das ertrage ich nicht.“

Sein kurzer Moment gedankenlosen Glücks war anscheinend vorbei und Harold erzitterte, rollte sich von dem einladend warmen, entspannten Körper. Trockenes Laub kratzte seinen Rücken und er fröstelte, als er die Arme seufzend hinter dem Kopf verschränkte, in den sternenübersäten Himmel starrte, ohne ihn zu sehen.

„Warum nicht?“

Daniel rutschte wieder näher und Harold biss sich auf die Innenseite seiner Wange – hart – weil er ahnte, dass es mit seiner Selbstbeherrschung vorüber sein würde, sollten weiche Lippen ihn wieder liebkosen, behutsame Fingerspitzen seine Haut erkunden, als gäbe es nichts faszinierenderes auf der Welt.

Nur kostbares Kaschmir berührte Harolds Haut und Harold wusste nicht, ob er einfach nur erleichtert oder doch enttäuscht sein sollte. Also begnügte er sich damit, sich selbst zu verfluchen, weil er über die Geste gerührt war, während der andere Junge den Mantel fester um ihn wickelte, während er selbst nackt neben ihm kniete...

Und Harolds Blick mit ehrlicher Neugierde (und ebenso ehrlicher Verletztheit) erwiderte. Tatsächlich nicht zu verstehen schien, warum -

„Weil du das sonst Babette ins Ohr säuselst.“

Daniel blinzelte.

„Nein, tue ich nicht“, erwiderte er schlicht.

„Ach so? Na, dann ist ja alles gut, wenn du meine Schwester eigentlich gar nicht liebst und es ihr nur vorspielst!“

Immerhin hatte Daniel dann den Anstand, die Augen beschämt niederzuschlagen.

„Es tut mir Leid. Das war alles so nicht beabsichtigt. Du... warst die Variable, die ich in diese ganze Sache unmöglich einkalkulieren konnte. Ich wusste nicht wie du aussiehst, du wolltest mir auch kein Bild schicken, bis du von mir eines hast und... und ich wollte dir keins schicken, weil… ich von dir nicht drauf reduziert werden wollte, dass ich wie Draco Malfoy aussehe.“

Harold konnte nur starren, sich schuldbewusst auf die Lippe beißend, auf die schlanke, anmutige Linie des makellosen Rückens, den Daniel ihm zudrehte. Der Junge seufzte und stützte das Kinn auf den nackten Knien ab.

„Und ich konnte schließlich nicht wissen, wem ich hier begegnen würde. Auf der harmlosen Geburtstagsfeier meiner harmlosen kleinen Liebschaft. Nämlich meiner gar nicht harmlosen, großen Liebe.“

Harold schloss die Augen ganz fest; nein, er würde diese schmale Taille nicht umschlingen, sich an Daniels Rücken schmiegen und er würde auch nicht dem ärgerlichen Prickeln hinter seinen Augenlidern nachgeben, das gewiss keine Tränen ankündigte. Weil sein Herz unter der sehr direkten Liebeserklärung bestimmt nicht dahinschmolz wie Eis in der Sonne.

Stattdessen drohte er kalt und hart:

„Wenn du mit meiner Schwester Spielchen spielst, spiele ich mit deiner Schwester Spielchen.“ Er lehnte sich näher, raffte seinen letzten Rest Selbstbeherrschung zusammen, um eine weiße Schulter nicht zu küssen, so wie er es getan hatte, als er Daniel im raschelnden Laub geliebt hatte. „Und mein Schweigen lässt sich weder mit Zigaretten, noch mit Sex erkaufen.“

Daniels Lachen klang nicht kalt und hart, sondern einfach nur verzweifelt.

„Du bist so... so naiv und zugleich so misstrauisch, als hättest du schon alles erlebt... glaubst du wirklich, dass ich das mit Babette jetzt noch könnte? U-und ich hatte nicht vor, sie zu... entehren, ich hätte sie geheiratet...“

Harolds Mund klappte auf; gehörte so eine Einstellung eigentlich nicht ins letzte Jahrhundert? Genaugenommen – ins vorletzte? Da er nun auf Blinzeln reduzieren war, ergriff der andere Junge die Gelegenheit – und redete drauflos wie ein Wasserfall, als ob er befürchtete, wieder unterbrochen und missverstanden zu werden.

„Verstehst du... ich musste das tun... verdammt noch mal, würdest du nicht auch ein wenig überlegen, wenn es bei dir um soviel Geld gehen würde?“

„... Geld?“, echote Harold fassungslos. „Du willst unser Geld? Aber... aber wir haben doch nicht soviel Ge-“

„Ihr nicht, das stimmt. Ihr seid bloß die normale, wohlhabende Unternehmerfamilie. Zu versteuerndes Einkommen etwa 250.000 im Jahr, richtig? Kleine Villa auf Mallorca?“

Harold schluckte sehr hart, angesichts der tödlich treffsicheren Analyse seiner Vermögensverhältnisse. Beziehungsweise, die seines Onkels und seiner Tante, die eher so etwas wie seine Eltern waren. Die gut gewirtschaftet hatten und ihm und Babette ein hübsches kleines Vermögen vererben würden.

Inklusive Häuschen auf Mallorca.

„Weißt du, wo ich gestern noch war, während unseres RPG?“ Daniel blickte abwesend in die Ferne. „Nicht in meinem Zimmer, in unserem netten, bescheidenen Einfamilienhaus, wie ich gesagt hatte. Sondern in den Arabischen Emiraten. Auf dieser schicken künstlichen palmenförmigen Insel, die meinem Vater zum Teil gehört. So wie meinem Vater so ziemlich alles zum Teil gehört. Es gibt keine namhafte Marke, wo er sich nicht schleichend eingekauft hat. Keine vielversprechende Aktiengesellschaft, wo er nicht der größte Anleger ist.“

Harold hörte zwar die Worte, konnte sie dennoch nicht erfassen, sie träufelten bedeutungslos in sein Ohr, während er nur starren und leer schlucken konnte.

„Ja, du hast jetzt sicherlich die richtigen Schlussfolgerungen gezogen. Wir haben gar kein bescheidenes Einfamilienhaus – gestern die Emirate und noch vor zwei Stunden habe ich von meiner bescheidenen Villa aus mit dir gespielt. Bei mir stehen keine Hunderttausende, keine Millionen, sondern eine schlappe Milliarde in Aussicht. Das meiste davon entweder flüssig oder in die besten Anlagen investiert. Mein Vater ist eben ein Finanzgenie.“ Daniel lachte wieder und diesmal klang es eindeutig bitter. „Das einzige, was ich dafür tun muss ist, mein Leben zu verkaufen, mehr nicht.“

Harold konnte erneut nur blinzeln, vergaß ob dieser Abgründe, die sich auftaten fürs Erste, als liebender Bruder empört darüber zu sein, wie übel seiner Schwester mitgespielt worden war.

„Ich war nicht ganz ehrlich zu Babette. Ich habe gut den Normalo gespielt und mein Vater war nicht nur immer gut darin, aus Scheiße Geld zu machen sondern auch, diskret und nicht in den Medien zu sein. Babette hält mich und meine Familie zwar für reich, aber nicht für steinreich. Sie hat selbst Geld, wird genug erben, dass sie mich nicht aus bloßem finanziellen Interesse heiraten würde. Nicht so wie... ach vergiss es. Ich muss mich jetzt eh neu umsehen, wenn ich bis 21 verheiratet und Vater sein will – so wie mein Vater das verlangt.“

Schmale Schultern hoben und senkten sich, als der andere Junge lautlos seufzte.

„Er ist alt. Und seit Mum uns verlassen und dabei ein ordentliches Stück seines Vermögens abgeknapst hat... ist er nun ganz durchgedreht. Er hat sehr genaue Vorstellungen davon, wie eine glückliche Familie auszusehen hat. Und weil er die nicht haben durfte, muss ich ran, ob ich will oder nicht, Liliane ist jünger, ist nicht die Haupterbin. Ihr Glück. Für mich allerdings verlangt er ein hübsches Mädchen aus gutem Hause – das im Gegensatz zu meiner Mutter nicht des Geldes wegen heiraten würde.“

Der Schock lähmte Harolds Zunge, so wie unerwünschtes Mitleid seine Brust zusammenzurrte, doch sein Mund öffnete sich und sprach die kühlen, abwertenden Worte, ohne dass sie erst sein Hirn passierten, Zorn und verratene Liebe heiß lodernd in seinem Herzen.

„Ich habe nicht geahnt, wie ähnlich du dem Charakter bist, der du in unserem Spiel warst. Und während ich Hinterhältigkeit und List und Gier bei einem fiktiven Charakter anziehend fand, stelle ich fest, dass ein Draco Malfoy in echt mich richtig anekelt. Ich würde mein Leben, meine Liebe nie für Geld wegwerfen. Auch nicht für so viel Geld.“

Daniel schüttelte nur den Kopf, traurig lächelnd.

„Und ich stelle fest, dass ich einen Harry Potter in echt noch mehr liebe. Wenn du nicht heuchelst, wenn du wirklich nicht in Versuchung geraten würdest... dann bist du ein echter Gryffindor... so wie ich ein Slytherin bin und an meine Zukunft denke. Die daraus bestehen wird, mit vollen Händen Geld auszugeben und es trotzdem nicht zu schaffen, alles zu verprassen.“

„Dann ist wohl alles gesagt.“

Harold ignorierte sehr gekonnt die Liebeserklärung, ließ nur zu, dass Daniels letzte Feststellung sein schmerzendes Herz erreichte. Ungeschickt stolperte er in seine Jeans, zog den Reißverschluss ruckartig nach oben. Achtete krampfhaft nicht auf die zitternde Gestalt in seinem Augenwinkel.

Dachte krampfhaft nicht an blaue Augen, tief und klar wie ein Gebirgssee, die sich in seinen Rücken einbrannten.

Konnte nur daran denken, dass die Träume ausgeträumt waren und hasste Daniel, weil er sie ihm genommen hatte. Konnte nur daran denken, dass er jetzt nicht in sein Zimmer stürzen konnte, sein Herz vor lauter Vorfreude in seiner Brust hämmernd, vor Liebe überquellend, schon hart in seiner Hose für einen Kerl...

… der ihn verflucht nochmal nicht zurückliebte, nicht so, wie es sein sollte, der ihn angelogen hatte, ihn -

„Bitte... geh nicht...“

Harold wollte sich nicht umdrehen und tat es dennoch, wollte nicht zu einer armseligen Pfütze zerfallen, wenn er in diese Augen sah, unsicher flackernd unter weißblonden Strähnen. Der andere Junge hatte sich nicht bewegt, kniete noch immer nackt in dieser Kälte, doch allein der Blick genügte, um Harold das deutliche Gefühl zu geben, mit dem Boden verschraubt zu sein.

„Bitte geh nicht von mir fort und zwing mich nicht zu bereuen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich ehrlich zu jemandem war. Zu dir... nur zu dir.“

Wie ferngesteuert waren Harolds Schritte, als er wieder näherkam. Nicht anders konnte.

„Du musstest ehrlich sein. Ich hatte dich erwischt.“

„Ich musste nicht so ehrlich sein.“

Harold schlug die Augen nieder; er mochte es gar nicht, wenn jemand anderes als er dermaßen recht hatte.

„Ich bin bis jetzt sehr gut damit gefahren, nur die Informationen preiszugeben, die ich preisgeben musste. Niemals mehr. Nicht direkt zu lügen, sondern dicht an der Wahrheit zu bleiben, damit ich mich nicht verstricke – die Wahrheit aber so darzustellen, wie es meinen Zwecken dient. Einmal Slytherin, immer Slytherin.“

Daniel lächelte zu ihm hoch, soviel Liebe in diesen wunderschönen Augen, dass Harold schlecht wurde, so wie er sich anstrengte, selbst nicht vor Liebe zu explodieren. Die Hoffnung nicht zuzulassen, die warm und hell in seiner Brust pulsierte.

„Aber offenbar kommt irgendwann im Leben etwas oder jemand daher, der sogar dem slytherinhaftesten Slytherin noch das Genick brechen kann. Oder das Herz.“

Harold wusste nicht, wann er auf die Knie gefallen war, wann er seine Arme – samt Mantel – um bebende Schultern geschlungen und seine Lippen an eine weiche Wange gepresst hatte. Gierig auskostend und ziemlich erbärmlich schluchzend.

Das Gesicht in eine duftende Halsbeuge gepresst, ballte Harold die Fäuste, in einem letzten Aufbegehren, nicht reingelegt zu werden, nicht dazu gebracht zu werden, dermaßen zu lieben.

„... und zwar so gründlich gebrochen, dass ich diese jämmerlichen Peanuts nehmen werde, die sich Pflichtanteil schimpfen, wenn du mich nur so willst.“

Und dieses Aufbegehren gestaltete sich alles andere als Gryffindor. Es war so Slytherin, dass er sich eigentlich hätte schämen müssen, so wie er sich nun doch zusammennahm. Wie er Bedingungen aufzählte, das Unglück anderer billigend in kauf nahm und faule Kompromisse einging:

„Du wirst die Finger von Babette lassen.“

„O-okay...“

„Du wirst ihr alles gestehen und sie um Verzeihung bitten.“

„Ach du Scheiße... nun... okay...“

„Du wirst nicht nur den Pflichtanteil erben, sondern stinkendreich sein, weil ich mir nicht deine Vorwürfe anhören will, sollte dir meine Liebe irgendwann doch nicht reichen.“

„Harold, bitte, ich -“

„Du wirst die passende Tusse heiraten und dich von ihr scheiden lassen, sobald dein Vater gest– äh... sobald du erben kannst. Du wirst einen guten Arzt bestechen und du wirst keine Kinder zeugen, weil du leider bescheinigt unfruchtbar bist.“

Daniel blinzelte ihn an, wandte die Augen jedoch nicht ab.

„Okay.“

Harolds Herz stolperte, weil dieses „Okay“ schnell gekommen war und absolut sicher geklungen hatte.

„Du wirst mir nicht einmal in Gedanken untreu sein, du wirst über mich fantasieren während du sie vögelst, du wirst in jeder freien Minute mit mir zusammen sein – und es wird getrennte Kassen geben... immer.“

Daniel schlug die Hände vors Gesicht, seine Schultern zuckten verdächtig und Harold wollte gerade seine harten Worte ein wenig abmildern -

„Lieber Himmel...“ Schlanke Hände fielen von geröteten Wangen und gaben den Blick auf das wahrscheinlich breiteste Grinsen frei, das Harold jemals gesehen hatte. „Erst hast du mich damit schockiert, wie Slytherin ein Gryffindor sein kann – wäre diese letzte Aussage nicht gewesen. Die war so Gryffindor, dass einem ja übel werden kann. Aber trotzdem… okay, okay, okay und okay.“

Wider Erwarten waren die schönen, langen Finger trotz der Kälte noch immer warm, als sie Harolds umschlossen.

„Und getrennte Kassen heißt also, dass ich reich sein, dich aber nicht mit kostspieligen Geschenken überhäufen darf?“

Harold schüttelte nur den Kopf, trunken vor Glück und brachte heiser heraus:

„Meine Liebe lässt sich nicht erkaufen und die hast du ja eh schon.“

„Darf ich deine Liebe dann mit kostspieligen Geschenken erhalten?“

Daniels hübsches Gesicht zeigte genau jenes Glück, das tief in Harolds Brust vibrierte und Harold brachte nicht einmal leisen Ärger zustande, ob des milden Spottes – der sich für einen echten Slytherin doch eh so gehörte.

„Dafür reicht es schon, oft genug hinzuhalten.“ Das verliebte Grinsen machte seinen eigenen, mühsam zusammengekratzten Spott wohl zunichte, aber das war Harold gerade herzlich egal. Erst recht, weil er Unsicherheit und Begierde in blauen Augen lesen konnte. Er beugte sich näher. „Oder mir deinen hübschen, harten Schwanz bis zum Anschlag in den Mund zu schieben, bevor du mein zuckendes, enges Loch fickst.“

Harolds Wangen brannten vor Scham, die Worte fielen so unendlich schwer von seinen tauben Lippen, schmutzigsüße Worte, die sonst mühelos aus seinen Fingerspitzen flossen... sie auszusprechen statt sie zu schreiben fühlte sich ganz anders an. Doch das war es wert, Daniels Reaktion darauf (grellrote Flecken auf blassen Wangen, ein schlanker Körper, der so verletzlich zusammenzuckte) endlich live und in Farbe erleben zu können. Nur noch einmal, bevor sie wieder ins Haus zurückkehren und sich der Realität stellen würden.

Doch auch dieser Moment war die Realität und sie selbst waren ebenfalls real – einfach nur Harold und Daniel, keine billigen Imitate von Figuren, an die kein lebender, normaler Mensch heranreichen würde.

Nicht Zeilen auf dem Bildschirm, sondern etwas, das so viel besser war...




~FIN~
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Re: Role Playing Games (P-18)

Beitragvon Ria » 9. Jan 2011, 13:32

Wahhh! Danke, Süße für das tolle Geschenk! <3 Dass es erst jetzt kommt, macht nichts, ich brauch ja selbst immer Ewigkeiten zum Schreiben ^^

Mit Harry und Draco hab ich gar nicht gerechnet, mit rpg noch weniger *g* Ja, jetzt weiß ich, was du noch gebraucht hast, und ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele Seiten du lesen musstest, um die richtigen Abschnitte zu finden ;) Interessanterweise hast du den Stil des rpg absolut getroffen – gewollt? ^^

Sehr interessantes Setting, btw. Normalerweise ist einer reich bis stinkreich und der andere arm (so Cinderella-like), das hast du gut gelöst, finde ich, indem du Harold auch ein nettes Erbe verpasst hast. Auch wenn das natürlich nix gegen Villa und Co ist XD

Harold fand ich super. Ein passender Harry, der für die Menschen, die er liebt Kompromisse eingeht. Natürlich nicht zu viele, ich schätze, das würde er gar nicht ertragen *g*

Und Daniel ist natürlich der Slytherin, wie er zumindest überlegt, an die Kohle zu kommen – ernsthaft, hätte ich auch XD – und trotzdem drauf verzichten würde, wenn Harold es verlangte.

Die Wendung fand ich übrigens auch mehr als spannend und gekonnt – weil ich damit eigentlich nicht gerechnet hätte – dass Harold eben doch auf Hochzeit besteht. Aber das zeigt wieder, wie viel Kompromiss er einzugehen wagt und dass selbst in ihm ein kleiner Slytherin steckt ;)

Vom Stil her wunderschön, fließend und leicht. Und ich liebe die Stelle mit dem Herbtspaziergang, bei dem man Licht und buntes Laub sieht und dann wieder in die triste Nacht geschubst wird, in der sich die Jungs befinden.

Überhaupt, ich liebe diese kleinen Beschreibungen. Wie Daniel sich aufs Fensterbrett schwingt, der erste Kuss, und nicht zu vergessen die Sekunden, als Harold die SMS abschickt *g* Man ahnt, was kommt und ich habe gegrinst, als es dann wirklich so passiert ist – auch ein sehr cooler Schachzug von dir. Kein ungeschicktes Verraten, einfach nur ein Zufall, mit dem sie nicht gerechnet hätten ;)

Das Ende ist romantisch und gleichzeitig realistisch, kein Happy rosa Kitsch Ende, sondern halbwegs offen, also genau das, was ich mag^^ Auch wenn es mich brennend interessieren würde, was Harolds Schwester zu der ganzen Nummer sagt XD

*sfz* Es ist wieder so durcheinander, so sind meine Kommentare zu deinen Storys aber immer. Du weißt ja, woran es liegt und dass ich einfach so begeistert bin, dass ich alles zugleich erzählen will und dann immer vergesse, das Wesentliche zu sagen :)

Vielen Dank <3
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Re: Role Playing Games (P-18)

Beitragvon BlackPriestess » 9. Jan 2011, 14:49

Phü *zerfließ* ich bin erstmal eine Runde erleichtert, weil sie dir zu gefallen scheint ^^ Und das nächste Mal kämme ich Storys auch 10x, statt nur 5x durch, um auch alle Fehler zu beseitigen. Jetzt müsste alles weg sein - inklusive meines Fauxpas ganz am Anfang, wo Daniels Mutter an der Tür klopft, obwohl die ja längst über alle Berge ist oO So, jetzt klopft halt die Schwester ^^

XD Ja, habe ich mir schon gedacht, dass du Harry und Draco nicht in einem Original erwartest :lol2: Was mitunter der Grund war, die zwei einzubinden. Natürlich auch deswegen, weil mir plötzlich die Idee kam, wenn schon RPG, dann unser RPG einzubinden ^^. Persönliche Note und so *g*. Joa, ich musste so ein bisschen was lesen für die idealen Beiträge - weißt du, wieviele wir schon geschrieben haben? Über 12.000 :s26: Süchtig much? oO Ja, das war gewollt unserem RPG-Stil ähnlich, erstmal wegen persönlicher Note und dann weil es mir auch viel leichter fällt.

Thehe, ganz arm und ganz reich gibt es zu oft ^^. Und ich gebe zu, dass es anders auch nicht gegangen wäre, schließlich wollte "Draco" ja ein Mädel mit Geld heiraten, aus offenkundigen Gründen. Harold (der nur so heißt, weil er ein Harry-Verschnitt ist XD) besteht drauf, dass Daniel heiratet, weil es eh nicht für immer ist... und weil er nicht dafür verantwortlich sein will, wenn Daniel mit seiner eigenen Entscheidung irgendwann unglücklich ist. Also ja, doch ziemlich slytherin für einen Gryffindor XD

*lach* Ich weiß, das mit der SMS war durchschaubar ^^

Und Babette wäre der Typ, zornig mit dem Fuß aufzustampfen, aber zumindest ihrem kleinen Bruder würde sie schnell verzeihen, Daniel wahrscheinlich weniger. Aber ich wollte dir das Drama-Llama der Offenbarung doch lieber ersparen XD

Btw, das nächste Mal kommen so virtuelle Geschenke auch wirklich pünktlich, versprochen *schäm*.
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Re: Role Playing Games (P-18)

Beitragvon Ria » 9. Jan 2011, 15:57

Gefällt mir sogar sehr, macht die gleichen Herzschmerz/Jubel/Bauchaua-Gefühle wie rpg *g*

Du bist zu streng mit dir, mir sind die kleinen Fehler gar nicht so aufgefallen ;)
*röchl* Aber 12.000 Beiträge ist nen Wort, damit hätte ich jetzt auch nicht gerechnet. Süchtig stimmt aber schon, die Pausen fallen am Anfang immer maximal schwer, dann irgendwann geht es zwar, aber fehlen tut es trotzdem xD

Das mit der SMS fand ich gut, klar war das durchschaubar, aber wenigstens besser, als wenn sich einer einfach verplappert hätte^^

*lol* Ich könnte mir bei Babette auch einen kleinen hysterischen Anfall vorstellen, aber ich schätze, sie wird es tatsächlich überleben ;)

Btw, genau das meinte ich ja, mit slytherin für einen Griffindor: Eben weil Harold so berechnend an die Hochzeitssache herangeht, Bedingungen aufstellt und recht kaltblütig Scheidung ect plant ^^ Finde ich aber gut, passt zu ihm und passt zu Daniel, dass er den Kompromiss so gerne annimmt^^

*lol* Das Geschenk war freiwillig, da kannst du dir so viel Zeit lassen, wie du brauchst, das weißt du doch ^^
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