Harry Potter - Gnade

Harry Potter - Gnade

Beitragvon Alraune » 20. Jun 2011, 21:53

Ja, ich habe es auch endlich geschafft, meine Story fertigzustellen!
Allerdings ist sie sehr, sehr düster geworden, nichts für zarte Gemüter! ;)
Titel: Gnade
Fandom: Harry Potter
Autorin: Alraune
Rating: P-18-Slash
Warnung: Slash, Lemon, Dark, Hurt, Chara-Death; und die Kinks sprechen für sich ;)
Kinks: verbundene Augen, Dirty Talk, Schmerzen, Blut, im Besenschrank, für Sex bezahlen, Gender-Switch, Crossdressing, im Wasser

xXx

Die Sonne scheint unerträglich hell in meine Augen. Salzige Gischt spritzt in mein Gesicht, das nur Schatten und abgestandene Luft gewöhnt ist, und meine ausgestreckten Arme sind klebrig vor Salz. Es fühlt sich unwirklich an und ich spüre auch nicht die Kälte, die in meine Glieder beißt. Ich spüre nur den Wind, der sich anfühlt wie du, eiskalt und rau und voller Zorn gegen Dinge, von denen nur du weißt.

xXx

Draco schmeckt Blut, als sein Kopf gegen den rauen Putz des Treppenhauses schlägt, aber er gibt keinen Laut des Schmerzes von sich. Keine Schwäche zeigen, nicht vor ihnen. Seinen Todesserumhang reißen sie ihn vom Leib, seine Robe, bis er nur mit einem dünnen Hemd und Unterhose bekleidet vor ihnen auf dem Boden kniet. Sie stoßen ihn von sich und das Schlammblut holt ein Feuerzeug aus ihrer Tasche, zündet seinen Todesserumhang an und lässt ihn vor seinen Augen verbrennen. Vielleicht bereitet es ihr Freude, es auf die Muggelart zu tun.
Das Funkeln in ihren Augen erlischt erst mit dem sterbenden Feuer und sie wirbelt den Rauch und die Asche mit ausholenden Bewegungen ihres Umhangs in Dracos Richtung. Seine Augen brennen und er muss husten. Sie lachen. Dann gehen sie.
Draco erwartet, dass sie zurückkommen. Um ihn zu quälen, um über ihn zu lachen, um ihn zu demütigen. Aber niemand kommt. Er liegt allein in der Dunkelheit auf einer Matratze, die so dünn ist, dass er jeden Zentimeter des harten Bodens spüren kann. Er weiß nicht, wie spät es ist, und das macht ihn rasend. Er weiß nicht, ob er schon ein paar Stunden hier ist, oder Tage. Sein Magen schmerzt vor Hunger und er atmet nur durch den Mund, um den Geruch seiner eigenen Exkremente nicht riechen zu müssen.
Langsam und schleichend wie Öl kriecht der Gedanke in sein Gehirn, dass er hier gefangen ist. Dass man ihn seiner Freiheit beraubt hat. Dass sie ihn nicht wieder rauslassen werden. Dass er hier drin sterben wird, vielleicht. Dass es dunkel ist und dass er nicht weiß, wo er ist. Dass er nicht sehen kann.
"Hilfe", flüstert er und weiß nicht, zu wem er es sagt. Er streckt die Hände aus und stößt sich die Knöchel an der rauen Wand. Der Stein ist kalt, als er die Hände dagegen presst. "Hilfe!" Seine Stimme ist nun etwas lauter, aber rau und heiser. Er kann sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal gesprochen hat. Es muss lange her sein, Wochen vielleicht. Oder Monate. "Hilfe!" Das Wort kratzt in seiner Kehle, aber es fühlt sich gut an. Als würde es irgendetwas wegkratzen, als würde darunter etwas zum Vorschein kommen. Jetzt schreit er und seine Stimme hallt zwischen den engen Wänden wieder.
Dieses Mal ist er klug und zählt mit, wie lange er schreit. Zwei Silben, jede Sekunde eine Silbe. Neunzig Mal schreit er, bis seine Stimme bricht. Einhundertachtzig Sekunden. So fühlen sich drei Minuten an.
Noch immer kommt niemand. Vielleicht ist er auch ganz allein hier. In einem riesigen, verlassenen Haus, in dem er ganz allein sterben wird, ungehört und unbemerkt. Wieder und wieder wälzt Draco den Gedanken der Einsamkeit in seinem Geist hin und her, und schläft schließlich vor Erschöpfung ein.
Draco erwacht von einem stechenden Schmerz an seinem Arm, schreit auf und wirft sich herum. Weil er sich die Haut an der Mauer aufschürft, schreit er wieder und rollt sich auf den Bauch. Jetzt erst begreift er, dass er sehen kann. Licht.
Er blinzelt mehrmals, bis sich seine Augen an den trüben Schein der Kerze gewöhnt haben. Ein leuchtend rotes Mal befindet sich auf seinem Arm und es brennt, brennt vor Schmerz. Reflexartig klammert Draco die andere Hand darum und blickt auf.
Die Kerze hält Potter. Aber er sieht nicht aus wie Potter. Er sieht überhaupt nicht aus wie irgendjemand. Er ist so dünn, dass es fast lächerlich ist, so sehr sieht Draco seine Knochen hervorstechen. Haben sie nichts zu essen? Seine Haut ist durchscheinend wie Papier, sein Haar fällt matt und kraftlos auf seine Schultern. Seine Augen sind riesig in seinem spitzen, hohlwangigen Gesicht und Draco läuft es kalt über den Rücken, als er ihm in die Augen blickt.
Er findet keine Worte in seinem leeren, dämmrigen Geist, um Potters Augen zu beschreiben, aber sie erinnern ihn an ein wildes Tier.
"Ich hab dich schreien gehört", sagt Potter. "Was ist?"
Draco starrt ihn an. Begreift er nicht? "Ihr haltet mich hier gefangen."
"Ja." Potter zieht schnell den Finger durch die Kerzenflamme, mehrmals, und betrachtet dann den schwarzen Fleck auf seinem Finger. Er spricht nicht weiter.
"Ich hab Hunger", sagt Draco schließlich. Potter greift in seine Tasche und zieht ein Stück Brot hervor. Er wirft es Draco zu, doch er kann es nicht fangen. Kurz vor seinen gierigen Fingern fällt es zu Boden und er beugt sich nach vorne, doch Potter ist schneller und hebt es wieder auf.
"Du warst schon immer ein schlechter Sucher", sagt er und jetzt erst hört Draco, wie dünn seine Stimme ist. Wieder wirft er es Draco zu und wieder verfehlt er es.
Beim siebten Mal schafft Draco es, das Brot zu fangen und schlingt es gleich herunter, bevor Potter es ihm noch einmal wegnehmen kann. Ist dort die Andeutung eines spöttischen Lächelns auf Potters Lippen? Draco kann es im flackernden Kerzenlicht nicht erkennen.
"Ist sonst noch etwas?", fragt Potter.
"Wie viel Uhr ist es?"
Potter zuckt mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Ist mir egal. Ich weiß nicht mal, welcher Tag heute ist. Oder welcher Monat. Ich habe es vergessen."
"Dezember", sagt Draco. "Als ihr mich gefangen genommen habt, war der 28. Dezember."
"Zeit spielt keine Rolle", sagt Potter.
"Sag mir wenigstens, ob es Tag oder Nacht ist", bittet Draco – er kann es nicht fassen, aber er bittet Potter.
"Ich weiß nicht", wiederholt Potter. "Ich habe schon seit einiger Zeit nicht mehr aus dem Fenster gesehen."
Draco starrt ihn an und weiß nicht, was er sagen soll. Dunkel erinnert er sich daran, dass er ein Gefangener ist. "Ich will, dass ihr mich wieder freilasst."
"Wir wollen dich nicht freilassen", erwidert Potter. "Wir sind Feinde, schon vergessen?"
"Der Dunkle Lord hat mich –"
"Ich weiß", sagt Potter nur und er klingt so unendlich müde, so unendlich erschöpft. "Ich weiß." Dann geht er und Draco kann kein einziges Wort mehr sagen.
Woher weiß Potter es? Und wenn er es weiß, warum handelt er dann nicht? Aber dann denkt Draco daran, dass Potters Gesicht leer ist wie ein weißes Blatt Papier. Er sieht nicht aus, als würde ihn noch irgendetwas kümmern. Als hätte nichts mehr Bedeutung für ihn. Auf einmal erinnert Draco sich, dass Potter nicht dabei gewesen ist, als sie ihn hier in den Keller geschleppt haben. Vorhin war ihm dieses Fehlen nicht aufgefallen.

xXx

Die Tage und Nächte fließen ineinander und Draco hat jegliches Zeitgefühl verloren. Überhaupt hat er jegliches Gefühl für auch nur irgendetwas verloren, selbst Hunger hat er kaum noch. Hin und wieder schiebt sich eine blasse Hand durch den Türspalt, ein dünner Streifen Licht kriecht zäh und ölig über den schmutzigen Boden, und ein Stück Brot wird auf den Boden gelegt, eine Flasche Wasser oder auch eine Schüssel mit Suppe. Dann verschwindet die Hand wieder und mit ihr das Licht. Aber Draco weiß, dass sie ihm nicht nur Essen bringen, sondern ihn auch hin und wieder Reinigungszaubern unterziehen, wenn er schläft. Nicht oft, aber manchmal fühlen sich seine Haare beim Aufwachen unnatürlich glatt und trocken an, wie es die Eigenschaft von Reinigungszaubern ist.
Einmal hat Draco versucht, die Sekunden zwischen den Mahlzeiten mitzuzählen, um einen Rhythmus feststellen zu können. Bei fünftausendvierhundertachtundachtzig hat ist er eingeschlafen und als er wieder aufgewacht ist, ist das Essen schon dagestanden. Danach hat er aufgegeben, die Zeit herausfinden zu wollen.
Hin und wieder kommt Potter vorbei, manchmal wenn Draco schläft. Das erkennt er an der Wärme an der Matratze, an der kleinen Kuhle, die Potter zurücklässt. Draco wundert sich, warum er ihn nie weckt. Aber manchmal ist Draco auch wach und dann zündet Potter eine Kerze an und Draco betrachtet die abgestoßenen, hässlichen Wände, den schmutzigen Boden, die durchgelegene Matratze, als könne er sich an ihnen nicht sattsehen.
Und Potter betrachtet er, der stumm neben ihm sitzt, die Beine von sich gestreckt. Die meisten seiner Hosen sind ein wenig zu kurz, sodass seine fahlen Knöchel hervorlugen, fast so hell leuchtend wie Dracos Haut. Seine Pullis sind zu weit und hässlich, seine Handgelenke stechen daraus hervor wie Äste, von denen man die Rinde abgeschält hat. Die Haut spannt sich über sein Gesicht, seine Lippen sind beinahe stets zusammengepresst, was ihm einen harten Zug verleiht, den er früher nie hatte, auf Hogwarts. Sein Gesicht ist bar jeder Farbe, bar jeder Emotion, einzig die pulsierende Ader an seinem schlanken Hals und sein gelegentliches Blinzeln verraten, dass er noch lebt.
Bei den ersten Malen hat Draco ihn noch gefragt, wann sie ihn freilassen werden, er hat gebettelt, gedroht, aber all seine Worte sind an Potter abgeperlt wie an einem Felsen. Dann hat Draco angefangen, über früher zu reden, über Hogwarts. Über ihre Feindschaft, ihre Sticheleien, die Quidditchspiele, die Häuserrivalitäten, die Lehrer, den Unterricht. Potter betrachtet ihn dann mit mildem Interesse, als würde er ihm das Leben eines völlig Fremden erzählen. Manchmal fragt Draco: "Weißt du noch?", und dann sagt Potter: "Ich kann mich nicht mehr erinnern", als sei er ein alter Mann.
"Warum kannst du dich nicht mehr erinnern?", fragt Draco heute. "Es ist noch nicht so lange her."
"Ich vergesse so viel", flüstert Potter. "Alles verschwimmt vor meinen Augen. Die Gesichter, Hogwarts, Quidditch, all die Dinge, die ich erlebt habe… es ist wie ein Nebel, den ich nicht festhalten kann…" Er streckt die Hand aus mit dünnen Fingern, die an Spinnenbeine erinnern, und krallt sie in die Kerkerluft. "Manchmal zeigen mir Ron und Hermine Fotos von früher, und dann glaube ich, mich erinnern zu können. Aber ob ich mich wirklich erinnern kann, oder ob es mir nur vorgegaukelt ist, weiß ich nicht."
Draco beißt sich auf die Lippen. Wieso ist Potter ihm gegenüber so offen? Verfolgt er einen Plan? Versucht er, irgendetwas aus Draco herauszulocken? Aber dann sieht Draco ihn wieder an, seine dunklen, schweren Wimpern, seine Hand, die langsam in seinen Schoß gesunken ist, noch immer zur Faust geballt. Und Draco weiß, dass es Potter schlicht egal ist. Langsam beginnt sich ein Plan in Dracos Kopf zu formen. Vielleicht kann er die Schicht aus Eiskristall durchstoßen, mit der Potter sich umgibt. Nicht mit Sticheleien oder Gewalt, wie er es früher getan hätte.
Er rutscht ein wenig näher an Potter heran und überlegt einen Moment, ob er ihm den Arm um die Schultern legen soll. Aber dann kommt er sich albern vor. "Ich kann verstehen, was du meinst", sagt er dann vorsichtig. "Ich habe auch einiges vergessen, durch den Krieg. Ich habe vieles verdrängt."
Potter dreht sich zu ihm um und sieht ihn an, als würde er ihn zum ersten Mal richtig wahrnehmen. "Ich verdränge nichts", sagt er. "Die Erinnerungen gleiten einfach fort, verstehst du?"
Draco schweigt und legt Potter doch den Arm um die Schultern. Der jedoch reagiert nicht, sondern bleibt so zusammengesunken sitzen. "Warum machst du das?", fragt er nach einiger Zeit.
"Oh, ich –" Draco nimmt den Arm wieder weg, aber Potter schüttelt den Kopf.
"Nein, mach das wieder." Zögerlich legt Draco ihm wieder den Arm um die Schultern und fühlt sich albern und irgendwie fehl am Platz. Aber Potter sagt nichts mehr, sondern geht nach einer Weile einfach ohne ein weiteres Wort. Die Kerze nimmt er mit.
In der Dunkelheit, die ihm zur Gewohnheit worden ist, denkt Draco nach. Mit Potter stimmt etwas nicht. Er wirkt, als ob alle Gefühle aus ihm herausgesaugt worden seien – nein, vermutlich hat er sie vergessen. Aber warum?

xXx

Dieses Mal glaubt Draco, dass eine lange Zeit vergangen ist, bis Potter wiederkommt. Zehnmal hat er gegessen in dieser Zeit, wenn er sich nicht verzählt hat. Und in letzter Zeit entgleiten ihm die Zahlen leicht, manchmal zählt er leise seine Finger, bis hundert, bis tausend. Er schlägt sie gegen die Wand, wenn er sich verzählt, und beginnt wieder von vorne. Der Schmerz, wenn seine Knöchel auf raues Gestein treffen, fühlt sich gut an. Er ist klar und schneidend und ruft Draco in Erinnerung, dass es in der wabernden Dunkelheit Dinge gibt, die fest und wirklich sind.
Heute beschäftigt er sich damit, die Steine an einer Wand abzuzählen. Mit den Fingerkuppen streicht er über den buckligen Stein und den Mörtel zwischen ihnen und zählt sehr sorgfältig. Er will die Anzahl der Steine in der gesamten Zelle ausrechnen und dann nachzählen, ob es stimmt. Der Gedanke beschäftigt ihn und er ist fast begierig, es herauszufinden.
Die Tür öffnet sich und Potter tritt ein. Er hat keine Kerze dabei, sondern seinen Zauberstab, der so hell leuchtet, dass Draco die Augen schließen muss.
"Was machst du da?", fragt Potter mit vagem Interesse und Draco hört, wie er vor ihn tritt.
"Ich zähle die Steine", erwidert Draco und seine Stimme ist ein wenig heiser.
Potter nimmt seine Hand, dreht sie um und betastet sie mit seinen Fingern. "Sie sind ganz rau", stellt er fest.
"Eine Maniküre wird mir hier ja nicht gestellt", erwidert Draco mit einem Anflug von Trotz.
Potter reagiert nicht, offensichtlich ist er für Sarkasmus nicht empfänglich. Stattdessen zieht er ihn nach unten auf die Matratze und wirft den Zauberstab in die andere Ecke des Zimmers, sodass er ihnen von dort ins Gesicht scheint wie eine Lampe.
"Ich wusste gar nicht, dass man auch Zauber wirken kann, ohne ihn in der Hand zu halten", flüstert Draco, gegen seine Willen beeindruckt.
"Ich kann es", sagt Potter. Die zwei sitzen dicht beieinander, die Köpfe gesenkt. Sie starren auf Potters dürre Hand, die Dracos Finger streichelt, als könne er damit die Rauheit rückgängig machen.
Zu seiner Überraschung stellt Draco fest, dass Potters Körper warm ist. Angenehm warm in der Kälte in der Zelle, obwohl Potter kaum so aussieht, als habe sein Körper genug Energie, sie für Wärme zu verschwenden. Nur seine Hände sind kühl und trocken wie Pergament und Draco spürt das dringende Bedürfnis, seine klammen, eiskalten Finger an ihnen wenigstens ein bisschen zu wärmen. Langsam und vorsichtig schließt er seine Finger um Potters und nimmt noch die andere Hand hinzu.
"Warum tust du das?", fragt Potter milde interessiert und zum ersten Mal sieht er Draco in die Augen. Fast schrickt er zurück, denn Potters leere, gläserne Augen haben plötzlich eine beruhigende Intensität inne.
Nervös zuckt Draco mit den Schultern und schluckt Speichel, der sich in seinem Mund gesammelt hat. "Meine Hände sind kalt", flüstert er. "Mir ist kalt."
"Calor", sagt Potter und eine angenehme Wärme geht von seinem Zauberstab aus. Aber sie ist künstlich, nicht echt wie die von Potters Körper. Draco braucht Dinge, die wirklich sind. Er rutscht ein Stück näher an Potter heran, bis sich ihre Schultern, ihre Oberarme, ihre Beine berühren. Diesmal ist es Potter, der ihm den Arm um die Schultern legt. Draco wartet darauf, dass etwas passiert.
Doch nichts geschieht, und die Zeit verstreicht in Wärme und Helligkeit. Als Draco wieder aufwacht, ist Potter fort und mit ihm die Wärme. Draco weiß nicht, ob er die Wärme vermisst oder ihn.

xXx

Seine Tür öffnet sich und in gespannter Erwartung setzt Draco sich auf, doch dieses Mal ist es Granger, die eintritt. Ihr Mund ist ein schmaler, zorniger Strich und anklagend deutet die Spitze ihres Zauberstabes auf Dracos Brust. Er nimmt an, dass sie ihn verletzen wird, vielleicht sogar töten. Doch er kann keine Angst empfinden, nur Leere.
Aber sie stellt ihm eine Frage. "Was hast du mit ihm gemacht?", fragt sie und ihre Stimme ist dunkel vor Wut und Sorge.
"Was?", sagt Draco. "Potter? Ich habe überhaupt nichts mit ihm gemacht." Er breitet die Arme aus, spürt, wie etwas von der alten Schärfe in ihm erwacht. Granger ist eine Widersacherin, an der seine Stärke sich reiben kann. "Was sollte ich überhaupt tun können? Ich bin unbewaffnet, wehrlos, geschwächt und eingesperrt. Wie kommt ihr überhaupt darauf?"
Sie starrt ihn düster an. "Ich weiß, dass er zu dir geht, Malfoy. Ich frage mich, warum."
Draco zuckt mit den Schultern. Er weiß es selbst nicht. Er ahnt, aber woher soll er wissen, was in Potters Kopf vor sich geht?
"Er hat sich verändert", sagt Granger langsam. "Seit du da bist. Du zerstörst…" Sie holt tief Luft, wirft ihm noch einen hasserfüllten Blick zu und geht. Draco wird, wie immer, zurückgelassen.

xXx

Dieses Mal bringen sie ihm lange nichts zu essen. Draco glaubt zu verhungern, sein Magen ist ein schmerzendes Loch und ihm ist übel vor Hunger. Nach einer Ewigkeit kommt Potter zu ihm, er hat einige Scheiben trockenes Brot, ein Stück Käse und eine Flasche Wasser dabei.
Draco stürzt sich darauf wie ein ausgehungertes Tier und verschlingt alles mit solcher Geschwindigkeit, fast ohne zu kauen, nur schlucken, schlucken, dass ihm hinterher wieder übel ist. Atemlos lehnt er sich an die Wand und genießt das Gefühl, nicht mehr vor Hunger zu vergehen. Potter beobachtet ihn mit leuchtenden Augen, diesmal hat er nur eine Kerze dabei. "Du warst lange weg", sagt Draco.
Potter erwidert nichts, langsam und sorgfältig stellt er die Kerze ab und stürzt sich dann auf Draco. Es geschieht so plötzlich, dass er es erst merkt, als Potter schon über ihm ist, die Finger in seine knochigen Schultern gekrallt und die Knie in seine Oberschenkel gepresst. Es ist eigentlich kein Kuss, es ist ein hungriges, unkoordiniertes Aufeinanderprallen von Zähnen und Lippen, die schon viel zu lange nicht mehr geküsst worden sind.
Aber Draco mag es, dass Potter die Zähne in seine Unterlippe gräbt. Mag es, dass er über seinen Oberkörper kratzt, bis Blut unter seinen Fingernägeln hervorquillt. Mag es, dass Potter seine Handgelenke so fest umklammert, dass es ihm das Blut abschnürt. Er mag es, weil der klare, reale Schmerz ihn daran erinnert, dass er noch lebt und dass es auch noch eine Welt außerhalb seines kleinen, dunklen, muffigen Universums gibt.
Und er mag es, weil etwas Seltsames, Undefinierbares in Potters Augen glüht, als er mit dem Finger das Blut mit dem Schweiß verrührt und sich die Finger ableckt. Etwas, das vorher nicht in Potters Augen war. Potter ist nach unten gerutscht, sodass ihre Erektionen gegeneinander drücken. Und so wie Potter ihn anblickt, vergisst Draco alles um sich herum und begehrt nichts als ihn. Nichts als seine glatte Haut, unter der er die Hüftknochen mit dem Finger nachzeichnen kann. Nichts als seinen Oberkörper, der sich unter heftiger werdenden Atemzügen hebt und senkt.
Die Zeit dehnt sich um sie, als Draco ganz langsam Potters Hose öffnet, vorsichtig graben seine Finger einen Weg in den Stoff. Unendlich köstlich ist der Moment, als Draco seinen Schwanz in die Hand nimmt. Potter keucht auf, und Draco beginnt ihn zu reiben. Mit der Hand fährt er daran auf und ab, Potter schließt die Augen und seine Lider flattern. Draco beobachtet ihn, versucht ihn zu ergründen und sich selbst. Er weiß nicht, was geschieht, aber er weiß, dass es gut ist. Dass es real ist.
Wie ein Schmetterling mit den Flügeln schlägt, öffnen sich Potters Augen und in ihnen steht etwas anderes. Er leckt seine Finger ab, beugt sich ganz tief über Draco und lässt seine Hand über Dracos Schritt gleiten. "Gefällt dir das?", flüstert er, sein Atem ist warm an Dracos Hals und im Stillen kann er nicht anders, als sich über diese Wärme zu wundern.
"Ja", wispert er und beißt die Zähne zusammen, als Potter plötzlich fest zugreift, so sehr, dass es schmerzt. Er kann ein Stöhnen nicht unterdrücken. "Ich weiß, dass dir das auch gefällt", flüstert Potter mit heiserer Stimme. "Ich sehe es." Mit den Fingern der anderen Hand streicht er über Dracos schweißnasse Stirn. "Ich weiß, dass es dir gefällt, wenn ich deinen Schwanz streichle, aber ich weiß, dass du es auch magst, wenn ich dich hart anfasse. Wenn ich dich so hart reibe, dass du nur noch schreien kannst. Wenn ich deinen Schwanz in den Mund nehme, das magst du." Seine Lippen sind nun warm und feucht an Dracos Ohr und Potters vor unterdrückter Erregung bebende Stimme so nah an seinem Ohr erregt Draco fast mehr als Potters Hand, die seine Hose inzwischen geöffnet hat. "Willst du, dass ich dich ficke?" Er wispert es so leise, dass Draco die Frage mehr fühlen als hören kann, aber er weiß es auch so. Und er kennt die Antwort.
"Ja", sagt er. Und während Potter hastig ihrer beider Hosen herunterzieht, den ersten Finger in ihn schiebt, weiß Draco plötzlich, warum Potter ihn an ein wildes Tier erinnert. Es ist nicht das Gehetzte, das Abgehärmte in seinen Augen. Es ist die Gier in ihnen.
Er schließt die Augen und lässt sich fallen. Durch ein ewiges schwarzes Nichts glaubt er zu stürzen, ohne dass ihn irgendetwas aufhalten könnte, bis Potter ihn auffängt. Seine Fingernägel, tief in Dracos Hüften gegraben, seine Zähne an Dracos Kehle, sein Schwanz in ihm, das hält ihn in der Realität. Draco hört sich selbst schreien, vor Schmerz und vor Lust, als Potter in ihn stößt, tief und besitzergreifend und gut. Er schlingt seine Beine um Potters Oberkörper, drückt sich ihm entgegen, der wild reibenden Hand an seinem Schwanz, und wünscht sich, es möge nie aufhören, während er innerlich verbrennt.
Aber es hört auf, als Potter ihn in die Schulter beißt, seine Faust sich so fest um Dracos Schwanz schließt, dass er gar nicht anders kann als zu kommen, sich dem Feuer in ihm zu ergeben und sich von ihm verschlingen zu lassen. Er saugt die kalte Kerkerluft ein und glaubt dennoch zu ersticken vor explodierenden Empfindungen.
Potter atmet genauso schwer wie er selbst und lässt sich langsam von Draco rollen. "Du blutest", sagt er beiläufig, aber seine Stimme bebt noch immer. Zum Beweis hebt er seine in Blut getauchten Fingerkuppen vor Dracos Augen und betrachtet sie nachdenklich.
"Das ist gut", keucht Draco und spürt, wie er wieder atmen kann, wirklich atmen, nicht nur Sauerstoff einsaugen. "Es fühlt sich gut an." Der Schmerz pulsiert beruhigend an seinem Schlüsselbein und trägt Draco zurück in die Klarheit.
Ein dünnes Lächeln legt sich wie ein Schleier über Potters Gesicht. Es ist das erste Mal, dass Draco ihn in diesem Kerker lächeln sieht und es wirkt, als habe er es verlernt. Träge malt er blutige Spuren auf Dracos Oberkörper, fährt mit den Fingern durch Dracos Sperma und leckt dann seine Finger ab. "Du schmeckst gut", sagt er rau.
"Ich weiß", erwidert Draco und sie beide lachen. Es klingt verzerrt und rau, denn sie haben beide schon lange nicht mehr gelacht.

xXx

Bei der Erinnerung daran verzerrt ein Lächeln meine vor Kälte erstarrten Züge. Ich habe geglaubt, dich zu sehen, dich zu erkennen. Ich habe geglaubt, dich zu verstehen. Ja, ich habe dein Begehren verstanden, deine Grobheit, aber nicht dich. Ich glaube, dich im Meer zu sehen, das ist wie du, tief und endlos und voller Schmerz und Leid.

xXx

Ab diesem Tag (oder auch dieser Nacht, Draco weiß es nicht, aber er hat auch sein Interesse daran verloren) ändern sich die Dinge. Potter kommt nun öfter, regelmäßig. Draco hungert nicht nach dem Essen, das er manchmal mitbringt, sondern nach seinem Körper, seiner Stimme, seinen Händen, seinem Mund, seinem Schwanz.
Wenn er Schritte hört, setzt er sich jedes Mal begierig auf und starrt die Tür an, gespannt von bebender Erwartung. Aber heute ist es nicht Potter, der kommt, sondern Weasley. Er ist unheimlich groß, im Gegensatz zu Potter nicht dürr, sondern schlank, und sein blasses Gesicht leuchtet im Dunkeln. Er schließt die Tür und starrt Draco nervös an.
"Was willst du?", fragt Draco schließlich, als sei Weasley ein Besucher, der unerwartet an seiner Haustür geklingelt habe.
"Mit dir reden", sagt Weasley rau, aber nicht unfreundlich. "Mir ist… ich habe… ich weiß, dass ihr miteinander schlaft", sagt er zögerlich.
Draco kneift die Lippen zusammen. "Ist das ein Problem?", fragt er.
Weasley seufzt, als sei ihm eine schwere Last auferlegt worden. "Ja", sagt er langsam. "Ja, das ist es vermutlich. Aber Harry hat sich verändert. Hermine macht sich Sorgen, weil er uns gegenüber abweisender geworden ist, noch abweisender als zuvor. Weil er ihr widerspricht, das hat er noch nie getan."
"Schadet ihr vielleicht gar nicht", sagt Draco schnippisch.
Auf die Bemerkung geht Weasley nicht ein. "Aber ich glaube, dass es ihm guttut. Er isst mehr, er spricht mehr." Er klingt wie eine besorgte Mutter. "Er nimmt Anteil an den Dingen, die geschehen, weißt du? Er hat ein paar Fotos von Hogwarts in seinem Zimmer aufgehängt, als würde es ihm etwas bedeuten. Es ist, als… wäre er wieder lebendig."
Draco erwidert nichts.
"Es ist, als ob du ihm das Leben zurückgibst. Ich weiß nicht, warum du es tust." Weasleys Stimme wird lauter und kräftiger. "Ob du irgendeinen perfiden Plan verfolgst, ob du uns verraten willst oder ob du einfach nur gevögelt werden willst. Ich glaube, dass du uns verraten willst. Aber ich bin dir dankbar."
"Das ehrt mich", sagt Draco nach einer ganzen Weile.
"Nein." Weasley schüttelt den Kopf. "Das ist dir scheißegal. Du glaubst mir nicht. Aber ich werde mich erkenntlich zeigen." Nervös nestelt er an seiner Tasche und fördert einen kleinen Beutel zutage. "Wir wissen, dass das gesamte Geld deiner Familie eingefroren wurde", sagt er ruhig. "Wir wissen, dass du mittellos bist. Wir wissen, dass du, bevor wir dich gefangen haben, dich mit Diebstählen durchgeschlagen hast. Du hast nichts, Malfoy." Ein Lächeln erscheint auf seinem Gesicht, das Draco Angst macht.
"Nichts außer deinem Körper und deinen Worten. Aber du hilfst Harry, also helfen wir – ich dir. Harry ist mein Freund und ich bin unendlich froh, ihn wieder bei Sinnen zu sehen. Also…" Er schüttelt den Beutel und es klirrt leise. "Seit ihr angefangen habt zu vögeln, war Harry sieben Mal bei dir. Hier sind sieben Galleonen drin. Ich werde dir mehr bringen. Versteck es gut, damit Harry es nicht sieht."
"Was soll ich mit diesem Geld kaufen?", fragt Draco schließlich. "Hier drin gibt es nichts, das ich bezahlen könnte."
"Wenn du wieder frei bist", erwidert Weasley gleichgültig.
"Ihr lasst mich frei?" Ein Herzschlag der Hoffnung durchzuckt Draco und auf einmal ist alles andere vergessen.
Weasley schüttelt den Kopf. "Nein. Aber wir können uns nicht mehr lange halten. Voldemort wird uns finden und er wird uns alle töten, wenn Harry es nicht schafft, ihn zu töten. Aber Voldemort wird dich verschonen – er wird dich demütigen und verstoßen, aber du wirst leben." Draco fällt auf, dass er Voldemort sagt, als habe er keine Angst mehr. Aber Draco weiß, dass man die Angst vor Voldemorts Grausamkeit verliert, sobald sie zu Wissen um seine Grausamkeit wird.
Weasley wirft ihm das Säckchen zu und verschwindet, bevor Draco noch ein Wort sagen kann.

xXx

Draco döst vor sich hin, sein Geist dämmert leer im Nichts. Potter ist nun schon einige Tage (die er am Essensrhythmus ungefähr ablesen kann) nicht mehr bei ihm gewesen. Dann fällt es ihm immer schwerer, seine Gedanken zu sammeln und zu bündeln und so gleitet er oft fort und bemerkt nicht, wie die Zeit vergeht.
Als sich die Tür öffnet, schrickt er auf und setzt sich hin. Es ist Potter, aber er sieht anders aus. Fast glaubt Draco, seine Haut habe ein wenig Farbe angenommen, aber es kann auch der Kerzenschein sein, der ihn täuscht. Seine Augen haben nicht den düsteren Tunnelblick, sondern betrachten Draco voller Interesse.
Abwartend bleibt er sitzen, während Potter näherkommt und sich vor ihm auf die Matratze kniet. Draco schließt die Augen in Erwartung eines Kusses, einer liebkosenden oder aber auch hart zugreifenden Hand, aber stattdessen legt sich etwas über sein Gesicht und bevor Draco es verhindern kann, hat Potter ihm die Augen verbunden. Nicht, dass es einen großen Unterschied macht, aber immerhin haben sich Dracos Augen sosehr an die Dunkelheit gewöhnt, dass er Schemen erkennen und sich im Dunklen bewegen kann.
Jetzt sieht er nichts mehr, nur noch Schwärze vor seinen Augen, wie zu Beginn seiner Gefangenschaft, an den er sich kaum noch erinnern kann. "Komm", sagt Potter mit drängender, erwartungsvoller Stimme und zieht ihn von der Matratze hoch.
"Was wird das?", fragt Draco und weiß nicht, ob er Angst haben soll. Potter erwidert nichts, sondern umfasst seine Handgelenke hinter seinem Rücken und schiebt ihn vor sich her. Ungelenk stolpert Draco vorwärts, und dann spürt er, dass sie seine Zelle verlassen. Der Boden, die Luft, die Dunkelheit sind gleich, aber doch fühlt es sich anders an, außerhalb.
"Pass auf die Treppe auf", warnt Potter ihn. "Es sind fünfundzwanzig Stufen." Gemeinsam und mit immer lauter werdenden Stimmen zählen sie die Stufen, während sie nach oben steigen. Oben angekommen, zittern Dracos Knie, er ist das Gehen nicht mehr gewöhnt, das Treppensteigen schon gar nicht.
Doch Potter schubst ihn weiter vorwärts und Draco atmet Luft, die nicht alt und abgestanden riecht, sondern frisch, ein bisschen nach Essen und nach Menschen, die sie geatmet haben. "Was hast du vor?", wiederholt er seine Frage. "Wo sind die anderen?"
"Sie müssen ein Dorf vor Voldemorts Leuten verteidigen", entgegnet Potter. "Wir zwei sind ganz allein hier." Er lässt Dracos Handgelenke los und stattdessen gleiten seine Hände nun Dracos Seiten hinab und ruhen auf seinen Hüften. Draco streckt die Hände zu beiden Seiten aus und fühlt Raufasertapete unter seinen Fingern, seine Fingerspitzen stoßen gegen einen Bilderrahmen, fahren über den Rahmen einer Tür und berühren weiche, samtene Vorhänge. Er zuckt zusammen, als eine Uhr schlägt, unten kann er sie nicht hören, sicher ist seine Zelle mit einem Schweigezauber belegt.
Er schnuppert, es riecht nun noch mehr nach Essen. "Hast du Hunger?", fragt Potter. "Es ist noch etwas übrig." Er führt Draco zu einem Stuhl und er setzt sich langsam, ehrfürchtig. Wie lange ist es her, dass er das letzte Mal auf einem Stuhl gesessen ist? Er hört, wie ein Teller vor ihm abgestellt wird, dann öffnen Potters Finger seinen Mund und er schmeckt. Er weiß zuerst nicht, was es ist, er kaut langsam und bedächtig und versucht sich an den Geschmack jener Dinge zu erinnern, die er schon mal gegessen hat.
Es ist schwierig, aber nach einer Weile weiß er wieder, wie Fleisch schmeckt, wie Kartoffeln und wie Gemüse. Sie schmecken gut und überwältigen fast seine Sinne. Atemlos lässt er sich zurücksinken, kaut, schluckt und keucht.
Er spürt, wie etwas Schweres auf seinen Schoß rutscht, Potter, zum ersten Mal atmet er tief und bewusst Potters Duft ein. Bitter und herb ist er, wie das dunkle Holz der Bäume auf dem Malfoy-Anwesen, über deren frischgefällte Stämme er sich als Kind so gerne gebeugt und ihren Duft eingesogen hat.
Er kann Potter nicht sehen, er kann ihn nur riechen, er kann seine Lippen nur schmecken, und er kann nur spüren, wie Potters Hand zwischen seine erwartungsvoll zitternden Schenkel gleitet. Er kann nur das Heben und Senken von Potters Brust spüren, seinen langsam schwerer werdenden Atem nur hören. So sehr konzentriert er sich auf den Rhythmus von Potters Herzschlag, von seinem Atem, dass er darin versinkt wie in einer Wanne von Schokolade, warm und gut duftend.
Etwas jedoch reißt ihn aus seiner Versunkenheit, das knirschende Geräusch einer Tür, die geöffnet wird. Heftig ruckt sein Kopf herum; "Sie kommen", flüstert er. Schon hört Draco ihre Schritte, da springt Potter auf, reißt ihn mit sich und stürzt mit ihm davon. Draco will keuchen vor Panik, aber Potter presst ihm eine Hand vor den Mund und zerrt ihn mit sich. Draco stößt gegen eine Wand, Potters Körper prallt gegen ihn und eine Tür schließt sich sehr, sehr leise.
Draco atmet ein, es riecht sehr intensiv nach Besenpolitur und Reisigzweigen, ein Geruch, der ihn an Fliegen, an endlosen Himmel, an Freiheit erinnert. Er streckt die Hände aus, fühlt Potter, der unterdrückt gegen seine Schulter atmet und langsam die Hand von seinem Mund nimmt, rau verputzte Wände um ihn herum und die langen, schlanken Stiele von Besen. Ein Lächeln berührt sein Gesicht, er hat schon lange keinen Besen mehr in der Hand gehabt.
Von draußen hört er, wie die anderen in die Küche kommen, ihre Stimmen dringen durch die Tür des Besenschrankes. "Wo ist Harry?", fragt Granger, ihre Stimme klingt wie immer schrill und gehetzt. "Harry? Wo bist du?"
Potter antwortet nicht, und sie seufzt laut. "Vielleicht ist er rausgegangen", sagt Weasley.
"Er geht nie raus", erwidert seine jüngere Schwester.
"Neulich hab ihn abends gesehen, wie er von draußen hereinkam –", Draco kann es kaum glauben, das ist Longbottoms Stimme, "– es war eiskalt und er hatte nicht mal eine Jacke an. Er muss beinahe erfroren sein."
Sind sie alle hier? Die ehemaligen Gryffindors? Wollen sie wirklich dafür ihr Leben opfern? Draco hat Gryffindors noch nie verstanden.
"Er friert nie", sagt Weasley müde. "Ich weiß nicht, wie er es macht, aber ihm ist nie kalt. Vielleicht ist es ein Zauber, ich weiß es nicht. Aber…"
"Gedenken wir der Toten", sagt eine andere, ruhige Stimme, die Draco erst nach längerem Überlegen als die von Weasleys Vater identifizieren kann.
Eine Flasche wird geöffnet, Gläser klirren. Draco zuckt zusammen, als Potters Hand in Richtung seiner Körpermitte kriecht, wie die Beine einer Spinne wandern seine Finger über Dracos Brust, über seinen Bauch. Weasley hat Recht, fällt Draco auf, Potters Finger sind tatsächlich warm, wohingegen er selbst zittert, die Besenkammer ist kühl, damit die Besenpolitur nicht zu weich wird.
"Gedenken wir Hannah Abbott!", erklingt die Stimme von Weasleys Vater, im selben Moment, wie Potters Finger sich um seinen Schwanz schließen. Draco kann ein Aufkeuchen nicht unterdrücken und auch nicht die Gedanken an Hannah Abbott, die bei ihm im Jahrgang gewesen war. Eine einfältige, nicht besonders hübsche Hufflepuff, die immer zu allen nett gewesen war, selbst zu ihm, der auf sie herabgeblickt hatte.
Ihr Tod berührt ihn nicht, ebensowenig Potter, dessen Hand sich immer schneller bewegt, und offensichtlich auch die anderen nicht, denn immer wieder rollen die Worte: "Auf Hannah Abbott!" durch den Raum, wobei die Gläser und Flaschen klirren, als müsse der Alkohol sie an das blonde Mädchen erinnern. Draco hat geweint, als Pansy Parkinson gestorben ist, er hat auch geweint, als Blaise Zabini gestorben ist, aber um Theodore Nott hat er stumm getrauert. Auf die Tode von Vincent und Gregory hat er getrunken, weil keine Tränen mehr kommen wollten. Mit den Toten, die danach kamen, hat er sich nicht beschäftigt.
Potters Lippen suchen die seinen und Draco vergisst die Toten, denkt nur noch an Potters Hand und an seinen Mund. Die Finger seiner Linken krallt er in Potters Nacken, die Finger der Rechten lässt er unter Potters Hosenbund gleiten. Wie das Rauschen von Wellen umspülen sie die vom Alkohol schweren Worte und Erinnerungen an Hannah Abbott, während ihrer beider Hände, von Hosen eingezwängt, gegen das Hier und Jetzt arbeiten.
Dracos Unterarm beginnt zu schmerzen, seine Knie zittern, aber er spürt es nicht, wird dahingetragen auf der Welle der Erregung, von Potters Lippen die seine Kehle hinabgewandert sind, von Potters Körper, der sich warm gegen ihn drückt, von Potters Hand, die ihn auf den Höhepunkt zutreibt.
Lautlos, sich beide auf die Lippen beißend, kommen sie gleichzeitig zum Orgasmus, während draußen alle zum letzten Mal laut Hannah Abbotts Namen rufen. Warmes, klebriges Sperma läuft über Dracos Hand und zittrig atmet er gegen Potters Nacken.
Lange stehen sie so da, auch als die anderen schon lange fort sind und nur noch gelegentlich das Holz im Kamin knackt. Zwölf schlägt die Uhr, nur die Lippen bewegend zählt Draco mit. Endlich kennt er wieder die Uhrzeit, aber es bedeutet ihm nichts. Die Zeit hat für ihn an Bedeutung verloren, in seiner Welt gibt es nur noch ewige Dämmerung, die nur von Potters Besuchen durchbrochen wird.
Leise öffnet Potter die Tür, sehnsuchtsvoll gleiten Dracos Hände ein letztes Mal über die Besenstiele, dann führt Potter ihn wieder zurück nach unten. Dieses Mal zählen sie die Stufen nur flüsternd und Draco beschleicht ein seltsames Gefühl, als er seine Zelle betritt. Es ist das Gefühl einer Heimat, und es ist Sehnsucht nach Potter, der ihm rasch die Augenbinde abnimmt und ohne ein weiteres Wort den Raum verlässt.

xXx
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Re: Harry Potter - Gnade

Beitragvon Alraune » 20. Jun 2011, 21:53

Zwischen den nächsten Mahlzeiten geschieht nichts, und so verbringt Draco die Zeit damit zu dösen. Es ist die angenehmste Methode, die Zeit verstreichen zu lassen, vor sich hinzudämmern, an nichts zu denken, ständig zwischen Schlaf und Wachsein schwebend. Irgendwann schläft er schließlich ein. Als er wieder aufwacht, ist er eine Frau. Er weiß es schon, bevor er die Augen aufschlägt, denn der süßliche Geschmack des Geschlechtsumwandlungstranks nach verfaultem Obst in seinem Mund ist unverkennbar.
Er kann sich sehr gut daran erinnern, dass sein Vater ihn regelmäßig so bestraft hat, wenn er Unsinn angestellt hat. Nach einigen Malen, bei denen er von seinem Vater verhöhnt wurde und sich so sehr geschämt hat, dass er am liebsten gestorben wäre, hat Draco aufgehört, Unsinn anzustellen. Von seinem Vater gab es dafür kühle Akzeptanz und keine Bestrafungen mehr.
Damals war Draco ein Mädchen, heute ist er eine Frau. Er betastet seine langen Haare, seine Brüste, fühlt zwischen seinen Beinen. Er weiß, dass die Wirkung nach zwölf Stunden verfliegt und so zieht er seine Decke über sich und hofft, dass Potter ihn heute nicht besuchen wird.
Er weiß mit ziemlicher Sicherheit, dass es nur Granger gewesen sein kann, die den Trank gebraut hat, die anderen wären dazu nicht in der Lage gewesen. Das Brauen dauert mehrere Tage und ist derart kompliziert, dass nur die besten Zaubertränkemeister sich daran wagen. Allerdings fällt Draco auf, dass Granger den Trank offensichtlich leicht modifiziert haben musste, denn in seiner Kindheit war die Verwandlung von Krämpfen und heftigen Schmerzen begleitet. Widerwillig empfindet er so etwas wie Respekt für ihre Braukunst.
Bei dem Versuch, sich an die Reihenfolge der ellenlangen Liste von Zutaten zu erinnern, schläft er wieder ein und wird erst durch eine Hand auf seiner Schulter aufgeweckt. Noch immer hat er den Geschmack im Mund und dreht den Kopf, um Potters Gesicht, von flackerndem Kerzenschein beleuchtet, über sich zu sehen.
Zum ersten Mal erkennt Draco eine tatsächliche Regung in seinem Gesicht, Zorn. Und gegen seinen Willen empfindet er Angst vor Potters Zorn, will sich in die Matratze ducken, aber Potters Wut ist nicht gegen ihn gerichtet. "Hermine denkt, dass es etwas ändern würde", sagt er mit dunkler Stimme. "Aber ich weiß, dass der Trank nicht anhält. Und sie weiß nicht, dass es mir nichts bedeutet, wie du aussiehst, Malfoy."
Diese Worte lassen Draco schaudern. Es ist das erste Mal, dass Potter ihn mit seinem Namen anspricht und seltsamerweise hat er Angst davor. Und eine zähe Furcht kriecht langsam in ihm hoch, Furcht vor dem, was Potter gemeint hat.
Die Furcht wird ihm nicht genommen, als Potter sich neben ihn auf die Matratze legt, ihn küsst und streichelt, mit rauen und warmen Fingern. Draco kann sich nicht konzentrieren, ihm bricht der Schweiß aus, er ist seinen Körper nicht gewöhnt, Potters Finger fühlen sich gleich und doch anders an. In seiner Kindheit hat er sich nie aus seinem Zimmer getraut, unter der Bettdecke versteckt hat er den Tag ausharren wollen. Aber dann kamen die Hauselfen, zwängten ihn auf Anweisung seines Vaters in ein berüschtes Kleid und schleiften ihn nach unten zum Esszimmer. Dort saß seine Mutter, stumme Tränen liefen über ihr Gesicht, sein Vater saß ihr gegenüber, sein Gesicht einem Stein gleich. Draco und seine Mutter schwiegen, beide lautlos weinend, Messer und Gabel mit jahrelang eingeübter Perfektion führend, während sein Vater ihn mit leiser, scharfer Stimme verhöhnte.
Draco hat daraus gelernt, er hat gelernt, den ungewohnten, weiblichen Körper zu hassen. Und so wird er nur gegen seinen Willen erregt, von Potters geschickten Händen, die seine Brüste kneten und liebkosen, die ihn zwischen den Beinen reiben, von Potters Lippen und Zähnen, die seine Brustwarzen reizen, bis Draco schwindlig wird. Und dann gleitet Potter zwischen seine Beine, sein Gesicht in Dracos Schritt, er drückt seine Schenkel auseinander und leckt ihn bis fast zur Besinnungslosigkeit. Draco bäumt sich auf, er krallt die Finger in die Matratze, er schreit vor Lust, die er nicht will, die ihn überrollt wie eine Welle und doch zu köstlich ist, als dass er sich dagegen wehren könnte.
Als Potter ungewohnt leicht in ihn gleitet, nimmt Draco fast nichts mehr wahr. Schatten und Lichtpunkte flirren vor seinen Augen, sein Atem geht schwer und unregelmäßig, sein Stöhnen ist ungewohnt hell. Ihre Hüften bewegen sich gegeneinander, während Potter in ihn stößt, die Finger in Dracos nun so weiches Fleisch grabend, als sei er es, der Halt suche, und nicht Draco. Potter kommt in ihm, hört langsam auf zu stoßen, bleibt aber in ihm. Sein Atem ist laut, das Haar klebt ihm in der Stirn und seine Augen sind dunkel.
"Nichts", flüstert er gegen Dracos Hals. "Es gibt nichts." Er spricht nicht weiter, und Draco fragt sich stumm, was er gemeint hat. Dass zwischen ihnen nichts ist. Dass nichts zwischen sie kommen wird. Dass nichts Potter davon abhalten wird, ihn zu wollen. Wieder muss Draco an ein wildes Tier denken, und doch kann auch ihn nichts davon abhalten, Potter zu wollen.

xXx

Beim nächsten Aufwachen schmeckt Draco den Trank nicht mehr und atmet erleichtert aus, zu sehr hat ihn das Dasein als Frau an seine Kindheit erinnert. Und zu sehr hat es ihn beunruhigt, dass es für Potter keinen Unterschied macht, wer er ist, was er ist, wie er aussieht. Die Welt ist wieder gerade gerückt, in sein kleines, dunkles, stickiges Universum. In sein Universum, in dem Potter ihn für das begehrt, was er ist.
Die Tür öffnet sich und Draco ist keineswegs überrascht, als Potter eintritt, mit einem wachen, gespannten Gesichtsausdruck. Seine grünen Augen glänzen im Licht der flackernden Kerze und sind wie Spiegel, in denen Draco nur sich selbst sehen kann und sonst nichts. Wortlos streckt Potter die Hand aus, Draco geht zu ihm und schließt freiwillig die Augen, damit Potter sie ihm verbinden kann. Er hat davon geträumt, von diesem Gefühl, nicht sehen zu können, sondern nur zu hören, zu fühlen, zu riechen, zu schmecken. Es ist wie ein Tuch von Samt, in das er sich betten kann, bis es ihn langsam, qualvoll erstickt.
Wieder zählen sie die Stufen gemeinsam und Draco spürt, dass Potter ihn weiter nach oben führt, in ein Zimmer, in dem Dracos Füße kalte Fliesen berühren. Die Tür schließt sich hinter ihnen und Potter nimmt ihm die Augenbinde ab. Draco schreit auf und presst die Hände vor die Augen, grelles, schneidendes Weiß blendet seine Augen, bohrt spitze schmerzende Strahlen in seine Pupillen.
Einige Minuten lang steht er schweratmend da, bis er es langsam wagt, die Hände Stück für Stück von seinen Augen gleiten zu lassen. Tränen quellen zwischen seinen Lidern hervor, aber er schafft es, die Augen offen zu halten. Noch nie in seinem Leben hat ein Anblick ihn so sehr geschmerzt wie dieser, der Anblick von stechend weißen Fliesen, der ihn schneller atmen lässt, in einem Raum, der riesig und endlos scheint, voller Spiegel, in denen er sich selbst sehen kann.
Er erschrickt bei seinem Anblick, seine Haut ist weiß wie Papier und fast leuchtet er ebenso hell wie die Fliesen, sein Hemd und seine Hose hängen wie Lumpen an seiner dürren Gestalt und seine Hände, noch immer auf seinen Wangen, sind wie die eines Skeletts. Dünnes, fast weißes Haar fällt wie ein Hauch von Eis auf seine Schultern und seine Augen sind riesig wie die eines Hauselfen.
Nun sieht er Potter an und glaubt, sein Spiegelbild zu erblicken, mit dem einzigen Unterschied, dass Potters Haar kohlschwarz ist wie die Nacht. Potter bewegt seinen Zauberstab und eine leise Musik erklingt.
Non! Rien de rien ...

xXx

Nichts ist zwischen uns, nichts steht zwischen unseren Seelen, unseren Gedanken. Es ist keine Liebe, es ist kein Hass, es ist keine Gleichgültigkeit. Es ist Verzweiflung, so tief und endlos wie der Ozean, der sich unter mir erstreckt. Es ist unendliche Erschöpfung, die nicht in Worte zu fassen ist. Es ist Aufgabe vor der Dunkelheit, die sich deiner Seele bemächtigt hat, es ist der Tod, der mich dich bei den Händen nehmen lässt.

xXx

Non! Je ne regrette rien ...
Langsam und als sei sie schwer von Wein, rollt die heisere Stimme der Sängerin durch den Raum, ihre Worte schmerzen in Dracos Ohren. Er hat Französisch schon als Kind gelernt, aber er hat so vieles vergessen, dass die Worte für ihn keinerlei Bedeutung haben. "Tanz mit mir", flüstert Potter in sein Ohr und lässt seine Hände Dracos Seiten hinab auf seine Hüften gleiten.
Ni le bien qu'on m'a fait
"Ich kann mich nicht mehr an die Schritte erinnern", flüstert Draco.
"Ich werde dich führen", erwidert Potter leise.
"Aber dann ist es ja, als ob ich die Frau wäre", wispert Draco. Potter lacht und greift nach seinem Zauberstab, eine wirbelnde Bewegung und weicher Stoff rinnt Dracos Körper hinab.
Ni le mal tout ça m'est bien égal!
Draco krallt die Finger in den Stoff, der bei jeder Bewegung, die seine Füße automatisch vollführen, um seinen Körper schwingt wie ein Käfig, aus dem er niemals entkommen kann. Er wird immer das kleine, weinende Mädchen sein, das sich im Schrank nackt vor den Hauselfen versteckt, bis sie kommen und ihm ein Kleid überwerfen. Niemals wird er vor der Scham entkommen, und trunken von der Musik beginnt Draco zu lachen.
Non! Rien de rien ...
Ein Käfig aus Seide, den Potters Hände gegen seinen Körper pressen, und aus dem er niemals entkommen kann, so sehr Potter ihn auch herumwirbeln mag. Ihre Schritte sind ungelenk, ihre Bewegungen arhythmisch, ihre Münder fangen einander ein. Draco sieht ihre Schemen in den Spiegeln wanken, den Stoff des Kleides fliegen, sich um seine Knöchel bauschen wie Fesseln, und Potters Hände über seinen Körper streichen.
Non! Je ne regrette rien ...
Nichts, nichts, es ist nichts zwischen ihnen, nichts, das sie voneinander fernhalten könnte. Draco umklammert Potters Oberkörper, krallt die Fingernägel in seine Schultern, und zieht ihn mit sich. Begierig küssen sie einander, bis Dracos Kniekehlen gegen Widerstand stoßen und er die Augen schließt und sich fallen lässt.
Im warmen Wasser ertränkt er das Kleid und die Worte der Sängerin, bis Potter ihn wieder nach oben zieht. Schwerer, mit Wasser vollgesogener Stoff klatscht gegen die glatte Wanne, als Potter das Kleid hochschiebt und sich zwischen seinen Schenkeln ins Wasser sinken lässt. Draco stöhnt und übertönt die Musik in seinen Ohren, lässt sich wieder ins Wasser sinken, wo er nur noch dumpfes Rauschen hört. Ganz und gar konzentriert er sich auf Potters Mund, der seinen Schwanz umschließt, mit den Lippen daran auf und abfährt und vorsichtig in die gespannte Haut beißt.
Im Wasser schwebend, nur gehalten von Potters Mund, fühlt Draco sich, als würde er gleichzeitig fliegen und ertrinken, er kann nicht sehen, riechen, hören, schmecken, er kann nur so intensiv fühlen, dass ihn der Orgasmus schnell und plötzlich packt, und vor brennenden Empfindungen vergisst Draco fast, wieder aufzutauchen. Beinahe bewusstlos vor Sauerstoffmangel zieht er sich nach oben, saugt tief die Luft ein. Potter taucht vor ihm auf, Wasser rinnt aus seinen Haaren und Sperma aus seinem Mund.
Sie küssen sich, Draco schmeckt sein eigenes Sperma, holt tief Luft und taucht dann hinab. Wie ein Kranz von Silberfäden sind seine Haare um sein Gesicht, das Kleid bauscht sich um seinen Körper auf, umwirbelt ihn und nimmt ihm die Freiheit, sich zu bewegen. Wie Potter es eben bei ihm getan hat, drückt er nun seine Schenkel auseinander und nimmt so viel von seinem Schwanz in den Mund, wie er kann. Er schluckt Wasser, als er daran saugt, seine Augen und seine Nase schmerzen vom Wasser, aber um nichts in der Welt möchte er dieses Gefühl, diesen Geschmack missen.
Als Draco glaubt zu ertrinken, weil er nicht auftauchen will, Potter nicht gehen lassen will, kommt Potter endlich in seinem Mund und reißt ihn nach oben, um ihn gierig, verschlingend zu küssen. Bis Dracos Lippen wund und trocken von Küssen sind und er friert, weil das Wasser kalt geworden ist, hört Potter nicht auf.
Dann schlingt er seine Arme um Draco und Draco seine Arme um ihn, er lehnt seine Stirn gegen Potters schmalen Nacken und versucht, sich zu erinnern, ob sie einander schon einmal umarmt haben. Über der Erinnerung schläft er schließlich ein, in angenehme Wärme hineingetragen von Potters ruhigem, kräftigem Herzschlag.

xXx

Als Draco wieder aufwacht, liegt er in seiner Zelle und ist allein. Ein rascher Griff bestätigt ihm, dass er das Kleid noch immer trägt. Gehetzt setzt er sich auf, schreit laut Potters Namen, wieder und wieder, während seine verkrampften Hände Falten in den Stoff drücken. Bis seine Lunge und seine Kehle schmerzen, schreit er, dann gibt er auf und lässt sich zurückfallen. "Potter", flüstert er, "Potter, Potter, Potter…" Fiebrig gleiten die Worte von seinen Lippen, und Potter kommt nicht.

xXx

Stunden später richtet Draco sich ruckartig auf, er weiß, etwas ist anders. Wild blickt er um sich, bis ihm der Unterschied auffällt. Die Tür steht offen. Wie ein Raubvogel, zu neuem Leben erwacht, stürzt er dorthin. Auf dem Boden liegt ein kleines Stück Pergament, Draco hebt es auf und starrt darauf. Es dauert eine Weile, bis sein Gehirn die Worte formen kann.
Geh und tu, was du tun musst.
Lautlos wiederholt Draco die Worte mehrmals, dann dreht er das Pergament um, doch es ist leer. Er erkennt Potters Schrift, unter tausenden würde er sie wiedererkennen. Er bückt sich wieder, ein Zauberstab liegt auf dem Boden. Es ist nicht sein eigener, aber er fühlt sich ähnlich an, lang und geschmeidig zwischen seinen Fingern. Langsam richtet er ihn auf sich selbst. "Finite incantatem", flüstert er und endlich trägt er wieder seine gewöhnliche Hose und Hemd, schmutzig, verschwitzt, löchrig, aber sein. Er kehrt nur noch in die Zelle zurück, um das hinter dem Abort versteckte Geldsäckchen, schwer von Galleonen, hervorzuholen. Schreckliche Schuld schnürt ihm die Kehle zu, aber mit zittrigen Fingern schiebt er es in seine Tasche, obwohl er weiß, dass er es nie ausgeben wird.
Er hat keine Schuhe, er muss barfuß gehen. Das Pergament steckt er ein und hält es mit der Faust in der Tasche umklammert. Leise geht er den Gang hinunter ohne sich noch einmal nach seiner Zelle umzudrehen. Mit geschlossenen Augen steigt er die Treppe nach oben und lauscht auf Geräusche.
Doch es herrscht vollkommene Stille, nur die Uhr tickt leise, es ist, als habe die Zeit, die in seiner Zelle stehen geblieben ist, wieder begonnen. Langsam durchquert Draco das Haus, geht in die dunkle Küche. Dort hängt ein Kalender, es ist der 21. März. Draco hat vergessen, wann er gefangen genommen worden ist, aber er kann sich noch dunkel an Schnee erinnern. Langsam und zögerlich geht er zum Fenster und starrt nach draußen. In einem ungepflegten, verwilderten Vorgarten blühen kleine, weiße Blumen, deren Name er vergessen hat, und zartes Grün wächst an den Büschen. Der Himmel ist von einem matten Grau und Draco ist froh, dass die Sonne noch nicht scheint, denn auch die dumpfe Helligkeit der Dämmerung ist schon unangenehm in seinen Augen.
Er findet in der Küche einige Scheiben Brot und etwas Käse, ohne Hast verzehrt er sie. Dann brüht er sich einen Tee auf und ein unfassbar warmes Gefühl durchströmt ihn, es fühlt sich seltsam und frei an. Dann weiß er plötzlich, was er tun will. Hastig geht er zu einer kleinen, dunklen Tür, hinter der er den Besenschrank vermutet. Und tatsächlich kann er sich einen Besen greifen, der ihn an seinen alten Schulbesen erinnert.
Mit einem wehmütigen Gefühl trägt er ihn zur Haustür und öffnet sie. Die Steintreppe ist eisig unter seinen nackten Sohlen und rasch tritt er ins Gras, das kalt und feucht von Tau ist. Tief atmet er mehrmals ein, saugt den Duft in sich ein, um ihn niemals zu vergessen, dann schwingt er sich auf seinen Besen und fliegt hoch in die Luft.
Die Schutzwälle kribbeln auf seiner Haut und Draco muss die Augen zusammenkneifen, um nicht von der Sonne geblendet zu werden. Sorgfältig prägt er sich die Umgebung ein, den Standort des Hauses, die Straßen des Muggeldorfes. Als er die Augen schließen und dann alles exakt in seinem Geist sehen kann, schwirrt er davon, sich vage fragend, ob Potter wohl noch schläft, oder ob er an einem der Fenster steht und ihm nachsieht.
Die Sonne ist noch nicht besonders hoch über den Horizont gestiegen, als sie ihn schon finden. Eine Todesser-Patrouille auf Besen fängt ihn ein, widerstandslos lässt er sich seinen Zauberstab abnehmen und die Hände fesseln. Sie landen in einem zerstörten Dorf in einer trostlosen Gegend und apparieren von dort direkt in Voldemorts Hauptquartier. Nachdem er gründlich auf Waffen durchsucht worden ist, bringt man ihn schließlich direkt zu Voldemort selbst. Er sitzt in einem langen Raum auf einem thronähnlichen Steinsessel, der bis auf die vielen, steinernen Schlangen, die sich, als seien sie lebendig, langsam an den Wänden und der Decke entlangwinden, schmucklos und nur schwach beleuchtet.
"Ah", sagt der Dunkle Lord und lächelt Draco an. "Der Verräter ist zu uns zurückgekehrt, um erneut einen Verrat zu üben."
Draco kneift die Lippen zusammen und senkt den Kopf.
"Knie nieder", befiehlt Voldemort und Draco gehorcht rasch. "Nachdem du…", er macht eine Pause, als müsse er nach einem Wort suchen, "… uns verlassen hast, in dem Beschluss, deiner eigenen Wege zu gehen, habe ich deine Eltern… befragt." Draco wagt es aufzublicken und sieht erneut ein Lächeln auf Voldemorts Lippen liegen. "Sie haben für deine Schuld gebüßt. Aber Lord Voldemort ist gnädig, er hat ihnen den Tod rasch geschenkt."
Draco schluckt, aber er weint nicht.
"Und jetzt…", seine Stimme wird gefährlich leise, "bereinige deine Schuld."
Nun blickt Draco auf und sieht das Versteck des Ordens vor seinem inneren Auge. Voldemorts Eindringen in seinen Geist ist kurz und brutal, Draco muss nach Luft schnappen, als Voldemort ihm die Erinnerung entreißt.
"Sehr gut", sagt er. "Endlich ist der Moment meines absoluten Triumphes gekommen." Er steht auf, groß, schlank und unendlich furchteinflößend. Langsam streicht er seine Roben glatt und schreitet dann nach vorne, Draco keine Beachtung mehr schenkend.
Rasch herbeieilende Todesser bringen ihn in eine Zelle in Voldemorts Kerkern. Fast fühlt Draco sich hier heimisch, mit den Fingern streicht er über die kahlen Steinwände und lässt sich mit einem Seufzen dagegensinken. Die Stirn gegen die Knie gestützt, wartet er.
Er ist dankbar dafür, dass die lange Gefangenschaft sowohl seine Sinne als auch seine Gefühle abgestumpft hat, denn so gräbt sich die Schuld nicht so beißend in seine Seele. Er weiß nicht, was es war, zwischen Potter und ihm, aber er weiß, dass er es zerstört hat. Aber er weiß auch, dass Potter es so gewollt hat.
Es scheint ihm nicht lange, bis der Dunkle Lord zu ihm zurückkehrt. "Die Zauberwelt ist nun mein", sagt er leise. "Ich danke dir, junger Malfoy."
Draco beißt sich auf die Lippen und schweigt.
Voldemort lacht. "Und weil der Dunkle Lord gnädig ist, hat er dir etwas mitgebracht. Ein Geschenk, als Dank für deine Tat. Folge mir", befiehlt er und Draco steht rasch auf. Sie laufen durch dunkle Gänge, rasch, sodass Dracos Atem schwer wird. Er ist keine Anstrengungen mehr gewöhnt. Von oben dringen Laute der feiernden Todesser, die Voldemort nicht zu berühren scheinen.
Vor einer geschlossenen Tür bleibt er stehen, schenkt Draco ein grausames Lächeln und öffnet die Tür. Auf dem Steinboden liegt eine magere, gekrümmte Gestalt mit schwarzem Haar. Draco braucht keine Sekunde, um ihn zu erkennen: Es ist Potter.
"Ich war in seinem Geist", flüstert Voldemort. "Ich war in seinem Kopf, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Ich habe all seine Gedanken, seine Erinnerungen verdrängt, bis er nur noch mich gesehen hat. Fast habe ich geglaubt, seine Besessenheit für dich könne ihn letztendlich doch siegen lassen, aber er war zu schwach. Du warst zu schwach. Sein Geist war mein, und er wusste, dass er verloren hatte. Schließlich war er klug genug, sein Schicksal einzusehen und aufzugeben. Dich hat er erwählt, sein Schicksal zu besiegeln. Sein Körper lebt noch, aber ich habe ihm seine Seele, seinen Geist, wie auch immer du es nennen magst, genommen und sie sind nun mein."
Draco zittert am ganzen Leib, er kann nichts sagen, jedes Wort würde ihn erwürgen. "Sie sind mein", wiederholt der Dunkle Lord, "aber der Körper ist dein. Ich habe euch beobachtet, ich weiß alles über dich", mit einem Finger berührt er Dracos Wange, "ich weiß, dass du ihn willst. Nimm ihn, als Dank, als Zeichen Lord Voldemorts unendlicher Gnade."
Langsam geht Draco in die Zelle hinein und bückt sich Potters Körper. Seine Hände sind warm, sein Herzschlag ruhig und gleichmäßig. Vorsichtig berührt Draco seine Stirn, von der die Blitznarbe verschwunden ist, und Potter öffnet die Augen. Sie sind leer und spiegeln nur Dracos blasses Gesicht. Draco will ihn hochheben, doch sobald er an ihm zieht, erhebt Potter sich von selbst, mit langsamen, steifen Bewegungen, denen nichts mehr von Potters raubtierhafter Eleganz anhaftet.
Den Kopf gesenkt und mit hängenden Schultern steht er da und Draco versetzt ihm einen leichten Schubs in Richtung der Tür. Gehorsam setzt Potter sich mit langsamen, schlurfenden Schritten in Bewegung, und die Hände auf seinen Schultern, lenkt Draco ihn zur Tür hinaus. Voldemort beobachtet sie mit leuchtenden Augen, ein Ausdruck des vollkommenen Triumphes auf seinem Gesicht. "Ich wünsche euch ein schönes Leben", sagt er und lacht.
Draco krallt die Fingernägel in Potters Schultern und schubst ihn schneller vorwärts, doch Voldemorts Lachen verklingt nicht, bis sie das Tor der Festung passiert haben.

xXx

Sorgfältig durchkämmt Draco das offensichtlich in überstürzter Hast verlassene Haus. Einige Türen stehen offen, die Betten sind noch zerwühlt, ein zerbrochenes Glas liegt vor einem Nachttisch.
In Potters Zimmer setzt er sich auf das Bett und sieht sich genau um. An den Wänden hängen Bilder von Potters Eltern, von Potter, Weasley und Granger, von Potter im Kreise der Weasleys, von Potter mit der Quidditchmannschaft, von Lupin, Black und seinem Vater, von Weasley und Granger, die sich küssen. Draco hängt sie alle ab, nimmt die Fotos aus den Rahmen und steckt sie ein. Er erlaubt es sich, sich auf das Bett sinken zu lassen und mehrere Minuten lang Potters Duft einzuatmen.
Dann holt er tief Luft, erhebt sich und verlässt Potters Zimmer, ohne sich noch einmal umzublicken.

xXx

Meine Finger sind wund vom Graben, aber das Loch ist nun tief genug. Vorsichtig lege ich die Fotos in die raue, sandige Erde und schaufle das Loch wieder zu. Einen großen Stein lege ich darüber, einen, in den ich mit meinem Zauberstab deinen Namen eingeritzt habe. Er ist schwer, aber so kann ich sichergehen, dass er lange hierbleibt. Ich weiß nicht, ob ihn irgendjemand jemals sehen wird, hier an der zerklüfteten Küste von Schottland, aber es spielt keine Rolle.
Es ist nur wichtig, dass dort nicht dein Körper begraben ist, aber das, was dir etwas bedeutet hat. Ich knie mich an den Klippenrand, vor deinen Körper, der trotz des eisigen Windes unnatürlich warm ist. Für einige Minuten wärme ich meine Hände in deinen, dann küsse ich deine warmen Lippen. Wie immer, erwiderst du meinen Kuss nicht.
Tief hole ich Luft und erhebe mich langsam, deinen Körper gegen meinen gepresst. Ich kann nur glauben, dass du das wolltest, aber ich weiß, dass ich es will, zusammen sein. So fest ich kann, umklammere ich dich, als könntest du mir das geben, was ich brauche. Während wir, gemeinsam, stürzen, empfängt uns das Meer mit offenen Armen, tief, endlos und voll der Gnade.


xXx

A/N: Jaja, ein melodramatisches Ende, ich weiß, aber so soll es nun mal sein... ein Happy End hätte hier beim besten Willen nicht zu gepasst ;) Was meint ihr zu meiner Story, die eigentlich mal ein PWP werden sollte? :D
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Re: Harry Potter - Gnade

Beitragvon Ria » 8. Jul 2011, 23:19

Ich meine, dass sie toll ist. Grausam, ja, und verzweifelt, aber ich mag das. Da passt auch das Ende, das ich nicht arg melodramatisch finde, sondern passend.

Ach ja, auch wenn mein kleines Fangirlherz sich im Stillen ja doch ein Happy End gewünscht hätte, passt deine Ende wirklich besser. *g*

Die Atmosphäre war wirklich gut. Man konnte die abgestandene Luft des Kerkers riechen und schmecken und man konnte Potters leeres Gesicht sehen, die Veränderung, die Besessenheit. Und ich liebe die Beschreibungen, wie Draco die Zeit zu messen versucht.

Ein wirkliches Vergnügen von dir zu lesen, wie immer. :herz:
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Re: Harry Potter - Gnade

Beitragvon BlackPriestess » 9. Jul 2011, 08:31

Diese Story ist der absolute Wahnsinn. Ich habe sie schon direkt gelesen, war aber zu beeindruckt, um meine total wirren Gedanken in ein paar Sätzen fassen zu können. Wenn ich's mir recht überlege, bin ich noch immer zu beeindruckt oO Also wird's nun mal wirr *shrug*.

Also... falls du deine Leser in Depressionen verfallen lassen wolltest, ist es dir meisterlich gelungen *g*. Ehrlich gesagt, ein anderes Ende hätte auch gar nicht dazu gepasst (und man sieht, wie wirr ich bin, wenn ich damit anfange oO). Voldemorts "Geschenk" für Draco ist eine Bestrafung und ein Todesurteil für ihn; da erweist sich Voldemort als der slytherinhafteste Slytherin überhaupt, der kaltlächelnd zusehen kann, wie Draco selbst dieses Urteil ausführt, ohne dass er einen Finger rühren muss. Und weiß, dass Draco es weiß. Herzzerreißend dabei ist aber sogar noch mehr, dass Draco erst daran denkt, Harrys Seele zu begraben, in Form von dessen Erinnerungen.

Btw, wie hat Voldemort sich Harrys Seele bemächtigen können? Einfach ein paar Dementoren beauftragt (aber dann würde sie nicht ihm gehören) oder...?

Dracos vorhergehende Gefangenschaft, Harrys "Vergessen", beim Lesen fühlt es sich grau und staubig an. Und doch so voller Farbe, als würde man daneben stehen und zusehen. Und es schmerzt, diesem Verfall zuzusehen, selbst, wenn ihre Annäherung den kurzzeitig aufhalten kann.

Umwerfend war die Umsetzung des Wasserkinks und Ertränken der Worte und hach und... *.*

Ebenfalls das Genderbending mit Hintergrund. Heftig, wie man Draco als Kind damit bestraft hat, ein Mädchen zu sein. Was an sich eigentlich keine Strafe sein sollte, aber ein Junge dürfte es wohl als solche betrachten *g*. Ich schätze mal, hätte Draco das nicht schon unterbewusst mit Strafe und Demütigung verbunden, hätte es ihm ganz gut gefallen xD

Uff... abschließend kann ich nur noch einfach den Hut ziehen, weil das hier handwerklich, gefühls- und stimmungsmäßig perfekt ist. Berührend. Und irgendwie... bösartig <3
Kickass!Loki plz.
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Re: Harry Potter - Gnade

Beitragvon Alraune » 11. Jul 2011, 22:02

Ach je, jetzt hab ich eure Reviews erst heute gesehen, aber ich bin sehr gerührt und freu mich über euer Lob! =)
@Ria: Ja, was anderes als grausam und verzweifelt blieb mir bei den Kinks ja auch nicht übrig ;) Freut mich aber zu hören, dass dir das gefallen hat! =) Und ja... das Ende war schon ganz von Anfang an geplant, auch wenn ich in meinem tiefsten Inneren ein Fangirl bin und auch immer Happy Ends will, aber jedes Happy End hätte hier die Story ruiniert, leider xD
Danke :herz: Freut mich, dass die Atmosphäre so gut rübergekommen ist, das war mir besonders wichtig. Danke für dein Review, Süße! <3

@BlackPriestess: Daaaanke für dein liebes, langes Review =) Also, ich finde dein Review nicht verwirrt, sondern sehr strukturiert und lieb =) Freut mich auf jeden Fall, dass dir die Story gefallen hat! Und ja, Depressionen meiner armen Leser waren durchaus in Planung ;) Ja, in dieser FF ist Voldemort wirklich böse... und ich glaube auch, dass er das ist, auch wenn er teilweise ein bisschen weichgewaschen wird, richtig grausam und böse, ein Psychopath eben
Am Ende, meinst du? Ja, das waren die Dementoren^^ Ja, hätte ich vielleicht erwähnen sollen, du hast Recht^^
Danke für die Komplimente zur Atmosphäre! =)
Hm ja, der Wasserkink, der war schwierig :D Muss nämlich zugeben, dass das echt schwierig einzubauen war xD Hab ne ganze Weile rumüberlegt, wie ich die beiden jetzt ins Wasser gesteckt krieg :) Jaaaa, und das war eher spontan, weil ich da gerade Edith Piaf gehört habe und gedacht hab, ihre Stimme und die Stimmung des Songs passt irgendwie perfekt zur Situation, auch wenn ich sonst kein Songfic-Fan bin xD
Ja, das Gender-Switch war nicht einfach xD Vor allem, wie wird Draco zur Frau und wie findet er das? xD Schließlich war das in den Plot nicht einfach einzubringen, und wenn er es gut gefunden hätte, hätte das i-wie nicht so zur Story gepasst... es musste ihm ja schon psychologisch sehr nahe gehen - und ja, ich glaube, in einer anderen Story hätte er es durchaus toll gefunden :D Aber hier sollte irgendwie keiner irgendwas toll finden xD
Danke :herz: (Und ja, böse sollte es sein, ein schwarzes Plotbunny mit roten Augen hat mich bei diesen Kinks sofort überrannt =))
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Re: Harry Potter - Gnade

Beitragvon Sammy-chan » 29. Aug 2011, 22:59

Ui, Alraune, das hat mir wirklich gut gefallen =) Auch, wenn mein Herz ein bisschen gebroochen wurde am Schluß ;_; Aber es war wirklich ein passendes Ende.

Ich fand es ne tolle Idee, dass Voldemort langsam aber sicher Harry quasi von innen psychisch zermürbt und Draco der Einzige ist, der es schafft ihn davor zu bewahren.
Ich finde im übrigen, dass du Harrys innerlich zerstörten Zustand gut herübergebracht hat, ohne am Anfang zuviel zu verraten.

Außerdem finde ich, dass du die Kinks wirklich zum Teil unglaublich gut reingebracht hast, ich hab nämlich am Anfang gedacht: Wie zum Teufel will sie in so einer angsty Story Genderswitch und Crossdressing unterbringen? Und gerade die bneiden Kinks fand ich hervorragend untergebracht, da du ihnen eine ernste Note verpasst hast indem du sie mit Dracos Erinnerungen an Lucius Bestrafungsmethoden vermischt hast (im übrigen bin ich froh, dass Lucius Draco nicht vergewaltigt hat, ich hab schon fast damit gerechnet, viele andere Autoren hätten [allerdings fand ich die Bestrafung so schon fast grausamer]).

Also eine wirklich rundum gelungene angsty Story =D
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Re: Harry Potter - Gnade

Beitragvon Alraune » 29. Aug 2011, 23:55

Aw, danke für dein Review, Sammy! =) Freut mich sehr, dass dir meine Story gefallen hat =)
Ja... gut zu hören, dass rüberkommt, dass Voldemort Harry zermürbt... war mir irgendwie unsicher, ob das klappt^^
Am Anfang dachte ich auch: Wie zum Teufel soll ich in so einer angsty Story Genderswitch und Crossdressing unterbringen? :D Aber Lucius bietet sich für solche Gelegenheiten natürlich immer perfekt an... und nein, es gibt schon zu viele Storys mit Rape!Lucius oder, im Gegensatz dazu, Hätschel!Lucius, das wollte ich nicht auch noch... ich glaube, dass Draco eine harte Erziehung hatte und dass Lucius' Strafen grausam waren, aber mehr auf eine Slytherinweise und nicht einfach durch rohe Gewalt^^
Danke für dein Lob! :knuff:
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